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Tag 9: Ram (=rammen, stoßen)

Mixed Moments Adventure [Inktober 2026] — www.fanfiktion.de · All chapters

Tag 9: Ram (=rammen, stoßen)

Tag 9: Ram (=rammen, stoßen)

Anmerkung: Heute tatsächlich auch mal ein Szenenwechsel, denn schließlich sind da auch noch zwei andere aus der Heldengruppe, die ich ja auch in einem spannenden Moment zurückgelassen habe. Also Rücksprung zum Kampfgeschehen, in dem sowohl Floralee aus auch Alriko ordentlich mitmischen! Leider wird es ein wenig brutal. Aber das gehört auch dazu.

* * *

Alriko fluchte und rappelte sich auf, nachdem er ein zweites Mal von seinem grünhäutigen Gegner zu Boden geschleudert worden war. Dieser elende Ogerhund! Aber verdammt noch mal, das machte ihn nicht fertig. Eher im Gegenteil - es machte ihn noch viel viel wütender.

Er brüllte zornig auf und ballte die Fäuste. „Du scheißverdammter, elender Mistkerl! Das versuchst du nicht noch einmal!“

Da legte sich eine Hand auf seinen Arm, was ihn zu einem grimmigen Knurren veranlasste und mit dem Ellenbogen ausholen ließ! „Hey! Gemach Bruder, so gut ich dich verstehe, aber so kommen wir einfach nicht weiter!“, beschwichtigte der Kerl, der mit ihm zusammen den Oger als erstes angegriffen hatte und nun an seiner Seite war. Wie hieß der Typ noch mal? War das nicht so was wie Jackle?

„Und was dann?“, schnaubte Alriko frustriert. „Ich würde den Typ schon gerne unangespitzt in den Boden rammen!“

„Geht mir nicht anders, Kumpel! Aber wir haben ja gesehen, was es bringt, wild auf ihn los zu stürmen! Der sieht das und wedelt mit der Hand und schon liegen wir wieder da … “, bemerkte Jockle sarkastisch. „Ein bisschen geschickter sollten wir da jetzt schon vorgehen.

Derweil beschäftigten Floralee und der Rest der Gruppe den Oger mit Magie und verschiedensten Angriffen, wenn sie das Gewimmel richtig einschätzten, das in dem Dämmerlicht zu sehen war. Immerhin brachte jemand mit einem brennenden Ast etwas mehr Sicht ins Spiel. Und so war auch zu erkennen, dass vor allem die Druidin ein wenig erschöpft wirkte.

Alriko legte die Stirn in Falten. Das strategische Denken war ja eigentlich ein Ding, das Arcanicus besser beherrschte als er. Das Draufhauen war eher sein Ding … und das Improvisieren. Und so huschte ein Gedanke durch seinen Geist.

Deshalb sah er sich auch hastig auf der Suche nach einer Eingebung. Und die traf ihn wie ein Blitzschlag. Denn im Licht der zweiten improvisierten Fackel, die einer der verbliebenen Männer jetzt gegen den Oger schwang, fiel ihm etwas ins Auge …

Er grinste. „Hey, was hälst du denn davon?“ stieß er den anderen an und deutete auf den langen Rest eines abgebrochenen Astes, der wieder im Feuerschein sichtbar wurde und jetzt im Moment irgendwie Ähnlichkeit mit einem Speer hatte. „Das könnte dem Mistkerl sehr weh tun, wenn wir es schaffen, ihn dagegen rammen!“

Jackle kniff die Augen zusammen und grinste. „Okay, das ist echt ne schräge Idee. Aber einen Versuch ist es das auf jeden Fall wert. Nur wie stellen wir das an?“ In seinem Zügen arbeitete es. Alriko zuckte mit den Schultern. Das wusste er auch nicht.

Jackle grinste. Dann steckte er die Finger in dem Mund und machte mit einem gellenden Pfiff auf sich aufmerksam. Ein paar Gesten, die Alriko nicht deuten konnte, verstehende Zeichen von Jackles Gruppe, die als Antwort kamen – eine Frau warf ihm Ihren Kampfstab zu. „Los, rocken wir’s“, meinte der Mann ohne weitere Erklärungen. „Auf drei!“

Er hielt Alriko ein Ende des Kampfstabs hin, während er das andere selbst fest umklammerte und sah ihn herausfordernd an. Alriko packte ebenfalls zu und nickte. „Ich blick’s!“

„Gut, dann ist ja alles geritzt! Also los: Eins!“ Mit einem Mal verschmolz die verbleibende Gruppe zu einer Einheit und rückte im Halbkreis vor, die Waffen drohend erhoben. Eine der Frauen rief Floralee etwas zu und diese sammelte noch einmal ihre Kraft, um einen wahren Blätterregen auf den Oger rieseln zu lassen.

„Zwei.“

Die beiden Männer und zwei Frauen griffen den Oger gleichzeitig an, als dieser noch mit den Blättern beschäftigt war und hieben auf ihn ein, auch wenn sie ihn nur bedingt trafen. Derweil machten Alriko und Jackle ein paar Schritte zur Seite, um sich in eine bessere Position zu bringen.

„Und drei!“ Sie rannten los, als sie in der richtigen Position waren und nutzten den Stab als zusätzliche Ramme. Dadurch mussten sie ihn erst einmal nicht einmal berühren. Was auch irgendwie gut war, befand Alriko.

Und tatsächlich kamen sie diesmal ganz dicht an ihn heran. Der Stab mochte ihn zwar erstmal nicht verletzen, aber die Wucht des Aufpralls ließ den Oger dennoch ein paar Schritte zurück taumeln, die zusätzliche Wucht der beiden Angreife rammte ihn dann auch tatsächlich gegen den Rest des Astes. Nur würde das Holz die dicke Haut des Monsters durchdringen können? Wenn nicht, dann hatten sie ein Problem. Ein großes Problem.

Alriko und Jackle holten tief Luft, als sie sahen, dass das Holz tatsächlich die Haut des Ogers durchstieß und ein fingerlanges Stück in den Rücken des Monsters drang.

Ein Blick und sie verstanden einander. Dann ließen sie den Stab los, warfen sich gegen das Monster, pressten die Hände gegen Arme und Schultern des Ogers und drückten noch einmal mit aller Kraft nach.

Sie ließen erst los und sprangen zurück, als sie sahen, dass das Holz vorne austrat und Blut aus der Wunde spritzte. Das schmerzerfüllte Brüllen des Ogers war wie Musik in ihren Ohren … doch würde das Hochgefühl anhalten dürfen?