„Wir gehen zum Arzt, keine Ausreden."
„Wir gehen zum Arzt, keine Ausreden."
Lloyds Sicht
Noah und ich traten raus aufs Deck und er sah unsicher hin und her. „Und...wie kommen wir jetzt zu meinem Arzt?"
Ich schmunzelte. „Ich habe so ein paar...Tricks."
Ich hob eine Hand und erschuf meinen Elementardrachen. Er räkelte sich auf dem Deck und stand langsam auf, beugte seinen Hals zu Noah.
Ich zog mich an der Seite hoch und machte es mir zwischen den Flügeln bequem. „Komm schon, wir müssen los."
„Keine Chance! Ich steig nicht auf...das.“
Ich hob meine Augenbraue. „Das ist mein Drache. Und er mag es nicht beleidigt zu werden.“
Noah wich zurück. „Nope, keine Chance, du kriegst mich nicht auf ihn! Ich werde ganz sicher nicht ein paar hundert Meter in der Luft auf einem Drachen hängen, den du aus dem Nichts erschaffen hast!“
Ich seufzte. „Ich hab ihn schon seit Jahren Wirbelwind, er ist sicher.“
Kai trat zusammen mit Cole und Nya heraus und musterten die Situation belustigt. Erinnerung an mich: Mit ihrem Lachen kamen sie nicht davon.
„Ich.will.nicht.“,knurrte Noah und verzog überrascht das Gesicht. Hmm... Realisation von anderen Geräuschen, es wird stärker...
„Du wirst es überleben.“, schmunzelte ich.
„Was hältst du davon, ich schubse dich vom Flugsegler, mal sehen ob du es überlebst!“
Ich konnte ein Kichern nicht unterdrücken. Er wurde langsam bissig... Das war nicht verkehrt.
„Der einzige Unterschied in diesen zwei Situationen ist, das ich alias mein Drache dich nicht irgendwo runter schubsen.“
Er blieb im Türrahmen stehen. Wie konnte man sich nur so weigern?
Mein Drache stieß ein genervtes Schnauben aus. Ich tätschelte ihm den Hals und seufzte.
„Hast du gesehen wie groß der ist?? Der frisst mich mit zwei Bissen!“
Ich seufzte erneut. „Noah zwing mich nicht abzusteigen und dich zu holen!“
Noah schüttelte hektisch den Kopf. „Dann sag ich lieber ab und erkämpf mir einen anderen Termin, keine Chance!“
Ich knurrte und musste zugeben: meine Geduld fand langsam ihr Ende.
Ich sprang ab und mein Drache ließ sich aufs Deck fallen. Toll. Jetzt konnte ich gleich meinen Drachen motivieren wieder aufzustehen.
Cole, Nya und Kai lachten jetzt lautstark und Nya presste zwischen den Lachern hervor:„Lloyd du hast mir gerade meinen Tag gerettet.“
Kai schmunzelte als ich an ihm vorbei lief, um Noah einzufangen, der nach drinnen geflüchtet war. „Naaa doch nicht so einfach wie du dachtest, hm?“
„Wenigstens probier ichs.“,zischte ich zurück und Kai grinste. „Wenn du dich heute Abend ausheulen musst, ich bin da Bro.“
Ich trat rein und mit der Tür schloss ich ihr Lachen aus. Kai machte mich wahnsinnig! Er meinte es vielleicht als Spaß, aber...
„Noah bleib stehen!“
Er blieb zögerlich stehen und wich meinem Blick aus.
„Ich verstehe wenn du Angst hast, aber ich werde dich nicht fallen lassen, in Ordnung?“
Er sah weg, ignorierte mich. Ich hob mit meinem Zeigefinger sein Kinn. „Seh mich an wenn ich mit dir rede.“
„D-du bist sauer...“, murmelte Noah.
Fuck...hatte ich mich so gereizt angehört? Ich wollte ihn nicht verschrecken...wir hatten doch gerade erst angefangen einander etwas zu vertrauen...
„Ich...hatte einfach eine lange Nacht.“
Ich sah Tränen die an Noahs Wange herunter liefen und ich fing an, mich selbst zu verfluchen. Ich war zu grob...
Ich zog ihn vorsichtig in eine Umarmung. „Es tut mir leid Wirbelwind...das wollte ich nicht...“, murmelte ich und spürte wie meine Stimme brach. Wenn er weiter weinte, könnte ich es nicht unterdrücken auch zu weinen...
Wieso war gerade alles so viel?
Noah fühlte sich viel zu verkrampft an...bitte...
Er lehnte sich leicht gegen mich und ich spürte wie er sein Gesicht an meiner Brust vergrub. Ich hatte schon Angst unsere Verbindung wäre komplett eingebrochen.
„W-was kann ich machen Noah?“, fragte ich leise.
„Nichts...ich...hab überreagiert... entschuldige...“
Ich schüttelte sanft den Kopf und vergrub meine Nase in seinem Haar. Wieso roch er so angenehm?
„Nichts war überreagiert. I-ich...bin selbst heute einfach etwas... sentimental. Und... ich kann mir dann nicht wirklich helfen, e-es tut mir leid.“, murmelte ich.
„D-das ist nicht deine Schuld...ich...fühl mich nur immer noch unwohl und... weiß nicht...wie ich euch vertrauen kann.“
„Versteh ich Wirbelwind. Aber ich werde dir beweisen das du mir vertrauen kannst. Ich gebe mein Bestes. Als Trainer, sowie als Freund.“
Noah zog sich vorsichtig zurück. „I-ich auch...“
Ich lächelte schwach. „Wollen wir? Ich verspreche dir, mein Drache benimmt sich hervorragend.“
Noah trat neben mich und schien wieder etwas Sicherheit zurück zu gewinnen. „Hervorragend? So wie du hm? Dann habe ich noch mehr Angst.“, kicherte er, doch ich spürte das er versuchte seine Tränen von eben zu überspielen.
Ich schmunzelte. „Wie konnte ich erst annehmen, es wäre ein Kompliment.“
„Ich ärger dich nur.“, schmunzelte Noah unsicher, wischte sich die letzten Tränen weg.
„Das sagen sie alle.“,kicherte ich und grinste. „Kommst du?“
Noah wich einen Schritt zurück. „Ich...uhm...“
Ich seufzte. „Du lässt mir keine Wahl.“ Hoffentlich verfluchte er mich dafür jetzt nicht....
Ich schnappte ihn und warf ihn mir über die Schulter. „Mitkommen Wirbelwind.“
Noah zappelte erst, doch beruhigte sich dann. „Déjà vu.“
Tut mir leid für ihn, aber mir war es wichtig das er zum Arzt ging. Kontrolle wäre nicht verkehrt.
Ich schnaubte belustigt. „Geht es so?“,fragte ich besorgt, als ich los lief.
„Es ist wunderbar.“,spottete Noah.
Ich grinste. „So lange ich dich nicht aus Versehen einquetsche.“
Ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken. „Außerdem hast du eine perfekte Sicht auf meinen tollen Rücken, wenn das nicht wundervoll ist.“
„Jaja.“, grummelte Noah, doch er konnte mir gerade nicht böse sein.
Ich lächelte leicht. „Du hattest die Wahl.“
„Echt? Hab ich nicht wirklich gemerkt.", grummelte er.
„Du hättest selbst laufen können. Leider bist du es in die falsche Richtung.", schmunzelte ich.
Ich hielt vor der Tür an und ließ ihn sanft runter. Er gab einen enttäuschten Laut von sich und mein Blick schnellte zu ihm.
„Was?“,brummte er und sah beleidigt weg. „Ich musste nicht laufen..."
Ich lächelte. „Ja das wird der Grund für deine Enttäuschung sein."
Ich sah zur Tür. „Ich dachte nur es wäre vielleicht angenehmer für dich, nicht von mir vor dem halben Team rumgetragen zu werden."
Noah schmunzelte. „Richtig gedacht."
Ich lächelte. Es war gut das er nicht mehr so schreckhaft wie am Anfang war. Es war nicht leicht gewesen, da ich immer irgendwas übersehen hatte...
Einerseits wollte ich ihm Zeit lassen, anderseits wollte ich auch verstehen was ihm passiert war um... ihn besser unterstützen zu können.
Ich seufzte leise auf. Wir liefen raus und ich spürte Kais stechenden Blick auf mir.
Wieso war er gerade so? Noah konnte versuchen zu lügen, aber ich wusste genau das Kai ihm gedroht hatte.
Eigentlich war Kai nicht so aggressiv. Aber in letzter Zeit...schien er auch oft Sachen zu suchen, um mich zu reizen.
Eigentlich standen wir uns ja auch nahe... und...dieses Verhalten tat mir gerade weh. Wahrscheinlich sollte ich ignoranter sein und es zum Schutz des Teams ignorieren, aber... ich wusste das ich Kai bald darauf ansprechen würden müsste. Zum Schutz von Noah und vielleicht auch von mir.
Ich sah zögernd zu den anderen, während ich Noah auf meinen Drachen half, auch wenn er sehr verkrampft hoch kletterte.
Waren sie immer noch sauer wegen unserem Streit? Weil ich mich klar auf Noahs Seite positioniert hatte? Oder waren sie sauer weil sie nicht in alles eingebunden wurden und auch nicht komplett informiert waren...
Wie sollte ich das Gleichgewicht vom Team halten, wenn meine eigenen Gefühle gerade nicht im Gleichgewicht waren?
Mein Drache stieß ein Schnaufen aus, hatte aber trotz dem Reitergewicht anscheinend noch keine Grund zum aufstehen erkannt.
„Komm Junge. Bitte. Ich weiß du bist müde, aber wir müssen echt los.", murmelte ich leise und klopfte ihm sanft den Hals.
Ein weiteres Schnaufen dann stand er langsam auf und streckte seine Flügel. Sein Schwanz peitschte ungeduldig hin und her und ich lächelte leicht. „Danke.", murmelte ich und drückte mich an seiner Seite hoch.
Ich ließ mich hinter Noah nieder der unruhig hin und her rutschte.
„S-sicher das ich nicht den Boden kennen lerne?",flüsterte Noah und sah ängstlich vom Flugsegler.
„Ich pass auf dich auf Wirbelwind.", kicherte ich und griff an ihm vorbei zu den Zügeln.
Noah brummte. „Wär ich doch einfach in meiner Wohnung geblieben..."
„Und in die Luft geflogen?", schmunzelte ich.
„Und hätte mir eine Dose gemacht.",jammerte er und ich kicherte erneut.
„Bei uns gibt's mehr als ne Dose."
Ich legte meinen rechten Arm um Noahs Bauch und zog ihn sanft gegen mich. Ich drückte meine Fersen leicht an meinen Drachen und er sprang in die Luft.
Kaum waren wir hoch genug breitete er seine Schwingen aus und ließ sich hauptsächlich durch die Winde oben halten, gepaart mit langsamen Flügelschlägen.
Ich sah zurück und sah Nya die an der Reling stand. „¡Buen dia chicos!“
Ich schüttelte belustigt den Kopf und sah zurück zu Noah, der sich an mich drückte und die Augen fest geschlossen hielt und leise etwas vor sich murmelte was sich stark nach "ich fall nicht, ich Fall nicht, ich fall nicht..." Anhörte.
„Du kannst deine Augen aufmachen.", schmunzelte ich.
Er gab einen ängstlichen Laut von sich und ich legte mein Kinn vorsichtig auf seinen Kopf. „Ich hab dich Wirbelwind, jetzt Guck es dir an.“,raunte ich und er öffnete langsam die Augen.
Er wollte runtersehen doch ich hob sanft sein Kinn mit meiner Hand um die Zügel.
„Ich würde nicht runter gucken, seh einfach gerade aus.", schmunzelte ich und hob meinen Kopf.
„Deine Hand liegt auf meinem Bauch...", murmelte Noah.
Ich schmunzelte und nahm sie nur ein Stück vor, doch er zog sie wieder zurück. „Nicht wegnehmen!“,quietschte er erschrocken.
„Wie könnte ich nur.“, schmunzelte ich. „Du kannst dich nicht beschweren, aber doch es wollen.“
„Zur Klarstellung, ich will es nicht, aber es ist sicherer für mich.“, murmelte Noah beleidigt und ich kicherte. „Mach mich doch nicht traurig Noah. Bin ich nur das für dich? Ein Mittel zum Zweck?"
Er knurrte aufgrund meiner Ironie und nickte. „Du hast es erfasst."
„Wie schade.“,kicherte ich.
Noah brummte. Ich lächelte leicht und versuchte in der Ferne auszumachen, was dort am Himmel flog. Wahrscheinlich Vögel.
Noah zappelte vor mir und ich drückte ihn etwas mehr zu mir. „Versuchst du runterzufallen nur um mir zu beweisen das ich falsch lag?",brummte ich leise.
„Für wie stur hältst du mich?",spottete er, ehe er jammerte,„Ich fühl mich unwohl..."
Ich schmunzelte. „Noahlein, ich will dich nicht enttäuschen, aber ein Drachenrücken ist nun mal kein Sofa."
„Ach ne, wär ich gar nicht drauf gekommen.“, grummelte er ironisch.
Nach ein paar Minuten Stille beäugte er neugierig die Zügel. „Ich will nicht frech klingen, aber...uhm...bist du sicher das die ihn halten?"
Mein Drache stieß ein empörtes Schnaufen aus. Ich schmunzelte. „Noah ich halte ihn nicht. Damit zeige ich ihm lediglich in welche Richtung ich möchte. Im Endeffekt ist er ein freies Lebewesen genau wie du."
„Das will ich auch nicht anzweifeln...aber...dann bestimmt er die Richtung oder wie?"
„Im Grunde? Ja. Aber da wir uns ganz gerne haben, macht er gerne was ich möchte. Schließlich besteht er aus meiner Kraft und ist ein Teil von mir."
„Klingt cool..."
„Scheint als hätte deine Angst etwas nach gelassen.",kicherte ich und er nickte langsam. „Seltsamerweise ja..."
Ich schmunzelte. „Hoffentlich bleibt das so. Ich mag es wenn du mir vertraust~"
„Vielleicht ein bisschen.", murrte Noah, aber auch seine Sturheit konnte die Bindung zwischen uns nicht mehr abstreiten.
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Hiii,
Bin noch da XD. Hoffe euch hat das neue Kapitel gefallen <3
Liebe Grüße
Wolf