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Bruder und Schwester

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Bruder und Schwester

Und wieder geht es weiter.

Heute gibt es den zweiten Teil der Begegnung zwischen Bruder und Schwester.

Wieder etwas kürzer aber bedenkt: Dieses und das letzte Kap sollten eigentlich ein ganzes bilden.

Viel Spaß.

Angespannt verfolgten die Jugendlichen wie Alex und Karas Mutter die Pläne ihres Vaters für die Mädchen offenlegte und berichtete wie es der Familie in den letzten Wochen ergangen war.

Danny musste schlucken. Es war schon eine Odyssee gewesen die die Danvers über sich hatten ergehen lassen.

„Es war eine schreckliche Zeit.“ seufzte Eliza Danvers. „Jerry ging es immer schlechter und die Mädchen.....Der Druck unter dem wir alle standen! Schließlich haben wir dann den Plan gefasst uns an Danny und seinen Onkel zu wenden.

Tobias.....ich kann dir gar nicht beschreiben was in mir vorging als wir den Entschluss gefasst haben. Ich habe mich so geschämt. Ich meine kannst du dir das vorstellen? Um den halben Globus flüchten um meinen minderjährigen Neffen anzubetteln. Den Neffen, den ich im Stich gelassen habe als seine Eltern starben! Und das alles weil Vater diesen widerlichen Plan hat. Es ist doch einfach nur.....“

Eliza ließ den Satz unvollendet und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

Tobias Crowfield schwieg eine Weile. Sein Blick wanderte einfach ins Leere.

„Tobias?“ fragte Eliza schließlich als das Schweigen anhielt.

Ihr Bruder hob den Kopf.

„Entschuldige.“ meinte er. „Was du mir da gerade erzählt hast.....“

Er lachte freudlos auf.

„Es ist unfasslich!“ meinte er schließlich. „Ich kann nicht glauben, dass er deinen Mädchen das antun will aber auf der anderen Seite sollte es mich nicht überraschen!“

Er warf hilflos die Arme nach oben.

„Warum überrascht es uns das er bereit ist so weit zu gehen?“ fragte er. „Meine Ex-Frau wollte nie schwanger werden also.....“

Tobias Crowfield unterbrach sich. Scham erschien auf seinem Gesicht.

„Jerry und ich haben immer befürchtet, dass Vater bei Viviancas Zeugung nachgeholfen hat.“ sagte Eliza und achtete darauf ihren Bruder nicht zu kränken.

„Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich an diesem Komplott beteiligt war.“ räumte Tobias ein. „Zuerst hatten Viviancas Mutter und ich eine Beziehung. Ihre Mutter nahm immer einen Trank ein der Schwangerschaft verhindern sollte. Sie wollte keine Kinder. Sie hat sogar im Ehevertrag festhalten lassen, dass sie das Recht hat zu entscheiden ob sie schwanger wird oder nicht. Vater hat aber darauf bestanden, dass sie sich im Gegenzug verpflichtet anzuerkennen, dass ihm, als Familienoberhaupt, im Falle eine ungewollten Schwangerschaft die Entscheidungsgewalt zusteht. Einen manipulierten Zaubertrank später war Vivianca auf dem Weg. Vater hat dann seine Autorität sofort ausgespielt und bestimmt, dass sie die Schwangerschaft über auf dem Familienanwesen leben muss. Hecate war während dieser neun Monate praktisch eine Gefangene. Sie hat mir nie verziehen, dass ich sie nicht unterstützt habe. Nach der Geburt war unsere Ehe tot!“

Tobias lachte freudlos.

„Ich bin selbst schuld dran und weißt du was das Beste ist Eliza? Soweit es Vater angeht war alles für die Katz! Vivianca ist ja schließlich auch ein Mädchen! Er hat alles riskiert und am Ende nichts gewonnen!

Tobias dachte einen Moment nach, dann musste er wieder lachen.

„Weißt du, es ist fast poetische Gerechtigkeit. Das einzige seiner Kinder, dass einen männlichen Nachkommen gezeugt hat ist der Sohn, den er mit vierzehn Jahren verstoßen hat.“

Nun musste auch Eliza lachen.

„Das dürfte Vater in der Tat nicht gefallen. Außerdem hab ich schon mitbekommen, dass Danny ein talentierter junger Zauberer ist. Im Grunde ist er alles was Vater sich von einem Erben erhoffen würde. Nur schade, dass er was die Einstellung betrifft ganz nach seinem Vater kommt.“

„Dann muss er wirklich ein netter Junge sein.“ gab Tobias zurück.

„Es ist schön das du das sagst.“ meinte Eliza. „Du und Will......“

„Vater hat uns immer gegeneinander ausgespielt.“ Tobias Stimme wurde bitter. „Und ich hab es zugelassen.“

„Du wusstest es nicht besser.“ widersprach Eliza. „Du warst ein Kind und wolltest deinen Vater glücklich machen. Meine Ausrede ist weniger verständlich: Angst. Schlicht und einfach Angst.“

„Er hat dir ja auch allen Grund gegeben ihn zu fürchten.“ versuchte Tobias zu trösten. „Ich habe  irgendwann schließlich erkannt, dass ich Vaters Vorstellungen nie gerecht werden könnte. Keiner kann das.“

„Deswegen hat er schon bei Vivianca versucht einen männlichen Enkel zu „erschaffen“? Fragte Eliza.

Tobias nickte.

„Ich habe das lange auf mich bezogen.“ war Tobias Antwort. „Bis ich gemerkt habe, dass die Verweigerung von Anerkennung seine Methode war um mich unter Kontrolle zu halten. Es ist wie du sagtest: Ich wollte ihm gefallen. Wollte das er Stolz auf mich ist. Aber er hat immer nur gerade genug Anerkennung gezeigt um mich bei der Stange zu halten. Als ob du einem Esel eine Karotte vor die Nase hängst. Er schnappt danach, wird sie nie erwischen aber bewegt sich in die Richtung die er will. Aber, Eliza, ich glaube wir kommen vom Thema ab. Es geht doch um deine Mädchen.“

„Stimmt.“ Eliza nickte. „Aber Tobias.....wir sollten bei Zeiten über all das reden. Ich hätte nichts dagegen ein besseres Verhältnis zu meinem Bruder aufzubauen.“

„Das würde mich freuen.“ gab Tobias zurück.

Einen stillen Moment lang blickten Bruder und Schwester sich an, dann sammelte Eliza sich und ergriff wieder das Wort:

„Nun, was die Sache mit meinen Mädchen betrifft stelle ich mir seid Wochen immer wieder eine Frage; Warum diese schreckliche Eile von Vaters Seite? Ich meine, Alex und Kara sind beide clevere, hübsche junge Mädchen. Irgendwann werden die beiden vielleicht beschließen Familien zu gründen. Die Chancen stehen gut, dass da ein Enkel bei heraus kommt.“

„Da hast du recht.“ gab Tobias seiner Schwester recht. „Die Gesellschaft hat eigentlich auch Regeln und Möglichkeiten für den Erhalt alter Zauberer-Familien. Zivilisierte Möglichkeiten.

Oben bei den Jugendlichen flüsterte Albus fragend in die Runde:

„Die Gesellschaft?“

„Das ist so eine Art Club.“ flüsterte Kara. „Eine Vereinigung all der alten Zauberer-Familien die sich bis zur Kolonialisierung Amerikas zurückverfolgen lassen und so ein Familienstammbuch mit Regeln haben wie eben die Crowfields.“

„Ist ein ekelhafter Haufen.“ zischte Alex. „Das ist so eine richtige Seilschaft die zusammen hält um den Einfluss und die Macht der alten Familien zu stärken. Vetternwirtschaft wird da ganz groß geschrieben. Sie tun sich gegenseitig Gefallen, versuchen sich gute Positionen in Regierung und Wirtschaft zuzuspielen..... Fünfzehn alte Familien gehören zu diesem Club. Alles selbstverliebte Schleimer.“

„Ich liebe es wenn du so schmutzig redest.“ flüsterte Jenna Alex ins Ohr und brachte alle damit zum lachen.

Unten ging die Unterhaltung weiter.

„Du hast völlig recht.“ ereiferte sich indes Eliza. „Vater zahlt diesem 42-jährigen Zauberer der Alex und Kara....Nun, er zahlt einen geradezu irrwitzigen Betrag für  diese Dienstleistung. Warum? Er könnte sich einfach mit Alex und Kara an einen Tisch setzen und zum Beispiel vorschlagen, dass wenn eine der beiden einen Sohn bekommt dieser, sagen wir die Hälfte, von dem Geld bekommt das Vater jetzt für seinen Plan ausgibt. Im Gegenzug müsste der Junge den Namen Crowfield annehmen. Gütiger Merlin! Das wäre genug Geld um ein eigenes Geschäft zu eröffnen und es ist nur ein verdammter Name!“

„Ein Name der dem Jungen vermutlich sogar Türen öffnen würde.“ nahm Tobias den Faden auf. „Es lässt sich nicht abstreiten, dass die Gesellschaft Einfluss hat.“

„Ganz genau!“ stimmte Eliza zu. „Vor allem hat er ja mit dir einen Sohn der den Familiennamen in der nächsten Generation weitertragen kann! Die Frage bleibt also: Warum diese schreckliche Eile? Ich meine, Kara ist 13! Gut, sie fängt an sich für Jungs zu interessieren. Da ist dieser Junge den sie hier kennengelernt hat. Ich glaube da knistert es.....“

Im oberen Stockwerk liefen Kara und Albus unter allgemeinem Gekicher rot an,

„....aber sie ist definitiv zu jung für eine Schwangerschaft. Gnädiger Paracelsus Tobias mit Dreizehn ist sie gerade körperlich in der Lage ein Kind zu bekommen!“

„Und deine Tochter Alex ist doch nur ein Jahr älter.“ übernahm Tobias. „Das ist immer noch.....“

„Viel zu jung!“ gab Eliza ihm recht. „Dazu kommt noch ein weiterer Faktor bei Alex aber lassen wir das jetzt erst mal. Ich denke, dass ich den Grund jetzt kenne Tobias. Bitte versteh das jetzt nicht falsch aber ich denke es hat mit deiner Hochzeit zu tun.“

Tobias straffte sich und Sorge erschien auf seinen Gesichtszügen.

„Versteh das nicht falsch!“ meinte Eliza sofort beschwichtigend. „Ich will dir keinen Vorwurf machen und freue mich für dich, dass du jemanden gefunden hast der dir offensichtlich gut tut aber, erinnerst du dich noch an Wills besten Freund damals auf Ilvermorney? Der , der mit Zelda zusammengekommen ist?“

„Du meinst Samenthen Tousso? Ja, ich erinnere......Oh!“

Tobias Crowfield unterbrach sich und schlug sich mit der Hand vor die Stirn.

„Das kann doch jetzt nicht.....du denkst doch nicht....?“

„Doch.“ meinte Eliza. „Gemäß der vierten Regel des zweiten Absatzes  kann Vater festlegen wer seine Autorität erbt wenn mehrere geeignete Kandidaten zur Verfügung stehen. Er will nichts dem Zufall überlassen und deshalb ist er so hinter meinen Mädchen her, dass er hier fast ihre Entführung provoziert hätte!“

„Entführung?“ Tobias war entsetzt.

„Es hat einen Vorfall gegeben.“ faste Eliza zusammen. „Wir wurden hier sehr freundlich aufgenommen und die Mutter eines Schulfreundes von Danny hat die Mädchen zu einem Quidditich-Spiel eingeladen. Dabei ist Kara angegriffen worden. Zum Glück ist nichts passiert. Vater hatte es natürlich so gedreht, dass er seine Hände in Unschuld waschen konnte!“

Tobias lachte bitter auf und ließ sich im Wohnzimmer in einen Sessel sinken.

„Ja, darin ist er gut! In Merlins Namen, Eliza es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht....euer ganzes Leben!“

„STOP!“ Eliza unterbrach ihren Bruder. Sie zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben ihn. „So fangen wir erst gar nicht an Tobias. Was mit meiner Familie passiert ist, ist Vaters Schuld. Er hat das über uns gebracht und ich habe auch eine Rolle gespielt! Wenn ich mich früher gegen ihn gewehrt hätte.....“

Sie fuhr sich kurz mit der Hand übers Gesicht, dann fuhr sie fort:

„Tobias, ich mache dir keinen Vorwurf. Ich freu mich für dich! Ich habe gehört wie du über deine Frau sprichst. Gnädiger Merlin! Ich erkenne dich kaum wieder! Du bist durch sie ein neuer Mensch geworden und ich denke sie tut dir gut. Aber wenn Vater zu unserer Schulzeit schon alles getan hat um eine Freundschaft zwischen seinem Sohn und einem schwarzen Mitschüler zu verhindern, was glaubst du wie er auf eine Beziehung zwischen seinem einzigen Sohn und einer schwarzen Hexe reagiert?“

„Das muss ich mir nicht vorstellen.“ brummte Tobias bitter. „Bevor wir in die Flitterwochen aufgebrochen sind ist Vater bei uns aufgetaucht. Oh, Eliza, es war nicht schön. Erst hat er mit dieser eisigen Stimme gesprochen. Hat mich von oben herab behandelt als wäre ich ein dummer Junge der  nicht weiß was er da eigentlich getan hat und gemeint, dass es sich ja wohl von selbst versteht, dass ich diese Ehe sofort auflösen lasse.“

Tobias Crowfield lachte auf.

„Er hatte sogar schon die entsprechenden Papiere dabei und verlangt, dass ich sie unterschreibe! Wirklich schlimm ist es dann aber geworden als ich ihm gesagt habe, dass ich nicht unterschreiben werde und er sich zum Teufel scheren kann! Wir hatten einen Streit....es war hässlich! Auf dem Höhepunkt hat er sogar seinen Zauberstab gezogen. Keine Ahnung was er vorhatte aber ich bin ihm mit einem Entwaffnungs-Zauber zuvor gekommen und habe ihn dann rausgeworfen!

Das hat er natürlich nicht auf sich sitzen lassen. An mein Geld kommt er ja nicht ran. Bereits bevor ich  Stefanie geheiratet habe, habe ich bei der Gesellschaft den Familienregeln abgeschworen. Damit sind Vaters Möglichkeiten begrenzt. Aber er hat Fäden im Hintergrund gezogen und dafür gesorgt, dass ich meinen Job verliere.“

„Das tut mir leid Tobias.“ meinte Eliza mitfühlend. „Ich weiß, dass Geschichtsforschung dir viel bedeutet.“

„Es ist nicht so schlimm für mich wie du denkst Eliza.“ beschwichtigte ihr Bruder. „Ich hatte das vorausgesehen und habe vorgesorgt. Ich habe ein Angebot von Ilvermorney angenommen und unterrichte dort ab diesem Jahr Geschichte der Zauberei. Du kannst mich also Professor nennen.“

Eliza lächelte ihren Bruder an.

„Das freut mich für dich Tobias. Ich glaube der Job passt zu dir.“

„Denke ich auch.“ schmunzelte dieser. „Ich hatte auch gehofft, dass ich so meine Nichten etwas besser kennenlernen könnte aber nun....“

„Nun müssen die beiden sich auf Hogwarts einfinden.“ seufzte Eliza. „Weil ich leider nicht den Mut hatte zu tun was du getan hast und nicht so weitsichtig war. Glaubst du denn, dass du jetzt vor Vater sicher bist?“

„Es gibt nichts mehr was er tun kann.“ war Tobias sich sicher. „Ich bin Finanziell durch mein Erbteil bereits abgesichert und auch der neue Job ist mir sicher. Die Gesellschaft konnte vielleicht dafür sorgen, dass deine Mädchen Ilvermorney verlassen müssen aber auf die Lehrer haben sie keinen Einfluss. Außerdem ist meine Frau auch kein Leichtgewicht. Sie kommt aus einer alten Zauberer-Familie und ist in direkter Linie mit Seraphina Picquery verwandt. Einer der angesehensten Präsidentinen des MACUSA. Da WILL die Gesellschaft keinen Krieg vor allem, weil man viel über die Gesellschaft sagen kann aber Rassismus gehört nicht dazu. Nach der Sklavenbefreiung war die Gesellschaft die erste amerikanische Organisation die Schwarze als in allen Punkten gleichberechtigt anerkannt hat. Sie sehen in meiner Ehe kein Problem! Das ist einzig und allein Vater!“

„Das ist gut!“ meinte Eliza. „Dann bist du vielleicht auch bereit mir zu helfen.“

„Worum geht es?“ wollte Tobias wissen.

„Morgen ist die Anhörung über das Sorgerecht für meine Mädchen.“ erklärte Eliza Danvers. „Unsere Chancen stehen durch die Hilfe von Danny und seinem Onkel sehr gut aber ich will nichts dem Zufall überlassen. Wenn wir nachweisen können, dass der Grund warum Vater auf einmal alles tut um an meine Mädchen heran zu kommen, in Rassismus und anderen niederen Beweggründen besteht hilft uns das! Jerry und ich haben das auch mit unserem Rechtsbeistand besprochen. Mr Finch-Fletchley ist auch der Meinung, dass es uns helfen würde. Tobias, wenn du aussagen würdest....erzählen würdest, was wir hier gerade besprochen haben....Es würde Helfen Vater als den giftigen alten Mann zu entlarven der er ist!“

Tobias Crowfield sah seine Schwester an, dann nickte er.

„Ich werde euch helfen Eliza. Das schulde ich dir und ich schulde es mir selbst. Vater hat uns so viel angetan, hat uns so viel genommen! Ich denke es wird Zeit, dass wir etwas davon zurückholen.“

So, das war es für diesen Sonntag.

Ich hoffe es hat euch gefallen und....guten Start in die neue Woche.

Bis bald.