LNCrawler

Teil 14

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Teil 14

Harry schlug langsam die Augen auf, doch die wohlige Wärme, die ihn umgab, wich augenblicklich einem eisigen Schrecken. Das Bett, in dem er lag, war riesig, roch nach getrockneten Kräutern und dunklem Holz – völlig fremd. Noch schlimmer war das Gefühl von starken, schweren Armen, die ihn von hinten fest umschlossen hielten. Vor nackter Angst spannte sich Harrys magerer Körper extrem an, sein Herz raste, und in seinem Kopf schrie alles nach Flucht.

Er wollte sich gerade panisch losreißen, als sein Blick auf den Ärmel des schwarzen Nachtgewands fiel. Er drehte den Kopf ein Stück zur Seite und erkannte das markante, blasse Profil von Severus Snape, der ihn warm und geborgen im Arm hielt. Er lag folglich im Bett seines Tränkeprofessors.

Harrys Angst ließ augenblicklich nach, und sein Körper sank tief in die weichen Kissen zurück.

Aber es war unbeschreiblich komisch. Ein riesiges Gefühlschaos wirbelte in seiner Brust. Er fragte sich im Stillen, warum der sonst immer so gemeine, zynische und unnahbare Professor ausgerechnet ihn – den Jungen, den er im Unterricht monatelang schikaniert hatte – adoptiert und ihm sogar Einlass in das privateste aller Refugien gewährt hatte. Harry nahm sich fest vor, sich auf jeden Fall bei ihm zu bedanken, sobald sie aufstanden.

Doch ein echtes Gefühl der Hoffnung wollte er in sich noch nicht aufkommen lassen. Zu oft war er im Leben enttäuscht worden. Wird mein Professor mich in den nächsten Ferien am Ende doch wieder zu den Dursleys zurückschicken?, dachte er beklommen. Dass Severus ihn nicht für Voldemort als Schlachtvieh vorbereiten wollte, hatte er in der Nacht mit eigenen Ohren gehört. Aber wie sollte es nun mit ihm weitergehen? War er jetzt wirklich, rechtlich und wahrhaftig, Severus Snapes Sohn?

Ein tiefes, raues Vibrationsgeräusch in Snapes Brust riss ihn aus den Gedanken. Die Arme um ihn schlossen sich ein winziges Stück fester, und die dunkle, ungewohnt sanfte Stimme des Zaubertrankmeisters durchschnitt die morgendliche Stille des Schlafzimmers.

„Guten Morgen, Kleiner…“

Harry blickte von seinem Paten zu dem Mann, der ihn noch vor einer Stunde so sicher im Arm gehalten hatte. Die nassen Haare klebten ihm noch an der Stirn, und das verkleinerte weiße Hemd saß ein wenig steif an seinen schmalen Schultern. Er spürte immer noch das sanfte, warme Pulsieren des magischen Adoptionsbandes in seiner Brust, das ihn untrennbar mit dem Zaubertrankmeister verband.

Die Worte, die Sirius gerade gebrüllt hatte – dass die Werwölfe Severus hätten zerfetzen sollen, dass Lupin es schon in ihrer Kindheit hätte tun sollen –, hingen wie giftiger Rauch im Zimmer.

„Harry, ich…“, stammelte Sirius, und die Wut in seinem Gesicht wich in Sekundenbruchteilen einer nackten, flehenden Panik. Er machte einen halben Schritt auf seinen Patensohn zu, die Hände hilflos ausgestreckt. „Harry, das… das habe ich nicht so gemeint. Ich war nur… wir haben eine gemeinsame Vergangenheit, Snape und ich, und…“

„Ich habe dich gehört, Sirius“, unterbrach Harry ihn. Seine Stimme war bemerkenswert leise, aber sie hatte eine Festigkeit, die weder Sirius noch Severus ihm zugetraut hätten. Er sah seinen Paten direkt an, und in seinen grünen Augen lag kein Hass, aber eine tiefe, bittere Enttäuschung. „Du hast mir gestern gesagt, dass du unschuldig bist. Und ich habe dir geglaubt. Ich habe mich für dich gefreut. Aber Dumbledore wollte mich als Schachfigur benutzen und mich an Voldemort ausliefern. Und wer stand vor mir, um mich zu schützen? Wer hat mich in den Arm genommen, als ich keine Luft mehr bekommen habe? Das war Severus.“

Sirius schluckte trocken, als Harry den Vornamen des Tränkemeisters aussprach. Es war, als hätte man ihm einen Schlag in die Magengrube verpasst.

Harry trat noch ein Stück näher an Severus’ Sessel heran und legte ganz bewusst eine Hand auf die hölzerne Armlehne, direkt neben Snapes Hand. „Ich will nicht mehr, dass die Leute mich wie ein Paket hin- und herschieben. Ich will nicht zu den Dursleys, und ich will nicht, dass wieder jemand über meinen Kopf hinweg entscheidet, nur weil er glaubt, er wisse, was das Beste für mich ist. Severus hat die Papiere unterschrieben. Er hat die Verantwortung übernommen, als alle anderen mich im Stich gelassen haben. Er ist jetzt mein Vormund. Mein Vater. Und wenn du mich wirklich lieb hast, Sirius, dann hörst du auf, den Mann zu beschimpfen, der mir das Leben gerettet hat.“

Snape rührte sich nicht, doch seine dunklen Augen fixierten den Jungen an seiner Seite mit einer Intensität, die fast schmerzhaft war. Das feine, unsichtbare Band zwischen ihren Herzen leuchtete in Harrys Wahrnehmung für einen Moment golden auf.

Sirius sank langsam auf das Sofa zurück. Die ganze Kraft schien aus dem ehemaligen Askaban-Insassen gewichen zu sein. Er starrte auf seine eigenen Hände, dann hoch zu Harry, und schließlich traf sein Blick den von Snape. Da war kein Triumph in Snapes Miene. Nur die unumstößliche, kalte Gewissheit, dass das Schicksal die Karten neu gemischt hatte.

„Ich… ich wollte dir nur eine Familie geben, Harry“, flüsterte Sirius gebrochen.

„Ich… ich wollte dir nur eine Familie geben, Harry“, flüsterte Sirius gebrochen.

Eine ganze Weile schwiegen die drei und starrten sich gegenseitig an. Die Luft im Raum war schwer von alten Wunden und der plötzlichen, unbarmherzigen Realität. Schließlich seufzte Sirius laut auf. Schweren Herzens akzeptiert er Severus neue Rolle als Harrys Vater. Er war so glücklich gewesen, als Snape die Papiere unterschrieb, war er doch der festen Überzeugung, dass er ihm den Jungen zuschieben würde, mit Worten wie: „Da nimm, der gehört zu dir!“ Oder so ähnlich. Dass er sich jetzt selbst um Harry kümmern würde, hätte er sich niemals vorstellen können.

Er seufzte erneut und stand auf. „Dann gehe ich erstmal…“ Er wandte sich an Harry selbst. „Wenn du irgendetwas brauchst, oder mich vielleicht einfach nur sprechen willst, steht dir Grimmauldplatz 12 zu jeder Zeit offen. Das ist mein Haus, in dem ich leben werde und dir immer einen Platz bieten wird, an dem du sicher und geborgen sein kannst.“

Da Harry aber nicht aufsah, drehte er sich zu Severus zurück. „Ich warne dich, Snape, sollte ich auch nur das kleinste bisschen Negative über dich und Harry hören, werde ich dir endgültig den Gar aus machen.“

Und mit diesen Worten griff er nach dem Flohpulver, trat in die grünen Flammen und verschwand durch den Kamin.

Harry ließ deutlich die Luft entweichen, die er eine gefühlte Ewigkeit angehalten hatte. Die plötzliche Stille in der Wohnung tat fast schon weh. Severus sah den Jungen einen Moment lang schweigend an, bevor er sich in seinem Sessel zurechtrückte.

„Wir sollten ein paar Dinge besprechen“, begann der Tränkemeister mit seiner gewohnten, tiefen Stimme. „Allem voran, ob du bekanntgeben möchtest, dass ich dein… dass ich dich adoptiert habe.“

„Ja…“, antwortete Harry leise, hielt Severus’ Blick aber stand. „Wenn es für dich in Ordnung ist, würde ich es gern, sobald es geht, bekannt geben. Sollte es später herauskommen, wird es für uns beide sicherlich sehr unangenehm.“

Severus nickte kaum merklich. „Gut, dann werde ich Minerva bitten, zuerst die Lehrerschaft einzuweihen, und wir geben es übermorgen in der Großen Halle bekannt. Dann: Wo willst du wohnen? Als… als Kind eines Lehrkörpers kannst du einen Raum hier in meinen Gemächern bekommen, ein Einzelzimmer im Turm oder sogar das Haus wechseln, um ein Einzelzimmer im Hause Slytherin zu bekommen.“

Harry blinzelte überrascht. „Ich könnte hier? Hier bei dir wohnen?“

„Ja.“

„Und könnte ich trotzdem das Haus wechseln?“

Severus hob eine Augenbraue und sah ihn fragend an. „Gibt es dafür einen zwingenden Grund?“

Harry druckste etwas herum, blickte auf seine Füße und schien nicht mit der Wahrheit herauskommen zu können. Snapes Blick verengte sich ein Stück. „Hör mal, Kleiner, wenn es eines gibt, das ich hasse, dann wenn man mir etwas verschweigt, mich anlügt oder um den Punkt herumredet.“

Harry nickte tief und atmete noch einmal tief durch. „Ich habe seit Anfang an das Gefühl, dass meine Freunde es nicht ernst mit mir meinen. Ich glaube, sie wollen nur ein Stück von dem Ruhm, den ich angeblich haben soll oder haben werde. Ich fühle mich absolut nicht wohl im Gryffindorturm. Alle bis auf Neville sind falsch.“

„Ausgerechnet Longbottom?“, spottete Snape leise, die Lippen leicht gekräuselt.

Harry sah ihn ein wenig funkelnd und mit plötzlichem Mut an. „Neville ist ein wirklich guter Mensch! Und wenn du ihm in deinem Unterricht eine Chance geben würdest und nicht immer so auf ihm herumhacken würdest, könnte er dir zeigen, was er kann.“

„Es liegt also an mir, dass er so vollkommen versagt im Tränkeunterricht?“, gab Severus trocken zurück, die Stimme gefährlich leise.

„Ja“, entgegnete Harry trotzig und sah demonstrativ in die andere Richtung.

Ein langes, schweres Schweigen legte sich über den Raum. Harry hielt den Atem an, bereit für einen heftigen Wutanfall des Professors. Doch statt zu toben, stieß Severus nach einer gefühlten Ewigkeit ein langes, ergebenes Seufzen aus.

„Gut. Du wechselst in mein Haus und wirst von jetzt an hier wohnen…“, sprach er, und ein Hauch von endgültiger Akzeptanz schwang in seinen Worten mit. „Und ich werde Longbottom eine ehrliche Chance geben, sich zu beweisen. Dafür wirst aber auch du dich mir beweisen und an deinen Noten arbeiten. Ich erwarte mindestens ein E in allen Fächern.“

Harry riss die Augen weit auf. Ein E – Erwartungen übertroffen! Das war ein harter Brocken, besonders in Zaubertränke und Geschichte der Zauberei. Man konnte dem Jungen aber deutlich ansehen, dass er sich über das Gesagte von Severus zutiefst freute. Endlich forderte ihn jemand, weil er an ihn glaubte, nicht wegen seines Namens.

Ein breites, ehrliches Lächeln stahl sich auf Harrys Gesicht. Er nickte entschlossen, trat einen Schritt vor und hielt Severus die Hand hin.

Diese Hand wurde erst ein wenig misstrauisch von dem älteren Mann betrachtet. Die langen, blassen Finger des Tränkemeisters zögerten einen Herzschlag lang, bevor er fest einschlug und sie die Hände schüttelten. Der Griff war warm, stark und bedeutete ein unumstößliches Versprechen.

Er, Harry Potter, war jetzt also Severus Snapes Sohn und ein Slytherin. Draco war sein Freund, und sein Pate hatte seine Eltern nie verraten. Seine Zukunft lag das erste Mal mit einem echten, rosigen Schimmer vor ihm – er musste sie nur leben.

ENDE

Ich hoffe euch hat diese KI Unterstützte Reise genauso gut gefallen wie mir. Ich denke es hat sich gelohnt meine Seelenmagie ein paar Tage dafür ruhen zu lassen.

Wir sehen uns aber bald wieder. In mir steigen gerade so viele Ideen auf.

Liebe Grüße an alle da draußen und lasst mir gerne ein Kommentar dazu hier

Tinehexchen