LNCrawler

Teil 3

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Teil 3

Harry packte Draco fest an den Schultern und schüttelte ihn leicht, um ihn aus seiner Schockstarre zu reißen. „Reiß dich zusammen, Malfoy! Schau mich an!“, rief Harry gegen den pfeifenden Nachtwind an.

Draco hob den Kopf, Tränen des Schreckens in den Augen. Harry wusste, dass sie keine Sekunde zu verlieren hatten. „Hör mir gut zu“, sagte Harry mit eindringlicher, fester Stimme. „Es war nur ein Kratzer, kein Biss! Und selbst wenn: Wer ist der beste Zaubertrankmeister überhaupt? Snape! Er braut jeden Monat den Wolfsbann-Trank. Wenn jemand weiß, wie man das aufhält oder heilt, dann er. Aber dafür müssen wir überleben!“

Er zog Draco unsanft, aber bestimmt wieder auf die Beine. „Wir gehen jetzt zu Hagrid. Du wirst nicht hier draußen im Schlamm verbluten oder dich verwandeln. Bewegung!“ Dracos Zähne klapperten, doch die Erwähnung von Snapes Fähigkeiten schien einen Funken Hoffnung in ihm zu wecken. Er presste die Zähne zusammen, hielt sich den blutenden Arm und stolperte neben Harry her.

Die letzten Meter bis zu der kleinen, vertrauten Holzhütte am Rande des Verbotenen Waldes legten sie unbehelligt zurück. Die Werwölfe schienen im Schloss gefangen zu sein, und kein weiteres Ungeheuer stellte sich ihnen in den Weg.

Harry hämmerte mit den Fäusten gegen die schwere Holztür. „Hagrid! Mach auf! Schnell!“

Drinnen ertönte sofort das tiefe, stürmische Bellen von Fang, gefolgt von schweren Schritten. Die Tür schwang auf und der riesige Wildhüter blickte zu ihnen herab, eine Armbrust in der Hand und tiefe Sorgenfalten auf der Stirn.

„Harry? Und… Malfoy?! Was bei Merlins Bart macht ihr mitten in der Nacht hier draußen? Es ist brandgefährlich!“, grollte Hagrid, doch als sein Blick auf Dracos blutüberströmten Arm und sein totenblasses Gesicht fiel, weitete er die Augen. „Heilige Grille, was ist passiert?“

„Wir wurden angegriffen, Hagrid. Im Schloss“, keuchte Harry und schob Draco hastig an dem Riesen vorbei in die Wärme der Hütte. „Snape schickt uns. Wir haben eine dringende Nachricht für den Schulrat Lucius Malfoy. Und Draco braucht sofort Hilfe.“

Hagrid schlug die Tür hinter ihnen zu, verriegelte sie mit einem dicken Holzbalken und warf die Armbrust auf den Tisch. Seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Malfoy-Jungen verflog sofort, als er das Ausmaß der Verletzung sah. Er eilte zu seinem Schrank, um Verbandszeug und Heilkräuter zu holen, während Draco zitternd auf einem Stuhl zusammensank. Das doppelte Spiel im Schloss ging weiter, aber hier, bei Hagrid, waren sie fürs Erste in Sicherheit.

Hagrid zögerte keine Sekunde. Mit überraschender Sanftheit für seine riesigen Hände schnitt er Dracos Ärmel auf und goss eine dicke, silbrig schimmernde Tinktur aus einer Steingutflasche direkt über die drei tiefen Schnitte. Die Flüssigkeit zischte leise, und Draco biss sich so fest auf die Unterlippe, dass sie fast blutete.

„Ganz ruhig, Kleiner“, brummte Hagrid mit tiefer, beruhigender Stimme. „Ich kenne mich mit diesen Bestien aus. Ein Werwolf-Kratzer infiziert dich nicht. Nur der Speichel bei einem echten Biss überträgt den Fluch während des Vollmonds. Das hier wird eine fiese Narbe geben, aber ein Monster wirst du nicht.“

Ein hörbares Aufatmen entwich Dracos Brust, und die panische Farbe kehrte langsam in seine Wangen zurück.

Doch als Harry Hagrid in fliegenden Worten erklärte, dass Quirrell die Werwölfe eingeschleust hatte, mit Voldemort unter einer Decke steckte und Snape gerade allein im Schloss gegen sie ankämpfte, verflog Hagrids Gemütlichkeit augenblicklich. Seine Miene verfinsterte sich, und er griff entschlossen nach seiner schweren Armbrust. „Wenn Snape da drüben allein gegen diesen Verräter steht, dann braucht er Rückendeckung. Ich breche sofort zum Schloss auf!“

„Aber die Werwölfe!“, wandte Harry ein.

Hagrid schüttelte den Kopf und blickte kurz aus dem Fenster. „Die Bestien sind nicht mehr im Schloss, Harry. Ich habe ihre Witterung eben gerochen – sie sind geflohen und im Verbotenen Wald verschwunden. Quirrell hat die Kontrolle über sie verloren. Das Schloss ist im Moment sicher vor ihnen, aber Snape ist es nicht.“

Bevor Hagrid jedoch durch die Tür stürmte, hielt Harry ihn am Ärmel fest. „Wir müssen erst Snapes Nachricht an Lucius Malfoy abschicken! Aber wir dürfen keine normale Eule nehmen, Quirrell fängt sie ab.“

Hagrid hielt inne, und ein wissendes Lächeln stahl sich auf sein bärtiges Gesicht. Er führte die Jungen hinter die Hütte zu einem eingezäunten Gehege, in dem eine stolze, majestätische Kreatur im Mondlicht stand: der Hippogreif Seidenschnabel.

Harry trat vor, verbeugte sich tief und hielt den Blickkontakt, bis Seidenschnabel stolz den Kopf senkte. Harry zuliebe schien das stolze Wesen sofort zu verstehen, dass es eine wichtige Aufgabe hatte. Draco band mit zitternden, aber entschlossenen Fingern Snapes verschlüsselte Botschaft an das mächtige Bein des Hippogreifen.

„Seidenschnabel lässt sich von niemandem aufhalten“, sagte Hagrid stolz. „Kein Zauberer fängt einen Hippogreifen im Sturzflug ab. Er bringt das direkt zu Lucius.“

Mit einem mächtigen Flügelschlag erhob sich Seidenschnabel in den Nachthimmel und verschwand in den Wolken Richtung Malfoy Manor. Im selben Moment wandte sich Hagrid mit geladener Armbrust dem Schloss zu. „Ihr beide bleibt hier in der Hütte und rührt euch nicht vom Fleck! Ich hole Snape da raus.“ Mit schweren Schritten rannte der Halbriefe auf die Kerkertüren zu.

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Das macht richtig Spaß so :-))