„Ich bin hier.“
„Ich bin hier.“
Noahs Sicht
Als wir endlich am Kloster der Ninja ankamen, raste mein Herz. Das war zu viel...
Ich spürte den Kaltschweiß auf meiner Haut und wischte mir zum bestimmt zehnten Mal die Hände an meiner Jeans ab.
Ich hatte gelacht, aber... alles kam hoch. Ich wurde aktiv verfolgt. Und war bei komplett Fremden. Shit, was war nur mit mir los?
Die anderen Ninja stürmten in den Raum und ich spürte wie weich sich meine Beine anfühlten. Wie wackelig ich war...
Ihre Stimmen, viel zu laut. Ein Klingeln setzte in meinen Ohren an und am liebsten würde ich meinen Kopf einfach in meinem Schoß vergraben und ihn nicht mehr heben, bis das alles vorbei war.
Ich drängte mich an ihnen vorbei und kämpfte mich die letzten Paar Stufen in den Wohnteil hoch.
Ich spürte das Zittern am ganzen Körper, meine Sicht wurde immer unsicherer...
Ich rutschte langsam an etwas herunter, vielleicht eine Wand?
Der Atem zittrig, der Körper verschwitzt und der Verstand...da und gleichzeitig....weg.
Ein dunkles Lachen dröhnte in meinen Ohren, es war nicht real...oder?
„Du wirst es niemals zu etwas bringen Nora....“
Ich wimmerte und hielt mir die Ohren zu.
Ich wollte seine Stimme nicht mehr hören, nie wieder in meinem Leben! Und er war wieder da...
Ich krümmte mich, Tränen rannen kühl über meine Wangen.
Meinen Rücken streifte etwas. Zu laut, z-zu viel...
Ein Knall ertönte und darauf hin ein Klirren. Und...ein schmerzerfülltes Stöhnen.
Ich zitterte noch immer, aber meine Seele fand langsam zurück in meinen Körper.
Meine Sicht klärte sich leicht, Lloyd...? Er lag wie zusammen gesackt an der anderen Seite des Ganges...Er bewegte sich, richtete sich langsam auf.
Etwas tropfte von seinem Gesicht. B-blut..?
Ich sah unsicher zu ihm. Seine Nase...Blut floss langsam heraus...
Sammelte sich an seinem Kinn und tropfte langsam runter...
Mein Wimmern wurde lauter, mein Herzrasen wuchs wieder.
Ich wusste nicht wie oder was, aber das war ich. Ich hatte ihn verletzt.
Er wischte sich das Blut weg und trat langsam näher. „Es ist alles gut Wirbelwind.“, murmelte er leise, möglichst ruhig.
Ich schnappte nach Luft, spürte wie sich meine Lunge immer enger zusammen zog...
„I-ich...bleib weg! Ich habe d-dir weh g-getan...“
„Shhh es ist alles gut, mir geht's gut und dir geht's auch besser wenn du mich zu dir lässt.“
Er kniete sich langsam neben mich, streichelte sanft über meinen Rücken, flüsterte irgendwelche Beruhigungen.
Und es wirkte. Ich fühlte mich immer noch fertig, zittrig und verschwitzt, aber die Tränen versiegten langsam, mein Atem wurde befreiter und mein Herz beruhigte sich.
„Shh du machst das klasse. Einfach atmen, ich bin hier.“
„I-ich...“
„Es ist alles gut. Komm her, ich bringe dich erstmal zum ruhen, okay?“
Ich nickte zögernd und ließ zu, das er mich hoch hob. Seine Hand griff sanft unter meine Knie, und seine andere Hand wanderte weich unter meine Arme.
Meine Augen waren schon halb geschlossen, als ich spürte, wie ich abgelegt wurde. Sein Geruch...seine Wärme...sein Herzschlag....
„Schlaf etwas Noah. Das hat deinen Körper angestrengt, dieser ganze Tag war wahrscheinlich zu anstrengend.“
Ich sah ihm müde nach, die Augen kaum geöffnet.
„G-geh bitte nicht...“
Flehte ich wirklich das er blieb...?
„Ich bin sofort zurück Wirbelwind. Versprochen.“
Damit schloss sich leise die Tür. Versprochen...
Lloyds Sicht
Ich lief schnell durch den Gang. Es war wirklich wichtig das ich Wu schnell fand, ich wollte Noah nicht zu lange alleine lassen...
Ich trat schnell in sein Zimmer und Wu sah mich überrascht an.
„Neffe, wie schön das du mich beehrst. Die Kaffeefahrt die ich veranstaltet habe, lief hervorragend.“
Ich schüttelte den Kopf. „Onkel deine... fragwürdigen Machenschaften sind nicht der Grund weshalb ich dich aufsuche. Noah...hat seine Kraft unbewusst eingesetzt.“
Meister Wus Augen weiteten sich. „Das...war früher als ich es erwartet habe. Was ist passiert?“
„Er schien eine Panikattacke zu haben, wahrscheinlich ausgelöst durch Reizüberflutung. Würde mich nicht wundern, dass das ihn jetzt alles noch härter trifft... Er hat eine Druckwelle erzeugt Meister.“
Mein Onkel nickte langsam. „Ja... Uns wird nicht wirklich eine große Wahl bleiben. Und damit dieses jahrtausende alte Kloster noch ein paar Jahrzehnte stand hält, wirst du ihn trainieren.“
Ich trat überrascht einen Schritt zurück. „I-ich? Wieso ich? Sie haben eine viel größere Erfahrung, als ic...“
Er unterbrach mich. „Ich tue dies nicht unüberlegt Neffe. Es scheint mir, als würde er dir am meisten vertrauen, außerdem bist du der Einzige aus dem Team der Bescheid weiß. Und es sollte nicht das größte Problem für dich darstellen. Du wirst ihm viel besser zeigen können, seine Seite zu kontrollieren, als ich es jemals könnte. Jemand, der die Erfahrung selbst gemacht hat, kann Zweifel, Ängste und Unsicherheiten viel besser erkennen und sein Training darauf abstimmen, als jemand der sich nur über Bücher damit in Verbindung setzen kann.“
Ich nickte leicht. Er hatte Recht. Ich hatte das gleiche durch gemacht, was Noah jetzt vor sich hatte. Ich wäre die beste Wahl...
Außerdem... könnte ich Noah über das Training weiter kennenlernen.
Ich nickte erneut. „Ja Sensei. Ich übernehme diese Aufgabe.“
Wu nickte und sah aus dem Fenster. „Gut. Über die Sache auf der Feier mit einem unserer Handelspartner reden wir ein anderes Mal.“
Ich schluckte. Das würde nicht gut für mich aus gehen...
Ich drehte mich um und bewegte mich Richtung Noahs Zimmer. In der Küche schnappte ich noch etwas süßes und zögerte nur kurz vor Noahs Tür.
Ich würde ihm morgen alles erklären.
Als ich die Tür öffnete, hob Noah leicht seinen Kopf.
„D-du bist wieder da?“
Ich nickte. „Natürlich Wirbelwind.“
Ich zog mir einen Stuhl zu seinem Bett und lächelte ihn sanft an.
„Ich bin hier und ich geh auch nicht.“
Noah drehte sich zu mir und legte seinen Kopf langsam aufs Kissen.
„D-danke Lloyd. Für alles.“
„Kein Ding.“, murmelte ich und musterte Noah, der schon eingeschlafen war.
Ich legte die Süßigkeiten auf seinen Nachtschrank und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
Irgendwas in mir hatte sich entschieden, sich zu freuen, Noah trainieren zu dürfen. Genauso wie Freude in mir tobte, endlich jemanden gefunden zu haben, der mich verstehen konnte. Und zwar jede Seite.
Mein Kopf sackte langsam auf die Decke und meine Gedanken wurden immer leiser. Ruhiger.
Und irgendwie...schien es mir als wäre das der erste richtige Vertrauensmoment von Noah, wo er nicht stockte und überlegte, sondern sich von seinem Instinkt leiten ließ.
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Helloooo,
Ich hoffe ihr hattet Spaß mit einem weiteren Kapitel <3 Vielen Dank an Blunck für die tollen Reviews<3
Liebe Grüße
Wolf