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Tag 14: Lady (=Herrin, Frau, Dame)

Mixed Moments Adventure [Inktober 2026] — www.fanfiktion.de · All chapters

Tag 14: Lady (=Herrin, Frau, Dame)

Tag 14: Lady (=Herrin, Frau,Dame)

Anmerkung: Der schwere und anstrengende Termin liegt hinter mir, aber ich fühle mich auch völlig ausgelaugt und habe im Moment nicht so viel Kraft zu schreiben. Deshalb wird dieser Teil vermutlich auch etwas kürzer und vermutlich eher wie ein Stimmungsbild ablaufen. Aber vielleicht ist das auch gut so, immerhin sind ja auch noch 17 Tage mit Leben zu erfüllen.

Ich hoffe, ihr könnt mir den kleinen Durchhänger verzeihen und schaut auch weiter vorbei. Viel Spaß beim Lesen!

* * *

„Ihr findet sie bei den Hohen Steinen jenseits des hölzernen Herzens …“ Die Worte des Wurzelweibchens klangen immer noch durch den Kopf des Magiers. Deshalb hielt er auch bewusst Ausschau nach eben diesen Landmarken.

Ob es die anderen es taten, obwohl sie nach dem Austausch ebenfalls davon wussten, das konnte er nicht einmal sagen. Vielleicht achtete gerade Floralee darauf, die gelegentlich Worte mit der Blattjungfer wechselte.

Alriko stapfte eher unbekümmert durch den Wald und sah sich einfach nur um, suchte aber nach nichts besonderem. Und Heddy? Die beugte sich ab und zu nach unten, um Kleinigkeiten aufzuheben oder zu pflücken. Was immer sie damit bezweckte, aber so war sie nun einmal – Halbling durch und durch, denn sie fand auch an den kleinen Dingen Gefallen …

Er grübelte weiter: Hohe Steine – das konnten nur Wegmarken oder vielleicht Stelen zu Ehren eines Gottes oder eines lange verstorbenen Fürsten sein, oder? Aber das hölzerne Herz? Damit konnte er nun wirklich nichts anfangen.

Und dann lachte Heddy, die wieder am Boden kauerte mit einem Mal auf und deutete auf die Wurzeln eines uralten hohen Baumes, die direkt vor ihr lagen. „Kuckt mal genau hin, die Wurzeln sehen genau so aus wie ein Herz, zumindest sind sie so gebogen!“

Arcanicus durchfuhr es wie ein Blitz. Konnte das damit gemeint sein? Doch wo waren die Steine, die ebenfalls in der Nähe sein sollten?

Er reckte sich und kletterte auf die Schulter, um einen besseren Blick zu haben. Dabei stellte er sich neben die Blattjungfer, die sich ihm zuwandte und ihn mit einem Mal aufmerksam musterte. „Du siehst zu sehr mit deinen Augen und deinem Verstand. Aber dein Herz öffnest du nicht …“, raunte sie ihm belehrend zu.

„Wie soll ich denn mit den Herz sehen?“ Der Magier schüttelte den Kopf und seufzte. „Ich habe mich mein Leben lang nur auf meinen Verstand verlassen, Gefühle sind doch eher etwas für Druiden oder Kleriker oder Heiler.“

„Da täuscht du dich gewaltig. Denn die Magie kommt auch und vor allem aus dem Herzen? Deine Gelehrten haben daraus nur eine Kopfsache gemacht, um sie besser kontrollieren zu können und dabei so viel von den Dingen vergessen, die wirklich wichtig sind …“ Die Blattjungfer lachte hell auf.

Dann streckte sie ihre Flügel aus, so dass sie Arcanicus streifte und ihn erschauern ließ. Der verarbeitete immer noch ihre letzten Worte, denn diese sagten etwas aus, was einer Blattjungfer eigentlich fremd sein musste

Das Waldwesen flatterte hoch. In die Luft, hinterließ dabei einen Funkenregen, der auf den Magier und die Druidin nieder ging und beide niesen ließ. Gleichzeitig erfüllte sie aber auch mit einem Mal eine Klarheit, die sie so noch nicht gekannt hatten.

Dadurch blieben die beiden stehen, auch Heddy und der Krieger hielten inne und starrten mit offenen Mund auf die Blattjungfer, die zu einer leuchtenden Silhouette wurde, welche in ihren Ausmaßen wuchs, bis sie die Größe einer Elfenfrau angenommen hatte. Dann verdichtete sich der Schimmer zu klaren Konturen und aus dem Licht trat eine wunderschöne Dame.

Silbergoldenes Haar, geziert von einer Krone aus Blüten und Blättern krönte dieses. Ein fließendes Gewand aus spinnenfeingewobenem Stoff, bestickt mit unzähligen Blättern und Federn umhüllte ihren blassen, grazilen Körper und lies diesen wie eine Waldwiese im Mondlicht voller Vögel wirlen.

Und dann diese ausdrucksstarken Augen in einem spitzen Gesicht, die sie alle aufmerksam musterten.

Dem Magier blieb die Luft weg. In alten Schriften hatte er von ihr gelesen, aber das ganze für Mythen und Legenden der Elfen gehalten.

Dies war Dor’iath’Eh-lee, nicht nur eine sondern die Herrin des Waldes, die in allen Geschöpfen lebte und gleichzeitig auch Teil von ihnen war. Die wahrhaftige Tochter der Erde und des Mondes, geboren am Anbeginn der Zeit.

Und nicht zuletzt auch das Licht, das beständig das Dunkel im Zaum hielt, welches besonders gerne in den Nächten aus der großen Leere in die Welt eindrang … Eine Naturgewalt, in den alten Zeiten noch als Göttin verehrt, aber niemals durch andere Mächte ausgelöscht, weil sie wie das Leben immer wieder zurück kehrte …

Er spürte die uralte Kraft, die von ihr ausging und mit einem Mal die noch fehlenden Steine, die sich bisher vor seinen menschlichen Augen verborgen hatten.

Über und Über von Runen bedeckt, die kein Sterblicher mehr lesen konnte, wiesen sie den Eingang zu einem Heim, das vollständig mit der Natur verschmolzen zu sein schien. „Willkommen im Herzen des Waldes. Tretet ein, wenn ihr reinen Herzens seid und keine Dunkelheit in euch tragt“, sagte sie mit sanfter aber auch Ehrfurcht gebietender Stimme, die nach Donner klang, der mit dem lauen Nachtwind heran getragen wurde…