Alte Angst
Alte Angst
Auf ein Neues.
Leider neigt sich mein Urlaub dem Ende zu, daher kann ich nicht versprechen, dass ich die Länge halten kann.
Hoffe es wird euch wieder gefallen.
Jerry und Eliza Danvers blickten sich an.
„Ich denke Mr Potter hat recht.“ meinte Dannys Tante schließlich. „Das muss endlich aufhören. Bis diese Sache nicht ein für alle Mal geklärt ist werden wir sonst nie zur Ruhe kommen.“
„Das stimmt.“ meinte ihr Mann. „Zumal unsere Chancen jetzt sogar sehr gut stehen.“
„Im Grunde hat die Richterin in den Staaten uns ja bereits angedeutet, dass sie im Grunde auf unserer Seite ist, oder Mum?“ wollte Kara wissen.
„Das stimmt Schatz.“ meinte Eliza Danvers. „Sowohl der Richterin als auch der Beauftragten der Jugendabteilung des MACUSA war das Vorhaben meines Vaters ein Greul. Aber auch hier zeigt sich mal wieder seine Geschicklichkeit. Er ist ja nicht vor einen Richter getreten und hat gesagt: Ich will das Sorgerecht für meine Enkeltöchter damit ich sie......“
Eliza ließ den Satz unvollendet und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Nein, nein....“ fuhr sie fort. „ Er hat uns völlig ruiniert und dafür gesorgt, dass wir so schnell nicht wieder auf die Beine kommen.“
„Das versteh ich eigentlich gar nicht.“ meldete sich Rose zu Wort. „Hatten sie in den USA eigentlich keine Freunde die ihnen helfen könnten?“
Eliza Danvers schenkte Rose ein müdes Lächeln.
„Du bist Rose, oder? Dannys Freundin?“ fragte sie
Rose nickte.
Eliza lächelte wärmer und meinte dann:
„Doch Liebes, die haben wir. Bei einigen haben wir gewohnt, andere haben uns Geld geliehen und alle wären sie bereit gewesen mehr zu tun aber diese verdammten Familienregeln standen im Weg. Siehst du Rose, nach diesen verfluchten Regeln gehört alles, was einen gewissen Wert übersteigt der gesamten Familie. Damit wird es vom Oberhaut der Familie verwaltet.“
„Mit anderen Worten: Opa.“ meinte Alex trocken.
Eliza nickte.
„Mein Vater legt fest wie viel Besitz ein bestimmtes Mitglied der Familie als Privatbesitz haben darf, der Rest ist Familienvermögen. Daher konnten unsere Freunde in den Saaten uns nicht helfen. Mein Vater hat den Betrag für meine Familie so niedrig angesetzt....Jede Geldsumme die uns wirklich helfen würde fällt an ihn. Jeder Ankauf, zum Beispiel von neuen Zauberstäben, muss von ihm abgesegnet werden und ebenso jeder Vertrag den wir unterschreiben. Darüber hinaus steht dem Familienoberhaupt die Entscheidung darüber zu ob und welche Schule ein Mitglied der Familie besuchen darf, welchen Vereinen man beitreten darf....einfach alles. Diese Familienregeln werden vom MACUSA geschützt.“
„Warum denn das bei Merlins Lockenwicklern?“ wollte Lily nun wissen.
„Nicht so Vorlaut.“ lächelte Mrs Potter und kniff ihrer Tochter in den Nacken.
„Rosie durfte auch was fragen.“ beschwerte sich Lily.
„Ist ja auch eine berechtigte Frage.“ schmunzelte Mr Danvers und erklärte. „Das geht auf die Gründungszeit der USA zurück. Die Regeln gibt es schon seid der Zeit als es die Staaten noch gar nicht gab sondern nur europäische Kolonien. Nach dem Krieg um die Unabhängigkeit musste sich auch die magische Gemeinschaft organisieren und der MACUSA wurde ins Leben gerufen. Aber das war nicht so leicht. Wenn verschiedene Leute aufeinander treffen hat jeder seine eigenen Interessen. Und die Familien die nach diesen Regeln gehörten nun einmal zu den reichsten und mächtigsten in den neu gegründeten Staaten. Ohne deren Unterstützung wäre der MACUSA ein totgeborenes Kind gewesen.“
„Das war ja im Grunde bei den Muggeln genauso.“ warf Danny ein. Er erinnerte sich an etwas das er an seiner alten Muggel-Schule gelernt hatte. „Die Amerikaner halten gerne diesen Mythos hoch, dass sie direkt die perfekte Demokratie erschaffen. Im Grunde waren die Gründungsväter aber auch der Geldadel der damaligen USA. Es hat ne ganze Weile gedauert bis sich das geändert hat und mal ehrlich: Es läuft immer noch nicht alles rund.“
„Leider wahr.“ seufzte Jerry Danvers. „In jedem Fall haben diese Familienregeln deshalb große Macht in der amerikanischen Gesellschaft.“
„Und deshalb konnte uns keiner unserer Freunde in den Staaten helfen.“ nahm Eliza Danvers den ursprünglichen Faden wieder auf. „Jede substanzielle Hilfe die sie uns gewährt hätten wäre an meinen Vater gefallen. Wir mussten ins Ausland. Hier haben diese Regeln keine Macht.“
„Eine schreckliche Situation.“ meinte Mrs Potter. „Jerry, sie sollten noch heute mit meinem Vater reden und das mit dem Job unter Dach und Fach bringen.“
„Das denke ich auch.“ murmelte Mr Danvers. „Aber....“
Er blickte zu Kara.
„Dad, ist ok.“ meinte diese. „Ich hatte erst ziemlich Angst aber....Mum ist hier, Alex ist hier und.....“
Sie wedelte mit den Armen.
„....all die anderen hier. Und selbst wenn ihr irgendwann nach Hause müsst. Das hier ist ein Krankenhaus und es steht sogar eine Wache vor der Tür. Das mit dem Job ist wichtig für uns alle.“
„Bist ein tapferes Mädchen Kara Danvers.“ lächelte Mrs Potter. „Und die Einladung zum Essen holen wir nach.“
Mr Danvers nickte.
„Dann schließe ich mich ihnen vielleicht am besten an wenn sie gehen Mrs Potter.“ meinte er.
„Ein guter Gedanke.“ erwiderte Mrs Potter. „Ich denke sie sollten auch über einen Anwalt nachdenken der sie in der Sorgerechtssache vertritt. Es ist gut, dass sie die Behörden auf ihrer Seite haben aber ihr Vater, Eliza, scheint mir jemand zu sein der alle Hintertürchen im magischen Recht kennt. Einen Experten an ihrer Seite zu haben ist da sicher keine schlechte Idee.“
„Ich denke das wäre sogar eine gute Idee.“ steuerte Mr Potter bei. „Über einen Anwalt können sie dann auch den Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren einreichen.
„Auf jeden Fall.“ Eliza Danvers nickte. „Aber ich denke wir sollten warten bis das mit dem Job geregelt ist und dann Feuer unterm Kessel.“
Jerry Danvers nickte.
„Ich denke ich verabschiede mich jetzt schon.“ meinte Mr Potter. „Es gibt da noch einiges an Papierkram zu regeln mit dem Koboldverbindungsbüro. Ich wollte nur, dass sie wissen, dass die unmittelbare Gefahr gebannt ist. Den Kobold und seine Komplizen haben wir in sicherem Gewahrsam.“
Alle, die um Karas Krankbett versammelt waren empfanden diesen Gedanken als sehr beruhigend.
Mr Potter erhob sich und trat zur Tür. Gerade als er die Hand nach dem Türknauf ausstreckte wurde die Zimmertür bereits geöffnet und Herriette Hastings betrat das Zimmer.
Besorgt blickte sie durch den Raum. Kurz blieb ihr Blick an Rose hängen und schließlich kehrte ihr Blick zu Mr Potter zurück.
„Guten Abend Herriette.“ grüßte Mrs Potter.
„Harry.“ meinte diese ernst. „Ich danke ihnen für ihre Eule. Gibt es Neuigkeiten?“
„Allerdings Herriette.“ meinte Mr Potter. „Wir können ausschließen, dass meine Nichte Ziel des Angriffs von heute war. Ich setze sie gerne ins Bild.“
Gemeinsam traten Mr Potter und die Leiterin der Lufkin-Einheit in den Gang hinaus.
„Wer war denn das?“ wollte Kara wissen.
Rose war die Angelegenheit sichtlich etwas peinlich. Nervös fingerte sie an ihrem Fan-Schal herum.
„Das war die Leiterin der Lufkin-Einheit.“ murmelte sie.
„Eine spezielle Einheit von Auroren die den Zaubereiminister und seine Familie beschützt.“ erklärte Danny. „Roses Mum wird, aller Wahrscheinlichkeit nach, unsere nächste Ministerin.“
„Dann bist du die Tochter von Hermine Granger?“ erkundigte sich Eliza Danvers überrascht bei Rose.
Rose nickte verlegen.
„Schätze ein Entführungsversuch in meinem direkten Umfeld muss die Lufkin-Einheit auf den Plan rufen.“ nuschelte sie.
„Muss dir nicht peinlich sein Rosie.“ tröstete Danny. „Damit war nun wirklich zu rechnen. Das musste Wellen schlagen.“
Rose lächelte dankbar während Mrs Potter nach kurzem Überlegen hinzufügte:
„Vielleicht ist das für die Familie Danvers sogar ganz gut.“
„Was meinen sie Mrs Potter?“ fragte Alex.
„Ganz einfach Schätzchen....“ begann Mrs Potter. „Ich möchte jetzt nicht zynisch klingen aber.....die Entführung von zwei Teenagern ist eine schlimme Sache aber das öffentliche Interesse, das kann ich als Reporterin beurteilen, würde sehr schnell wieder nachlassen. Solche Verbrechen passieren. Daran sind die Leute gewöhnt. Aber eine Entführung im Umfeld der Familie der zukünftigen Ministerin? Das wird Wellen schlagen. Darüber werden die Leute reden und Verschwörung-Theorien austauschen. Diese Art öffentliche Aufmerksamkeit kann euer Großvater nicht gebrauchen. Männer wie er versuchen ihren Schaden anzurichten ohne das sie in den Teeblättern der Seher auftauchen. Das große Interesse der Öffentlichkeit dürfte euch erst mal vor weiteren Aktionen schützen.“
„Das sind erfreuliche Aussichten.“ bewertete Mr Danvers und blickte zu seiner Frau.
Eliza Danvers Blick ruhte noch auf Rose.
„Ich hab deine Mutter einmal getroffen, weißt du?“ meinte sie. „Ich war bei meinem Bruder zu Besuch. Sie hat mir damals erzählt, dass auch sie das Angebot annehmen will in euer Ministerium einzutreten aber erst ihren UTZ auf Hogwarts machen will. Dein Vater hat sie damit aufgezogen.“
Eliza lachte leise aber ein merkwürdiger Ton hatte in ihrer Stimme Einzug gehalten.
Danny war sich sicher: In seiner Tante ging gerade etwas vor.
Mr Potter steckte noch einmal den Kopf ins Zimmer und teilte Rose mit, dass er die Leiterin der Lufkin-Einheit hatte beruhigen können. Herriette Hasting bestand allerdings darauf einen Auror ihrer Einheit hier zu stationieren und verlangte, dass dieser Rose nach Hause eskortierte.
Die junge Weasley verdrehte die Augen als sie das hörte aber ihr Onkel rief sie zur Ordnung.
„Die machen nur ihren Job Rose.“
Das sah die junge Ravenclaw ein und versprach zu kooperieren.
Noch eine ganze Weile saß die Gruppe an Karas Krankenbett und alle taten ihr Bestes Dannys Cousine aufzuheitern.
Als erstes verließen Mrs Potter und Jerry Danvers die Runde um zum Heim der Familie Potter zu apparieren. Mr Danvers wollte sich mit Mrs Potters Vater zusammensetzen.
Da ihre Kinder noch bleiben wollten wies Mrs Potter James, Albus und Lily an das Floh-Netzwerk zu benutzen und gab eine Zeit vor wann sie zu Hause sein sollten.
Als nächstes verabschiedete sich Rose. Ein Blick auf die Uhr hatte ihr gezeigt, dass ihre Eltern wohl bald nach Hause kommen würden und sie wollte die beiden beruhigen können. Sicher war zumindest Mrs Granger über den Vorfall im Umfeld ihrer Tochter informiert worden.
Der Auror der Lufkin-Einheit nahm seinen Schützling in Empfang und Rose lief deswegen noch einmal rot an.
Schließlich verabschiedeten sich auch die Potter-Geschwister und als letztes beschlossen Alex und Danny nach Trever-Hall zurück zu kehren.
Eliza Danvers versprach noch an Karas Seite zu bleiben bis diese eingeschlafen war.
Als Alex und Kara in der Küche von Trever-Hall aus dem Kamin kletterten begrüßte sie Jakubi und reichte jedem einen Teller mit belegten Broten.
Trotz der späten Stunde hatte der Hauself einen Happen zum Abendessen bereit.
Auf Alex Teller lag sogar noch eine schöne Überraschung bereit.
Speedy hatte seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und war mit Post für Dannys Cousine aus den Staaten zurück gekommen.
„Der ist von Jenna!“ meinte Alex begeistert als sie die Handschrift auf dem Umhang erkannte.
„Dann füttere ich nach dem Essen mal Speedy und lass ihn wissen, dass er sich auf einen weiteren Flug einstellen kann.“ grinste Danny.
„Auf jeden Fall.“ freute sich Alex. „Du hast nichts dagegen, dass ich deine Eule nochmal einspanne?“
„Seh ich so aus?“ fragte Danny sarkastisch. „Ich hab dir die Infos für den Schüleraustausch besorgt.“
Es war Alex deutlich anzusehen, dass sie sich zurückziehen und den Brief lesen wollte, doch irgendetwas lag ihr offensichtlich auf der Seele.
„Ist noch was?“ fragte er daher.
Alex blickte zu ihm auf und fragte dann:
„Meine Mum.....sie ist immer stiller geworden. Denkst du.....?“
„Das bei ihr was im Kessel brodelt?“ fragte Danny.
Alex nickte.
„Da bin ich mir ziemlich sicher.“ sagte er. „Und wenn ich dir einen rat geben darf?“
Wieder nickte Alex.
„Ich hab schon gemerkt, dass es zwischen euch ziemlich gekracht hat.“ meinte er. „Aber ich glaube auch, dass keine von euch beiden besonders glücklich ist, hab ich recht?“
Alex dachte einen Moment darüber nach, dann schüttelte sie den Kopf.
„Ich will nur....ich weiß auch nicht.“ seufzte sie.
Alex hatte sich an den Küchentisch gelehnt und Danny trat nun neben sie.
„Für mich sieht es so aus als ob du sie provozierst.“ vermutete er. „Du willst im Grunde nicht streiten. Du willst etwas von ihr und egal ist sie dir nicht. Überleg dir was du willst, was dich eigentlich stört und dann....sei auch bereit ihr zuzuhören. Sonst kommt ihr nicht weiter.“
„Stimmt schon.“ räumte Alex ein. „Und ich bin diesen Streit ja auch leid. Es hat einfach nur so weh getan, verstehst du Danny? Ich hab mich bei uns zu Hause immer sicher gefühlt. Ich hab mich auf Ilvermorny wohl gefühlt und auf einmal.....“
Hilflos hob Alex die Arme.
„Ich will jetzt nicht das du mich für eine Super-Streberin hältst aber.....“
Alex suchte nach den richtigen Worten.
Danny begriff wovon seine Cousine sprach und sprang in die Bresche.
„Zauberschulen wie Ilvermorny und Hogwarts sind eben nicht einfach nur Schulen, oder?“ fragte er. „Da ist diese große Kraft in dir und dort lernst du sie zu verstehen. Ist schon was besonderes, oder?“
Alex lächelte und nickte.
„Nicht das wir das jemals öffentlich zugeben würden!“ meinte Danny scherzhaft.
„In Merlins Namen, natürlich nicht!“ stieg Alex auf den Witz ein.
„Wir wären gesellschaftlich ruiniert.“ meinte Danny. „Das geht nur als Ravenclaw.“
„Oder gehörnte Schlange!“ stimmte Alex zu.
Beide Teenager mussten lachen.
Schnell jedoch wurde Alex wieder ernst.
„Es hat so weh getan.“ meinte Alex schließlich. „Wir mussten unsere Schuluniformen dem Schulleiter übergeben und haben unsere Zeugnisse und Zauberstäbe ausgehändigt bekommen. Die Stäbe mussten wir dann unserem Großvater übergeben und Danny, glaub mir eins: Er hat es genossen. Er hat seine Macht über mich und Kara genossen.“
„Das passt!“ meinte Danny. „Ich kann verstehen, dass da jede menge Frust bei dir im Kessel brodelt. Ich sag auch nicht: Vergiss es. Ich sag: Rede mit deiner Mum wenn sie zu dir kommt. Rede wirklich mit ihr.“
„Keine verbalen Spitzen, keine Beleidigungen?“
Alex Frage klang rhetorisch.
„Wäre denke ich ne gute Idee.“ riet Danny.
Alex nickte nachdem sie darüber nachgedacht hatte.
„Ich werd es versuchen.“ meinte sie und hielt dann lächelnd den Brief ihrer Freundin in die Höhe. „Aber erst mal.....“
„Auf jeden Fall!“ meinte Danny.
Lächelnd zog sich Alex auf ihr Zimmer zurück. Es war mehr als deutlich, dass sie sich über den Brief ihrer Freundin sehr freute.
Danny verspeiste in der Küche Jakubis Brote, bedankte sich bei dem kleinen Elf und nahm dann eine Schachtel mit Stabheuschrecken (selbige besorge er in einem Angelladen als besondere Leckerei für Speedy) aus dem Küchenschrank und ging zum Eulenverschlag im Garten.
Gierig verschlang der kleine Elfenkautz die Leckerei.
„Du wirst wohl bald wieder einen Flug in die Staaten machen.“ grinste Danny und kraulte Speedy das Bauchgefieder.
Während Speedy noch seine Begeisterung heraus zwitscherte erklang das rauschen von Eulenflügeln und zwei Schleiereulen setzten zur Landung an.
Beide trugen Briefe die das Siegel der Hogwarts-Schule trugen.
Der erste Brief war an Danny adressiert und enthielt die Bücherliste für das kommende Schuljahr.
Der zweite Brief war an Mr und Mrs Danvers adressiert.
Danny vermutete, dass Professor McGonagall bereits auf die Anfrage der Danvers-Familie reagiert hatte.
Das war schnell wenn man bedachte, dass die Danvers sich erst am frühen Nachmittag an die Hogwarts-Schule gewandt hatten. Auf der anderen Seite war sich Danny sicher, dass es McGonagall eine Herzensaufgabe war sich um Alex und Kara zu kümmern wenn ihre Mutter die Notlage der Familie angedeutet hatte.
Nach drei Jahren kannte Danny seine Schulleiterin. Disziplin ging Minerva McGonagall über alles aber das bedeutete nicht, dass sie kaltherzig war. Ganz im Gegenteil. Er kannte niemanden, der sich mehr um die Schüler von Hogwarts sorgte als die Schulleiterin.
Danny entließ die beiden Eulen und kehrte ins Haus zurück.
Im Erdgeschoss traf er auf Jakubi.
„Ist meine Tante schon aus dem St. Mungo zurück?“ erkundigte er sich.
„Mrs Danvers ist gerade zurück gekommen und wollte zu Miss Alex.“ erklärte der kleine Hauself.
Sofort machte sich Danny auf dem Weg die Treppe hinauf.
Sicher wollte Eliza wissen wie es um ihre Anfrage stand.
Als er sich dem Stockwerk näherte auf dem die Danvers untergebracht waren hörte er Stimmen.
Kurz überlegte er, dann verwandelte er sich in seine Puma-Gestalt. Lautlos schlich er die letzten Stufen empor.
Seine feinen Ohren ermöglichten ihm nun alles zu hören und indem er vorsichtig über den Treppenabsatz schielte konnte er sogar seine Tante und seine Cousine beobachten.
„.....wir reden Alex? Wirklich reden?“ fragte Eliza gerade.
Alex schien kurz mit sich zu ringen, dann meinte sie:
„Komisch, dass du jetzt damit ankommst. Danny und ich haben darüber geredet, dass wir wohl reden sollten.“
„Ihr versteht euch gut, du und Danny?“ fragte Eliza.
Alex nickte.
„Ich kann gut mit ihm reden. Da ist einfach eine Verbindung.“
„Das freut mich.“ meinte ihre Mutter. „Ich weiß du bist wütend auf mich Alex.....“
„Nicht wütend Mum“ unterbrach Alex. „Es ist nur.....“
„Du bist enttäuscht von mir.“ übernahm Eliza wieder. „Und aus gutem Grund...und...nein, Alex ich rede dir jetzt nicht nach dem Mund um dich auf meine Seite zu ziehen.“
Sie fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und trat einige Schritte von ihrer Tochter zurück.
„Ich hab so viele Fehler gemacht.“ meinte sie schließlich. „Gnädiger Paracelsus es fängt doch schon mit Danny an. Wenn ich sehe wie gut ihr beide euch versteht obwohl ihr euch gerade erst kennen gelernt habt. Wenn ich nicht so ein verdammter Feigling gewesen wäre.... wenn ich Danny damals aufgenommen hätte als Will starb.....ihr zwei wärt wie Bruder und Schwester aufgewachsen! Aber nein! Ich hab mich dem Willen meines Vaters gebeugt und ich kann nicht mal mehr als Entschuldigung anbringen, dass ich das Geld für Jerrys Behandlung brauchte. Will hatte mir Geld hinterlassen. Mehr als genug! Das hätte ich wissen müssen! Ich kannte meinen Bruder doch! Ich hätte meinem Vater sagen soll, dass er sich zum Teufel scheren kann! Selbst wenn er dann damals schon unser Vermögen beschlagnahmt hätte.....“
Eliza machte eine hilflose Geste und wies auf die Wände von Trever-Hall.
„Wir hätten hier leben können! Allein mit dem Geld das Will mir hinterlassen hat hätten wir neu anfangen können und....man sieht es doch! Er hatte hier so viele Freunde! Auch die hätten uns geholfen! Nein Alex..... du bist zu recht wütend auf mich. Damit kann ich leben. Ich hab auch keine Ausreden mehr für mein Verhalten. Nicht vor dir und nicht vor mir. Deine Wut? Ich hab es verdient. Aber womit ich nicht leben kann ist, dass du glaubst mir nicht vertrauen zu können.“
„Du meinst das mit Jenna und mir?“ fragte Alex.
Eliza nickte.
„Du hast gesagt, dass ihr seid über einem Jahr zusammen seid. Das ist eine verdammt lange Zeit in deinem Alter. Das heißt aber auch, dass du mich seid über einem Jahr angelogen hast.“
„Ich hab nicht gelogen!“ versuchte Alex zu widersprechen doch ihre Mutter unterbrach sie.
„Alex bitte....keine Haarspalterei. Bevor du mit Jenna zusammengekommen bist war da dieser Junge.....“
„Billy Stockman.“ warf Alex ein.
„Genau der!“ fuhr Eliza fort. „Wir haben über ihn geredet. Wir haben über andere Jungs aus deiner Klasse geredet und du.....Ein Jahr Alex! Zu diesem Zeitpunkt wusstest du doch noch gar nichts von dem Problemen mit meinem Vater! Alex was habe ich getan, dass du glaubst mir in dieser Sache nicht vertrauen zu können? Es kann doch nicht nur diese eine Sache zu Weihnachten gewesen sein! Es hätte doch sein können, dass ich nur an den Feiertagen keinen Streit anfangen wollte! In Merlins Namen, ich weiß noch nicht mal wie du und Jenna eigentlich zusammengekommen seid.“
Eliza hatte sich heiß geredet. Sie ließ sich nun auf die Stufen der Treppe sinken die weiter in die oberen Stockwerke führten.
„Mit Billy hab ich schon nach ein paar Wochen Schluss gemacht.“ meinte Alex nach einigen Augenblicken des Schweigens. „Wenn wir uns geküsst haben.....ich hab einfach nichts dabei gefühlt Mum. Es war als ob ich meinen Teddybär küssen würde. Irgendwann hat es mich dann einfach nur noch genervt wenn er....knutschen wollte. Mit Jenna bin ich zusammen gekommen..... Es war früh im letzten Schuljahr. Wir waren zusammen schwimmen....ganz früh am Morgen. Die Schule hat ja einen Pool. Einen See wie den von dem Danny uns erzählt hat gibt es bei uns nicht. Wir haben rumgealbert, haben so ein wenig miteinander gerungen und auf ein Mal hatte sie mich im Arm und mein Gesicht war ganz nah vor ihrem und dann.....ich weiß gar nicht ob ich sie oder sie mich geküsst hat aber auf einmal ist es passiert. Mum.....es war der Wahnsinn! Wie in diesen bescheuerten Liebesromanen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören. Jenna hat mir dann gestanden, dass sie schon eine Weile Gefühle für mich hatte und nur Angst hatte das ich vielleicht nicht so fühle. Ich wollte es dir erzählen und Jenna war auch nicht glücklich darüber, dass ich es immer wieder verschoben habe aber.....“
Alex hob die Schultern.
„Warum?“ wollte ihre Mutter wissen. „Es kann nicht nur diese eine Geschichte zu Weihnachten gewesen sein.“
„War es nicht.“ bestätigte Alex. „Mum, es gibt einen Teil an dir, der mir Angst macht.“
„Angst?“ Eliza klang ungläubig.
„Ja.“ bestätigte Alex. „Mum, du weißt gar nicht wie sehr du dich veränderst wenn es um Großvater geht. Alles an dir verändert sich. Du sprichst anders, du bewegst dich anders.....Du bist so unterwürfig wenn es um ihn geht. Es ist als ob du alles tun würdest um einen Konflikt zu vermeiden. Einfach alles! Und was ich in den letzten Tagen erfahren habe bestätigt das! Nimm Danny zum Beispiel! Mum, du hast ihn nie erwähnt! Deinen Bruder auch nicht und auf einmal erfahre ich, dass ich einen Cousin habe und einen Onkel gehabt habe den du ja wohl sehr geliebt hast.“
„Will war das einzige was mir geholfen hat meine Kindheit zu überleben.“ flüsterte Eliza so leise, dass selbst Dannys feine Puma-Ohren es kaum hören konnten.“
„Das glaube ich dir.“ meinte Alex und trat auf ihre Mutter zu. „Aber du hast es selbst gesagt: Du hast Danny im Stich gelassen und im Grunde auch deinen Bruder.. Mum, was würde er sagen, wenn er wüsste, dass du seinen Sohn allein hast auswachsen lassen.“
„Genau deshalb fällt es mir immer schwerer und schwerer Danny in die Augen zu sehen.“ gestand Eliza Danvers. „Er ist seinem Vater so ähnlich das es mir fast körperlich weh tut. Ich habe meinen Bruder in all den Jahren sehr vermisst Alex aber das im Stich gelassen was in dieser Welt noch von ihm übrig ist. Aber wenn mein Vater vor mir steht.....hier sieh es dir an!“
Eliza Danvers hielt ihre Hände nun ausgestreckt vor sich. Danny musste schlucken als er sah wie die Finger seiner Tante zitterten.
„Was hat er dir angetan, dass du solche Angst vor ihm hast?“ fragte Alex fassungslos.
„Er hat uns nie geschlagen.“ erwiderte Eliza mit belegter Stimme. „Aber er hatte seine Methoden. Will,....ich weiß bis heute nicht wo er den Mut hergenommen hat all das zu ertragen. Du hättest mal sehen soll wie mein Vater ausgerastet ist als er sich auf Ilvermorny mit einem schwarzen Mitschüler angefreundet hat. Neben seinen vielen liebenswerten Eigenschaften ist dein Großvater nämlich ein Rassist. Ich war nie so stark wie Will. Ich kann kaum an meinen Vater denken ohne......“
Das Zittern war nun nicht mehr nur auf Elizas Hände beschränkt. Ihr ganzer Körper bebten.
Alex Frage hallte noch durch Dannys Geist: Was musste sein Großvater seiner Tochter angetan haben, dass sie derartig voller Angst war?
Alex war inzwischen auf ihre Mutter zugetreten.
„Mum,“ sagte sie schließlich mit belegter Stimme. „Du musst dir helfen lassen. Sieh dich an: All diese Angst! Ich habe gesagt, du machst mir Angst. Das muss ich anders ausdrücken. Seid ich ein kleines Mädchen war habe ich all das in dir gespürt. All das hier, was jetzt gerade herausbricht. Ich konnte es nicht in Worte fassen....Scheiße ich kann es jetzt kaum aber damit kann ich nicht leben und du....? Warum willst du damit leben?“
„Das will ich nicht Alex!“ hielt Eliza erregt dagegen.
„Was willst du dann?!“ auch Alex klang jetzt aufgebracht.
„Ich will deine Mutter sein!“ Eliza hatte fast geschrien.
„Ich will deine Mum sein!“ widerholte sie diesmal ruhiger aber mit tiefem Ernst in der Stimme. „Und die von Kara und Jerry will ich in meinem Leben und ich will Danny kennen lernen. Ich will das wir eine Familie sind. Das will ich! Mehr als ich jemals etwas in meinem Leben gewollt habe. Gib mir noch eine Chance Alex, bitte!“
„Nur wenn du mir versprichst, dass du dir Hilfe suchst Mum.“ meinte Alex. „Dann,...zweite Chance? Auf jeden Fall! Aber du musst das los werden! Diese Angst, du.....“
„Ich hab lange genug damit gelebt.“ meinte Eliza.
Diesmal, da war Danny sich sicher traf sie den richtigen Ton. Man hörte ihre Angst aber auch ihre Entschlossenheit. Was sie sagte war ehrlich.
„Ich werde mir helfen lassen Alex, ich verspreche es dir. Morgen wenn wir Kra aus dem St. Mungo abholen spreche ich mit den Heilern über die Möglichkeiten mir helfen zu lassen. Ich werde das nicht dir aufbürden, nicht Kara, Jerry oder Danny. Ich muss endlich selbst kämpfen.“
Alex reagierte auf dieses Versprechen indem sie ihre Mutter umarmte.
Dankbar schloss auch Eliza ihre Tochter in die Arme.
Danny beschloss zurück ins untere Stockwerk zu schleichen und dann möglichst geräuschvoll die Treppe herauf zu kommen.
Als er den Rückzug antrat hörte er Eliza noch fragen: „Erzählst du mir noch etwas von Jenna? Ich möchte alles über sie wissen.“
So, das war es wieder.
Hoffe es hat euch gefallen und guten Start in die neue Woche.
Bis bald.