Der Wolf
Der Wolf
Lloyds Sicht
Noah hockte neben mir, während ich den Kühlschrank durchstöberte.
Sein Kopf legte sich auf meine Schulter und er starrte in den Kühlschrank. „Haben wir noch was?"
Ich nickte langsam und schielte zu ihm. Okay... anscheinend war er heute Abend touchy? Ein bisschen zumindest...
Langsam zog ich eine Käsepackung heraus und Noahs Augen leuchteten begeistert auf.
„Warte, ich-", versuchte ich ihn noch zu stoppen, doch er hatte sich die Packung schon geschnappt und aß die Käsescheiben einfach so.
Ich blinzelte ungläubig, dann schüttelte ich den Kopf und hoffte das er merkte das ich aufgab.
„Wirbelwind ich habe dich wirklich gerne. Und deswegen sage ich dir jetzt eins: mach langsam. Ich kann mir vorstellen das du gerade Energie brauchst, aber wenn dir am Ende schlecht ist, haben wir auch nichts gewonnen."
Noah schmunzelte. „Dafür habe ich richtig gute Laune! Vielleicht bin ich bereit die Bindung zu akzeptieren."
Ich lachte und lehnte meinen Kopf kurz gegen den Kühlschrank. „Ich befürchte diese Meinung wirst du noch ein paar Mal überdenken."
Er schob sich eine weitere Scheibe Käse in den Mund und grinste so breit, dass ich kurz meine Sorgen vergaß. Es schien im gut zu gehen.
„Wer weiß."
Es klopfte und ich stand auf. „Du hast Käse, der Rest des Kühlschranks bleibt vorerst ein Vorrat.",schnaubte ich belustigt und ging zur Tür.
Als ich öffnete traten Zen und Narl schnell ein.
Ich stutzte während ich die Tür noch offen hielt. „Okay kommt gerne rein...", flüsterte ich ironisch und schloss die Tür.
„Wo ist er?", fragte Narl und sah überrascht durch die Wohnung.
Ich schnaubte. „Irgendwo hinter der Theke mit seinem Käse."
Wir hörten einen Knall und Noah rieb sich den Kopf als er aufstand. „Aua...das Mistding hat ne Kante."
Zen schmunzelte und sah sich verträumt in der Wohnung um. „Oh ich glaube es wird lustig mit ihm werden."
Narl wunk Noah ins Wohnzimmer und befahl im leise sich zu setzen. Noah ließ sich auf das Sofa fallen und musterte uns drei neugierig.
„Könntest du dein Oberteil ausziehen? Ich würde dich gerne untersuchen."
Damit verschwand sofort die Neugier und Abneigung wuchs in seinem Blick. „Mir geht's gut."
Zen lächelte verträumt. „Alles gut Oruki. Ich und dein Tiger sind hier."
Noah zog eine Augenbraue hoch. „Das beruhigt mich Recht wenig."
„Hey! Ich dachte du gibst der Bindung ne Chance!", grummelte ich beleidigt und Noah schmunzelte. „Ja, Dummkopf. Das heißt aber nicht das ich dir komplett vertrauen kann. Noch nicht..."
Ich ließ mich neben ihn sinken. „Hm. Okay..."
Narl seufzte leise auf. „Ich kann ihn dazu nicht zwingen. Es wäre besser, ist aber nicht lebensnotwendig...dann kann ich allerdings auch nicht viel tun, außer euch Zeit zu lassen. Ich vermute das er sich heute Abend noch oder in der Nacht verwandeln könnte. Wenn das passiert musst du ein bisschen auf ihn aufpassen Lloyd. Aber ihr müsst keine Angst haben."
Ich seufzte und nickte nachdenklich. „Ist okay. Ich passe auf ihn auf."
Narl war schon wieder zur Tür gelaufen, doch Zen schob mir lächelnd eine Tüte zu. „Ich hab euch noch was zu essen mitgebracht Orukis! Ich erinnere mich noch an meine erste Verwandlung, ich hab gar nicht aufgehört."
Damit lief er zu Narl und lächelte uns noch mal an. „Gute Nacht!"
Er winkte uns noch glücklich, doch der Dr. Dr. schob ihn raus und schüttelte nur verständnislos den Kopf.
Dann fiel die Tür wieder in Schloss und Noahs Hunger und gute Laune war auf einmal getrübt von Sorge und Nervosität.
Mein Blick wanderte sofort zu ihm und ich legte den Kopf schief. „Was beschäftigt dich?"
„I-ich...was wenn ich nicht ich bin? Wenn ich dich verletze? Wie mit der Druckwelle?"
„Noah...du bist sehr faszinierend. Das muss man dir lassen."
Er biss sich auf die Lippe und sah weg. „Wie meinst du das?"
„Du hast Angst mich zu verletzen. Aber gleichzeitig hast du auch Angst mich näher zu dir zu lassen. Ich... für mich ist das auch nicht alltäglich. Aber wir machen jetzt daraus das Beste. Okay? Zusammen."
Als er mich immer noch unsicher ansah meinte ich schmunzelnd. „Außerdem als könntest du mich tollen, großzügigen, starken, widerstandsfähigen, bescheidenen, hübschen Ninja verletzen."
Sein Blick wurde empört und ich sah das Schmunzeln das über seine Lippen huschte. „Du? Ich merke wie bescheiden!"
Ich schmunzelte und stand auf. „Wir schaffen das. Ich werde dich schon unter Kontrolle bekommen."
Noah schnaubte und rieb sich die Stirn. „Unter Kontrolle? Versuche ruhig. Du wirst scheitern."
Ich kicherte. „Du hast Kopfschmerzen hm?"
Er nickte nur. Nicht das ich es nicht über die Bindung gefühlt hatte...
Generell war das ganze seltsam. Ihn immer zu spüren...das er da war wie ein zweiter Puls...
„Ich such was...", murmelte ich und lief ins Bad.
Was wenn er Recht hatte? Die Bindung uns nur alles vor spielte? Aber anderseits...er hatte mir auch schon viel vor dem Ritual bedeutet. Davor wollte ich ihn schon kennen lernen.
Vielleicht war die Frage nicht ob die Bindung es uns vorspielte, sondern ob wir das Ganze jetzt einfach nicht mehr ignorieren konnten.
Was wäre wenn wir uns nicht gefunden hätten...? Der Gedanke löste Enttäuschung aus. Ich erwarte nicht das wir uns sofort hundert Prozent verstehen...oder das er irgendwas machen soll... ich...will doch einfach nur eine Chance...
Ich kaute auf meiner Lippe herum und seufzte, während ich weiter die Schränke nach Schmerzmittel durchsuchte.
Vielleicht hätte Wu nichts dagegen? Wenn ich ab und zu Zeit mit ihm verbringen würde? So gesehen sogar müsste. Eigentlich könnte er es mir nicht verweigern immer mal zu Noah zu fahren wenn er in seine Wohnung zurück kehrt oder? Vorausgesetzt Noah möchte das auch...
Draußen setzte ein einstinmiges Heulen ein und ich spürte Noahs steigenden Kopfschmerz.
Oh je jetzt bekam ich auch Kopfschmerzen...ugh die Bindung treibt mich teilweise aber auch in den Wahnsinn.
Ein weiteres Heulen doch was meine Aufmerksamkeit auf sich zog war ein Klirren und Panik die von Noah rüberschwappte. Und damit meine ich echte Panik.
Ich lief schnell aus dem Bad und hörte einen rumms. Verdammt...
„Wirbelwind?"
Ein Jaulen ertönte und ich lief schnell um die Couch. Aufgestelltes schwarzes Fell, graue panische Augen, Krallen die über den Boden kratzten.
Er krabbelte hektisch rückwärts über den Boden und stieß gegen einen Schrank von dem mit einem klirren eine weitere Vase runterfiel und neben der ersten zerschellte.
Er sprang erschrocken zurück vor und stieß gegen meine Beine.
„Hey!", brachte ich heraus und drückte seinen Körper erstmal gegen meine Beine. „Ich bin da Wirbelwind. Beruhig dich!"
Zähne schnappten nach mir und ich zog erschrocken die Hand zurück. Er sprang von mir weg und fletschte die Zähne, doch als er mein erschrockenes Gesicht wahrnahm, duckte er sich unsicher ab.
Ich räusperte mich und kniete mich unsicher hin. „Ich...du bist ein Wolf."
Oh sehr einfallsreich Lloyd, wirklich klasse.
Noahs Blick deutete ich mal als schuldbewusst, weil er nach mir geschnappt hatte.
„Komm her. Ich bin nicht sauer. Ich räume das gleich auf okay? Nichts schlimmes passiert."
Sein Blick wanderte über die Unordnung und seine Rute hing verkrampft und tief. Seine Ohren waren angelegt und seine ganze Haltung angespannt.
„Ist nicht schlimm. Wirklich nicht. Komm her."
Er trat langsam näher, die Schritte ängstlich. Vor mir duckte er sich ab und ich seufzte. „Du musst keine Angst haben. Ich bin weder sauer, noch tue ich dir was. Versprochen."
Seine Ohren wanderten unsicher etwas nach vorne und ich strich einmal vorsichtig über sein Fell. Wieso war das so weich??
Seine Ohren wanderten komplett nach vorne und seine grauen Augen starrten mich ungläubig an.
„Ih, ah Stop!",rief ich erschrocken als er mich um schubste, einmal durch mein Gesicht schlabberte und weg rannte.
Ich wischte mein Gesicht ab und lief langsam los um zu sehen wie ich das Chaos hier aufräumen konnte. Schnell fand ich eine Schaufel mit Kehrbesen und sammelte die Scherben und den Dreck auf, nur um in der Küche zu sehen, wie Noah seinen Wolfkopf tief in der Tüte stecken hatte die Zen mir gegeben hatte.
„Nein, nicht! Noah!"
Er sah hoch, beleckte sich und als ich einen Schritt auf ihn zumachte, schnappte er sich eine Wurst aus der Tüte und rannte ins Wohnzimmer.
Da eine Verfolgungsjagd um die Wurst eh ein verlorenes Spiel war versuchte ich es nicht und räumte die restlichen Lebensmittel weg.
Als ich mich erschöpft auf die Couch sinken ließ, schloss ich langsam die Augen. Ruhe, Frieden und Stil-
RATSCH!
Ich schrak hoch und sah erschrocken zu einem schwarzen Wolf, um den Federn flogen und ein offenes Kissen.
Ungläubig folgte mein Blick einer Feder. „Du hast gerade nicht...das war mein Kissen!"
Noahs wedelte mit der Rute und sah wirklich so aus als wollte er nocheinmal reinbeißen.
„Wags dich nicht!"
Ein schelmischer Blick. Viel zu schelmisch. Noah!
Ein weiterer Biss und alles, alles flog rum.
Dann gähnte dieser Wolf demonstrativ.
Oh mein Gott. Ich stand langsam auf und fing an die Federn einzusammeln. Ich wäre fast fertig, hätte ich da nicht etwas gehört was verdächtig nach der Kühlschranktür klang.
Ich sprintete in die Küche, nur um zu sehen das Noah sich großzügig bediente.
„Nein, Stop..Ich...weißt du was? Fress. Ich halte dich ja doch nicht auf.",jammerte ich und setzte mich auf die Küchentheke.
Nach einer gewissen Mahlzeit, spürte ich eine nasse Schnauze gegen meine Hand stupsen.
Ich sah zu ihm und nahm überrascht die Wurst die er mir hinhielt.
Ich schüttelte sie und es flog etwas Sabber weg. Uhm...okay...?
Als ich wieder aufsah war Noah wieder weg. Nicht schon wieder...
Ich lief los und stolperte fast sofort über einen Wolf der es sich auf dem Boden gemütlich gemacht hatte.
Ich musterte ihn und stubste leicht gegen seine Schnauze. Nicht mal eine Regung. Wow...
Seine Flanken hoben sich regelmäßig, dementsprechend keine Panik. Huh. Anscheinend war er in einen komaähnlichen Schlaf gefallen.
Ich hob den Wolf hoch und ächzte. „Verdammt....in deinem Dornröschenschlaf gemischt mit Wolfform bist du echt schwer..."
Ich legte ihn vorsichtig ins Bett und ließ mich selbst einfach auf die Matratze fallen. Ughh ich kann nicht mehr...
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Hiii,
Wollte heute trotzdem noch ein Kapitel rausbringen, ich hoffe es gefällt euch!
Liebe Grüße!
Wolf