Auf zum Fotoshooting!
Auf zum Fotoshooting!
Noahs Sicht
Ich lief unsicher in meinem Zimmer auf und ab. Es waren schon mehrere Stunden vergangen und ich wurde immer nervöser.
Was würde auf diesem Foto...Ding da passieren? Mit Nya und Cole...Cole schien ja ganz in Ordnung auch wenn er mich einschüchterte, aber Nya kannte ich noch nicht...
Fuck. Wieso... wieso wollte ich nicht alleine sein? Ich...das muss an der Situation liegen. Mein Nervensystem ist überfordert. Das ist alles.
Ich sah unschlüssig zu der Tür. Sollte ich...?
Ich seufzte und trat auf den Flur. Ich lief unsicher zu Lloyds Tür. Wieso befürchtete ich sie wären schon weg? Das sie mich doch nicht mitnehmen wollten?
Shit Noah reiß dich zusammen!
Ich trat vorsichtig ein, nur um einen leeren Raum vorzufinden. Naja. Lloyds Handy lag achtlos aufs Bett geworfen und wenn ich mich nicht irrte, lag sein Hoodie daneben. Wahrscheinlich, war schließlich sein Zimmer.
Im Bad war Licht und ich trat vorsichtig näher, nur um erschrocken zurück zu weichen.
Lloyd...shit...
Ich hörte ein Kichern. „Hallo Noah. Wie kann man dir helfen?“
„I-ich... ich weiß es nicht so genau.“, murmelte ich.
Lloyd schmunzelte. „Du wolltest nicht alleine sein? Kann das sein?“
Ich trat vorsichtig näher. Seine grünen Augen musterten mich aufmerksam und ich schluckte. Guck nur nicht auf seinen Oberkörper Noah...
„I-ich... vielleicht...“
Lloyd seufzte. „Sag mal, du bist echt schlecht darin, dir Sachen einzugestehen, oder? Es ist okay, dass du nicht alleine sein wolltest und es ist auch okay wenn du nicht erklären kannst, warum du zu mir kommst. Mich störst du kein bisschen.“
Ich schluckte. Nicht? Nicht nachdem was ich heute morgen gesagt hatte? Nicht...nach meiner Art?
Ich zögerte. „Was machst du?“
Lloyd schmunzelte und sah in den Spiegel. „Ich decke meine Narben ab. Es kommt nicht wirklich gut bei der Presse und schon gar nicht bei Fans.“
Ich legte überrascht den Kopf zur Seite. „Das...ist irgendwie dumm. Also nicht du! Sondern...was ist das für eine Logik? Wieso stören Narben.“
„Die Presse hat dazu eine klare Meinung: Sie sind hässlich und lassen den Körper "unperfekt" wirken.“
Ich schüttelte den Kopf. „Das ist Quatsch. Du bist nicht hässlicher durch Narben. Sie zeigen nur wie viel jemand schon durch gemacht und überlebt hat.“
„Ich weiß. Aber ich bin müde Noah. Ich bin müde mit jedem eine Diskussion anzufangen, ich bin müde mich mit meinem Meister anzulegen. Er macht dardurch sein Geld und ich habe gelernt, damit zu leben.“
Das war... ehrlich...
„Darf ich dich etwas fragen? Wieso...bist du so ehrlich zu mir? Du kennst mich noch nicht lange.“
„Es ist schwer zu erklären, aber mein Instinkt sagt ich kann dir vertrauen. Genauso wie dir deiner sagt, das du mir vertrauen kannst.“, sein Blick wanderte zu mir. „Oder liege ich falsch und du spürst es nicht?“
Leicht provokant. Amüsant.
Ich lächelte zögernd. „Ich..verstehe nicht genau was du meinst.“
Lloyds Blick lag forschend auf mir. „Dein Gefühl lässt dich nicht bei mir ruhig werden? Fühlt es sich nicht anders an? Fühlst du nicht...diese Sicherheit ohne das du sie erklären kannst?“
Ich zuckte leicht. Er hatte meine innere Gefühlswelt sehr gut getroffen.
Er schien keine Antwort zu brauchen, vielleicht hatte er sie auch schon aus meinem Gesicht gelesen.
Er deckte vorsichtig eine Narbe ab die an seinem Unterkiefer begann und sich bis zum Halsansatz runter zog.
Ich musterte ihn interessiert. „Und...was sehen die noch als Makel?“
„Viel.“
Er arbeitete weiter an einer Narbe die sich an seiner linken Brust entlang zog. Sie begann kurz unter der Achsel und zog sich etwa um die fünf Zentimeter herunter.
Ich wusste das Kai eine Narbe im Gesicht hatte. Und sie zog sich über sein Auge...
„Wie macht Kai das?“
Lloyd schien es zu verstehen und grinste. „Er muss etwas mehr auspacken. Er hatte eh damals Glück das sein Auge nicht beschädigt wurde...er muss noch etwas an seiner Augenbraue rum malen. Aber er kann das mittlerweile richtig gut, man sieht es kaum.“
Ich kicherte leicht. Lloyd wirkte so locker und trotzdem gingen seine Worte nicht aus meinem Kopf. Müde...das war etwas wo ich ihn eindeutig verstand.
Die nächste Narbe zog sich zwischen seinen Schulterblättern entlang. Ich trat zögernd einen Schritt vor. „B-brauchst du Hilfe?“
Lloyd kicherte. „Ich brauch sie nicht, aber ich nehme sie gerne an.“
Ich trat sanft hinter ihn und fing weich an die Narbe abzudecken. Lloyd hatte ein kleines Stück in die Knie gehen müssen, damit ich es vernünftig erreichte und das schien ihn auch sehr zu amüsieren.
Als ich fertig war grinste Lloyd frech. „Ich danke Ihnen der Herr. So sanft hat noch niemand meine Narbe abgedeckt.“ Er deutete einen leichten Knicks an und ich boxte ihm spielerisch in die Seite. „Gehts noch?“
Auf einmal...zog sich in mir etwas zusammen. Ich stand nah an ihm. Sehr nah. Und...es störte mich nicht... und dieser Moment war fast wie...ein Kumpel Moment? War es so zwischen Personen die sich wirklich mochten und respektierten?
Lloyd schien meine Zweifel bemerkt zu haben, versuchte aber möglichst neutral weiter zu machen, um mich nicht zu verschrecken.
Seine letzte Narbe. Fuck. Mein Blick wanderte entlang. Sie begann am unteren Ende des Bauches rechts und zog sich herunter. Unter seinen Hosenbund.
„I-ich uhm geh mal besser.“
Lloyd lächelte. „Musst du nicht, aber du kannst, wenn es dir angenehmer ist.“
Er zog die rechte Seite seiner Hose leicht herunter und ich war irgendwo erleichtert. Sie hörte auf Lloyds Hüftknochen auf. Shit ich dachte schon...
Ich kicherte nervös und Lloyd grinste. „Hab ich dich so geschockt?“
Ich schnaubte. „Als könntest du mich aus der Ruhe bringen.“
„Kann ich.“, sagte er und lächelte mich selbstbewusst an.
Ich kicherte. „Jaja das sagen sie alle. Gehen wir gleich los?“
Lloyd nickte nachdenklich. „Ja. Könntest du mir schnell meinen Hoodie holen?“
Ich sah überrascht zu ihm und dann auf den Boden. Er fragte mich...? Und stellte es nicht einfach als Forderung..?
„J-ja kein Ding.“, murmelte ich, meine Stimme zitterte und meine Unterlippe auch.
Er musterte mich überrascht und seufzte irritiert auf als ich ihm seinen Hoodie gab. „Ich...versteh dich leider noch nicht immer Noah...hab ich was falsch gemacht?“
Ich schüttelte hektisch den Kopf. „Nein es war nur...random das war alles.“
Er sah mich an und Shit wieso durchsah er meine Lügen immer?
„In Ordnung, können wir?“
Ich sah zögernd an mir runter. Baggy Jeans, weites, weißes T-Shirt...
„Uhmm ich...“
Lloyd kicherte. „Du siehst umwerfend aus Noah.“
Hatte er meine Unsicherheit bemerkt? Fuck, der beobachtete zu genau...
„D-danke du auch.“ Ahhh das hattest du nicht gerade gesagt! War ich komplett bescheuert??
Lloyd sah an sich herunter. „Danke.“
Lloyd trug ebenfalls eine Baggy Jeans, einen schwarzen Hoodie mit einem Drachen der sich drumherum schlang und eine kleine Kette mit einem Drachen daran. Verstanden. Er mag Drachen.
„Drachenfan?“, murmelte ich leise als wir raus auf den Flur traten und Richtung Küche liefen.
Lloyd nickte nachdenklich. „Jaaaa schon sehr. Aber die andere Hälfte der Kette hat Nya.“
Ich sah ihn überrascht an. „Uhm ihr seid also...“
Er sah mich erschrocken an und nahm eine abwehrende Haltung ein. „N-nein wir sind nur beste Freunde. Und ich bin ehrlich, nichts gegen Nya, aber daten würd ich sie nicht.“
Ich kicherte. „Na dann.“
Lloyd sah beschämt weg. „Ich mein es ernst, ich date sie nicht. Und werde es auch nicht.“
Ich hob belustigt eine Augenbraue. „Ach ja?“
„Ja! Ich...steh selten auf Frauen und schon mal gar nicht auf meine beste Freundin.“
Ich hob überrascht den Kopf. „Also selten heißt...?“
„Ich bin bisexuell und bin eher zu Männern hingezogen. Ich hoffe das stört dich nicht...“, murmelte Lloyd unsicher.
„Hätte ich mir ja gar nicht denken können.“,versuchte ich mit einem Lächeln die Stimmung zu lockern.
Lloyd wirkte nervös. „Richtig...uhm ich hatte dir ja von Mark erzählt... Naja sag es meiner Mutter nicht.“, sagte er zum Ende wieder etwas belustigt.
Ich kicherte. „Deal.“
Wir traten in die Küche und alle starrten uns an.
Es war schlagartig still geworden.
Ein Junge mit blonden Haaren und blauen Augen trat langsam zu uns. Um seine Handgelenke waren pinke Schweißbänder...
„Schoko Toffee?“
„W-was?“,fragte ich verunsichert und trat einen Schritt zurück.
„Schoko Toffee? Du siehst etwas... angespannt aus und Schokolade macht jeden glücklich.“
Ich nahm vorsichtig das kleine Toffee aus seiner Hand und packte es zögerlich aus. „D-danke?“
Lloyd schmunzelte. „Noah das ist Zane. Und die hübsche Dame dahinten ist Nya.“
„Schleimer.“, spottete sie und trat mit einem Lächeln dazu. „Schön dich kennenzulernen Noah.“
Sie beugte sich leicht zu mir und flüsterte:„Wegen dir war Lloyd die vorletzte Mission so nervös.“
Sie hob bedeutungsvoll die Augenbrauen, während ich noch einen Schritt zurück trat.
Lloyd sah sie belustigt an. „Hör nicht auf sie Noah, sie redet so viel Unsinn manchmal.“
Nya kicherte. „Nein ich spreche die Wahrheit.“
Bevor Lloyd etwas erwidern konnte, klatschte sie in die Hände. „Dann lasst uns los! Coley sei so nett und nehm meine Handtasche mit.“
Cole gab ein genervten Seufzer von sich und nahm ihre Handtasche.
Lloyd legte eine Hand auf meinen Rücken und drückte mich komplett überforderten Bremsklotz sanft in die richtige Richtung.
„Viel Spaß.“,spottete Kai uns hinterher, während wir nach draußen liefen.
Ich lief komplett überfordert mit und konnte ein leichtes Frösteln nicht unterdrücken, als ich raus trat. Ich hätte mir eindeutig eine dünne Jacke mitnehmen sollen...
Lloyd drückte mir etwas in die Hand und ich griff irritiert in den Stoff.
„Ich wusste nicht, ob du dir was mitgenommen hast, aber für ein T-Shirt allein ist es noch etwas kühl.“, murmelte er.
Ich sah überrascht zu der dunkelgrünen Jacke in meinem Arm. „Aber...dann hast du doch...“
Lloyd kicherte und sah mich warm an. „Ich hab einen Hoodie an.“
Ich zögerte, doch zog sie dann doch dankbar an. Der Stoff schmiegte sich an meine Haut und trotz das sie mir zu groß war, fand mein Körper es klasse.
Lloyd schmunzelte. „Steht dir Wirbelwind.“
„D-danke...“, murmelte ich. Lloyds Geruch stieg mir sofort von der Jacke in die Nase. Erde, Vanille und Wärme...
Das sollte nicht so beruhigend sein...
Lloyd hielt mir die Tür vom Wagen auf. Ich kletterte in den roten Wagen, der Gleiche der uns auch abgeholt hatte.
Ich war sehr dankbar für die Rückbank. Erstens musste ich nicht random neben dem Fahrer sitzen, zweitens saß mir kein Unbekannter im Rücken.
Lloyd kletterte von der anderen Seite auf die Rückbank und Nya ließ sich auf den Fahrersitz fallen. „Perfekt.“
Cole seufzte und stockte als er auf dem Beifahrer Sitz saß.
„Achtung Lloyd, aber ich muss das verstellen, so kann wirklich niemand außer Jay sitzen.“, murmelte Cole.
Lloyd kicherte. „Kein Ding, ich weiß was du meinst.“
Hatten sie sich wieder vertragen? Einfach so? Keine große Diskussion, keine Forderungen und keine Drohungen?
Nya fuhr langsam los und ich seufzte erleichtert auf. Ich dachte schon die würden alle so ruckartig wie Kai fahren...
--------------------------------------------------------------
Hiiii
Ich hoffe es geht euch allen gut <3
Ich wünsche noch einen schönen Abend ^^
Liebe Grüße
Wolf