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Diese verdammten Feiern!

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Diese verdammten Feiern!

Noahs Sicht

Ich drängte mich vorsichtig mit meinem Tablet mit Getränken durch eine Menge.

Wie ich es doch hasste wenn das Restaurant, in dem ich arbeitete, eine Feier veranstaltete.

Erstens hieß das für mich Überstunden. Zweitens hieß das, das ich mich durch die Menge quetschen konnte, um Getränke an diese reichen und berühmten Menschen zu bringen.

Ich grummelte als ich einen Ausfallschritt zur Seite hin legen musste, um nicht umgerannt zu werden.

Für sie war ich nur ein kleiner Kellner. Nicht ernennenswert. Austauschbar. Schließlich war das keine kleine Restaurantkette.

Eingebildete Schnösel. Verdienten sich den Arsch voll und ich musste mit meinem kleinen Gehalt kämpfen, um überhaupt überleben zu können.

Ich näherte mich einer Gruppe von mehreren Leuten in Anzügen.

„Kann ich Ihnen etwas anbieten?“,fragte ich höflich und musterte sie.

Kamen mir bekannt vor. Aber schwer zu sagen.

Einer der Typen beugte sich zu mir. Seine Augen waren geweitet vom Alkohol und ich roch den Geruch von Sekt.

„Gerne doch. Vor oder nachdem ich mit dir fertig bin?“,fragte er und fing an zu lachen.

Ein Junge in etwa meinem Alter sah ihn an. Genervt. Seine grünen Augen rollten sogar.

Frech. Aber amüsant das anscheinend nicht nur mich dieser Gedankengang verfolgte. Da ich meinen Job allerdings als nicht gerade unwichtig sah, hielt ich mich besser zurück. Er war wahrscheinlich der Sohn von irgendeinem reichen Typen, er konnte es sich leisten.

„So schweigsam~.“,säuselte er. „Aber ich bin sicher ich bekomme dich zum reden. Oder doch eher schreien?“

Der blonde Junge mit den grünen Augen stellte sich neben mich und stieß einen unzufrieden Laut aus. „Lass ihn in Ruhe.“

„Du wagst es so mit mir zu reden?“, knurrte der Mann. „Ich denke ich werde mal Wu davon erzählen, wie du dich benimmst.“

Der Junge sah ihn gleichgültig an. „Mach das, is mir egal.“

Er legte mir eine Hand auf die Schulter und führte mich mit leichten Druck weg.

So bald dieser komische Schnösel außer Sicht war wich ich seiner Hand aus. „Danke aber ich bevorzuge es, nicht angefasst zu werden.“

Der Junge kicherte. „Verstanden. Und gern geschehen. Ich helfe doch immer gerne, sehr freundlich wie sehr du dich bedankst.“

Ich biss die Zähne aufeinander. Erwartete er ernsthaft dafür Dank?

Er hob eine Augenbraue. „Hmm nicht sauer werden. Nur Spaß.“, sagte er und hob beschwichtigend die Hände.

„Wie heißt du?“, fragte er danach.

„Ich bin nur ein Kellner, also unwichtig oder?“

Er schmunzelte. „Habs verstanden. Krieg ich wenigstens noch einen Sekt?“

Ich händigte ihm sein Getränk aus und verschwand wieder schnell in der Menge. Wie sehr ich doch diese Veranstaltungen hasse....

...

Ich hatte meine normalen Klamotten wieder an, eine Baggy Jeans und ein weites T-Shirt, über das ich locker eine dünne Stoffjacke gezogen hatte. Es war ja auch schon April...

Es war schon dunkel und verdammt freute ich mich auf mein Bett...

Ninjago City schlief zu dieser Zeit, kaum Autos fuhren und ich genoss die Stille der Nacht. Morgen früh würde das ganze Treiben wieder anfangen, der Lärm, der Stress.

Ich sah mich in einer Pfütze am Straßenrand an. Ich sah viel anders aus als früher.

Doch ich war stolz auf mich. Ich hatte mit fünfzehn erkannt, dass ich mich nicht wohl in meiner eigenen Haut fühlte, mich fühlte als wäre es falsch.

Und mit siebzehn hatte ich mich endlich komplett als trans geoutet. Auch wenn das hieß, dass meine Familie mich verstoß. Sie verstanden dass nicht, und sie hassten es.

Ich fuhr mir durch die kurzen blonden Haare. Sie waren immer verwuschelt und so mochte ich es auch.  Letztes Jahr hatte ich die letzte Operation hinter mich gebracht, obwohl das der falsche Ausdruck war...

Ich liebte das Ergebnis. Aber...es war schwer gewesen. Vor allem alleine. Das zu bezahlen, alles zu bezahlen...

Ich konnte nach jeder Anpassung mehr aufatmen. Als wäre das das gewesen, was ich gebraucht hatte, wonach ich mich so lange gesehnt hatte. Endlich das Geschlecht körperlich zu haben, welches ich auch besaß.

Vielleicht könnte ich mir ja noch was zu essen machen... Eine Dosensuppe oder so... Hauptsache etwas im Magen, der knurrte nämlich sehr.

Wenn ich doch nur was kaufen könn...

Ich hatte nicht aufgepasst und war in jemanden rein gelaufen.

Ich trat ein paar Schritte zurück und entschuldigte mich leise.

Doch der Mann war sichtlich angetrunken. Und nicht begeistert...

Ich war auch nicht gerade in einer der sichersten Umgebungen Zuhause, aber nur noch um zwei Ecken biegen und dann wäre ich daheim...

Doch der Typ versperrte mir den Weg. Nuschelte irgendwas unverständliches.

„Ich...ich muss da lang, könnten Sie?“

Ich hasste wie meine Stimme brach. Ich sollte nicht so verschreckt sein!

Er holte aus und ich stolperte überrascht nach hinten. Meine Sicht verschwamm und ich merkte wie Tränen mein Gesicht runter rannen.

Wie meine Sicht verschwamm wie der Mann auf einmal jemand ganz anderes war, stand da mit erhobener Hand, bereit mir eine zu verpassen. Und ich war zu schwach... Wie ich es immer war.

Jemand legte vorsichtig einen Arm um mich und ich wurde von einem süßen Duft eingehüllt, leichter Geruch von Erde, Vanille und, so fern man es als Geruch verstehen konnte, Wärme.

„Pschhh er tut dir nichts.“, murmelte eine tiefe Stimme in mein Ohr und ich fing an noch lauter zu schluchzen.

Das war nicht wahr. Eine Lüge, gesponnen von hinten nach vorne. Er würde mich nie in Ruhe lassen, würde mich nie frei sein lassen...

Das war alles nicht echt! Alles fühlte sich so weit weg an, alles so weit...

Und als ich mich wieder erinnerte, übergab ich mich. Ich wurde sanft von hinten gestützt, doch die Person ließ mir genug Platz.

Meine Sicht wurde langsam wieder klarer und ich spürte eine warme Hand die vorsichtig über meinen Rücken strich um mich zu beruhigen.

Ich richtete mich langsam auf und sah den an, der mich anscheinend bei meiner Panikattacke begleitet hatte.

Er...der Junge von der Feier?

Er kicherte. „Schau nicht so verdutzt. Ich habe dich jetzt schon zweimal gerettet, wirklich ein unglaublicher Abend.“

Seine grünen Augen leuchteten im Licht der Straßenlaterne und ich starrte ihn weiter sprachlos an.

„Folgst du mir?“,fragte ich entsetzt.

Er grinste leicht. „Nein. Ich wollte nur von dieser verdammten Party weg, doch mein Kumpel hat die Autoschlüssel und da ich ihn nicht gefunden habe, wollte ich aus der Stadt raus laufen und dann nach Hause gehen.“

Ich schluckte leicht. „I-ich...“

Er lächelte mich sanft an. „Ich weiß wie verwirrend Panikattacken sein können. Soll ich dich nach Hause begleiten?“

„Ne-Nein alles gut, ich... ich lauf selber, es sind nur noch zwei Abbiegungen...“

Er legte seinen Kopf leicht schief, musterte mich eingehend und nickte dann, als hätte er erst überlegt, ob er mir seine Einverständnis gab.

„Gut. Aber falls etwas ist, kannst du mich anrufen.“, murmelte er und hielt mir einen Zettel hin.

Ich war so perplex, dass ich den Zettel sogar nahm. „D-danke.“

„Kein Ding. Sei vorsichtig Wirbelwind.“

Ich nickte und lief zittrig los. Spürte noch lange seinen Blick der mich verfolgte.

Wirbelwind...

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Ich hoffe euch hat das erste Kapitel gefallen <3

Liebe Grüße und einen schönen Abend ^^

Wolf <3