Tag 20: Lounge (= Herumhängen)
Tag 20: Lounge (= Herumhängen)
Tag 20: Lounge (= Herumhängen)
Anmerkung: Erneut ein ruhiger Teil. Aber es bietet sich auch an, um den Charakteren mehr Hintergrund zu geben. Also mache ich da einfach weiter und schreibe nun etwas über die beidne Männer, deren Vergangenheit ja noch recht offen ist.
* * *
„Glück gehabt!“ Die Gruppe schaffte es gerade noch einen trockenen Unterschlupf zu finden, da brach das Unwetter schon mit Wucht über die Gegend hinein. Aber hier, in der kleinen halboffenen Höhle waren sie weitestgehend sicher vor dem Regen und dem Sturm.
Nur ab und an wehte eine Bö hinein, erreichte sie aber nicht in dem Winkel, den sie für sich reserviert hatte. Also würden sie hier so lange herumhängen, wie das Wetter so unwirtlich blieb, alles andere machte ja nun wirklich keinen Sinn mehr
Die fünf machten es es sich kurzerhand bequem und beschlossen die Zeit des untätien Herumhängens damit zu verbringen nicht nur etwas zu essen und zu trinken, sondern auch sich weiter vorzustellen.
Alriko der jetzt ja an der Reihe war wirkte ein wenig verlegen. „Na ja, ich bin von der Kriegerakademie geflogen“, sagte er dann. „Die meinten, ich könne mich nicht an Befehle halten, deshalb wollten sie mich auch nicht da haben. Ich würde nicht zum Offizer oder Ritter taugen. Blödmänner die, denn eigentlich kann ich viel besser kämpfen, als die meisten von ihnen, auch wenn sie mich immer wegen meines Namens verlacht haben.“
Arcanicus schmunzelte. „Sei froh, denn letztendlich hätten dich die Befehlshaber nur in irgendwelchen Kriegen verheizt. Sie wollen einfach niemanden, der mit dem Herzen entscheidet und pragmatisch handelt. Sondern in erster Linie hirnlose Befehlsempfänger, die gehorsam das tun, was man von ihnen verlangt, selbst wenn das bedeutet, ins offene Messer zu rennen. Das habe ich immer wieder mitbekommen.“
„Ich bin halt ein einfacher Junge vom Land. Meine Eltern, die Vom Hasewinkel, waren halt eben nur Bauern und ein Onkel Jäger und Wildhüter. Der hat auch mein Talent für die Waffen entdeckt“, ergänzte Alriko. „Aber nachdem ich aus der Akademie geflogen bin, wollte ich nicht mehr zu ihnen zurück. Zumindest bis jetzt noch nicht. Ich schäme mich halt zu sehr, weil ich sie so enttäuscht habe, denn es war schon was Besonderes …“
Rrr-Chrri musterte ihn nachdenklich. „Dabei ist Familie wichtigerrr als alles anderrre. Euerrr Blut verrrbindet. Zumindest warrr es bei uns im Clan so.“
„Ja, ich weiß irgendwie stimmt das schon! Da hast du recht“, murmelte Alriko und grinste schief. „So habe ich das noch nie gesehen, nachdem sie mich so verlacht haben, als ich gehen musste. „Vielleicht schaue ich wirklich mal bei meinen Eltern und Geschwistern vorbei, wenn das hier vorbei ist und wir den Auftrag erledigt haben.“
„Wenn du willst, dann kommen wir gerne mit!“, erklärte Floralee. „Damit sie sehen, dass du auch jetzt eine Familie hast und absolut kein Versager bist. Selbst wenn du keine Reichtümer oder so mit nach Hause bringst“, munterte sie Alriko auf und blickte dann zu Arcanicus hin. „Und du? Bisher hast du noch nicht so wirklich etwas von dir erzählt.“
Der Magier zuckte mit den Schultern. „Na ja, ich habe einen völlig langweiligen Lebenslauf. Als fünfte Sohn meiner Händlerfamilie hatte ich keine Aussicht auf ein Erbe. Meine Eltern überlegten ja schon, mich in ein Kloster zu schicken oder eine Adelsfamilie zu verheiraten, aber da habe ich nicht so recht mitgemacht.
Deshalb versuchte ich mich auf eigene Faust in der großen Bibliothek der großen Magierakademie von Ycis. Dort stellte man recht schnell fest, dass ich durchaus das Potential zu einem Magier haben könnte und natürlich sagte ich nicht nein. Allerdings war ich nicht besonders gut.“
Er zuckte mit den Schultern.
„In dem ein oder anderen Bereich ja, aber gerade das, was bei denen besonders wichtig war, habe ich vergeigt. Kampfmagie war niemals mein Ding. Die Prüfungen schaffte ich deshalb auch nur mit Ach und Krach.
Na ja, und da mich mit diesen Leistungen keiner in seinen Dienst nehmen wollte nicht mal meine eigene Familie, habe ich mein Glück eben auf der Straße versucht und nach einigen Versuchen sich anderen anzuschließen euch drei gefunden. Das ist meine Geschichte.“
„Und wie heißt du eigentlich wirklich? Arcanicus ist doch eigentlich nur dein Magiername“, bohrte Heddy nach. „Oder?“
„Mag sein. Aber ich schon meine Gründe nicht zu erzählen wer ich bin.“ Der Magier grinste schief. „Es mag ja sein, dass der Name Adelbrand von Silberberg Türen öffnen könnte, gleichzeitig wäre ich dann aber auch für so manchen Erpresser interessant.“
Er hielt einen Moment inne. „Die von Silberbergs sind reich, verdammt reich. Sie beherrschen den Handel hier in diesem Küstenabschnitt und kontrollieren vielleicht auch die ein oder andere Adelsfamilie.“
„Wow … okay, das kann ich verstehen!“, meinte Heddy, während Alriko dem Magier spontan auf die Schulter klopfte. „Mir gefällst du auch als Arcanicus besser, als ein blöder Silberberg. Der Leiter der Schule hieß nämlich so und er war einfach nur ein Arschloch.“
„Ich weiß. Ruperthold von Silberberg. Einer meiner Cousins zweiten oder dritten Grades. Arrogant und eingebildet bis zum geht nicht mehr. Ich kann dir nur beipflichten.“ Arcanicus seufzte und blickte zu der Wildelfe hin. „Wie du siehst ticken wir da ein wenig anders. Die Blutsfamilie ist nicht immer der Halt in der Welt, sondern eher die, die man findet.“
Die Wildelfe maunzte leise. „Menschen habe ich nie wirklich verrrstanden.“
„Das liegt daran, dass unsere Lebensspanne im Vergleich zu der euren eher endlich ist“, sinnierte Arcanicus. „und wir in dieser Hinsicht alles viel intensiver durchleben. Das kann Fluch, aber auch Segen sein. Genau wie bei euch die relative Unsterblichkeit … “
„Du sprrrichst weise Worte, Menschenmagierrr.“ Und zum ersten Mal huschte auch so etwas wie ein Lächeln über die Züge der Wildelfe. „Es besteht also noch Hoffnung.“