Was nun
Was nun
Weiter geht es.
Freut mich, dass so viele wieder dabei sind.
Ohne weitere Vorrede: Viel Spaß mit dem neuen Kap.
Eine nachdenkliche Stille hatte sich in Hermine Grangers Büro ausgebreitet.
„Das ist eine große Verantwortung.“ meinte Taro schließlich.
„In der Tat.“ räumte Hermine Granger ein. „Man ist in der Abteilung für magische Strafverfolgung auch nicht ganz glücklich mit der Lage.“
„Wieso?“ wollte Danny wissen.
Hermine Granger seufzte.
„Danny, versteh das jetzt nicht falsch.“ erklärte sie. „Was du, Rosie und eure Freunde geleistet habt ist mehr als außergewöhnlich. Wir alle stehen in eurer Schuld.“
Sie atmete kurz durch und fuhr dann fort:
„Aber es ist nun einmal nicht zu leugnen: Du bist noch sehr jung. Gerade mal vierzehn Jahre und Voldemorts Zauberstab? Er ist ein gefährliches Objekt.“
„Hat er besondere Kräfte?“ wollte Taro wissen.
Hermine Granger schüttelte den Kopf.
„Nein, hat er nicht. Die Mysteriums-Abteilung hat ihn untersucht seid wir ihn nach dem Krieg sichergestellt haben. Sicherlich ist es ein mächtiger Zauberstab aber der Stab selbst ist nichts besonderes. Ich hasse es das zu sagen aber Voldemorts Macht kam nicht von einem besonderen Zauberstab sondern war der Tatsache geschuldet, dass Voldemort oder besser gesagt Tom Riddle ein einzigartig begabter Zauberer war.
Sorgen macht uns wofür dieser Stab steht.“
„Sie meinen, dass jemand der noch immer an diesen Reinblut-Blödsinn glaubt den Stab gerne in die Finger bekommen würde.“ übernahm Danny. „Damit er sich zum Beispiel Anhänger suchen kann indem er mit dem Stab rumrennt und sagt: Seht mal! Ich habe seinen Stab! Ich bin was besonderes!“
„Gut erkannt von dir!“ lobte Hermine Granger und nickte Danny anerkennend zu.
Der Vierzehnjährige nahm das Lob dankbar an. Er verschwieg Mrs Granger, dass er wesentlich mehr Zeit gehabt hatte um sich mit diesem Thema zu befassen.
Bereits bei der Hochzeit von Teddy Lupin und Victorie Weasley hatten die Freunde, dank einer kleinen Abhör-Aktion, vom Diebstahl des Zauberstabes erfahren und miteinander besprochen was jemand davon haben könnte den Zauberstab von Lord Voldemort zu besitzen.
„Wir hatten ja schon als der Stab gestohlen wurde die Befürchtung, dass die sogenannte Uroboros-Bruderschaft ihn nutzen könnte um im großen Stil Anhänger zu werben. Brummte Mrs Granger.“ Nun, damit lagen wir falsch.“
„Was ist jetzt eigentlich mit der Bruderschaft?“ wollte Danny wissen.
Hermine Granger lachte kurz auf.
„Oh Danny, um die müssen wir uns keine Sorgen mehr machen.“ erklärte sie. „Corvinus war im Grunde die Bruderschaft. Er, sein unfreiwilliger Diener Percy und später noch diese schreckliche Umbridge.“
Danny erinnerte sich an seinen Besuch auf dem Friedhof der Todesser im ersten Schuljahr. Drei Schattenhafte Gestallten hatten mit Professor Diggory gesprochen. Jetzt war klar, es waren Corvinus, Percy und Umbridge gewesen.“
„Es hat wohl auch nie eine wirkliche Organisation gegeben.“ fuhr Hermine Granger fort. „Es war nicht wie bei den Todessern. Corvinus hat nicht versucht eine Armee aufzustellen. Wir sind inzwischen überzeugt, dass die Reise durch die Zeit von Anfang an sein Ziel war. Er trachtete danach eine Machtposition in Hogwarts einzunehmen um die nötigen Materialien zu beschaffen, die er brauchte. Wir glauben, dass Corvinus auf seine Weise hochbegabt war, Vielleicht nicht so stark wie sein Vater in der Magie aber sehr intelligent. Wir haben einige Informationen über seine Ausbildung aus dem „Ding“ herausbekommen können, dass leider immer noch in meinem Schwager Percy steckt.
Corvinus hat sich sehr für Zauberstäbe und ihre Art sich an ihre Meister zu binden interessiert. Er muss erkannt haben, dass der Umstand, dass Voldemort seinen Stab verstoßen hat ihm eine Möglichkeit bietet die Macht seines Vaters zu stehlen. Hogwarts bot ihm die Möglichkeit an das nötige Wissen zu gelangen und Umbridge brauchten sie um Voldemorts Stab zu stehlen. Diese schreckliche Frau hat nun einmal sehr lange für das Ministerium gearbeitet und kannte unsere Abläufe. Damit war sie wertvoll für Corvinus und Percy. Der hat zwar auch für das Ministerium gearbeitet aber er war nicht so tief in die Strukturen der Macht eingedrungen wie Umbridge.“
„Vermutlich hat Percy, oder was auch immer ihn jetzt beherrscht, diesem Corvinus sogar erst auf Umbridge gebracht.“ murmelte Taro. „Ich kenne diese schreckliche Person ja noch aus meiner Zeit als Auror.“
Taro schüttelte den Kopf.
„Dolores Umbridge war jemand den man sich im Ministerium nicht zum Feind machen wollte. Sie hatte es in den inneren Zirkel von Cornelius Fudge geschafft und sich gut eingerichtet. Sie war....in gewisser weise die Macht hinter dem Trohn. Sehr einflussreich! Und wer ihr unbequem war.....nun, sie hatte ihre Methoden. Da wurde man schnell versetzt und zwar auf Positionen die nun wirklich keiner haben will. Ich erinnere mich....da war einer aus der Zentralverwaltung....Martin, ja, Martin Fistlewood. Der hat mal, unvorsichtigerweise, verlauten lassen, dass die „rosa Katzenliebhaberin, einen auf Reinblut machen würde aber in Wahrheit einen Muggelelternteil hat und einen Squip als Bruder. Umbridge hat das mitbekommen. Drei Monate später hat der arme Martin freiwillig gekündigt. Sie hat ihn fertig gemacht.“
„Eine schreckliche Frau.“ räumte Hermine Granger ein.
„Da sind wir uns einig Hermine.“ stimmte Taro zu. „Aber mal zurück zu dem Problem mit Voldemorts Zauberstab. Warum wurde der eigentlich nicht einfach zerbrochen als man ihn nach dem Krieg beschlagnahmt hat? Dann hätten wir jetzt nicht das Problem wie es mit ihm weitergehen soll.“
Hermine Granger hob die Hände in einer entschuldigenden Geste.
„Im Prinzip stimme ich dir da völlig zu Taro.“ seufzte sie. „Leider ist die Sache nicht so einfach. Das Ministerium hat zwar das Recht Zauberstäbe zerbrechen zu lassen aber nur als Teil eines Urteils gegen den Besitzer und auch wenn Voldemort der größte Verbrecher in der magischen Geschichte war....als wir den Stab konfisziert haben war er tot. Damit war es nicht möglich auf schnellem Weg, also im Rahmen eines Urteils, den Stab zu zerstören. Natürlich gibt es da noch andere Wege aber leider hat sich die Mysteriums-Abteilung eingeschaltet. Die haben argumentiert, dass der Stab als magisches Artefakt der Stufe 1 bewahrt werden müsse. Der Leiter Abteilung war der Meinung, dass der Stab studiert werden sollte. Voldemort sei ein Monster gewesen aber auch ein einzigartig begabter Zauberer. Was man da lernen könnte.“
Hermine Granger schüttelte den Kopf.
„Die Unsäglichen wollten den Stab also untersuchen aber das hat Minister Shacklebolt verboten. Er meinte, das Voldemorts Anwendung der Magie schon genug Schaden angerichtet hätte.“
Wieder hob Hermine Granger hilflos die Hände.
„Und da haben wir die Pattsituation. Der Minister konnte die Zerstörung des Stabes nur befehlen wenn alle Abteilungsleiter zustimmen. Der Leiter der Mysteriums-Abteilung verweigerte die Zustimmung und so war alles, was Minister Shacklebolt tun konnte, im Gegenzug seine Zustimmung zu verweigern, dass der Stab studiert wird.“
„Und so lag er all die Jahre als Staubfänger im Regal.“ brachte es Danny auf den Punkt.
„So ist es leider.“ räumte Hermine Granger ein und schüttelte müde den Kopf. „Die Reformen die Kingsley und ich auf den Weg gebracht haben, haben viel verbessert aber so manches Problem gibt es immer noch. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass man die Angelegenheit irgendwann vergessen hat. Es gab in der stürmischen Nachkriegszeit so viel zu tun! Irgendwann war der Stab eben einfach nur noch.... (Hgermine Granger lachte kurz auf) Wie hast du dich gerade ausgedrückt Danny? Ein Staubfänger auf irgendeinem Regal.“
Mrs Granger sammelte sich kurz:
„Nun, der Umstand, dass der Stab nun dir gehört bringt in jedem Fall Bewegung in die Sache. Als Eigentümer steht dir das Recht zu, zu entscheiden was mit dem Stab passiert. Ich habe dich und deinen Paten nur hergebeten, Danny, um sicher zu stellen, dass du verstehst was für eine Verantwortung du nun trägst. Wenn ich dich vorhin richtig verstanden habe, dann hast du nicht vor den Stab zu verkaufen. Nicht einmal.....“
Hermine Granger überflog noch einmal den Brief von Borgin & Burkes.
„Nicht einmal für diese fürstliche Summe.“
Danny schüttelte den Kopf.
„Das hat Professor McGonagall uns schon bei unserer Einführungsfeier auf Hogwarts gesagt.“ meinte der Vierzehnjährige. „Ein Zauberer muss Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Wenn ich den Stab diesem schmierigen Laden verkaufe, wer weiß wer ihn dann in die Finger bekommt. Es könnte jemand sein der Anhänger werben will oder was wenn der neue Besitzer die Magie studiert die Voldemort damit gewirkt hat und dann damit Schaden anrichtet?“
„Genau das ist auch unsere Sorge.“ meinte Hermine Granger.
„Und ich werde den Stab auch ganz sicher nicht benutzen.“ fuhr Danny fort.
Er zog seinen eigenen Zauberstab hervor und legte ihn auf den Tisch.
„Das ist der Zauberstab der mich ausgewählt hat.“ meinte er. „Wenn ich ihn jetzt einfach wegwerfe nur weil ich einen berühmten Zauberstab haben kann....dann wäre ich aber ein mieser Verräter. Außerdem.....“
Danny sammelte sich kurz. Er dachte an das was er gefühlt hatte als er Corvinus den Stab abgenommen hatte. Er hatte das Gefühl gehabt sich einer geprügelten, misshandelten Kreatur gegenüber zu sehen. Ein Wesen, dass zerstört war, nichts als Schmerz kannte und nichts anderes erwartete. Der Zauberstab wollte sterben. Er wollte, dass es endlich ein Ende hat!
Als er seine eindrücke für Taro und Hermine Granger zusammenfasste nickte diese traurig.
„Wir haben ja schon bei deinem ersten Besuch hier festgestellt Danny, dass du ein besonders feines Gespür für Magie hast.“ meinte Roses Mutter. „Ich denke, dass dir das Einblick gibt in das was dieser Zauberstab fühlt. Du solltest das ernst nehmen.“
„Was uns aber zur ursprünglichen Frage zurück führt.“ sagte Taro. „Was soll nun mit dem Stab geschehen? Danny, du könntest die Erlaubnis geben, dass man den Stab zerbricht.“
„Ich habe da eine andere Idee.“ sagte Danny. „Auch ich bin der Meinung, dass eine endgültige Lösung gefunden werden muss aber den Stab einfach so zerbrechen? Versteh das nicht falsch Onkel Taro....der Zauberstab will sterben aber wenn wir ihn einfach zerbrechen, dann war all sein Leiden sinnlos. Deshalb denke ich, dass sein Weg so enden soll, dass noch etwas Gutes dabei heraus kommt. Ich hab viel über Zauberstäbe gelesen. Gerade weil mein Vater doch sogar ein Buch über sie schreiben wollte. Er erwähnt da einmal, dass es früher Tradition war den Stab eines gefallenen Zauberers dem Zauberstabmacher zu übergeben der ihn hergestellt hat.“
„Das stimmt.“ bestätigte Hermine Granger. „Der Stabmacher bekam so die Chance den „Lebensweg „ des Stabes zu studieren und konnte sein Handwerk so verfeinern.“
Mrs Granger sah Danny mit erhobener Augenbraue an.
„Schlägst du vor den Zauberstab den Ollivanders zu übergeben?“
„Ja, warum nicht?“ meinte Danny. „Mr Ollivander interessiert sich nicht für die dunkle Magie die Voldemort mit diesem Stab gewirkt hat. Er wird sich nur dafür interessieren wie sie sich auf den Zauberstab ausgewirkt hat und wenn Mr Ollivander noch etwas lernen kann von all dem Leid, dass dieser Stab durchmachen musste.....Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll aber ich finde einfach, dass es dann wenigstens einen Sinn hatte und es ….ich weiß auch nicht....Es fühlt sich respektvoller an als den Stab einfach zu zerbrechen. Klingt das schräg?“
Danny war beruhigt als er den zufriedenen Gesichtsausdruck von Hermine Granger sah und der Stolz mit dem Taro ihn anblickte war dem Vierzehnjährigen fast peinlich.
„Ich finde das überhaupt nicht schräg.“ lächelte der alte Japaner.
„Ich würde sogar sagen, dass es eine sehr gute Lösung ist.“ bewertete Hermine Granger. „Mr Ollivanders Integrität ist über jeden Zweifel erhaben. Es ist wohl das Beste wenn ich euch ein Dokument mitgebe. Ihr könnt mit den Ollivanders sprechen und wenn sie bereit sind den Stab zu übernehmen sollen sie im Ministerium vorsprechen und das Dokument unterschrieben.....“
Mrs Granger kam nicht dazu ihren Satz zu beenden. Ein Klopfen von der Tür her unterbrach die Unterhaltung.
Hermine Granger machte eine entschuldigende Geste und rief dann: „Herein!“
Augenblicke später schob eine junge Hexe ihren Kopf durch die Tür. Sie war etwas jünger als Mrs Granger und hatte eine goldene Brille mit sechseckigen Gläsern auf der Nasenspitze.
„Bitte entschuldigen sie die Störung erste Sekretärin Granger. Ich weiß sie haben Gäste....“
„Schon gut Hildi.“ lächelte Hermine Granger. „Ich darf vorstellen, meine Assistentin Hilda Caster. Sie verhindert, dass ich im Chaos versinke.“
„Sehr freundlich Erste Sekretärin.“ lächelte Mrs Caster. „Ich störe auch nur, weil es um ihre Gäste geht.“
„Oh...“ Taro hob interessiert den Kopf und auch Danny spitzte die Ohren.
„Ja, ich war gerade unten im Atrium. Bei der Einreisestelle ist eine Hexe aus den Vereinigten Staaten. Sie bemüht sich etwas über den derzeitigen Wohnsitz des jungen Mr Huntington zu erfahren. Da er noch minderjährig ist tut man sich etwas schwer ihrer Bitte um Informationen zu entsprechen. Dazu kommt noch, dass diese Dame etwas....naja....abgerissen aussieht. Sie wirkt aber sehr verzweifelt und da ich wusste, dass sie.....“
Hilda Caster machte eine unbestimmte Geste in Dannys Richtung.
„Gut das du zu uns gekommen bist Hildi.“ meinte Mrs Granger und blickte dann Taro an.
Dieser wandte sich an Mrs Caster:
„Hat die Dame ihren Namen gesagt?“
„Ja, sie heißt Eliza Danvers und behauptet mit Mr Huntington verwandt zu sein. Sie sagt.....“
„Die Schwester von Dannys Vater.“ vollendete Taro und Danny konnte sich nicht erinnern jemals zuvor so viel kalte Wut in der Stimme seines Paten gehört zu haben.
So, das war es wieder für heute.
Ich wünsche euch eine tolle Woche und bis nächsten Sonntag.