Tag 12: Toss (=werfen, schleudern)
Tag 12: Toss (=werfen, schleudern)
Tag 12: Toss (=werfen, schleudern)
Anmerkung: Heute ist es wirklich unspektakulär, aber letztendlich muss auch nicht so viel passieren, die Helden haben auch einmal Ruhe verdient. Deshalb jetzt nur kurz und entspannt. Das muss auch mal sein.
* * *
Das Zepter war wieder eingewickelt, auch wenn ein Teil der Decke jetzt als provisorischer Beutel diente, um das Kätzchen ruhig zu stellen. Aber immerhin war es ruhiger geworden, seit das Wurzelweibchen erschienen war, schien die ehemalige Raubkatze doch zu spüren, dass sie mitspielen musste, wenn sie wieder normal werden wollte.
Aber ein Problem hatten sie immer noch. Arcanicus hatte es sich diesmal aus Sicherheitsgründen im Kragen von Heddys Hemd bequem gemacht, soweit man von „bequem“ reden konnte. „Du kitzelst!“, war ihr Kommentar gewesen, aber ansonsten hatte sie es zugelassen.
„Jetzt müssen wir nur noch zusehen, wie wir aus dem Loch rauskommen“, war ihre nächste gemeinsame Überlegung, doch das gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht, denn leider besaßen sie nicht die Sprungkraft und die Krallen der Raubkatze oder die Größe eines normalen Menschen und rutschten deshalb im unteren Teil des Loches immer wieder ab.
Immerhin musste Arcanicus das magische Licht nicht mehr aufrecht erhalten, denn durch das Loch fiel der Schimmer der Morgendämmerung.
„Ich wünschte, die anderen wären hier und könnten uns helfen!“, meinte die Halblingsfrau und schlug mit den Fäusten gegen die steile Wand. „Irgendwie ist das alles Mist. Wir hätten nicht zusammen mit diesen Idioten …“
Arcanicus seufzte. „Heddy, es macht jetzt keinen Sinn einfach nur herum zu wüten. Wir müssen einen klaren Kopf bewahren. Sonst…“ Er verstummte und spitzte die Ohren, sah mit einem Mal nach oben.
Nicht nur, dass etwas in ihren Sichtbereich flatterte, das aussah wie eine Mischung aus Blatt, Schmetterling und Fee, sie hörten auch mit einem Mal eine wohlbekannte Stimme.
„Heddy! Arcanicus! Steckt ihr da unten?“, brüllte Alriko.
Die Halblingsfrau quietschte vor Freude. „Ja, wir sind hier und kommen bloß nicht hoch“, rief sie ebenso laut zurück. Arcanicus hielt sich die Ohren zu, bekam aber noch die Rückmeldung mit. „Dann wartet mal eben, Ich werfe euch ein Seil runter!“
Und so geschah es dann auch. Die Rettung verlief überraschend unspektakulär, denn Heddy kannte sich mit Klettern an Seilen aus. Und schon einige zeit später, konnten sie ihre Freunde in die Arme schließen und sich austauschen.
So erfuhren sie von dem, was nun vor ihnen lag. Und das Ziel, das sie als nächstes anstreben mussten. „Wir müssen nun diese Herrin finden“, fasste Arcanicus zusammen. „Sie scheint mehr über das zu wissen, was hier vor langer Zeit vorgefallen ist. Aber was sie ist, keine Ahnung. Vielleicht eine Göttin aus archaischer Zeit, vielleicht aber auch nur ein besonders mächtiger Geist.“
Floralee, die sich noch mit der Blattjungfer ausgetauscht hatte, nickte. „Wir werden es ja bald erfahren, denn so weit weg ist der Ort, zu dem wir gehen müssen nicht, wenn ich das richtig einschätze. Wir müssen nur dem Lauf der Sonne ein wenig folgen, dann könnten wir bis zum Sonnenuntergang da sein.“
„Na ja, dann sollten wir uns nach einer kleinen Stärkung wohl auf den Weg machen und hoffen, dass uns nicht wieder irgendwas Nerviges über den Weg läuft!“, meinte Alriko dann und rieb sich den Bauch. „Das ganze Kämpfen hat mich hungrig gemacht.
Die anderen lachten. „Du denkst auch immer nur an eines“, kicherte Heddy. „Aber mir geht es nicht anders. Und ich glaube, das Kätzchen hier könnte auch ein bisschen was vertragen, sonst nagt es mich noch an …“