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31. Oktober - Allerheiligen

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31. Oktober - Allerheiligen

Hallo zusammen,

hier die Geschichte von heute und schon wieder die letzten Geschichte.

Datum: 31.10.2025

Fandom: Die Borgias

Stichwort: Allerheiligen

Das Fest war bereits in vollem Gange. Auf den ersten Blick gelangweilt lehnte Cesara Borgia gegen die Brüstung des Balkons und sah hinab.

Die Menschen tanzten. Sie waren alle gekommen, das war wohl auch so, wenn der Papst zu einem Maskenball an Allerheiligen einlud.

Das Kastanienbankett, wie man es auch scherzhaft nannte. Dabei sollte es ein Fest zu Allerheiligen sein. Wenn sich Cesare die Gäste so ansah, glaubte er jedoch nicht, dass hier irgendetwas mit heiligen Dingen zu ging.

Fast war vorprogrammiert, was nach dem reichhaltigen Abendessen geschehen würde.

Ein kurzes Lächeln huschte über seine Züge, als er sich fragte, welcher der Kardinäle in welchem fremden Bett landen würde. Es war kein Geheimnis, dass es hier nur um Sex ging. Wenn er jedoch ehrlich war, sah es bei ihm aber auch nicht anders aus.

Er jedoch hatte weniger Interesse an den hübschen, verkleideten Frauen, sondern vielmehr an einem rothaarigen Söldner, der seit einer Weile in seinen Diensten stand.

Noch war die Musik nicht sonderlich laut, sondern eher gedämpft, aber dennoch hörte er das Lachen der Frauen.

Seine wunderschöne Schwester war ebenfalls anwesend und tanzte gerade mit einem maskierten Clown.

Cesare kniff die Augen zusammen, denn er wusste nicht, wer der andere war, aber es spielte im Moment auch nicht wirklich eine Rolle.

Sollte sich Lucretia ruhig einen Liebhaber für diese eine Nacht suchen. Sie hatte es verdient. Immerhin war der Vater ihres Kindes nicht mehr am Leben.

Dafür hatte sein Bruder Juan bereits mit dem Leben bezahlt.

Wenn er sich deswegen schlecht fühlen sollte, so war das nicht der Fall. Er hatte bereits zu viele Sünden begangen, sodass ihn der Brudermord nicht mehr störte. Zumindest war Cesare nicht bereit, das jemals zuzugeben.

In manchen Nächten träumte er immer noch davon und hatte das Gefühl, dass sein Bruder irgendwann aus dem Grab zurückkäme, um sich an ihm zu rächen.

Eine Bewegung zu seiner Linken ließ ihn zusammenfahren. Automatisch griff er nach seinem Schwert, welches gar nicht da war.

„Ich bin es nur, eure Eminenz.“

Cesares Herz machte einen Satz. Diese Stimme – er kannte sie viel zu gut.

Stoff raschelte, als Micheletto Corella zu ihm trat. „Da bist du ja. Ich dachte, du kommst nicht“, brummte der Kardinal.

„Ich habe nach den Wachen gesehen und dem Kind.“

Innerlich schalt sich Cesare einen Narren, denn er wusste, dass Micheletto an solche Dinge dachte, ohne dass er es ihm sagen musste.

Unter ihnen betrat Vanozza de’ Cattanei, die ehemalige Geliebte des Papstes, den Raum und einige Blicke richteten sich auf sie.

Sie war immer noch eine wunderschöne Frau und für diesen Anlass perfekt gekleidet. Nur am Rande fragte sich Cesare, wer sie eingeladen hatte.

Diese Art von Fest war noch nichts für seine Mutter. Aber wie es schien, freute sich seine Schwester sehr über ihr Erscheinen.

Selbst Giulia Farnese nickte ihr höflich zu.

Wie es schien, akzeptierten sich die beiden Frauen. Ihm sollte es recht sein.

„Am Ende dieses abends werden wir viele Geheimnisse kennen. Die Huren sind speziell dafür bestellt“, sagte Cesare.

„Wenn das Euer Ziel ist, Eminenz.“

Wütend fuhr Cesare herum und kniff die Augen zusammen. Sein Söldner trug ebenfalls ein Kostüm aus feinster Seide. Selbst eine Maske schmückte sein Gesicht, auch wenn sie die Haare nicht verbergen konnte.

Cesare hatte nur ein Glas Wein getrunken und war immer noch zu nüchtern für diesen verdammten Abend.

„Das ist eines der Ziele“, fauchte er.

Unbeeindruckt stand Micheletto im Schatten.

„Vergebt mir“, bat er leise.

„Was glaubst du, ist das andere Ziel?“ Er wusste, dass er arrogant und fast schon bösartig klang, aber er ärgerte sich über die Welt und die Gesetze der Kirche.

Wenn es anders wäre, dürfte er mit Micheletto tanzen. Da unten. Nur sie beide und alle würden zusehen. Er würde ihn lieben und dessen starker Körper würde ihn über die Tanzfläche führen.

Später würden sie sich lieben.

„Diesen Plan kenne ich nicht“, antwortete Micheletto.

„Pah. Was habe ich mir auch gedacht?“ Cesare holte tief Luft und sah wieder nach unten.

Erneut raschelte Stoff und ein größerer Körper schob sich hinter ihn.

„Ich würde mit dir tanzen, auch wenn ich es nicht kann“, flüsterte sein Diener.

Cesare erschauderte, wagte aber nicht, sich zu bewegen. Hände legten sich auf seine Hüften und suchten einen Weg unter den Stoff.

„Ich würde alles tun, damit du glücklich bist.“

Jede Art von Wut verrauchte. Cesare keuchte leise, als eine Hand auf seinem nackten Bauch lag und ihn sanft streichelte. Er legte den Kopf in den Nacken.

„Das würdest du tun?“ Eine sinnlose Frage.

„Ja. Die größte Sünde und der schönste Moment.“ Daran bestand kein Zweifel. Aber sie gehörten in die Schatten. Sie durften einander nicht lieben.

Die Lustmolche, die Frauen schändeten und Kinder begrapschten, hatten mehr Rechte als er, der er einen Mann liebte.

Denn nichts anderes war es als Liebe. Wenn auch unter seinem Stand.

„Mein Körper gehört dir“, murmelte Cesare.

„Ich werde gut auf ihn achten und auf dein Herz.“

Das Blut pulsierte heftig in seinen Adern und Cesare keuchte leise. „Ich genauso auf deines.“

Das hier war nicht nur schneller Sex, wilde Gier. Es war so viel mehr, und er brauchte keinen Alkohol, um sich dessen bewusst zu sein.

Jetzt wollte er jedoch in sein Gemach. Die Geheimnisse der Kardinäle und Ordensträger konnte er später noch entschlüsseln.

Vielleicht bekam er ja sogar noch einen Tanz.

ENDE

Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die mitgelesen haben. Natürlich auch für die Reviews.

Danke, dass ihr mich bei dem kleinen Kalender begleitet habt.

Es wird noch eine extra Geschichte für den heutigen Tag geben.