Tag 8: Stinky (= stinkig, beschissen)
Tag 8: Stinky (= stinkig, beschissen)
Tag 8: Stinky (= stinkig, beschissen)
Anmerkung: Und weiter geht es in der Geschichte. Heddy und Arcanicus sind gerade in gar keine tolle Lage geraten – oder? Kann es noch schlimmer werden? Lasst euch überraschen. Viel Spaß beim Lesen!
* * *
Heddy kreischte so laut, dass Arcanicus für einen Augenblick die Ohren klingelten, aber wenigstens zerdrückte sie ihn nicht, sondern achtete schon darauf, dass sie sich nicht drehte. Schließlich kamen sie zum Stillstand. Um sie herum war es erschreckend ruhig, fast zu ruhig.
Der Magier beschwor ein kleines Licht, damit sie wenigstens ihre nähere Umgebung sehen konnten. Doch die war ernüchternd. Nur Erde, Wurzeln und ein Gang, der vermutlich noch tiefer in die Erde führte. Das ganze sah nach dem Bau eines größeren Tieres aus. Und weil sie beide nicht die Maße eines normalen Menschen oder Elfen hatten, passten sie noch wunderbar hinein.
„Na toll!“, brummelte Heddy, und wischte sich über ihre Kleidung. „Wir sind echt in einer beschissenen Lage“, fügte sie hinzu und wandte sich dann an Arcanicus. „Alles so weit in Ordnung mit dir?“
Der Magier nickte. „Ja. Nicht bestens, aber es geht. Hast du das Zepter eigentlich noch?“, fragte er dann besorgt, denn auch das durften sie ja nicht aus den Augen verlieren.
„Selbstverfreilich!“ Heddy hob demonstrativ das Artefakt auf, das halb aus der Decke gerutscht war. „Ich habe mir damit zwar ordentlich ein Knie verprellt ab-“
Sie verstummte, denn aus der Dunkelheit erklang auf einmal ein dumpfes, dunkles Knurren. Jemand oder besser etwas, näherte sich mit bedrohlichem Knurren, aber leisen Pfoten. „Oh, oh!“, murmelte Heddy. „Da ist jemand gerade sehr stinkig, weil wir in seinen Bau eingedrungen sind.“
„Ich sehe es.“ Arcanicus schluckte und überlegte passende Zauber. Denn es war schon eine imposante Raubkatze, die sich ihnen näherte. Mit einem entsprechend großen Maul, blitzenden Zähnen und einem vernarbten Gesicht, das deutlich machte, dass sie es hier nicht mit einem leicht zu verschreckenden Jungtier zu tun hatten, sondern vermutlich mit einem alten, erfahrenen – und sehr wütenden – Einzelgänger. Und der würde sie sicherlich …
… oder auch nicht.
Denn Heddy kicherte, schüttelte auch den Rest der Decke von dem Zepter und schwang es wie schon einmal hin und her, grabbelte daran herum. „Bist du des Wahnsinns?“, keuchte der Magier.
Aber es war schon zu spät.
Wieder entfesselte das Zepter seine Macht, glühte auf und sandte einen Strahl aus, der das Tier traf. Aus dem dunklen Grollen und einem ersten Brüllen wurde ein erschrecktes Fiepsen und Miauen … und statt des mächtigen Raubtiers saß vor ihnen auf einmal ein winziges Kätzchen, nicht viel größer als Heddys Hand.
Die Halblingsfrau lies das Zepter fallen und griff beherzt zu, während Arcanicus nur mit Mühe das Zauberlicht aufrecht erhalten konnte. Derweil betrachtete Heddy, die Miniaturraubkatze genauer. „Na so gefällst du mir jetzt viel besser!“ strahlte sie über das ganze Gesicht, während das Tier protestierend in ihrer Hand zappelte und sich zu befreien versuchte.
Der Magier schwitzte unterdessen Blut und Wasser.
Das wurde ja immer verrückter und absurder!
* * *