Der Prozess Teil 1
Der Prozess Teil 1
Ein neues Wochenende, ein neues Kapitel!
Heute gibt es wieder ein Familientreffen aber dieses Treffen wird nicht so friedlich verlaufen wie das letzte.
Trotzdem: Viel Spaß.
Es war noch ein interessanter Nachmittag geworden auf Trever-Hall. Danny dachte darüber nach was gestern noch geschehen war. Er lag in seinem Schlafsack vor dem Kamin im Wohnzimmer von Trever Hall und starrte an die Decke.
Die Jugendlichen hatten sich gestern Nachmittag zu einer kleinen Übernachtungsparty entschlossen um die Nervosität vor der Anhörung abzubauen die für heute anstand. Weder Danny, noch die Danvers-Schwestern und erst recht nicht Albus und Jenna waren von der Idee begeistert gewesen allein in ihren Zimmern zu hocken.
Daher hatten die Jugendlichen, mit Erlaubnis von Taro, das Wohnzimmer unter Beschlag genommen, sich Schlafsäcke herbei gezaubert und ( ausgestattet mit Snacks die Jakubie bereitgestellt hatte) einen Muggelfilm-Maraton begonnen.
Zu Dannys Freude hatten sie auch Rose für die Party gewinnen können. (Scorpius war leider noch mit seinen Eltern im Ausland und James und FJ waren zu beschäftigt Lily und Roxy als Agenten des Chaos anzulernen.)
Ein Zauberer der Lufkin- Einheit hatte die junge Weasley zwar begleitet aber sich schnell in eines der Gästezimmer von Trever-Hall zurückgezogen nachdem er einige Sicherheitszauber gewirkt hatte.
Rose war die Sache trotzdem peinlich gewesen.
„Ich komme mir vor wie eine Prinzessin“ hatte sie verlegen gemeint. „Als nächstes hält mir noch ein Auror die Klotür auf wenn ich mal muss.“
„Mach dir keine Sorgen Rosie“ hatte Danny gemeint und den Arm um seine Freundin gelegt. „Heute ist das ungewöhnlich morgen ein alter Hut.“
„Das stimmt.“ hatte Jenna tröstend gemeint. „Für meine Mutter war es auch schwierig. Erst war sie ja Heilerin im Paracelsus Hospital für magische Krankheiten in Boston und ist dann zum MACUSA gewechselt. Sie wurde als Repräsentantin für Massachusetts in den Amerikanischen Rat der Zauberer gewählt. Jeder Staat hat so einen und der Präsident des MACUSA steht dieser Versammlung vor. Meist beruft er auch sein Kabinett aus dem Rat. Meine Mum war stellvertretene Ministerin für das Äußere und als ihre Amtszeit abgelaufen war ist sie beim MACUSA geblieben. Als Heilerin mit Berufserfahrung hatte man eine Stelle für sie. Sie ist da jetzt für den Import und Export für Zaubertränke und Zutaten verantwortlich. Genau gesagt für den medizinischen Sektor. Damit hat sie eine hohe Position und als sie im Rat saß hatten wir den SMS am Hals. Den „Secret magical Services“. Das ist unsere Variante der Lufkin-Einheit. Ich war damals erst neuen aber ich erinnere mich noch, dass ich etwas Angst vor all den Auroren hatte.“
„Man gewöhnt sich aber dran?“ fragte Rose hoffnungsvoll.
„Tut man.“ tröstete Jenna. „Die meisten von den Auroren die für so eine Einheit arbeiten haben auch Erfahrung damit wie bedrückend es für ihre Schützlinge ist und wissen wie sie sich unauffällig verhalten. Du wirst also die Klotür weiterhin selbst aufmachen müssen.“
„Na da bin ich ja beruhigt!“ freute sich Rose.
Danny, der nicht die Art von Freund war, der Geheimnisse vor seiner Freundin hatte, weihte Rose auch in einem stillen Moment in Als und Karas neuen „Beziehungsstatus“ ein.
Rose verschränkte die Arme vor der Brust und meinte:
Na so was! Unser Albus! Da tut er immer so als könne er kein Wässerchen trüben, stellt sich im letzten Jahr an wie eine Diva als er von uns erfahren hat und auf ein mal.....“
„Tja, wenn es einen erwischt.“ meinte Danny und hob unschuldig die Schultern. „Wenigstens hat er sich nicht den Fuß gebrochen um die Aufmerksamkeit seiner Herzdame zu bekommen.“
Rose grinste verschwörerisch und tauschte mit Danny einen Kuss aus. Noch gut erinnerten sich die beiden.
Danny hatte im Mag-Web ein Abo bei einem magischen Streaming-Dienst der sich auf Muggelfilme spezialisiert hatte. Der Dienst hieß „The Lunaskope“ und hatte einiges zu bieten.
Die jugendlichen hatte lange nach etwas passendem gesucht.
Alex und Jenna wollten etwas romantisches und schlugen „Titanic“ vor. Kara schloss sich ihnen an was Albus in eine schwierige Lage brachte.
Sollte er männliche Solidarität zeigen und zu Danny halten oder seine Freundin unterstützen?
Schließlich gelang es Danny einem Kompromiss zu finden. Sie kuckten sich „die Mumie“ an und schoben dann noch „Die Mumie kehrt zurück“ hinter her.
Die Filme waren lustig, hatten Action aber auch eine schöne Love-Story zwischen den Hauptcharakteren Evelin und Rick.
Natürlich hatten Rose und Kara (ganz Ravenclaws) es nicht lassen können zu unterstreichen, dass das Muggel-Verständnis von ägyptischer Magie aber doch sehr begrenzt war.
Weit nach Mitternacht waren die Jugendlichen eingeschlafen.
Danny, ein Frühaufsteher wie er im Buche stand, war vor allen wach gewesen.
Da noch Zeit war und er niemanden wecken wollte lag er nun wach und starrte an die Decke.
Er ließ noch einmal den gestrigen Nachmittag an sich vorbei ziehen.
Eliza hatte ihre Töchter Tobias „vorgestellt“. Im Grunde kannten Alex und Kara ja ihren Onkel aber in gewisser Weise war es doch ein Kennenlernen.
Auch für Danny hatte es die Gelegenheit gegeben den Bruder seines Vaters zu treffen.
Wieder einmal hatte Danny zu hören bekommen wie ähnlich er seinem Vater war.
Das Verhältnis zu seinem Onkel war für den Vierzehnjährigen noch etwas distanziert aber was konnte man auch anders erwarten?
Taro hatte Tobias Crowfield in jedem Fall eingeladen die Nacht auf Trever-Hall zu verbringen.
Tobias nahm dieses Angebot gerne an und hatte seine Frau hinzu gebeten.
Stefanie Mariner hatte dann endgültig jedes Eis gebrochen.
Danny konnte verstehen warum Tobias Crowfield sie „die Sonne seines Lebens“ nannte. Sie war offen und herzlich gewesen und schien es zu ihrer persönlichen Aufgabe machen zu wollen das Verhältnis zwischen ihrem Mann und seiner Schwester zu verbessern.
Eliza schien ihre neue Schwägerin sehr zu mögen und so hatte eine hoffnungsvolle Stimmung auf Trever-Hall Einzug gehalten.
Trotzdem konnte wohl niemand ganz die Nervosität abschütteln und heute war es nun soweit: Der Tag der Anhörung.
Danny hörte neben sich einen Schlafsack rascheln.
Er drehte sich zur Seite und stellte fest, dass Alex ebenfalls aufgewacht war und sich gerade aus ihrem Schlafsack schälte.
„Morgen.“ flüsterte Danny so leise er konnte.
Alex sah sich zu ihm um.
„Hab ich dich geweckt?“ wollte sie wissen.
Danny schüttelte den Kopf und erhob sich ebenfalls.
„Ruhelos?“ fragte er.
Alex nickte.
„Willst du drüber reden?“
Alex lächelte dankbar und nickte.
„Küche?“ schlug Danny vor. Er wollte die anderen nicht wecken.
Alex stimmt zu und gemeinsam verließen sie das Wohnzimmer.
Bereits im Flur platzte es aus Alex heraus:
„Irgendwie hab ich einfach Angst Danny.“ räumte sie ein. „Heute treffen wir auf unseren Großvater und nach allem was in den letzten Wochen gelaufen ist. Bei Merlin! Er macht mir einfach Angst dieser Kerl!“
„Kann ich voll verstehen.“ meinte Danny und damit sagte er die Wahrheit.
Nach allem was er über den ehrenwerten Jeremy Crowfield erfahren hatte, nach allem was er von den Auswirkungen seiner Grausamkeit gesehen hatte.....
„Ich glaube jeder kann verstehen, dass du etwas Angst hast Alex.“ meinte eine freundliche Stimme von der Treppe her.
Zur Überraschung der beiden Teenager kam Stefanie Marinar gerade die Treppe herunter. Sie hatte ihren roten Morgenmantel um die Schultern gewickelt und die Hände in dessen Taschen vergraben.
„Ich wollte euch nicht belauschen.“ meinte sie als sie die beiden Jugendlichen erreicht hatte. „Ich war früh wach und wollte mir einen Tee machen. Dieses Haus ist wundervoll aber in einer neuen Umgebung schlafe ich selten durch. Leistet mir doch etwas Gesellschaft ihr Zwei.“
Danny und Alex nahmen die Einladung an und bald saßen die Drei am Küchentisch.
Jakubi hatte sie dort bereits erwartet und servierte Tee.
Danny hatte schon gemerkt, dass dem kleinen Elfen wenig entging was auf Trever-Hall geschah.
Als Stefanie Marinar sich für den Fleiß des Elfen bedankte meinte Jakubi, dass sich das von selbst verstünde. Gäste die sich selbst Tee zubereiteten und das mit einem Elfen im Haus? Die Vorstellung schien Jakubi regelrecht anstößig!
„Alex....“ hob Stefanie schließlich an. „Ich weiß wir haben uns gestern erst kennengelernt und keiner von euch beiden (sie nickte auch in Dannys Richtung) sieht mich vermutlich als Familie.“
Danny wollte etwas höfliches erwidern und auch Alex schien mit sich zu ringen aber Stefanie hob die Hand.
„Das ist ok.“ meinte sie. „Mehr als das gerade nachdem was ihr beide durchgemacht habt. Du Danny bist von deiner Familie im Stich gelassen worden als deine Eltern starben und was mein Schwiegervater dir und deiner kleinen Schwester antun wollte Alex......du wärst ja kein Mensch wenn du dich noch einfach so öffnen könntest. Vielleicht mit der Zeit.....“
„Mit der Zeit ganz bestimmt.“ meinte Alex.
Stefanie lächelte dankbar und erklärte dann:
„Ich sage das nur, damit ihr versteht, dass ich mich nicht aufdrängen will aber ich würde dir gerne einen Rat geben Alex: Lass nicht zu, dass dein Großvater für dich etwas übermenschliches wird. Das ist er nämlich nicht. Glaube mir, ich kann verstehen warum sich diese Sichtweise bei euch einschleicht. Ich bin seid einer ganzen weile mit Tobias zusammen. Am Anfang habe ich unsere Beziehung mehr als einmal in Frage gestellt. Seine Angst vor seinem Vater saß ähnlich tief wie die deiner Mutter Alex.“
Erklärend fügte sie hinzu:
„Ich habe gesehen wie ihre Hände zittern wenn sie von ihrem Vater spricht.“
„War das bei Onkel Tobias auch so?“ fragte Alex.
„In gewisser Weise ja.“ räumte Stefanie ein. „Aber er hat gekämpft. Deshalb habe ich auch an unserer Beziehung festgehalten. Er hat um uns gekämpft und seine Angst überwunden. Was aber jetzt wichtig ist Alex: Lass nicht zu, dass diese Angst von dir Besitz ergreift. So beherrscht Jeremy Crowfield nämlich seine Umgebung. Durch Angst.“
„Dann sollten wir ihm heute zeigen, dass wir uns nicht ins Boxhorn jagen lassen.“ meinte Danny und Alex nickte ihm zu.
Wenige stunden später verließ Danny die grünen Flammen und betrat das Atrium des Zaubereiministeriums. Taro war ebenfalls bei ihm sowie Albus, Rose, die Familie Danvers sowie Tobias und Stefanie Marinar.
Die Stimmung war beim Frühstück angespannt gewesen. Trotz Stefanies aufmunternder Worte spürte man auf Trever Hall den Druck.
Nach dem Frühstück hatte sich jeder Bewohner des Hauses in seine besten Sachen geworfen. Danny trug natürlich keinen Festumhang aber dennoch war das was er trug keine Alltagsgaderobe.
„Ah, Mr und Mrs Danvers!“ rief eine freundliche Stimme und ein Zauberer kam auf sie zugeschritten.
„Mr Finch-Fetchley.“ grüßte Jerry Danvers. „Sind wir bereit?“
„Ich denke schon.“ lächelte der Zauberer, bei dem es sich wohl um den Rechtsbeistand der Danvers handelte.
„Ihre Töchter vermute ich?“ erkundigte sich Mr Finch-Fetchley und reichte Alex und Kara die Hand.
„Richtig, das sind Alex und Kara.“ lächelte Eliza.
„Bitte nur die Kurzform unserer Namen verwenden!“ meinte Kara nervös.
„Die lange Fassung wollen wir beide nur vergessen.“ fügte Alex hinzu.
„Ich werde mich daran halten.“ lächelte Mr Finch-Fetchley. „Aber die Damen werden damit rechnen müssen, dass während der Verhandlung eure Namen in ganzer Länge genannt werden. Zumindest fürs Protokoll.“
„Da müssen wir wohl durch.“ seufzte Kara.
„Mum, wenn ich meinen Notendurchschnitt auf Hogwarts halten kann, darf ich mir dann eine Namensänderung zu Weihnachten wünschen?“ erkundigte sich Alex.
Eliza Danvers hob die Augenbraue.
„Nichts schräges.“ versicherte Alex. „Einfach nur offiziell „Alex“ oder von mir aus auch „Alexandra“ aber dieser affige Doppelname. Der steht für alles was uns heute Bauchschmerzen bereitet.“
Kurz sahen Eliza und Jerry Danvers sich an. Elizas Mann hob die Schultern und nickte.
„Also die Noten an der Schule sind zwar wichtig aber hier spielen sie keine Rolle.“ meinte Eliza daraufhin. „Bis Weihnachten warten ist eine gute Idee. Lasst es euch durch den Kopf gehen aber wenn ihr das in ein paar Monaten wirklich immer noch wollt können wir darüber reden. Eure Gefühle kann ich gut verstehen Mädchen.“
„Rein rechtlich auch keine große Sache.“ meinte Mr Finch-Fetchley. „Im wesentlichen müssen sie nur ein Formular ausfüllen.“
Der Rechtsbeistand begrüßte noch den Rest der Gruppe und meinte dann:
„Gut, dann hätten wir ja alle zusammen. Es ist natürlich kein Problem, dass Miss Vega, Miss Weasley und Mr Potter als Zuschauer dabei sind. Bei Miss Weasley und Mr Potter gilt: Schöne Grüße an eure Eltern. Wir sollten dann jetzt auch. Wir sind in Saal 15. Ich zeige ihnen den Weg. Hier entlang. Den Vorsitz führen die ihnen bekannte Richterin aus den Staaten und ein Richter unseres Ministeriums....es ist der ehrenwerte Walter Selbin. Den kenne ich. Ein guter Mann. Sehr erfahren im Familienrecht. Das wird schon.“
Mr Finch-Fetchley sprach weiter während sie durch die Gänge des Ministeriums schritten.
Danny gewann den Eindruck, dass Reden das war worin dieser Zauberer am Besten war.
Vor diesem Hintergrund war es also kein Wunder das er Anwalt geworden war.
„So, hier wären wir.“ meinte Mr Finch-Fetchley schließlich und wies auf eine dunkle Doppelflügeltür in die in Gold das Wappen des Zaubereiministeriums eingelassen war. Daneben am Türrahmen prangte eine goldene „15“.
Neben der Tür war eine kleine Feuerstelle. Die dort lodernden Flammen leuchteten Rot.
„Ah...“ meinte Mr Finch-Fetchley und wies auf das Feuer. „Noch kein Eintritt. Gut! Dann noch ein paar letzte Anweisungen: Wir werden jetzt gleich einen achteckigen Sitzungssaal betreten In der Mitte wird sich der Verhandlungstisch befinden, an den Wänden, aufsteigend die Sitzreihen. Mr und Mrs Danvers, sie folgen mir bitte an den Verhandlungstisch....sie bitte auch Mr Isurgie da sie der Familie Danvers, zur Zeit Unterkunft gewähren und die finanzielle Unterstützung. Ich weiß, das Geld und das Haus gehören eigentlich ihrem Schützlinge Mr Huntingten aber als Vormund verwalten sie ja alles. Daher möchte ich sie direkt an der Front haben!“
Er wandte sich nun an den Rest der Gruppe.
„Alex und Kara, ihr setzt euch bitte in die untere Sitzreihe direkt hinter eure Eltern, eure Begleiter bitte eine Reihe höher auf unsere Seite des Verhandlungssaales. Das ist die klassische Sitzordnung und es kommt bei den Richtern immer gut an wenn man ihnen auf diese Weise Respekt zeigt. Noch Fragen?“
Bevor jemand antworten konnte glitten rasselnd die Fahrstuhltüren auf und ein Mann betrat den Gang auf dem sich alle versammelt hatten.
Aus der Tatsache, dass Eliza erbleichte und die Hand ihres Mannes drückte schloss Danny, dass es sich bei dem Unbekannten um seinen Großvater handeln musste.
Es war ein merkwürdiges Gefühl für den Vierzehnjährigen diesen Mann nun vor sich zu sehen. Pausenlos war in den letzten Wochen über Jeremy Crowfield gesprochen worden und Danny stellte überrascht fest wie sehr die Angst vor diesem Mann auch ihn ergriffen hatte.
Aus irgendeinem Grund hatte er eine Art Kreuzung aus Darth Vader und Lord Voldemort erwartet. Eine in schwarz gewandete Schreckensgestallt!
Jeremy Crowfield passte jedoch nicht ins Klischee. Er trug nicht schwarz sondern etwas, dass wie die magische Variante eines Anzugs wirkte. Seine Kleidung war in Grau gehalten. Unter dem Anzug trug Mr Crowfield eine sandfarbene Weste und ein dunkelgrünes Hemd mit hohem Kragen. Dazu einen hellen Hut und einen Gehstock dessen Kopf eine aus Elfenbein geschnitzte Krähe bildete.
Der einzige Unterschied zu den Anzügen die die Muggel trugen war das kein einziger Knopf erkennbar war. Die Verschlüsse der einzelnen Kleidungsstücke wurden offenbar mit Magie zusammen gehalten. Ein dezenter Hinweis auf etwas dass Jeremy Crowfield offenbar als gehobenen Status ansah.
Das Gesicht von Dannys Großvater hatte harte Kanten und sein Mund wirkte als wäre er physisch nicht in der Lage zu einem Lächeln.
Als Mr Crowfield den Hut abnahm sah man, dass sein Haaransatz zurückgewichen war und die verbliebenen silbernen Haare streng zurückgekämmt waren.
Alles in allem sah Jeremy Crowfield normal aus. Befand Danny. Aber gerade diese Abwesenheit von offensichtlichen Zeichen der Bösartigkeit waren es die Anspannung auf dem Flur auslöste. Es war als ob man in eine Höhle blickte. Man wusste dort lauerte etwas gefährliches aber alles drum herum wirkte so normal!
Inzwischen hatte Jeremy Crowfield die Gruppe erreicht.
„Elizanna.“ sagte er schlicht und Danny hatte den Eindruck, dass in dieser dunklen, ruhigen Stimme eine Drohung mitschwang. Eine ungesagte Forderung nach Gehorsam.
Es lief ihm kalt über den Rücken.
„Vater.“ gab Eliza mit belegter Stimme zurück.
Danny entging nicht wie angespannt seine Tante wirkte. Schweißperlen standen ihr auf der Stirn.
Nur Mühsam hielt Eliza Danvers dem Blick ihres Vaters stand. Es schien sie ihre ganze Kraft zu brauchen um nicht in Panik zu verfallen.
Danny wollte etwas tun um seiner Tante den Rücken zu stärken. Doch wie?
Mr Crowfields Blick wanderte weiter. Er überging ganz einfach. Alex und Kara.
Dieser Umstand brachte Danny zum Kochen. All das Leid das dieser Mann verursacht hatte und der widerliche Plan den er verfolgte und er hatte nicht einmal ein Wort für seine Enkelinnen übrig? Keine Erklärung? Keine Entschuldigung?
„Tobias?“
Mr Crowfields Blick haftete nun an seinem Sohn.
„Was machst du hier?“
Wieder lag diese Dominanz in den Worten von Jeremy Crowfield.
Auch sein Sohn konnte sich dieser Macht offenbar nicht völlig entziehen.
Er bemühte sich kraftvoll zu klingen aber ganz gelang es ihm nicht als er antwortete:
„Ich unterstütze meine Schwester Vater.“
„So so!“ kalter Spott lag in den Worten von Jeremy Crowfield.
Er schien seinem Sohn klarmachen zu wollen, dass nicht was er hier sagte irgendeine Bedeutung hatte. Das er, Tobias, so bedeutungslos war wie ein Insekt.
Danny begriff nun warum es diesem Mann gelungen war seine Tochter so unter Druck zu setzten, dass Eliza ihn, Danny, im Stich gelassen hatte.
Die Macht die Jeremy Crowfield über seine Kinder hatte ging nicht von Magie aus. Sie war das Ergebnis von Jahren der Misshandlung. Jahre in denen Jeremy Crowfield seinen Kindern eingebläut hatte, dass ihre Meinung, ihre Wünsche nichts zählten. Nur das was er wollte war wichtig.
In Dannys Kopf schwangen die Worte von Stefanie Marinar mit.
Man durfte nicht zulassen, dass Jeremy Crowfield sich zu etwas übermenschlichem machte.
Diese dominante Haltung während der Verhandlung?
Das durfte nicht sein!
Danny war entschlossener denn je diese Macht zu brechen.
Die Chance ergab sich als Jeremy Crowfield begann ihn zu mustern.
„Wills Sohn.“ sagte er schlicht von oben herab.
„In der Tat.“ gab Danny zurück und man konnte sehen, dass dies bereits eine gewisse Irritation bei seinem Großvater auslöste. Offensichtlich war er es nicht gewöhnt, dass jemand ihm antwortete ohne das er wirklich eine Frage gestellt hatte.
….Ja.....dachte Danny grimmig bei sich.....Alle haben schön die Klappe zu halten. Das passt zu dir.....
Er beschloss dieses Spiel noch etwas weiter zu treiben.
„Der Vollständigkeit halber sollte ich wohl die übrigen vorstellen.“ meinte Danny mit eisiger Höflichkeit. „Meine Freundin, Miss Rose Weasley....sie ist die Tochter unserer zukünftigen Ministerin für Zauberei daher der Auror dort von der Lufkin-Einheit und das ist Mr Albus Potter. Sein Vater leitet das Aurorenbüro und.....muss ich Harry Potter wirklich vorstellen?“
Dannys Freunde spielten wunderbar mit!
Unverwandt starrten sie Mr Crowfield an.
Es war nur ein Wimpernschlag aber für diesen verschwindend geringen Zeitraum fiel bei Jeremy Crowfield die Maske: Er war besorgt als er diese berühmten Namen hörte.
„Beeindruckende Verbündete.“ gab Jeremy Crowfield von sich und hob gerade an um noch mehr zu sagen aber Danny wusste, dass er das nicht erlauben durfte.
Dieser eine Augenblick des Zweifels hatte die Aura der Dominanz erschüttert. Auf keinen Fall würde sie wieder errichtet werden.
„Keine Verbündeten.“ sagte Danny daher und fiel seinem Großvater damit ins Wort. „Männer wie sie haben Verbündete. Ich habe etwas besseres. Ich habe Freunde.“
Jeremy Crowfield bemühte sich diese Äußerung ins Lächerliche zu ziehen indem er spöttisch den Mundwinkel verzog und meinte: „Du bist wirklich Wills Sohn!“
Er machte nun den Versuch an Danny vorbei zu treten doch dieser stellte sich ihm in den Weg und meinte:
„Allerdings und zwar von Kopf bis Fuß.“
Das hatte gesessen!
Jeremy Crowfield verzog den Mund als hätte er einen üblen Geruch in der Nase und drängte sich wortlos an Danny vorbei.
Es war aber nicht zu leugnen. Die dominante Aura war zusammengebrochen.
Das war Danny ganz klar als er zu Eliza und Tobias zurück blickte. Beide warfen ihm anerkennende Blicke zu und wirkten um einiges entspannter.
In diesem Moment verfärbte sich das rote Feuer neben der Tür blau und eine Stimme schien aus den Flammen zu sprechen:
„Beginn der Anhörung Danvers gegen Crowfield. Beteiligte bitte nehmen sie ihre Plätze ein.“
Das war es mal wieder.
Hoffe es hat euch gefallen.
Schönen Sonntag und guten Start in die neue Woche.