Der Prozess Teil 2
Der Prozess Teil 2
Und wieder geht es weiter.
Heute fällt die große Entscheidung.
Viel Spaß.
Schnell nahmen nun alle beteiligten ihre Plätze ein.
Der Verhandlungsaal wirkte ein wenig einschüchternd auf Danny. Dunkelgrüne Kacheln bedeckten den Boden. Die Möbel bestanden aus dunklem Ebenholz und eine hohe Decke wölbte sich über den Raum.
Aufgrund der dunklen Ausstattung des Raumes wirkten die in die Wände eingelassenen Lichtquellen unnatürlich grell.
„Mum findet die Ausstattung dieser Gerichtsräume furchtbar.“ flüsterte Rose Danny ins Ohr. „Ihre ersten drei Jahre im Ministerium war sie selbst oft hier. Sie hatte in der Abteilung für magische Zusammenarbeit als Kontaktperson für magische Mitgeschöpfe angefangen und wurde oft zu Verhandlungen hinzugebeten. Sie fand es hier immer furchtbar.“
„Kann ich voll verstehen.“ flüsterte Danny zurück und legte den Arm um Roses Schultern. Die Wärme die er nun spürte genoss er regelrecht.
Rose rückte etwas näher an ihn heran und antwortete: „Es hat sich viel zum Guten verändert hier im Ministerium aber diese Säale stammen einfach noch aus einer Zeit als es darum ging Autorität auszustrahlen und Angeklagte einzuschüchtern.“
Danny nickte. Irgendwie machte diese Denkweise durchaus Sinn wenn man sich in Erinnerung lief, dass Verbrecher oft nicht unbedingt nette Leute waren.
Hier jedoch wäre eine etwas wärme Atmosphäre sicher angebracht gewesen.
Rose, Danny, Jenna und Albus hatten inzwischen auf der oberen Sitzreihe des Verhandlungsaals platz genommen zusammen mit Tobias Crowfield und seiner Frau. Alex und Kara saßen eine Reihe tiefer direkt hinter ihren Eltern.
Danny war sich sicher, dass die Beiden sich in der erdrückenden Umgebung etwas verloren fühlten auch wenn Freunde und Familie nur wenige Meter entfernt waren.
Von seinem Platz aus konnte Danny sehen wie Kara nach der Hand ihrer Schwester tastete. Alex ergriff Karas Hand und drückte sie.
Im Zentrum des Saals stand ein großer Konferenztisch. Auf der einen Seite hatten Taro und das Ehepaar Danvers Platz genommen zusammen mit Mr Finch-Fetchley.
Auf der anderen Seite des Tisches saß Dannys Großvater und er war der einzige der nicht unter der drückenden Ausstrahlung dieses Ortes zu leiden schien. Jeremy Crowfield hatte platz genommen und starrte nun seine Tochter an. Diese vermied tunlichst Blickkontakt zu ihrem Vater. Dannys kleine Aktion vor dem Gerichtssaal schien seiner Tante zwar gutgetan zu haben aber ganz so einfach ließ sich der Einfluss den Jeremy Crowfield über seine Tochter hatte wohl nicht abschütteln.
„Bitte erheben sie sich!“
Ein Hauself der einen Kissenbezug mit dem Wappen des Ministeriums trug hatte den Saal durch die Seitentür betreten.
Danny erhob sich mit allen Anwesenden während der Hauself verkündete:
„Die ehrenwerten Richter Mrs Sabrina Castman und Mr Walter Selbin. Das Protokoll führt Mr Dennis Creevy.“
Albus kicherte leise.
„Der Assistent von meinem Dad führt das Protokoll. Ich wette Dad hat ihn darum gebeten damit er mitbekommt was hier ab geht.“
Inzwischen hatten die Richter den Raum betreten. Mr Selbin war ein älterer Zauberer mit silbernem Backenbart.
Er trug eine dunkle Robe mit dem Abzeichen des Ministeriums.
Mrs Castman war eine Hexe die Danny auf Mitte Dreißig schätzte. Sie war schlank, hatte weißblonde Haare und trug ebenfalls eine dunkle Robe die einen etwas anderen Schnitt aufwies.
Danny vermutete, dass dies daran lag, dass sie für den MACUSA arbeitete.
„Kuck mal!“ flüsterte Jenna indes und wies auf Dannys Großvater.
Dieser musterte Mrs Castman mit einem überraschten und leicht verärgerten Gesichtsausdruck.
Auch Mrs Castman schien das nicht entgangen zu sein.
„Sie scheinen überrascht mich zu sehen Mr Crowfield?“ meinte sie. „Kann es sein, dass sie meinen Kollegen Faustos Summerset erwartet haben? Wie ich höre haben sie ja auf inoffiziellem Weg angeregt das er ihren Fall übernehmen soll.“
„Ich habe lediglich.....“ hob Mr Crowfield an doch Mrs Castman unterbrach ihn:
„Ich weiß was sie versucht haben Mr Crowfield. Unglücklicherweise ist man im MACUSA nicht mehr so gut auf sie zu sprechen seid der leidigen Angelegenheit mit der Cronos-Mühle im letzten Jahr. Man schätzt solche Einflussnahmen nicht sonderlich. Hässliche Sache diese Untersuchung wegen Korruption die da eingeleitet werden musste. Es hätte unseren amtierenden Präsidenten fast die Wiederwahl gekostet. Sein Gegenkandidat hat das versucht auszuschlachten. Ihm vorgeworfen, dass unter seiner Regierung der Korruption Tür und Tor offen stehen. Nun, der Präsident wollte das nicht auf sich sitzen lassen und daher fühlt man sich im MACUSA nicht mehr ganz so „verpflichtet“ ihnen Gefallen zu tun. Sie verstehen?“
Neben sich hörte Danny Tobias Crowfield leise lachen.
„Das ging wohl nach hinten los Vater.“ meinte er im Flüsterton. „Faustos Summerset.....der ist ein alter Schulfreund von meinem Vater. Hing an ihm wie eine Klette. Kein wunder das er wollte, dass er diese Sache verhandelt.“
„Um das klar zu stellen Mr Crowfield.“ fuhr Mrs Castman fort. „Weitere Einmischungen dieser Art in den Ablauf des Prozesses werde ich nicht dulden.“
„Ich ebenso wenig“ ließ sich Richter Selbin nun vernehmen. „Nun wollen wir das ganze aber mal in geregelte Bahnen lenken. Mit ihrer Erlaubnis Frau Kollegin?“
Mrs Castman nickte.
„Gut,...“ fuhr Mr Selbin fort. „Dann eröffne ich hiermit den Sorgerechtsstreit Crowfield gegen Danvers. Gegenstand der Verhandlung ist wer das Sorgerecht für die beiden minderjährigen Hexen,....Miss Alexandrina Andromache Danvers und Miss Karamina Rakela Danvers erhält. Mr Jeremy Crowfield hat den Antrag gestellt das Sorgerecht auf ihn zu übertragen. Diesem Ansinnen wurde von Seiten der Eltern der Mädchen widersprochen. Frau Kollegin, ich übergebe das Wort an sie.“
Mrs Caster räusperte sich und ergriff das Wort:
„Ich habe in den Staaten die erste Anhörung in dieser Sache abgehalten.....“
„Und sie hätten bereits damals zu meinen Gunsten entscheiden sollen.“ unterbrach Dannys Großvater.
„Ich schätze es nicht wenn man mich unterbricht Mr Crowfield.“ meinte Mrs Castman.
„Ich spreche nur offenkundige Fakten an.“ meinte Jeremy Crowfield herablassend. „Meine Tochter konnte ihren Töchtern nicht mal ein Dach über dem Kopf bieten geschweige denn eine vernünftige Ausbildung.“
„Weil sie meine Mandanten finanziell ruiniert haben Sir“ unterbrach Mr Finch-Fetchley. „Sie haben die Macht ihrer Familienregeln genutzt um meine Mandanten in eben die schwierige Lage zu bringen die sie jetzt anprangern.“
„Das ist unerheblich.“ meinte Crowfield herablassend. „Nach der Vereinbarung die der MACUSA mit der Gesellschaft der magischen Gründungsfamilien geschlossen hat sind derartige Angelegenheiten Interna der Familie und unterliegen nicht der allgemeinen Rechtsprechung.“
„Wir sind hier aber nicht in den USA Mr Crowfield.“ hielt Richter Selbin dagegen und sowohl für mich als auch für meine Kollegin ist es durchaus von Interesse wie die Notlage der Familie Danvers entstanden ist.“
„Genau so wie es von Bedeutung ist welche weiterführenden Pläne sie für ihre Enkelinnen haben.“ fügte Mrs Castman hinzu. Es sind eben diese Pläne die mich dazu bewogen haben der Familie Danvers einen mehrwöchigen Aufschub zu gewähren in der Hoffnung, dass sie ihre Angelegenheiten regeln können.“
„Nun, wir werden nachweisen, dass meinen Mandanten genau das gelungen ist.“ sagte Mr Finch-Fetchley.
Dannys Großvater kommentierte dies mit einem spöttischen Laut doch der Rechtsbeistand der Danvers ließ sich nicht beirren. Mr Finch-Fetchley beschrieb den Richtern die gegenwärtigen Lebensumstände der Danvers.
„Wie sie also sehen können euer Ehren ist es meinen Mandanten gelungen ihre Lebensumstände zu stabilisieren. Sie sind auf Trever-Hall gut untergebracht und sind dort willkommen bis sie sich einen eigenen Wohnsitz suchen können. Mr Danvers hat bereits eine Anstellung hier im Ministerium gefunden und konnte seine Familie auf diesem Weg ein Einkommen sichern, dass die Familie finanziell absichert. Darüber hinaus haben die Danvers auch was das betrifft Rückendeckung von ihren Angehörigen hier in England.“
„Mit anderen Worten meine Tochter und ihr Mann haben sich völlig von einem vierzehnjährigen abhängig gemacht.“ unterbrach Mr Crowfield und fügte fast beiläufig an seine Tochter gewandt hinzu: „Das du dich nicht schämst Elizana.“
„Das tue ich.“
Dannys Tante hatte das Wort ergriffen.
Danny erkannte, dass dieser Umstand ihren Vater regelrecht überraschte. Offenbar war er es gewohnt, dass Eliza still alles über sich ergehen ließ was er austeilte. Statt dessen wandte sich die Mutter von Alex und Kara nun an die Richter.
„Dürfte ich zu diesem Punkt etwas sagen euer Ehren?“
Elizas Stimme jagte Danny einen Schauer über den Rücken. Es war keine Angst in ihrer Stimme, sie schrie nicht, wirkte weder aufgelöst noch wütend sondern man hatte das Gefühl, dass Jahre des Schmerzes mitschwangen.
„Bitte Mrs Danvers. Wir erteilen ihnen das Wort.“ bestätiget Mrs Castman.
Eliza holte tief Luft und fuhr mit ruhiger, klarer Stimme fort:
„Du willst wissen ob ich mich schäme Vater? Oh ja, das tue ich. Aber nicht dafür, dass ich um Hilfe gebeten habe um meine Mädchen zu schützen.
Ich schäme mich dafür meine Familie überhaupt in diese Situation gebracht zu haben. Ich schäme mich dafür, dass ich bei meinem heutigen Ehemann vor unserer Hochzeit den Eindruck erweckt zu haben, dass die Familienregeln gar nicht so schlimm sind, was ihn dazu veranlasst hat sich diesen auszuliefern. Ich schäme mich dafür, dass ich über Jahre alles hingenommen habe was du uns auferlegt hast. Ein Umstand der meiner älteren Tochter nicht entgangen ist und ihr Vertrauen in mich geschwächt hat. Ich schäme mich vor meinem verstorbenen Bruder Will und meiner Schwägerin Anastasia, dass ich ihren gemeinsamen Sohn im Stich gelassen habe als seine Eltern starben und ich schäme mich dafür, dass das erste was dieser Junge von seiner Tante gesehen hat war wie ich ihn anbettle. Dafür schäme ich mich aber ich schäme mich nicht dafür, dass ich um Hilfe gebeten habe um meine Mädchen zu schützen.“
Sie unterbrach sich kurz und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Schließlich sprach Eliza weiter.
„Dabei habe ich das, wofür ich mich am meisten Schäme noch gar nicht erwähnt. Ich schäme mich dafür, dass ich mir eingestehen muss, dass wenn es nicht meine Mädchen gewesen wären die du bedrohst, wenn es nur um mich gegangen wäre ich wohl nie den Mut gefunden hätte mich gegen dich aufzulehnen.“
Elizas Blick wanderte zu den Richtern.
„Euer Ehren, mir ist bewusst, dass vieles von dem was ich gerade gesagt habe bei ihnen vielleicht sogar Sorge weckt. Ihnen wird nicht entgangen sein, dass ich so manche Narbe auf der Seele habe, Ich will ihnen auch nicht verschweigen, dass ich eine Therapie begonnen habe um mit all diesem alten Schmerz fertig zu werden.
Die Wochen die meine Familie und ich hier in England verbracht haben, die Zeit in der ich meinen Neffen kennengelernt habe, haben mir erst bewusst gemacht wie viel Schmerz ich mit mir herumschleppe und das ich etwas dagegen tun muss. Ich bin nicht perfekt aber ich bin besser als Mutter als du es als Vater je sein wirst und ich denke, dass die Richter wissen müssen wer hier um das Sorgerecht für meine Töchter bittet.
Erinnerst du dich an Sammy?“
Jeremy Crowfield verdrehte als er diesen Namen hörte die Augen und ein spöttischer Ausdruck trat auf seine Gesichtszüge.
„Das gehört jetzt nicht.....“ hob er an doch seine Tochter unterbrach ihn:
„Doch! Das gehört hier her Vater. Sammy war der Name eines Hundes den mir mein verstorbener Bruder Will geschenkt hat als er nach Ilvermorny kam. Er sollte auf mich aufpassen. Damit du nicht so allein bist Lizzy.... das hat Will damals zu mir gesagt. Ich habe Sammy als Welpen bekommen. Ich habe ihn aufgezogen. Ich hab diesen Hund geliebt. Er war alles was das Leben in deinem Haus, ohne meinen großen Bruder, erträglich gemacht hat. Eines Abends, Sammy war gerade ein Jahr alt hatten wir Gäste und mir ist beim Essen eine Gabel zu Boden gefallen. Ich wusste, als du mich angesehen hast Vater, das du mir das nicht verzeihen würdest. Du tolerierst nichts außer Perfektion! Nach dem Essen bist du auf mein Zimmer gekommen und hast Sammy ein paar Tropfen von irgendeinem Trank gegeben. Du hast mich angesehen und gesagt: Du hast mich heute enttäuscht. Dann hast du dass Zimmer verlassen und die Tür abgeschlossen.“
Eliza unterbrach sich. Es war nun mehr als deutlich, dass es ihr schwer fiel weiterzusprechen.
„Sammy fing an Krämpfe zu bekommen. Er hatte schreckliche Schmerzen! Hat Blut gespuckt und ich musste zusehen wie er über Stunden gelitten hat bevor er dann gestorben ist.“
„Das ist doch wohl nicht ihr Ernst!“ Richter Selbin schien entsetzt. „Sie vergiften ein unschuldiges Tier weil einem Kind beim Essen eine Gabel herunter fällt?“
„Meine Tochter ist offensichtlich bemüht mich als Monster darzustellen.....“hob Jeremy Crowfield an doch diesmal unterbrach ihn sein Sohn Tobias.
„Eliza muss dich nicht „so darstellen“ Vater.“ meinte er und erhob sich. „Du bist eines. Ich erinnere mich noch an diese Nacht. Mein Zimmer war auf dem selben Flur wie das meiner Schwester. Ich habe gehört wie Eliza nach dir gerufen hat Vater....Wie sie dich angefleht hat......dir geschworen hat, dass sie dich nie wieder enttäuschen würden.....Ich hab im Bett gelegen, mir ein Kissen auf die Ohren gedrückt und gefleht, dass es doch endlich vorbei sein soll. Vier Stunden hat es gedauert! Ich hab Eliza dann nur noch in ihrem Zimmer weinen hören. Das ist die Vorstellung meines Vaters von Erziehung! Und was er jetzt mit meinen Nichten vor hat, das habe ich wohl ausgelöst euer Ehren.“
„In wie weit?“ erkundigte sich Mrs Castman.
„Tobais!“ zischte Jeremy Crowfield.
„Soll das eine Zeugenbeeinflussung werden Mr Crowfield?“ wollte Richter Selbin wissen.
„Ich rate meinem Sohn nur sich nicht einzumischen und sich daran zu erinnern was das Richtige ist..“ presste Mr Crowfield hervor.
„Diesen Rat werde ich ignorieren.“ meinte Tobias und erhob sich. „Und was das richtig ist weiß ich seid kurzem erst ( er legte seiner Frau kurz die Hand auf die Schulter) ich bitte ums Wort euer Ehren.“
In den nächsten Minuten schilderte Tobias Crowfield schonungslos wie sein Vater auf die Freundschaft von Dannys Vater zu einem gewissen Samenthen Tousso, er beschreib was sein Vater getan hatte um die Freundschaft zu zerstören und warum. Schließlich beschreib er wie sein Vater auf seine neue Ehefrau reagiert hatte und das es fast zu Handgreiflichkeiten gekommen war.
….Der Streit wurde so schlimm, dass mein Vater seinen Zauberstab gezogen hat. Und deshalb will er meine Nichten nun zu einer Schwangerschaft zwingen um zu verhindern, dass ein Erbe die Familie übernimmt der nicht in sein Weltbild passt.“
„Ist das korrekt Mr Crowfield?“ wollte Richter Selbin wissen.
„Nicht einmal die Gesellschaft deckt diese Art von Rassismus.“ seufzte Mrs Castman. „Das wissen sie hoffentlich Mr Crowfield.“
„Ich weiß nur, dass meine Kinder eine einzige Enttäuschung sind!“ fauchte Jeremy Crowfield und zum ersten Mal glaubte Danny den giftigen Mann zu erkennen der sein Großvater wirklich war. Die Maske des wohlerzogenen Gentleman war gefallen. Kalte Wut stand auf Crowfields Gesicht.
„Du Tobias warst schon immer ein Versager und Elizana....du bist und bleibst eine einzige Verschwendung.“
Er lachte bitter.
„Wenn es nach mir gegangen wäre.....Als ich erfahren habe, dass meine Frau mit einer Tochter schwanger war.....mir war klar das das einfach nur Verschwendung von Zeit und Geld wäre. Aber deine Mutter wollte dich haben. So wie du eben diesen verdammten Köter. Ich war dankbar als du mir endlich einen Grund geliefert hast dieses Vieh los zu werden! Tja und dann ist deine Mutter gestorben als du noch sehr jung warst und ich hatte dich am Hals!“
Jeremy Crowfield blickte zwischen seinen Kindern hin und her.
„Versager! Alle beide!“ fauchte er schließlich. „Und William? Das einzig gute was der je vollbracht hat war sich umbringen zu lassen.“
„Bei weitem nicht!“ unterbrach Eliza.
„Will war klüger als wir beide.“ steuerte Tobias bei. „Ihm war leider nicht viel Zeit vergönnt aber die Jahre die er hatte hat er gut genutzt. Er hat gelebt....nicht nur existiert! Das haben wir wohl beide sehr spät begriffen Eliza.“
„Nun, hoffentlich nicht zu spät.“ meinte Eliza. „Und mach dir keine Sorgen Vater. So wie ich das sehe wirst du weder auf mich noch auf meinen Bruder je wieder Zeit vergeuden müssen!“
„Uns bist du los!“ stimmte Tobias zu.
„Ich kann nur hoffen, euer Ehren, das sie meinem Vater nicht die Chance geben meinen Töchtern Wunden zuzufügen, die noch weit schlimmer sind als die, die dieser Mann meinem Bruder und mir geschlagen hat.“ bat Eliza.
„Dafür gäbe es keinen Grund.“ meinte Mr Finch-Fetchley. „Bedenken sie: Richterin Castman hat drei Dinge gefordert: Finanzielle Absicherung, angemessene Wohnsituation und eine Perspektive für die Zukunft. Alle drei Punkte sind erfüllt. Zum einen Dank der Hilfe durch die Verwandten der Danvers und durch die Tatsache, das die Schwestern Danvers an der Hogwarts-Schule aufgenommen wurden. Eine erstklassige Einrichtung und ein Abschluss von Hogwarts öffnet Türen. Zusammen mit der Tatsache, dass Mr Danvers wieder einen geregelten Arbeitsplatz hat und damit ein Einkommen vorweisen kann sehe ich keinen Grund warum sie gegen meine Mandanten entscheiden sollten.“
„Da haben sie recht Mr Finch-Fetchley.“ meinte Richter Selbin. „ Frau Kollegin, ich denke wir haben alle Fakten die wir brauch.“
„In der Tat.“ meinte Richterin Castman. „Und Mr Finch-Fetchley hat VÖLLIG recht. Es gibt keinen Grund gegen das Ehepaar Danvers zu entscheiden aber nachdem was wir heute über sie gehört haben Mr Crowfield gibt es jeden Menge Gründe gegen sie zu entscheiden.“
Sie blickte zu Alex und Kara.
„Ich habe das Gefühl mich bei euch beiden entschuldigen zu müssen weil wir so lange gebraucht haben um diese eigentlich einfache Entscheidung zu treffen. Nun aber wollen wir dafür sorgen, dass ihr endlich zur Ruhe kommen könnt.“
Sie sammelte sich kurz, dann sagte sie:
„Für das Protokoll: Es ergeht hiermit die Entscheidung, dass das Sorgerecht von die minderjährigen Hexen Miss Alexandrina Andromache Danvers und Miss Karamina Rakela Danvers verbleibt bei ihren Eltern. Die Verhandlung ist geschlossen.“
Das war es für heute.
Hoffe es hat euch gefallen und ich wünsche eine gute Woche.