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Gespräche

Moonlight Soul — www.fanfiktion.de · All chapters

Gespräche

Noahs Sicht

Als ich am nächsten Tag auf wachte, fühlte ich mich nicht erholt. Und verdammt hatte ich Rückenschmerzen... Das kommt davon wenn man auf dem Boden wegnickt.

Ich lief in das kleine Bad und zog mich erstmal aus. Nach der Nacht war duschen echt verlockend.

Nach der Dusche zog ich mir etwas lockeres an und beschloss erstmal Zähne zu putzen. Die Haare waren noch leicht feucht als ich sie kämmte, aber ich würde schon nicht krank werden. So kalt war es ja auch nicht!

Hoffentlich würde es nicht zu peinlich werden wenn ich in die Küche ging. Shit, wahrscheinlich würde ich mitten ins Frühstück platzen...

Da Wochenende war, musste ich erst gar nicht versuchen mit meinem Chef zu reden. Ich wollte nicht kündigen...

War es ein schlechtes Umfeld? Ja. Bezahlten sie mich schlecht? Ja. Aber ich konnte mich mit dem Job über Wasser halten, war halbwegs sicher.

Was wenn ich jetzt kündigte? Die ganze Sicherheit wäre weg... Und was wenn mein Vater...? Nein! Denk da nicht drüber nach Noah!

Ich verdrängte die lauter pipendenden Maschinen, diesen Krankenhausgeruch der sich in meiner Nase breit machte.

Ich war hier. Zwar bei komplett Unbekannten, aber mein Vater war nicht hier. Keiner aus meiner Familie. Und ich war nicht im Krankenhaus. Ich war hier.

Ich ließ langsam meine Hände locker, die ich unbewusst zu Fäusten geballt hatte.

Ab zum Frühstück. Vielleicht wäre es peinlich, aber mein Hungergefühl gewann eindeutig gegen die Scham.

Ich schlich aus meinem Zimmer, ging langsam in die Küche, nur um sie komplett leer vor zu finden.

„Wo...?“, murmelte ich, als etwas in mich prallte. Oder eher jemand.

Ich stolperte doch er hielt mich fest.

Ich musterte überrascht den um die 1,90 großen Mann, der mich verschlafen an sah.

„Sorry hab dich nicht gesehen.“,brummte er und ich zuckte überrascht zusammen.

„Alles gut...“

„Ich bin Cole, du bist, nehme ich an, Noah?“

Ich nickte leicht, verunsichert aufgrund des Größenunterschiedes.

„Schön dich kennen zu lernen. Ich bin glücklich das Lloyd wenigstens die Mission hin bekommen hat...“, brummte er schlecht gelaunt.

Mission? War ich nur das? Eine Mission?

Lloyd trat ein, er wirkte verschwitzt und er sah Cole mit einem genervten Blick an. „Auch mal aufgestanden?“

„Ich habe im Gegensatz zu dir einen Grund spät auf zu stehen.“,knurrte Cole und seine Laune schien sich als weiter zu verschlechtern.

Ich trat zögerlich einen Schritt zurück, nur um gegen Lloyd zu stoßen der sich uns anscheinend lautlos genähert hatte.

„Du solltest dich beeilen wenn du Kai nicht begegnen willst. Er hat heute noch schlechtere Laune als sonst und wenn du wieder Streit suchst, wird er gar nicht erfreut sein.“,brummte Lloyd.

Cole musterte ihn, schnappte sich einen Apfel aus der Obstschale und verschwand.

Lloyd sah ihm nach ehe er mir einen Blick widmete. „Hast du schon gegessen?“,fragte er sanft und ich war ehrlich gesagt überrascht über den schnellen Wechsel.

„N-nein noch nicht...ich ähm hab mich erst mit Cole unterhalten...“

„Setz dich.“,meinte er und schob mir einen Stuhl heraus. „Was möchtest du?“

„Ich kann mir auch sel...“

Lloyd kicherte und sah von der Küchentheke, vor der er stand, nach hinten zu mir. „Akzeptiere bitte einfach das ich dir einen Gefallen tun möchte. Möchtest du Rührei?“

Ich nickte zögernd. Es war lange her das mir jemand was zu essen gemacht hatte. Und es machte mich auch nervös, ich war ruhiger wenn ich etwas selbst erledigte.

Nach ein paar Minuten stellte er einen Teller vor mich und ich sah überrascht auf. „Danke...“

„Kein Ding.“

Er blieb unschlüssig stehen und fragte etwas leiser:„Kann ich mich zu dir setzen oder möchtest du lieber alleine seien?“

„Setz dich ruhig.“

Fuck. War mein Kopf mittlerweile so langsam? Ich mochte es doch alleine zu sein! Wahrscheinlich hat es sich mein Unterbewusstsein nicht so getraut, schließlich bin ich nur ein Gast... Auch wenn ich irgendwie mir wünschte er würde sich zu mir setzen...er strahlte so eine Sicherheit aus.

„Hast du Streit mit Cole?“,fragte ich und hoffte das ich möglichst locker rüberkam.

„Bisschen. Letzte Mission war... schlecht. Also bevor wir dich geholt haben. Ich war etwas...abgelenkt und habe es falsch eingeschätzt. Cole war nicht begeistert und Kai war nicht erfreut als Cole mich angeschrien hat.“

„Verstehe... aber jeder macht mal Fehler, nicht? Und meine Mission? War das nur ne...normale Mission?“,fragte ich und versuchte es möglichst beiläufig klingen zu lassen.

„Das war keine normale Mission Wirbelwind. Hier ging es aktiv um Schutz, um deinen Schutz. Das ist wichtig.“, antwortete Lloyd ruhig.

Mein Herz tat einen leichten Sprung. Ich war wichtig?

„Ähm...du kannst ruhig essen.“,meinte Lloyd und fing leise an zu kichern.

„Sorry manchmal ähm bin ich etwas neben der Spur...“

„Kein Problem. Ich würde dir alles noch etwas genauer zeigen, wenn du fertig mit deiner Morgenroutine bist.“

„Ich ess schnell, dann bin ich fertig.“, murmelte ich und fing an zu essen.

Lloyd musterte mich einen Moment dann stand er geräuschvoll auf. Ich zuckte überrascht zusammen und sah ihn erschrocken an. Wieso sprang er so auf?

Er sah mich überrascht an und...besorgt? Ich musste mich irren. Wieso sollte sich jemand Fremdes um mich sorgen?

„Ich wollte dich nicht erschrecken, entschuldige. Ich geh mich nur schnell duschen.“

Ich nickte hektisch, versuchte mein Verhalten von eben zu überspielen. „M-mach das. Ich beeile mich.“

Lloyd stand schon in der Tür, doch er drehte sich noch einmal um. „Musst du nicht, es sei denn du willst verzweifelt warten bis ich meinen Hintern aus der Dusche bewegt habe.“, murmelte er schmunzelnd.

Damit verschwand er im Gang. Ich seufzte. Verdammt. Hoffentlich bewegten die sich nicht immer so hektisch, das stresste mich. Erinnerte mich...

Nachdem ich das Frühstück beendet hatte, stellte ich den Teller schnell in die Spülmaschine, die ich vielleicht oder vielleicht auch nicht fünf Minuten lang gesucht hatte.

Würde Lloyd mich hier holen, oder sollte ich zu ihm gehen...?

Ich stand unschlüssig im Raum als...oh verdammt wie hieß er? Er hatte gestern den Wagen gefahren...

„Morgen..?“,fragte ich zögernd.

Seine braunen Augen musterten mich abschätzig. „Morgen.“

Sein Blick wanderte in der Küche umher und dann zurück zu mir. „Kann man dir helfen oder blockierst du gerne Räume?“

Ich schluckte und trat unsicher einen Schritt zurück. „Ich...war mir nur gerade unschlüssig ob ich zu Lloyd gehen soll oder ob er mich holt... Er wollte mir nochmal die Wohnung zeigen...“

Er schnaubte spöttisch. „Aha. Erstens Lloyd macht sich wahrscheinlich gerade fertig. Zweitens lass ihn in Ruhe.“

„W-was?“,kam es überrascht von mir. Konnte ich nicht auch mal so selbstbewusst sein?

„Du sollst ihn in Ruhe lassen. Das du mit Mark abhängst sagt alles. Außerdem gehört er mir.“

„Ich mag Mark auch nicht und ich wäre gar nicht hier, hätte Lloyd mich nicht einfach mitgenommen. Glaub mir, ich will das genauso wenig wie du.“

„Na dann verstehen wir uns ja. Du bist nur hier bis die Mission endet und danach bin ich froh wenn du wieder verschwindest.“,brummte er und sah auf die Zeitung die auf dem Tisch lag.

Lloyd trat ein. Er sah überrascht zwischen uns hin und her und lächelte zögernd. „Kommst du Noah?“

Ich nickte und folgte ihm schnell in den Gang. Wie auch immer der andere hieß, ich hatte keine Lust ihm oft zu begegnen.

„War Kai nett?“,fragte Lloyd zögernd.

Richtig, Kai war sein Name...

Was soll man denn da sagen? Nein er hat mir gedroht und er kann mich nicht leiden?

„Ja war ganz okay, wir haben nicht groß gesprochen.“

Lloyd sah mich unsicher an, so als würde er mir nicht wirklich trauen, das ich die Wahrheit sprach.

Ich starrte stur gerade aus und hoffte er würde es irgendwie lassen mich mit sowas auszuhorchen. Ich war hier nicht zum Spaß und ich konnte es kaum abwarten, wieder alleine in meine Wohnung zu ziehen.

„Okay... Wenn dich etwas belasten sollte, kannst du auf jeden Fall immer mit mir drüber reden.“

Ich nickte. Jaaa... nein. Würde ich nicht. Ich machte es mit mir selbst aus, denn man konnte nur sicher sein das etwas verstanden wurde, wenn man es mit sich selbst ausmachte.

Lloyds Augen lagen immer noch auf mir und ich spürte ich das Unbehagen in mir wuchs. Wieso sah er mich so an?

Er seufzte auf und wand den Blick ab. „Später muss ich mit Nya und Cole zu einem Fotoshooting, du kannst hier bei den anderen bleiben oder mit uns kommen.“

Ich dachte an Kai zurück. Ich glaube dann wäre ich hier nicht wirklich....sicher.

„I-ich kann mit kommen.“

„Wie du möchtest.“, meinte Lloyd und versuchte offensichtlich die Stimmung wieder etwas zu lockern.

Nachdem er mir alles noch genauer gezeigt hatte, standen wir beide etwas ratlos in der Küche.

Er räusperte sich. „Also...ich denke du willst erstmal wieder deine Ruhe? Aber wenn du willst können wir auch reden.“,sagte er leicht unsicher.

Warum war er so? Das machte mich noch nervöser, als ich eh schon war.

Ich räusperte mich ebenfalls. Ich wollte Informationen, aber irgendwie auch meine Ruhe...

Infos waren wichtiger. Wenn man Informationen hatte, konnte man besser planen und Lagen einschätzen.

„Ich würde eigentlich gerne wissen, weshalb ich jetzt genau hier bin.“

Lloyd seufzte und lehnte sich gegen die Wand. „Wäre...es für dich in Ordnung, wenn wir das Gespräch in meinem Zimmer führen?“

Ich nickte und folgte ihm als er los lief.

Er öffnete mir die Tür und hielt sanft Abstand, um mir genug Platz zu lassen... Woher... wieso...

Ich trat ein und scannte den Raum. Ein Fenster, ein Bett, nicht wirklich chaotisch, aber auch nicht perfekt aufgeräumt...

Eine weitere Tür, als die durch die ich kam, war hier. Als ich unauffällig hin sah, merkte ich, dass ein Bad dahinter lag. Gut das er sie auf ließ, das machte es mir eindeutig einfacher.

Die Tür ging geräuschvoll zu und ich machte einen erschrocken Schritt nach vorne. Shit...Noah konzentrier dich doch wie sonst auch!

Lloyd trat neben mich und deutete sanft auf sein Bett.

Ich ließ mich am unteren Ende nieder, bereit jederzeit wieder aufzustehen.

Lloyd musterte mein Verhalten überrascht, aber forderte mich nicht auf es zu ändern. Interessant...

Er hielt Abstand und setzte sich ein Stück entfernt auf sein Bett. Hielt er bewusst wegen meinen Reaktionen Abstand? Quatsch, wen würde es jucken, was ich tat. Geschweige denn darauf reagieren.

„Also uhmm was genau willst du wissen? Ich sag schon vorab, ich kann nicht alles beantworten.“

„Du kannst nicht oder du darfst nicht?“,spottete ich.

„Beides also?“

„Warum...musste ich alles aufgeben? Warum muss ich unbedingt bei euch sein? Und was wollen die von mir?“,fragte ich, musterte Lloyd intensiv und betete auf Antworten, die das Chaos in meinem Kopf etwas klären würden.

„Okay ähm also. Sie wollen dich, weil du eine Kraft in dir trägst. Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, was dieses Rudel ist oder welche genauen Absichten sie haben, aber sie scheinen nicht die Besten zu sein, wenn sie versuchen uns in die Luft zu sprengen. Und du bist bei uns sicherer, wir haben alle Kampferfahrung und Interesse daran, dich nicht in ihre Hände fallen zu lassen. Es würde alles viel komplizierter machen, würdest du weiterhin in deiner Wohnung leben und arbeiten gehen.“

Ich zögerte. Kraft? Welche Kraft? Ich war ein langweiliger Kellner dessen Alltag aus Berechnen wie man über den Monat kommt und Dosenessen warm machen, da ich nicht gut kochen konnte, bestand. Was für eine Kraft?

Lloyd schien meine Unsicherheit zu bemerken. „Ich weiß es ist viel, wir verlangen eine Menge und du musst dich... anpassen. Ich verstehe, dass es nicht leicht ist. Aber...am besten ist es wenn du dich darauf einlässt. Umso mehr man gegen eine Situation kämpft, umso weniger erkennt man Lösungen.“

Ich schnaubte spöttisch und musterte ihn. „Ich hatte kein Problem, bevor ihr plötzlich aufgetaucht seid. Oder eher du.“

Lloyds Blick wurde... distanzierter. „Wäre ich nicht eingeschritten, wärst du entführt. Oder sogar verletzt. Hätte ich dich nicht beobachtet, hättest du eindeutig das größere Problem gehabt.“

Ich musterte ihn. Er wirkte nicht mehr sehr offen... Wahrscheinlich hatte ich es gerade mit dem einzigen verbockt, der mich anscheinend halbwegs leiden konnte. Toll gemacht Noah. Wirklich. Pure Glanzleistung.

Und irgendwie...versetzte es mir einen Stich, diese Kälte die in seinen Blick gewandert war...

„I-ich... ich denke ich muss mich erst damit zurecht finden...“

Lloyd nickte, sein Blick war wieder etwas wärmer aber die Zuneigung, die ich vorhin noch gesehen habe, schien nicht wirklich ihren Weg zurück gefunden zu haben.

Wieso interessierte mich das überhaupt? Und wieso...fühlte er sich sicher an...? Sicherer als ich mich bei anderen gefühlt hatte...

„Ich sag dir früh genug Bescheid, bevor wir gehen. Du kannst jetzt machen, was du möchtest.“

Ich stand zögerlich auf und nickte leicht. Shit. Er wirkte...etwas angefressen. Konnte ich nie meine dumme Klappe halten?

Ich trat aus dem Zimmer und sah mich nur noch einmal kurz um. „Uhm...danke. Du hast mich echt gerettet und ähm ich hatte mich nicht so wirklich bedankt...“

Lloyd hob den Kopf und seinen Gesichtsausdruck konnte ich zwar nicht deuten, aber es wirkte wieder...freudiger. „Kein Ding Wirbelwind.“

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Heyyy

Ich hoffe ihr habt einen schönen Tag und es freut euch ein neues Kapitel zu lesen

Liebe Grüße

Wolf <3