LNCrawler

Von Lloyds Grauzonen und Noahs Unsicherheiten...

Moonlight Soul — www.fanfiktion.de · All chapters

Von Lloyds Grauzonen und Noahs Unsicherheiten...

Noahs Sicht

Ich schloss zögernd meine Wohnung auf und Lloyd trat hinter mir ein.

„Schön.“, schmunzelte Lloyd.

„Ich...verstehe das alles nicht so ganz Lloyd. Du hast mir immer noch nicht meine Fragen beantwortet und...wieso...was...“

Lloyd sah mich warm an. „Noah umso mehr Zeit wir mit Reden verbringen, umso schlechter. Pack dein Zeug, du ziehst vorerst zu uns.“

„Aber...wieso? Du... ich... meine Arbeit, meine Wohnung... Ich bin doch sicher hier.“

Lloyd musterte mich spöttisch, seine Augen glänzten im Licht der viel zu grellen Lampe.

„Du denkst, du wärst sicher? Ruf mich gerne an wenn sie dich in die Luft gesprengt haben.“,spottete er.

„Ich...versteh doch auch mal wie crazy das ist! Auf einmal taucht ihr auf, Leute wollen mich entführen, ich soll irgendwo hin...“

Lloyd musterte mich besorgt. „Ich versichere dir, wir wollen dir nichts böses. Es ist viel, ja, aber du musst uns vertrauen, in Ordnung?“

Dann ging sein Blick Richtung Boden. „Hat Mark dir irgendwas erzählt? Ich...was auch immer er wieder erzählt hat, es ist nicht wahr.“

„Ähm er meinte irgendwas von du erpresst ihn? Und er hat dich irgendwie beleidigt... ich hab's nicht ganz verstanden, aber ist ja auch nicht mein Streit... Aber ja, es hat mich etwas verunsichert, weil er ein komplett anderes Bild gemalt hat, als das was ich von dir hatte. Wie du bei... meiner Panikattacke und so...warst.“, murmelte ich leise.

„Ich... Sagen wir so unsere Beziehung war kompliziert. Ich gebe zu, vielleicht waren manche Sachen von mir auch nicht sehr einfühlsam, aber ich war glücklich als das beendet war. Und ja...es ist eine Art...Deal.“

„Deal?“

„Das ist nicht wirklich wichtig Noah.“

„Komm schon.“,spottete ich. „Wir machen einen Deal. Ich packe meine Sachen und du erzählst es mir aus deiner Sicht. Dann fällt es mir leichter mit mein eigenes Bild zu machen.“

„Und wenn ich nein sage?“, fragte er mich leise, kam mir sehr nahe. Sein Geruch umfing mich, Vanille, leichter Erdgeruch...

„Ich uuhmm... Dann sage ich auch nein?“, versuchte ich es möglichst locker ab zu tun.

Und ich scheiterte. Verdammt...

„Na dann, zu deinem Schutz ja, aber, ganz wichtig, das bleibt unter uns.“

„Na dann.“,meinte ich lächelnd und ging in mein Zimmer um anzufangen zu packen. Ich kniete mich gerade hin und holte eine Tasche hervor, als es leicht knarzte.

Lloyd stand im Türrahmen und beobachtete mich aufmerksam. „Erwarte nicht das uns das vertraut macht Wirbelwind. Das ist nur der leichteste Weg dich in Bewegung zu bringen.“

Ich kicherte und packte weiter. „Wie könnte ich nur. Hey sehs positiv wenn ich halt bei euch wohnen muss um nicht gekillt, entführt, oder in die Luft gejagt zu werden, bin ich immer froh wenn ich irgendwas weiß.“

War das alles die richtige Entscheidung? Was wenn...? Was wenn ich es bereuen würde? Ich kannte ihn, generell die Ninja nicht. Seit wann vertraute ich Fremden?

Lloyd trat unsicher von einem Fuß auf den anderen und ich konnte ein leichtes Schmunzeln nicht unterdrücken. Machte ihn das so nervös? Wenn wir versucht werden in die Luft zu sprengen bleibt er ruhig, aber wenn er was von sich erzählen soll, wird er hibbelig?

Ich wusste ehrlich nicht, wieso ich diesen Deal vorgeschlagen hatte. Aber.... irgendwie wollte ich seine Variante hören. Wollte generell etwas von ihm hören. Ihn... kennen lernen...

Noah! Was war denn um Himmels Willen mit mir los? Eigentlich sollte ich mich sträuben, aber irgendwas an Lloyd gab mir das Gefühl, bei ihm wäre ich sicher...

Lloyd seufzte ergeben auf, als hätte er sich innerlich endlich überredet. „Mark und ich waren ein Paar vor...circa vier Jahren. Ich war sechzehn, noch dümmer als jetzt und naiv. Es war...eine komplizierte Beziehung. Er hat entschieden, er wurde eifersüchtig, wenn ich mich mit Freunden traf... Und er hat...uhm er hat mich manchmal geschlagen. Vor allem wenn er sauer war... Ich habe gemacht was er wollte und wenn ich mich doch mal gesträubt habe, dann hat er mich so lange gedrängt, bis ich es doch gemacht habe, wenn du verstehst was ich meine. Und ja... Die anderen haben es irgendwann bemerkt und mir geholfen da raus zu kommen. Naja das ist meine Erpressung. Er hat mich so oft betrogen und ich hatte noch Bilder von den Chats... Joaaa da dachte ich mir, wieso nicht, besser es kommt nie raus, weil er sein Familiegeschäft nicht kaputt machen will, als moralisch gut zu bleiben.“

„Das ist krass...“, murmelte ich und sah ihn mitleidig an. „Darf ich fragen, wieso bist du nicht früher gegangen?“

„Ich war naiv und hab mich wenigstens nach einer Person gesehnt die mich liebt.“

Ich blinzelte langsam. Überraschend ehrlich, aber das gefiel mir. Er redete nicht lange drum herum.

„Du bist moralisch gut Lloyd. Und ich kann ihn jetzt noch weniger leiden als eh schon.“

„Was hat er bei dir gemacht?“,fragte er neugierig und kniete sich auf einmal neben mich.

Ich grinste spöttisch. „Ich war auf einmal "die kleine Freundin" von den anderen.“

Lloyd stockte überrascht. „Ähm...Bist du ein Trans Mann?“

„Ja..“,meinte ich, wurde rot, bereute es sofort, das gesagt zu haben. Alter was dachte er jetzt? Wäre ich für ihn jetzt auch nur noch "ein kleines Mädchen"?

„Ha.“, schmunzelte Lloyd. „Sorry wollte nicht komisch rüber kommen. Ich hätte es nicht sagen können.“

Er lächelte mich sanft an. „Also ähm du verstehst wie ich es meine. Für mich bist du ein Mann, und das wärst du egal ob du geschlechtsanpassende Operationen hinter dir hättest oder nicht. Nur manchmal muss man mir Dummkopf das sagen.“,kicherte er.

Mein Blick huschte überrascht zu ihm. Er...sah mich? Also mein wirkliches selbst? Und er wollte mich nicht auf das reduzieren, was ich vor den Operationen war?

Dann wurde sein Ausdruck ernst. „Aber...sagen deine Freunde nichts dazu? Du bist ja ein Mann und dann wäre ich als Kumpel schon steil gegangen wenn jemand so meinen Freund absichtlich misgendert.“

„Mein einer Kumpel behauptet ich wäre eine Lesbe wenn ich was mit einer Frau hätte!“,meinte ich verzweifelt und gestikulierte wild.

Lloyd schüttelte den Kopf. „Wie dumm manche Menschen sind. Du bist bei uns relativ sicher, wir Ninja sind eigentlich total offen, außer manchmal kommt einer auf die Idee ne etwas dumm formulierte Frage zu stellen, aber meistens ist es nicht böse gemeint.“

„Ähm kein Ding damit lebe ich schon lange.“,kicherte ich. „Und...keiner von euch wird mich irgendwie... keine Ahnung falsch gendern oder so? Absichtlich?“

Lloyd schüttelte den Kopf. „Wir nicht. Vielleicht musst du vor unserem alten Meister etwas in Deckung gehen, aber er provoziert normalerweise nicht. Es interessiert ihn halt nicht.“,brummte Lloyd.

Ich grinste. „Das werde ich überleben.“

Oben fing es wieder an zu schreien. „Huh, sie verspäten sich heute um eine Stunde...“, murmelte ich überrascht.

„Ist das jeden Abend so?“,fragte Lloyd entsetzt.

Ich nickte und packte die letzten Kleidungsstücke ein. Dann schnappte ich mir Schmuck und alles wichtige aus dem Bad.

Wieso vertraute ich ihm? Wieso...? Wieso fühlte es sich sicher an? Vielleicht spielte mir mein Verstand aber auch nur einen Streich, ließ mich verrückt und naiv werden, nur weil er etwas nett war...

Ich hörte den Mann irgendwas brüllen und Lloyd rief genervt hoch: „Wirds gehen oder muss ich hoch kommen?“

„Hat die Schlampe jetzt einen Freund oder was?“,spottete der Mann von oben.

Lloyd knurrte. „So jetzt reicht's.“

Er lief an mir vorbei. „Bin gleich wieder da. Sag mal gendert dich jeder absichtlich falsch? Wie dumm sind die denn alle?“

Ich sah ihm irritiert nach wie er aus meinem Apartment sprintete. Ich verstehe. Wenn gereizt, besser nicht weiter reizen.

Ich schmunzelte und verpackte meine Gitarre in ihrer Tragetasche.

Oben hörte das Geschrei schnell auf und ich hörte kurz Lloyds Stimme von oben dröhen.

Hell nah hatte er eine schöne Stimme... Ahh Noah!

Ich selbst hatte meine Stimme runtertrainiert. Sie war auf jeden Fall auf einer maskulinen Tonhöhe und ich war auch zufrieden, aber ich übte immer noch mal weiter, versuchte auch in anstrengenden Situationen tief zu bleiben.

Nach Jahren Training funktionierte das echt gut, jedoch liebte ich es immer weiter zu trainieren.

Lloyd kam wieder runter, sichtlich entspannter. „So ich bin wieder da, können wir?“

Ich nickte zögernd. „Was ist mit meiner Arbeit? Und dem Apartment?“

Lloyd lächelte mich sanft an. „Am besten du kündigst erstmal. Und die Kosten deines Apartments übernimmt unser Meister, vor allem so lange du bei uns bist.“

„Ich...das kann ich nicht...“

„Doch. Wir kümmern uns so lange um dich Noah. Es ist okay.“

War es das? Ich würde alles weg geben, alles was mir Sicherheit gab...

Lloyds Blick suchte meinen. „Ich weiß es ist schwer. Wir fordern viel, dass ist mir klar, aber wir wollen dich beschützen. Und wir werden dich auch nach der Gefahr so lange unterstützen, bis du wieder alleine über die Runden kommst, in Ordnung? Vertrau mir.“

Ich nickte zögernd und wir liefen raus. Hoffentlich würde ich das nicht bereuen... Kaum waren wir raus getreten fuhr ein großes rotes Auto vor.

Lloyd öffnte mir die Hintertür und ich stieg zögernd mit meinem Zeug ein. Danach schloss Lloyd die Tür und stieg ebenfalls hinten ein.

Vorne saßen zwei Jungen.

Lloyd lächelte leicht. „Noah unser wunderbarer Fahrer ist Kai und sein Beifahrer Jay.“

Jay sah aufgeregt nach hinten. „So schön dich endlich kennenzulernen! Das wird richtig spannend, zum Glück konnten wir dich abfangen, bevor das Ru...“

Kai stieß Jay in die Seite und musterte mich abschätzend.

Wollte Jay Rudel sagen?

Sofort kreisten meine Gedanken zurück zu dem Paket. Zu der geheimnisvollen Maske und dem komischen Zettel... Zu dem verschwundenen...

Lloyd schien mein Unwohlsein zu bemerken, doch anscheinend schob er es auf Jays Aufdringlichkeit.

Er lächelte sanft. „Jay, es reicht. Redeverbot.“

Kai fing an zu lachen und fuhr meiner Meinung nach viel zu ruckartig los.

Denk nicht nach Noah, denk nicht nach... Erinner dich nicht, es...

Ich fing an zu zittern und meine Sicht verschwamm leicht.

Doch alles wurde von einer warmen Hand auf meinem Bein sofort verdrängt.

Lloyd...hatte er gemerkt das ich vielleicht gleich wieder eine Panikattacke bekommen hätte?

Er zog sie vorsichtig zurück als mein Herz langsam wieder normal schlug. Shit, hatte ich schon Herzrasen gehabt?

Jay und Kai stritten sich lauthals was sie für Musik hören wollten und Lloyd mischte sich mit einem Grummeln ein. „Entscheidet besser schnell, sonst hören wir meine Playlist!“

Jay grummelte. „Alles nur nicht das!“

„Was hast du gegen meine Musik?“,spottete Lloyd.

„Der Sänger singt "bite me, bite me, let me be your victim"! Ist das nicht Grund genug?“

Lloyd kicherte und ich hob überrascht den Kopf. Wieso...

Ich tippte Lloyd zögernd an und hielt ihn mein Handy hin.

Lloyd sah zögernd nach und fing an zu lachen. Dann nickte er.

Ich grinste. Wer hätte das gedacht? Ich und der grüne Ninja hörten den gleichen leider eher unbekannten Sänger.

„Was gibt's da so witziges?“,fragte Kai genervt.

„Nichts, nichts.“,brummte Lloyd. Jay machte das Radio an und wir hörten uns mit einem leichten Grinsen irgendwas an.

Kai bremste aprubt ab. „Wir sind da. Einmal bitte aussteigen.“

Ich kletterte unbeholfen aus dem Auto.

Lloyd war sofort wieder an meiner Seite. „Die zwei müssen noch was erledigen, ich zeige dir dein Zimmer, dann kannst du dich schon mal etwas einrichten.“

Ich nickte und folgte ihm. Er brachte mich in ein Zimmer und ich brummte unsicher. „Wann...kann ich wieder heim?“

Lloyd musterte mich. „Das kann ich dir noch nicht sagen... Ähm da hinten ist die Küche, du darfst dir einfach was nehmen. Da ist das große Bad, aber du hast auch ein kleines an deinem Zimmer dran. Und dahinten ist mein Zimmer, falls du noch etwas brauchst.“

Ich nickte zögernd. In Ordnung.

Er verschwand und ich fing an mich einzuräumen. Hunger hatte ich nicht...

Ich seufzte tief. Es dauerte nicht lange bis ich ihm Bett lag, an Schlaf war jedoch nicht zu denken.

Ich sah zögernd auf mein Handy.

23:00 Uhr.

Wieso war ich hier? Was wollten diese Typen von mir?

23:02 Uhr.

War ich irgendein wichtiges Ziel? Aber...was wussten die Ninja?

23:06 Uhr.

Und diese Maske...irgendwas war mit diesem Rudel....

23:11 Uhr

Arrgg. Ich konnte nicht schlafen. Wieso das alles? Ich wollte mein normales Leben weiter führen! Ich sehnte mich danach jetzt auf meinem Bett zu sitzen und Wochenplanung mit Geld zu halten. Wär hätte gedacht das mich das mal erden würde?

23:14 Uhr.

Ich seufzte und stand auf. Es bringt nichts. Was konnte ich tun? Und so verbrachte ich den Abend mit einem Workout und anscheinend war ich während einem Sit-up eingeschlafen.

--------------------------------------------------------------

Hiii

Schon mal vielen Dank an Blunck und Sunset Wolf für eure Reviews, vielen vielen Dank ich habe mich mega gefreut <3

Liebe Grüße

Wolf