Von Schach und neuer Kleidung
Von Schach und neuer Kleidung
Noahs Sicht
Am nächsten Morgen wachte ich auf und spürte sofort das ziehen in meiner Brust und stechen in meinem Schädel. Schon wieder Kopfschmerzen...?
Ich stand langsam auf um meinen Kreislauf nicht zu überfordern, in der Angst wieder am Boden zu liegen. Zwar hatte Lloyd es mit der Bindung erklärt, aber... ich mach mir mein eigenes Bild davon!
Sofort fiel mir der Kleiderschrank ins Auge, den ich gestern anscheinend übersehen hatte oder zumindest nicht registriert.
Ich stellte mich davor, öffnete die Türen und erkannte sofort das er in zwei Seiten unterteilt war. Und voll mit Kleidung! Holy Shit.
Ich nahm auf einer Seite ein weißes Shirt heraus und legte den Kopf schief. Nicht meine Größe. Ich hängte es zurück und durchstöberte die andere Seite die überraschend gut meine Größe getroffen hatte. Wie sehr hatten die uns ausspioniert...? Das Zeug war alles mein Stil...
Bei Lloyd hing im Gegensatz zu meiner Seite noch Recht wenig. Hm...
„Na schon was zum anziehen gefunden?"
Ich drehte mich erschrocken um und Lloyd stand in der Tür.
Er lächelte leicht. „Zen war schon da Wirbelwind. Er wollte fragen, ob wir uns die Kleidung schon angesehen hätten. Und er meinte da sie erst spät erfahren haben das ich dein Bindungspartner sein könnte, hätten sie für mich nicht so viel."
„Nicht so viel?",fragte ich leise. „Also da ist schon mehr als genug Kleidung..."
Lloyd kicherte. „Hab ich auch gesagt aber seine Antwort war nur 'Hm die Orukis müssen sich wohlfühlen.' und damit ist er gegangen."
„Hm..."
„Achso und er hat gefragt, ob das Testosterongel im Bad okay ist. Sie haben einen ganzen Vorrat für dich angelegt."
Ich sah auf den Boden. Nicht nur die Aktionen von dem Rudel waren gruselig, gerade erschreckte mich mehr das ich nicht wusste ob ich noch richtig...ich war...
Ich fühlte mich komisch, handelte komisch...hatte ich zumindest das Gefühl...
„Ich guck es mir später an.", murmelte ich wahrscheinlich viel zu spät als Antwort.
Lloyd nickte. „Keinen Stress." Dann zögerte er. „Sei nicht zu streng mit dir und auch mit mir, ja?"
Ich brummte nur und machte eine wegscheuchende Bewegung mit der Hand. „Schreite von mir wenn du mich nicht beim unziehen sehen willst."
Lloyd schnaubte belustigt und trat zurück. „Ziehen sie sich erst um mein Herr."
Er schloss die Tür und ich konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Irgendwie...hatte ich Angst was wir das zwischen uns zerstört hatten...hm...
Also nicht diese angebliche Bindung sondern...das Vertrauen und die Sympathie... vielleicht kam es mir auch gerade einfach angespannt vor, weil ich angespannt war.
Ich zog mich schnell um und ging ins Bad. Ich musterte das Testosterongel. Das ist ja wirklich meins...
Ich schmierte mir etwas auf den Bauch, zuckte kurz weil es wie jeden Morgen etwas kühl war und wusch mir die Hände. Nach dem Rest meiner Morgenroutine lief ich ins Wohnzimmer mit der offenen Küche.
Lloyd brutzelte irgendwas und ich schlich mich leise an.
Ich pikste ihm mit einem Grinsen in die Seite und sein Blick trat meinen. Er schüttelte nur belustigt den Kopf und rührte weiter im Topf.
„Was wird das?"
„Uhm... eigentlich Pfannkuchen aber... ich kann nur raten da ich noch nie welche gemacht habe."
Ich musterte es und zog eine Augenbraue hoch. Zwar ähnelte es schon Pfannkuchenteig, aber...das wirkte trotzdem nicht richtig...
„Naja es heißt PFANNkuchen. Wie wärs mit ner Pfanne?“
Lloyd zögerte und kratzte sich am Hinterkopf. „Uhm.... keine Ahnung, hab keine gefunden also dachte ich ein Topf tut's auch..? Theoretisch ist das doch kein großer Unterschied oder?"
Ich nickte langsam. So ein großer Unterschied war das wirklich nicht oder?
„Vielleicht solltest du nicht als drin rumrühren? Vielleicht muss es...andicken oder so?"
Lloyd schmunzelte. „Ich befürchte der Pfannkuchen wird nichts."
„Andicken...? Uhm... keine Ahnung...sollen wir einfach was anderes machen?"
Ich schmunzelte. „Wird besser sein. Trotzdem danke für den Versuch."
Lloyd lächelte mich weich an und ich wurde nervös bei diesem Blick. Guck mich doch nicht so an...
„Wieso nicht?"
„Du hast das gehört?"
Lloyd sah mich entschuldigend an. „Ja... ich kann es nicht kontrollieren manchmal hör ich einfach Gedanken von dir...du nicht von mir?"
Ich schüttelte langsam den Kopf. „Zumindest hätte ich es nicht wahrgenommen..."
Lloyd schüttete den Teig oder eher die Flüssigkeit ohne klaren Namen ins Waschbecken und wir sahen zu wie es langsam ablief.
Ich schnaubte. „Wenn du den Abfluss verstopft hast petze ich das."
Lloyd schnaubte ebenfalls und grummelte. „Jaja! Natürlich! Immer schön petzen!"
Ich nickte und blinzelte ihn unschuldig an. „Ja...?"
Lloyd schmunzelte und musterte mich. „Was machen wir jetzt?"
Ich seufzte. „Ich kann nicht gut kochen... normalerweise kauf ich mir irgendwas aber...lass einfach Joghurt mit Obst oder so machen."
Lloyd durchstöberte den Schrank und hielt mir Schächtelchen mit Beeren hin. „Geht das?"
„Ja. Setz dich ich kann auch mal was machen."
Lloyd musterte mich sanft. „Du musst mir nichts machen nur, weil ich mal was für dich gemacht habe. Ich brauche keine Gegenleistung."
Ich sah ihn ab und rollte mit den Augen. „Du bist unermüdlich mir zu erklären das du nichts von mir erwartest und mich nur bei dir haben willst hm? Setz dich jetzt bevor ich dich dazu bringe."
Lloyd kicherte und ließ sich auf den Stuhl am Esstisch fallen.
„Ich...bin dankbar das du nicht mehr ganz so panisch bist... ich hab dich vermisst..."
„Die Bindung hat mich vermisst.", grummelte ich und machte die Packungen auf.
Lloyd seufzte. „Die Bindung erschafft nichts. Würde ich dich hassen würde ich das immer noch Noah. Ich mag dich wirklich..."
„Erzähls der Wand.",schnaubte ich ironisch und scholt mich innerlich...ugh... ich wollte ihm glauben, tat es auch etwas....aber anderseits hatte ich Angst dass es weh tut wenn er näher kommt...
Ich entspannte mich nach und nach als ich was zu tun hatte und Lloyd einfach nur da saß ....
Ich fing leise an zu summen, während ich den Jogurt in die Schüsseln verteilte.
„No, your mom don′t get it
And your dad don't get it
Uncle John don′t get it...“
Vorsichtig holte ich das Obst heraus und sang leise weiter:
„And you can't tell grandma
'Cause her heart can′t take it
And she might not make it“
Ich holte langsam Luft...wusch die Beeren gewissenhaft ab.
„They say, "Don′t dare, don't you even go there"
"Cutting off your long hair"
"You do as you′re told"
Tell you, "Wake up, go put on your makeup"
"This is just a phase you're gonna outgrow"“
Ich verteilte sie langsam auf den Schüsseln und holte zwei Löffel hervor.
„There′s something wrong in the village
In the village, oh
They stare in the village
In the village, oh“
(The Village, WRABEL)
Meine Stimme war leise und ich seufzte als ich die Schüsseln auf den Tisch stellte. Lloyd starrte mich an und räusperte sich dann nervös.
Ich hob irritiert eine Augenbraue und er murmelte „D-Du singst schön..."
Ich schnaubte, doch tief in mir war ich unsicher und irgendwie...berührt das er meine Stimme mochte...
„Ess."
Lloyd nickte langsam und begann zu Essen. Doch sein Blick wanderte immer wieder schüchtern...begeistert zu mir...
Mir wurde warm ums Herz und ich lächelte zufrieden. Auch wenn ich das nicht wollte...
Als wir fertig waren räumte Lloyd auf und fing mit dem Abwasch an, während ich mich noch genauer umsah.
Ein Schrank mit Spielen? Meine Augen leuchteten auf. Ich ließ mich davor fallen und zog die Spiele raus.
Uno, Schach, Skip-Bo, Scrabble... Packung für Packung holte ich raus und spürte wie Freude immer größer wurde.
Mein Herz schlug aufgeregt als ich Dobble erkannte. Ja! Vielleicht war es doch nicht so schlecht hier!
Ugh wer sollte den mit mir spielen...das letzte Mal hatte ich vernünftig mit anderen gespielt da war ich um die 14 und auf irgendeiner Schulveranstaltung...das letzte Mal mit meiner Familie...da war ich noch klein, bestimmt schon um die 14-15 Jahre her...
Ich spürte eine warme Hand auf meiner Schulter und ich schmunzelte als Lloyd sich neben mich fallen ließ. „Was sehen wir uns an?"
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen aufgrund seiner Neugier.
„Oh wir haben Brett- und Kartenspielen."
Lloyd sah mich an und lächelte vorsichtig. „Und das macht dich glücklich?"
Ich räusperte mich nervös. Natürlich hatte er meine Emotionen gespürt. Dumme Bindung!
„J-ja schon irgendwie..."
Lloyds Lächeln wurde breiter. „Okay. Wenn du willst können wir auch mal was zusammen spielen, haben ja eh Zeit."
Ich hob ungläubig die Augenbrauen. „Du? Willst mit mir...spielen?"
Lloyd nickte. „Ja wieso nicht?"
Ich ignorierte seine Frage und grinste breit. „Gut mach dich gefasst zu verlieren!"
...
Ich starrte angestrengt auf meine Figuren.
Lloyd kicherte. „Worauf wartest du?"
Ich sah nur kurz hoch und dann zurück zu dem Schachbrett. „Ich überlege."
Ich schob meinen Läufer vorsichtig vor und seufzte. Dumme Idee...?
Ich sah zögernd zu ihm auf und er grinste mich an.
Er schob langsam seinen Turm vor. „Scha-"
„Nein!"
„Wirbelwind du stehst im Scha-"
„Nicht schon wieder!", grummelte ich und sah ihn stur an. „Du mogelst!"
„Wie denn wir sitzen beide davor!",lachte Lloyd.
Ich sah weg, aber musste lächeln. Auch wenn es an meinem Stolz kratzte schon wieder zu verlieren, war es doch Recht amüsant mit ihm.
„Maann...",jammerte ich und legte den König um. „Schon wieder Schachmatt!"
Lloyd schmunzelte. „Jaaa. Ich bin halt zu gut für dich."
Ich schnaubte spöttisch. „Krieg dich wieder ein Mister Ninja."
Dann fing ich an die Figuren wieder aufzustellen. „Revanche. Und wir tauschen Farben."
Lloyd lachte und zwinkerte mich an. „Das wird alles ändern."
„Ja, wird es!"
Er schüttelte nur belustigt den Kopf und stellte seine Figuren auf, dann drehte er das Brett so das wir die Farben getauscht hatten.
Seine grünen Augen musterten mich aufmerksam, aber viel zu glücklich. Und ich selbst war auch mehr als zufrieden mit ihm zu spielen.
Ich bewegte einen meiner Bauern zwei Felder vor und lächelte. „Dieses mal verlierst du."
Lloyd schnaubte. „Bestimmt."
Ich grinste ihn an. „Ja."
Lloyd schüttelte belustigt den Kopf und schob seinen Bauern vor.
Ich legte den Kopf schief und schlug seinen Bauern. „Wieso stellst du den so dahin?"
„Ohh ich wollte sehen ob du schlägst. Sehr interessant."
Ich errötete und grummelte. „Hör auf mich zu analysieren."
„Wieso? Das macht doch alles erst interessant."
Ich seufzte. „Das wird kein gutes Ende nehmen."
Lloyd lachte. „Mit uns? Doch das glaube ich schon. Du passt besser zu mir als du denkst."
Ich nahm den geschlagenen Bauern und warf ihn nach ihm. „Du hast keine Ahnung zu wem ich passe Lloyd.“
„Ohhh das du gewalttätig wirst bestätigt es nur für mich! Du weißt es auch!",kicherte er und ich sah gespielt beleidigt weg.
Lloyd hielt mir sanft seine Hand entgegen. „Komm jetzt sei nicht sauer... ich kann eh spüren das du es nicht wirklich bist."
„Dumme Bindung!",fluchte ich und legte meine Hand in seine. Nur kurz, höchstens ein paar Sekunden, dann zog ich sie wieder zurück. Aber Lloyd starrte mich an als hätte ich ihm einen Schatz geschenkt.
„Starr nicht so. Das ist ja gruselig."
Auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. „Okay."
Und als mein Blick wieder aufs Spielfeld wanderte merkte ich erst wie unkonzentriert ich Figuren geschoben hatte. Und das er gerade meine Dame geschlagen hatte.
„Hey!",jammerte ich und er lachte. Und das gefiel mir mehr als es sollte.
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Ich verlinke euch Mal ein YouTube Video zu dem Lied 'The Village':
https://youtu.be/h_QeY5oIqgE?si
WPgP2IpxD63xtymt
Falls es euch interessiert und ihr es hören wollt XD. Außerdem hab ich dann alles wichtige aufgeschrieben XD.
Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen und freut euch schon auf das nächste Kapitel ; )
Liebe Grüße!
Wolf