Tag 15: Hooray (= Hurra!)
Tag 15: Hooray (= Hurra!)
Tag 15: Hooray (= Hurra!)
Anmerkung: Heute geht es etwas besser, aber ich bin immer noch ziemlich fertig. Dennoch habe ich jetzt mit diesem Teil wohl auch die Weichen für den Rest des Inktobers gestellt. Und ja, alles wird irgendwie bedacht. Oder so .., Viel Spaß beim Lesen!
* * *
Es war schon mit ein wenig Herzklopfen und Schwitzen verbunden, durch das Tor zu treten , denn natürlich wussten die vier Gefährten nicht, was Dor’iath’Eh-lee damit gemeint hatte. Und auch ihr seltsam unirdisches Lächeln war nicht zu deuten.
Sie gelangten so in eine große Halle, die von unzähligen kleinen Lichtern erhellt wurde. Das Dach bestand aus weit ausufernden Baumkronen, durch die das Mondlicht und die Sterne schimmerten, ein Ausblick auf ihre vermutlich zeitlose und uralten Heimat, die ganz von der irdischen Ebene gelöst war.
Und in der Halle tummelten sich auf der Blütenwiese, denn Büschen und Bäumen alle möglichen Wesen, die sie aus Mythen und Legenden kannten, wie Wurzelweibchen, Astkrieger, Blatt- oder Blütenjungfern und nicht zuletzt sogar große magische Wesen.
Die Herrin schritt voran und bahnte so einen Weg durch das Gewusel. Sie ließ sich dann auf einer Wurzel, die wie ein Thron geformt war, nieder. Ein Greif und ein Einhorn, beide uralt, würdig und erhaben wirkend, schritten an ihre Seite, betrachteten die Sterblichen nun ebenfalls mit unergründlich tiefen Augen.
„Wir haben gesehen, was geschehen ist und wissen, was ihr bei euch tragt!“, sprach der Greif dann mit dunkler Stimme und fügte nach einem Moment des Innehaltens hinzu. „Doch lasst das Zepter wohl verborgen in seiner Umhüllung, damit es diesen Ort nicht unnötig vergifte.“
„Und was soll dann damit geschehen, Hohe Herrin und werter Herr Greif?“, fragte Floralee und neigte den Kopf.
„Nun, das soll eure Aufgabe werden“, erklärte das Einhorn sanft. „Als Gegenleistung für den Dienst, den wir euch erweisen wollen.“ Seine Augen richteten sich auf Arcanicus. „Das ist etwas, was wir ändern können.“
Der Magier atmete tief ein und aus, als er verstand, was gemeint war. „Das wäre wirklich eine Erleichterung“, erklärte er. „Und natürlich werden wir eure Bitte erfüllen! Das ist doch selbstverständlich.“
Er blickte fast schon ein wenig flehend zu den anderen. Auf Floralee konnte er sich verlassen, bei den anderen war er sich nicht ganz so sicher, denn den gingen manchmal ganz andere Dinge durch den Kopf.
Alriko stutzte, weil er wohl von einer Dryade abgelenkt worden war, die nichts am Leibe trug au0er einigen Blätter. Er überlegte nicht lange, sondern brummte ein „Aber klar, das können wir gerne tun!“
Heddy hingegen kratzte sich erst einmal am Kopf und grübelte. Dann aber nickte auch sie. „Na ja … nachdem ich den Schaden schon angerichtet habe … dann sollte ich nicht Nein sagen, oder? Sagt mal, warum könnt ihr da nichts machen, eigentlich seid ihr doch schrecklich mächtig?“
„Nun,“, ergriff nun auch Dor’iath’Eh-lee das Wort. „Die dunkle Magie sind für uns wie ein schleichendes Gift. Ihr Irdischen mögt es ertragen können, nicht aber wir Astralen. Deshalb war es immer an dunklen Sterblichen, es zu führen.“
„Was sollen wir dann also tun, damit es endlich von dieser Welt verschwindet? Hätten wir denn die Möglichkeit, es zu vernichten?“
„Zu vernichten nicht, aber aus dieser Welt zu schaffen. Denn unter den schwarzen Klippen an den Ufern des nahen Meeres ist eine dunkle Grotte. Und dort findet ihr einen tiefen Spalt, einen Abgrund, der bis in die große Leere reicht. Dort hinein müsst ihr es werfen und es ist auf immer verloren. Doch seid vorsichtig. Denn auf dem Wege dahin erwarten euch viele Versuchungen und Fallen …“, erklärte der Greif.
„Die Schwarzen Klippen kennen wir!“ Arcanicus runzelte die Stirn, als er sein geographisches Wissen durchforstete. „Allerdings wird die Hafenstadt in der Nähe gerade von einer fremden Macht belagert. Und da könnte es schwierig sein, da vorbei zu kommen.“
„Wir werden einen Weg finden, uns durch die feindlichen Linien zu schleichen, oder sie zu umgehen!“, sagte Floralee darauf hin Du weißt doch, die Berichte der anderen sind auch schon ein paar Tage alt. Sie machte ihm Mut. „Das haben wir schon so oft geschafft!“
Sie sah ebenfalls zu Alriko hin, der die rechte Faust in die linke Hand schlug und vollmundig verkündete. „Na klar, und wenn sie uns krumm kommen sollten , dann schlagen wir sie einfach mal zu Brei.“
„Du bist gut. Wenn es denn mal so einfach wäre!“ Heddy verdrehte die Augen und lachte dann hell auf . „Du denkst auch echt immer nur an das Eine!“, meinte sie frech und stupste den Krieger an, der breit grinste. „Ist halt meine Art!“
„Nun wie dem auch sei … wir sollten zur Tat schreiten!, wurde das Geplänkel durch das Einhorn beendete. Es neigte nun den Kopf deutete auf Arcanicus. „Stelle dich auf den Boden. Und du, Halbling, setze auch das Kätzchen aus deiner Tasche dazu. Es wird euch nichts geschehen, denn in dieser Halle herrscht Frieden zwischen allen Wesen.“
Und so geschah es dann auch. Arcanicus blickte zwar etwas skeptisch auf das Kätzchen, das maunzte, sich dann niederließ und die Vorderpfoten leckte. Da nichts weiter geschah, entspannte er sich ebenfalls.
Dann erfasste ein heller Mondstrahl von oben den Magier. Er spürte, wie sein ganzer Körper kribbelte und wie sich ein Blickfeld langsam erweiterte, als er zu seiner normalen Größe heranwuchs. Sein Herz schlug schnell, aber er spürte auch die unendliche Erleichterung, wieder ganz er selbst zu sein.
Daraufhin konnte nicht anders als sich zu strecken, während Heddy begeistert in die Hände klatschte. „Hurra, unser brummiger Arcanicus ist wieder zurück! Aber irgendwie siehst du nicht besser aus als vorher!“ Der Magier verdrehte die Augen, sagte aber nichts in Anbetracht der mächtigen Wesen vor sich.
Die Raubkatze hingegen war dem Licht ein wenig länger ausgesetzt als der Mensch. Sie schüttelte sich unwillig und knurrte dabei, als sie ihre Größe erreichte, aber im Gegensatz zu Arcanicus verwandelte sie sich noch ein wenig weiter.
Aus dem kehligen Brummen wurde schon bald ein wütender Aufschrei. Und die Gefährten staunten nicht schlecht, als sie sahen, was auf einmal vor ihnen stand …