Tag 2: Relic (= Relikt)
Tag 2: Relic (= Relikt)
Tag 2: Relic (= Relikt)
Anmerkung: Und dann mache ich gleich weiter mit den abstrusen Situationen in diesem Tempel. Und ehrlich, ich habe nichts gegen Magier. Aber was sein muss, muss sein. Und es muss ja nicht auf Dauer sein.
Viel Spaß beim Lesen wünsche ich euch!
* * *
Die Begegnung mit den Göttinnen mochte ja ganz amüsant gewesen sein, aber den Magen füllte das ja nun wirklich nicht. Deshalb beschloss Heddy das Beste aus allem zu machen, während die anderen sich noch von ihrem Schrecken erholten und blickte sich in dem verfallenen Tempel um, denn vielleicht gab es ja doch noch in dem ganzen Schutt zu finden. Zuerst sah es gar nicht danach aus, nur Staub, Steine, ein paar klägliche Pflanzen, die ums Überleben kämpften. Doch dann erregte etwas ihre Aufmerksamkeit.
Sie strahlte breit über das Gesicht, denn … Moment mal … blitzte da nicht etwas in dem Hohlraum unter einer umgefallenen Säule auf? Sie beschloss der Sache nachzugehen und eilte rasch zu der Stelle, die durch einen verirrten Sonnenstrahl markiert wurde.
Dann lachte sie freudig auf. „Na bitte, das ist doch schon mal was.“ Sie sah triumphierend zu den anderen hin. „Und schaut mal, ganz mit leeren Händen gehen wir dann doch nicht hier weg!“
Sie beugte sich vor und zog den Gegenstand vorsichtig hervor, musste ein wenig daran rupfen, weil eine Knochenhand ihn am anderen noch fest umklammert hielt und nicht wirklich hergeben wollte. Für einen Moment starrte sie in die leeren Augenhöhlen eines Schädels, der auf einer Seite ziemlich zertrümmert wirkte, so wie der Rest des Skeletts. „Upps, tut mir Leid Kumpel, aber passiert schon mal. Und das muss ziemliche Kopfschmerzen gegeben haben.
Dann betrachtete sie ihre Beute. Es handelte sich dabei um ein Zepter aus Holz mit Einlegearbeiten aus Bein, Metall und Steinen, etwa so lang wie eines ihrer Beine. Am oberen Ende befand sich ein Knubbel, in den ein rötlicher Edelstein eingesetzt war.
„Also wie ein Knüppel zum Dreinschlagen sieht das hier nicht aus!“, bemerkte sie dann mit einem schiefen Grinsen, und rieb ein wenig an dem Zepter herum, ehe sie es den anderen präsentierte. „Was meint ihr? Das ist doch bestimmt ein Zauberstab, oder, Arcanicus?“ Sie schwang es in seine Richtung.
„Ja, und deshalb solltest du ihn auch besser aus den Händen legen, wer denn weiß, was …“
Weiter kam der Magier nicht, denn ehe sich alle versahen begann der Stein an der Spitze des Stabes rot zu glühen und sandte einen grellen Lichtstrahl aus.
Die Druidin und der Krieger stoben zur Seite, aber selbst Arcanicus wurde mit voller Wucht von dem Leuchten getroffen und war im nächsten Augenblick spurlos verschwunden.
„Oh nein, das wollte ich doch nicht!“, quietschte Heddy, ließ den Stab fallen und schlug die Hände vor den Mund.
Die anderen sahen sich entsetzt und suchend zugleich um. „Wo isser denn auf einmal hin?“, fragte Alrico verwirrt und rieb sich ratlos die Nase, während Floralee tief Luft holte, ihre Augen schloss und ein paar Worte vor sich hin murmelte.
Heddy erholte sich von dem Schrecken und sah sich hektisch um, tapste dann ein paar Schritte nach vorne, in die Richtung, in die der Strahl gegangen war. „Arci …“, schluchzte sie. „Das wollte ich nicht … echt … das ist jetzt nicht lustig! Sag mal, bist du noch bei uns? Und wenn ja, wo?“, rief sie und schniefte, nur um noch einmal zu beteuern: „Hey, das wollte ich echt nicht … tut mir so leid!“
Dann zuckte sie zusammen. War da nicht etwas gewesen? Ein genervtes Stöhnen, fast so leise wie ein Wispern im Wind? Und dann eine Stimme. „Danke für nichts!“
„Arcanicus?“ Heddy sah sich verwirrt um. „Bist du irgendwo? Bist du unsichtbar geworden?“ Sie tänzelte nervös auf der Stelle herum. Alriko kam mit einem überraschten „Huh?“ auf sie zu.
„Nein, aber ich wäre dir sehr verbunden, wenn du, nicht auf mich treten würdest, genau so wie der Hornochse da … ah verdammt noch mal!“ Ein paar Kiesel rollten herum und ein heftiger Fluch, gefolgt von einem Schmerzensschrei.
Das brachte Heddy auf die richtige Spur. Sie senkte den Blick und sah sich suchend auf dem Boden um. „Puh und äh….“ Dann begann sie allerdings loszuprusten. Alriko sah sie verdutzt an, wandte dann aber den Blick zu der Stelle auf die die Halblingsfrau deutete und begann breit zu grinsen.
[Weiter an Tag 3]