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Alte Wunden

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Alte Wunden

Weiter geht’s

Worum es geht muss ich wohl niemandem sagen.

Daher: Viel Spaß!

Ein Orkan tobte in Harry Potter als er die Treppen hinabstieg.

Erinnerungen keimten in ihm auf. Erinnerungen an seinen Vetter Dudley. Die meisten waren schlecht.

Harry sah Dudley vor seinem geistigen Auge. Einen jähzornigen, unersättlichen Schläger der mehr als einmal seine Wut an Harry ausgelassen hatte.

Harry konnte nicht anders als sich mit jedem schritt unwohler in seiner Haut zu fühlen.

Er hatte das Leben bei den Dursleys eigentlich mit seinem 17 Lebensjahr hinter sich gelassen.

Sicher, sie hatten Weihnachtskarten geschickt aber im Grunde nie eine Antwort erhalten.

Harry hatte auch nie mit einer Antwort gerechnet. Das ganze war mehr Ginnys Idee gewesen und er hatte sich nicht mit seiner Frau streiten wollen.

Gerade als er an Ginny dachte spürte er wie etwas nach seiner Hand griff.

Er sah sich um und erkannte, dass Ginny ihre Finger mi8t seinen verflochten hatte.

„Ist nicht leicht für dich, was?“ fragte sie.

Harry hatte ein Gefühl als ob sich in seiner Brust ein Knoten lösen würde.

Ginny verstand ihn! Das bedeutete ihm viel.

Ihre Frage beantwortete er mit einem Nicken.

Ginny hielt ihren Mann kurz zurück und die beiden sahen sich an. Nur wenige Stufen trennten sie vom Atrium.

„Ich würde dir ja anbieten, dass ich mitgehe und Schiedsrichter spiele.“ meinte sie schließlich. „Aber solche Sachen erledigt Macho-Potter lieber allein.“

„Schatz....“ hob Harry an aber Ginny legte ihm den Zeigefinger auf die Lippen.

„Schon gut.“ meinte sie lächelnd. „Ich verstehe das und das mit dem Macho war nicht ganz ernst gemeint.“

„Nicht ganz?“ fragte Harry.

„Nicht frech werden Mr Potter.“ meinte Ginny scherzhaft, wurde dann aber wieder ernst. „Denk einfach dran, dass ihr beide keine Kinder mehr seid Harry. Du schläfst nicht mehr in einem Schrank unter der Treppe und wer weiß was dein Vetter inzwischen alles durchgemacht hat. Er wird sicher keine Erstklässler mehr um ihr Milch-Geld bringen, oder?“

Harry lachte leise.

„Nein, wohl nicht.“ er atmete tief durch, dann sagte zu seiner Frau: „Danke.“

Ginny lächelte sanft, küsste Harry und kehrte dann in die oberen Etagen zurück.

Harry atmete tief durch und schritt dann entschlossen auf das Wohnzimmer zu und betrat das Zimmer.

Dudley stand am Fenster und blickte auf die Straße.

Harry war überrascht als er seinen Vetter sah.

So hatte er Dudley Dursley nicht in Erinnerung.

Harry beurteilte Menschen nicht gerne nach ihrer Statur aber in ihrer Kindheit war Dudley immer so hoch wie breit gewesen. Ein Klotz!

Erst weil seine Mutter ihn stets mit jedem Gericht versorgt hatte, welches ihr Diddi-Spätzchen wünschte ( ganz gleich wie ungesund) und später wegen Duddleys Hobby: Boxen.

Der Mann der dort am Fenster stand  war noch immer groß und auch kräftig aber es war als ob sich jemand den „Klotz“ vorgenommen hatte und zurechtgeschnitzt hatte.

Dudleys Gesicht wirkte nicht mehr so stumpfsinnig sondern offener, seine borstigen Haare trug er jetzt als gepflegter Seitenscheitel und körperlich machte er nun eine ansehnliche Figur.

Dazu trug er ein helles, sandfarbenes Sakko, ein weißes Hemd mit offenem Kragen und eine gepflegte Jeans.

Dazu kam noch ein weiterer Faktor.... Harry konnte es nicht benennen aber er hatte das eigenartige Gefühl, diesen neuen Dudley schon einmal gesehen zu haben. Doch et konnte nicht sagen wo.

In diesem Augenblick bemerkte Duddley das Harry den Raum betreten hatte.

Ein schüchternes Lächeln trat auf seine Züge.

Der geübte Blick des Aurors verriet Harry: Dudley war genau so nervös wie er selbst.

„Harry,“ hob Dudley an.

Er öffnete den Mund, schloss ihn dann aber wieder.

„Ich wollte gerade sagen, dass es lange her ist aber irgendwie scheint mir das unpassend. Dieser Plauderton meine ich. Du hättest allen Grund gar nicht mit mir zu reden. Wenn man bedenkt was für ein Vetter ich immer war.“

Dudleys Gesicht brachte nun tiefes Bedauern zum Ausdruck.

„Es tut mir leid. Das damals....einfach alles.“

Harry hatte das Gefühl als hätte ihm gerade jemand mit einem Brett vor den Kopf geschlagen. Er hatte mit fast allem gerechnet aber nicht damit, dass Dudley sich offen und bereitwillig entschuldigen würde!

Im ersten Augenblick fehlten ihm einfach die Worte.

Ein Umstand der Dudley offenbar verunsicherte.

„Ich meine das ernst.“ sagte er daher. „Du bist zu uns gekommen weil du deine Eltern verloren hattest und ich..... Ich war furchtbar.“

Dudley drehte sich wieder zum Fenster und fragte:

„Weißt du noch, als du mich vor diesen Deme... Dementaren gerettet hast?“

„Du meinst Dementoren.“ sagte Harry und trat, nun da er seine Sprache wiedergefunden.

„Genau die!“ meinte Dudley. „Ich habe Dinge gesehen als die mich angegriffen haben. Weißt du was ich gesehen habe?“

Harry war nun neben Dudley ans Fenster getreten und schüttelte den Kopf.

„Mich. „ erklärte Dudley. „Mich wie ich wirklich war. Ohne Selbsttäuschung.“

Dudley schien zu frösteln.

„Es war kein schöner Anblick Harry. Damals konnte ich das noch nicht so begreifen. Es war als hätten die Dementoren in mich hinein gegriffen und ich konnte sehen dadurch sehen, dass ich nur die negativen Eigenschafen meines selbst benutzt hatte. Du guten Sachen und ich glaube hinter denen waren sie her....die guten Eigenschaften hatte ich im Grunde nie benutzt! Sie waren tief begraben unter.....Ach.“

Dudley konnte es nicht aussprechen.

„So wolltest du nicht sein.“ sagte Harry und fügte hinzu. „Daher die Tasse Tee?“

(Er erinnerte sich wie er auf sein Zimmer verbannt worden war und Dudley ihm einen Tee vor die Tür gestellt hatte.)

Dudley lachte leise auf.

„Der ungelenke Versuch ein besserer Mensch zu sein.“ er sah Harry an. „Ich weiß, dass das nicht wirklich etwas gut gemacht hat. Es ist so viel....Ich....“

„Dudley....“ übernahm Harry jetzt. Es war mehr als deutlich wie sehr Dudley die Geister der Vergangenheit verfolgten. „Ich müsste lügen wenn ich sagen würde, dass ich es als Kind einfach gehabt habe aber sei du jetzt auch nicht zu streng mit dir.  Ich will jetzt nicht anfangen und über deine Eltern herziehen aber.....“

„Über die kannst du sagen was du willst.“ unterbrach Dudley überraschend bitter. „Wir reden nicht mehr viel miteinander. Vater und ich haben glaube ich vor fünf Jahren das letzte direkte Wort gewechselt. Mit Mutter versuche ich einen Kontakt aufrecht zu erhalten aber es ist immer sehr verkrampft. Deine Adresse und wie man das Haus findet habe ich von ihr. Gott im Himmel es war ein Kampf diese alte Einladung zur Taufe deiner Tochter von ihr zu bekommen. Da hattest du ja deine Adresse angegeben und wie man dieses Haus findet. Danke übrigens für die Wahrung die du da mit reingeschrieben hast vor deinem Haus...Elfen?“

Harry lachte leise.

„Sieh Kreacher einfach als Haushaltshilfe.“ meinte er und wies auf die beiden Sofas die sich gegenüber standen und um einen kleinen Tisch platziert waren. „Wollen wir uns nicht setzen und möchtest du einen Drink.“

„Gerne!“ meinte Dudley.

Während er sich setzte ging Harry zu der kleinen Hausbar des Wohnzimmers und begann zwei Feuerwiskey einzugießen.

„Du hast dich mit deinen Eltern zerstritten?“ fragte er während er arbeitete.

Dudley brummte zustimmend.

„Das hat sich lange angebahnt.“ gestand er. „Nachdem wir uns nicht mehr verstecken mussten....wegen dieser Todesser damals.... hab ich die Schule beendet. So mit Ach und Krach. Im Grunde war mit meinen Noten nicht viel anzufangen aber Dad hat ein paar Fäden gezogen und mich bei „Grunnings“ untergebracht. Ausbildung zum Junior-Vertriebsmanager.“

„Nicht das richtige für dich?“ erkundigte sich Harry und fügte den Drinks mit einem Schlenk seines Zauberstabs Eiswürfel hinzu.

„Der Job an sich wäre nicht schlecht gewesen aber Harry....Grunnings ist ein finsterer, erzkonservativer Laden und deshalb wird die Firma wohl auch bald pleite sein. Ich bin inzwischen woanders beschäftigt aber ich hab ein Auge drauf gehalten. Da sitzen nur so Kerle wie mein Dad im Vorstand und leiten das unternahmen nach dem Motto: Wir sind die Besten! Das war immer so! Das bleibt auch immer so und alle anderen sind Idioten! Jede Innovation wird im Keim erstickt. Die Mitarbeiter werden Isoliert gehalten! Schwätzen könnt ihr zu Hause!

Bereits während meiner Ausbildung hab ich gemerkt, dass das keine gute Strategie ist. Sie ist nicht zeitgemäß. Grunnings war für eine lange Zeit Marktführer hier in England weil sie sich die Patente für einige technische Innovationen gesichert haben. Dadurch hatten sie das überlegene Produkt. Aber jetzt haben andere Firmen aufgeschlossen! Das habe ich auch mal versucht meinem Dad zu sagen! Als ich noch bei Grunnings war fiel mir auf, dass der Absatz stagniert. Wir hatten unsere festen Kunden aber es kamen keine Neuen hinzu! Und die Alten waren vor allem bei uns aus Gewohnheit. Ich habe zu meinem Vater gesagt: Das klappt solange unser Produkt zumindest gleichwertig ist aber die Konkurrenz schläft nicht! Bei denen wird Innovation gefördert und nicht unterdrückt. Bald werden die die besseren Bohrmaschinen bauen und dann beginnt der Abstieg!“

„Wie hat Onkel Vernon reagiert?“ fragte Harry und rechte Dudley ein Glas bevor er sich seinem Vetter gegenüber setzte.

Dudley lachte bitter auf, nahm einen Schluck und erzählte dann:

„Er hat mir geraten meinen Mund zu halten. Solche Meinungen wären im Verstand nicht gern gesehen. (Wieder lachte er bitter.) Ich habe natürlich getan was Dad mir gesagt hat. Ich habe ja immer getan was Mum und Dad für richtig hielten! Komm zu Grunnings.....ich gehe zu Grunnings! Sitz schön brav und still in deinem Büro auch wenn du mehr und mehr das Gefühl hast, dass die Wände dich erdrücken.....Klein Diddi-Spätzchen tut genau das! Wäre es nicht wunderbar wenn du mit der Tochter von Mr. Hastings, Dads Freund aus dem Vorstand ausgehen würdest.....Klein Dudley geht mit ihr aus! Du solltest ihr einen Antrag machen Junge!.....Dudley kauft einen Ring! Er fährt mit dem Ring nach Hause und auf einmal hat Dudley....Hatte ich das Gefühl als ob sich eine Schlinge um meinen Hals legt und sich immer weiter zuzieht! Ich dachte an das was die Dementoren mir gezeigt haben.....daran wie sehr ich inzwischen meinen Job hasste und das ich in Begriff war einer Frau einen Antrag zu machen mit der ich nur ausging weil meine Eltern das wollten und zu der ich im Grunde überhaupt keine Bindung hatte! Dann bin ich zu dieser Kurbe gekommen. Die mit dem dicken Eichenbaum. Ich wusste ich sollte vom Gas gehen aber ich bin es nicht. Ich wusste ich sollte bremsen aber das habe ich nicht getan! Lenken wäre wohl auch eine gute Idee gewesen aber ich habe einfach das Steuer festgehalten und Gas gegeben.“

Ein eiskalter Stein bildete sich in Harrys Magen.

„Dudley....“ hob er an. „Sagst du mir gerade, dass du versucht hast.....“

Dudley nickte düster.

„Bin im Krankenhaus aufgewacht.“ fuhr er fort. „Für meine Eltern war es natürlich klar, dass es ein Unfall war. Was sollte es auch sonst sein? Der Baum hätte sowieso längst gefällt sein müssen und es war rutschiges Laub auf der Fahrbahn! Ganz klar ein Unfall!

Ich hab sie einfach reden lassen und gehofft das sie endlich gehen. Als sie dann weg waren kam Tina an mein Bett. Sie war Krankenschwester in dem Haus wo ich lag. Sie hat mich angesehen und gefragt: Es war kein Unfall oder Mr Dursley?

Ich hab ihr alles erzählt Harry!

Und sie hat dann zu mir gesagt: Mr Dursley, wenn sie unglücklich sind mit ihrem Leben, dann ändern sie ihr Leben. Aber beenden sie es nicht. Ich hab durch sie dann Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe bekommen und gelernt, dass ich verdammt nochmal nicht das sein muss was meine Eltern wollen!

Ich hab beschlossen endlich was zu verändern! Ich hab bei Grunnings gekündigt. Das war ein heftiger Schlag für meinen Vater! Noch schlimmer war aber für ihn die Firma zu der Ich gewechselt bin. „Solarplex“ eine Firma für umweltverträglichen Gebäudebau und Solarenergie.“

Harry konnte nicht anders aber er musste lachen.

„Entschuldige bitte Dudley.“ meinte er glucksend. „Aber ich versuche mir gerade Onkel Vernons Reaktion vorzustellen.“

Nun musste auch Dudley lachen.

„Oh, glaub mir Harry, es war genau so wie du es dir vorstellst! Sein Sohn bei einer liberalen, grünen Firma! Unvorstellbar! Aber weißt du was Harry? Ich liebe es dort! Es ist ein ganz anderes Betriebsklima!

Ein Schuldiger dafür, dass ihr Diddi-Spätzchen auf einmal so verkorkst ist war für meine Eltern schnell gefunden.

Inzwischen hatte ich nämlich angefangen mit Tina auszugehen.“

„Der nächste Schlag für Onkel Vernon.“ erkannte Harry. „Leute die in sozialen oder medizinischen Berufen arbeiteten hält er ja für Versager. Oder zumindest zweitklassig. Vergeuden ihre Zeit damit Leute zu hätscheln......“

„....von denen die Hälfte nur zu faul zum Arbeiten ist.“ vollendete Dudley. „Ja, genau das war Dads Reaktion aber weißt du was Harry? Tina ist das Beste was mir in meinem Leben je passiert ist und deshalb habe ich sie auch geheiratet. Wir sind jetzt seid fast 12 Jahren glücklich zusammen.“

„Glückwunsch!“ antwortete Harry und er war überrascht.

„Wir hatten dich und deine Frau eingeladen.“ meinte Dudley verlegen. „Aber ihr habt nicht reagiert.“

Harry richtete sich auf.

„Dudley, wir haben nie eine Einladung bekommen.“

Harrys Vetter überlegt einen Moment, dann blitzte Erkenntnis über seine Gesichtszüge.

„Mum!“ flüsterte er. „Ich hab ihr die Einladung gegeben weil sie ja deine Adresse hatte. Sie muss den Brief zurückgehalten haben!“

„Vermutlich.“ seufzte Harry.

Nach all den Jahren....Petunia Dursley würde ihrer Schwester Lily wohl nie verzeihen und deshalb war für Harry kein Platz.

„Mum und Dad waren natürlich gegen meine Ehe.“ knurrte Dudley düster. „Tina würde mich nur auf dumme Gedanken bringen. Wie mein neues Hobby. Hier hast du was zu Lachen Vetter. Ich bin unter die Schauspieler gegangen.“

Ist nicht dein Ernst?“ Harry war baff.

„Doch!“ lächelte Dudley. “ Durch Tina hab ich erst das Lesen entdeckt. Bücher standen ja bei meinem Vater nicht hoch im Kurs. Tina hat mich mal mit zu einer Probe ihrer Schauspieltruppe genommen. Ist keine große bekannte Truppe. Nur begeisterte Laien die mal in Stadthallen auftreten usw. Da war dann ein Darsteller ausgefallen und Tina hat mich gebeten eine kleine Rolle zu übernehmen und was soll ich sagen es hat mir Spaß gemacht und von da an hatten wir ein gemeinsames Hobby.“

Bei Harry hatte es inzwischen „Klick“ gemacht. Endlich wusste er warum der „neue“ Dudley ihm so bekannt vorkam.

„Was brachtest du diesen Dolch mit herunter....“ zitierte er.

Dudleys Kopf fuhr nach oben.

„Jetzt sag nicht du hast mich auf der Bühne gesehen?“

„Doch!“ war sich Harry jetzt sicher. „Ginny und ich waren zu Besuch bei meinen Schwiegereltern und Molly wollte was besonderes für den Anlass deshalb hat sie Karten für die Vorstellung der Casgot-Truppe gekauft. Ihr habt da in Ottery St. Catchpole gespielt. Und ich hab die ganze Zeit gedacht, dass mir der Macbeth so bekannt vorkommt!“

„Meine bisher größte Rolle!“ lachte Dudley.

„Du warst gut!“ lobte Harry.

„Danke dir.“ meinte Dudley. „Meine Eltern waren nie in einer meiner Vorstellungen. Für sie sind Schauspieler sowas wie dressierte Affen. Von denen kann man sich unterhalten lassen aber ihr Sohn? Einer von denen? Furchtbar, ganz furchtbar! So war es ja schon in meiner Kindheit (Dudley wurde wieder ernst) Fernsehen, Videospiele...bloß keine Kultur! Kein Wunder das mir langweilig war und ich andere herumgeschubst habe und das ist noch höflich ausgedrückt.“

„Damit wären wir wieder am Anfang.“ unterbrach Harry. „Darauf wollte ich nämlich heraus Dudley als ich von deinen Eltern angefangen habe! Hör jetzt also mal zu „Big-D“: Ja, du hast mir eine harte Kindheit beschert und deine Entschuldigung bedeutet mir viel aber wir sind beide keine Kinder mehr. Dafür habe ich inzwischen selbst Erfahrung als Vater und ich verstehe jetzt, dass für Kinder die Eltern Götter sind! Und welche Gebote haben Vernon und Petunia dir denn gegeben? Alles was Dudley tut ist wohlgetan und „Schlag den Harry“ Ist ein Spiel, dass uns alle amüsiert! Dann gab es noch jede Menge „positive“ Bestätigung  durch Geschenke....Dudley, woher hättest du es besser wissen sollen.“

„Dein Schulleiter hat es gewusst.“ meinte Dudley ernst.

Für Harry war klar, dass seine Worte seinem Vetter viel bedeuteten.

„Weißt du noch?“ fuhr Dudley fort. „Es war in dem Jahr bevor du uns verlassen hast. DA war dein Schulleiter bei uns und hat Gläser auf unseren Köpfen tanzen lassen.“

„Ich erinnere mich.“ bestätigte Harry.

„Der hat damals meinen Eltern ordentlich die Meinung gesagt und hat gemeint.....ich erinnere mich jetzt nicht an den genauen Wortlaut....aber im wesentlichen hat er gesagt, dass sie dich misshandelt hätten aber der Schaden nicht so groß wäre wie der den sie bei mir angerichtet haben.“

Harry nickte.

„Muss ein kluger Mann gewesen sein. Er hatte nämlich recht.“ vollendete Dudley.

„Er war klug.“ brummte Harry. „Aber gerade weil er recht hatte ist es beeindruckend wie du dein Leben umgekrempelt hast Dudley. Du hast dich wirklich verändert.“

„Ich bin froh, dass du das sagst.“ meinte Dudley und wirkte ehrlich gerührt. „Ich brauch nämlich etwas Hilfe von dir Vetter.“

„Oh!“ Harry richtete sich auf. „Worum geht es?“

„Nun,“ hob Dudley an. „Ich war nicht ganz so fleißig wie du aber Tina und ich haben eine kleine Tochter. Nicole heißt sie.“

„Einmal mehr: Glückwunsch!“ lächelte Harry.

„Sie ist gerade 11 Jahre alt geworden.“ meinte Dudley mit einem hintergründigen Lächeln.

Harry beschlich ein Verdacht.

Selbiger wurde bestätigt als Dudley in seine Jackentausche griff und einen Umschlag aus gelben Pergament hervorzog.

Dudley lachte als er Harrys unschlüssigen Gesichtsausdruck sah.

„Keine Sorge.“ schmunzelte Dudley. „Du kannst ruhig gratulieren. Mit meiner kleinen Nikki ist nichts falsch und ich habe nicht die Absicht den Vorschlägen meiner Mutter nachzukommen (Dudley wurde wieder ernst) Sie meinte wir sollten mit ihr zum Arzt, sie einweisen lassen oder ihr auf jeden Fall verbieten „diese Sache“ zu machen. Wir hatten bereits Besuch vom Ministerium und der Hogwarts-Schule und wenn ich alles richtig verstanden habe wäre „ihr die Sache verbieten“ so als würde ich ihr das Atmen verbieten.“

„Ich bin froh das du das so siehst.“ seufzte Harry erleichtert. „Aber du sagtest du willst meine Hilfe? Worum geht es.“

Dudley stellte sein Glas ab und blickte Harry direkt an.

„Wir haben lange über meine Eltern gesprochen Harry.“ sagte er mit tiefem Ernst. „Ihr größter war, dass sie mir statt echter Aufmerksamkeit Geschenke gegeben haben. Diesen Fehler will ich nicht widerholen. Nikki wird in eine Welt eintreten die ich nicht verstehe. Man hat mir schon gesagt, dass ich nie alles verstehen kann was die Magie ausmacht aber Harry, ich möchte genug verstehen um für meine Tochter da zu sein. Als ein aktiver Teil ihres Lebens! Sie soll zu mir kommen können mit ihren Sorgen und ich will ihr helfen können! Ich will Mangel an Aufmerksamkeit nicht durch Teure Geschenke kompensieren. Ich hoffe Harry, dass du mir helfen kannst.“

Auf Harrys Gesicht wuchs ein Lächeln in die Breite.

Er stellte nun auch sein Glas ab und strecke Dudley die Hand entgegen.

„Big-D, da wird sich sicher was machen lassen.“

Dankbar ergriff Dudley Dursley die ihm dargebotene Hand.

So, das war es wieder für heute.

Ich hoffe es hat euch gefallen und habt eine gute Woche.