Big-D
Big-D
Auf ein neues.
Nach dem unschönen Familientreffen von letzter Woche geht es heute angenehmer weiter und wir lernen Dudleys Tochter kennen.
Langsam wird es auch Zeit, dass es nach Hogwarts zurück geht. ( Man könnte fast meinen, dass ich das geplant hab. Der erste September steht ja vor der Tür.)
In jedem Fall: Viel Spaß!
Harry Potter bemühte sich ernst zu bleiben aber hinter ihm bog Ginny sich noch immer vor lachen.
„James....“ keuchte sie. „Das war deine Glanzleistung, oder?“
„Im Ursprung ja.“ meinte der Älteste der Potters. „Wir alle waren der Meinung, dass was getan werden muss aber.....Danny, wie bist du auf die Idee gekommen die Klospühlung zu ziehen?“
„Und das mit dem Toilettenpapier?“ wollte Alex Danvers wissen.
Harry erkannte, dass das Mädchen ihren Cousin bewundernd musterte.
Die ältere der Danvers-Schwestern erinnerte Harry sehr oft an Dannys Vater. Sie hatte den gleichen starken Willen und das selbstbewusste auftreten.
Daniel indes hob grinsend die Schultern.
„Spontane Eingebung.“
„Brilliant!“ lobte James seinen Mitverschwörer.
„In der Tat.“ meinte Ginny atemlos. „Und James....dein Onkel George wird stolz auf dich sein.“
„Ginny, das ist jetzt nicht hilfreich!“ warf Harry ein.
„Harry!“ meinte diese noch immer glucksend. „Du weißt, dass ich im Grunde immer ein straffes Regiment führe aber hier finde ich habe sich die Kinder wirklich brillant geschlagen. Sowohl dein Onkel als auch deine Tante hatten es verdient!“
„Ja aber...“ Harry versuchte einzuschreiten aber Ginny ließ sich nicht unterbrechen.
„Die beiden sind in unser Haus gekommen und haben sich einfach furchtbar benommen. Besonders dein Onkel!“
Ginny wurde nun endgültig wieder ernst und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„In Merlins Namen was für ein schrecklicher Mensch!“ seufzte sie.
„Da werde ich dir nicht widersprechen.“ brummte Harry.
„Dann gib zu, dass du kurz davor warst ihm einen Fluch auf den Hals zu hetzen.“ meinte Ginny und verschränkte die Arme vor der Brust.
Harry öffnete den Mund doch Ginny war schneller.
„Versuch es gar nicht abzustreiten.“ meinte sie sanft aber bestimmt. „Ich weiß das du kurz davor warst weil es mir genau so ging. Und als ehemalige Reporterin kann ich dir sagen Harry: Das hätte eine Schlagzeile gegeben! Leiter des Aurorenbüros greift Muggel an! Und das buchstäblich am ersten Arbeitstag der neuen Ministerin. Du weißt dich wie die Kimkorns dieser Welt sind. Die warten doch nur auf einen solchen Skandal. Die Aktion der Kinder hat dir und Minchen die Schlagzeile erspart. Sollte der „Toilettengang des Pumas“ es wirklich in die Schlagzeilen schaffen....was ich bezweifle....dann werden die Leute darüber eher lachen. Wegen illegaler Anwendung der Magie durch Minderjährige wird Danny auch niemand drankriegen weil er sich in einem Magischen Haushalt aufgehalten hat. Bei all der freien Magie hier kommt die Spur nicht mit und ich sage es nochmal: Dein Onkel und deine Tante hatten es verdient.“
„Na gut, na gut!“ Harry hob die Hände. „Da hast du recht Ginny. Aber.....“
Harry drehte sich zu den Kindern um und wurde nun doch nochmal ernst.
„Verehrte Rasselbande....“ hob er an. „Eigene Produktion und erweiterte Familie.... Für dieses mal: Danke! Aber ich möchte nicht, dass dieses Verhalten bei euch zur Gewohnheit wird. Muggel haben es nicht verdient, dass man sie bei jeder Gelegenheit zu Tode erschreckt und wir Zauberer haben nicht das Recht dazu Probleme mit ihnen durch Einschüchterung zu lösen. Sind wir uns was das betrifft klar?“
„Völlig Dad!“ versicherte James und Harry war zufrieden, dass die Jugendlichen alle nickten.
„Ich weiß ja auch, dass ihr keine Muggel-Hasser seid.“ meinte Harry nun wesentlich ruhiger. „Aber die Grenze ist schnell überschritten. Denkt nur mal an unsere Probleme mit den Kobolden. Viel kommt daher, dass Zauberer einfach Dinge von ihnen gekauft haben und diese Sachen einfach behalten haben. Kobolde glauben ja, dass etwas das sie herstellen immer ihnen gehört. Ein Kaufvertrag ist für sie mehr ein lebenslanger Mietvertrag. Die meisten Zauberer wussten das nicht und haben es nicht böse gemeint! Aber man kann genau so tief verletzen, wenn man einfach nicht richtig nachdenkt als wenn man es wirklich böse meint. Verstanden?“
Wieder war allgemeines Nicken bei den Jugendlichen die Folge und Harry war damit zufrieden.
„So!“ meinte er und klatschte in die Hände. „Jetzt brauche ich ein Gefäß.“
„Wieso ein Gefäß Daddy?“ wollte Lily wissen.
„Na ich will mir die Erinnerung an meinen lieben Onkel und den Puma aus dem Gehirn kopieren kann. Ich will sie unbedingt für alle Zeiten bewahren und aufheben!“
„Du Heuchler!“ lachte Ginny und warf ihrem Mann die Arme um den Hals.
Während Harry sich einen Kuss von seiner Frau stahl war es nun an den Kindern sich vor Lachen zu biegen.
In diesem Moment hallte ein hallender Gongschlag durch das Haus. Harry erkannte die Türglocke.
Kreacher schielte von der Treppe die zur Küche hinab führte herauf doch Harry gab dem Hauselfen ein Zeichen, dass er sich um die Sache kümmern würde.
Wie erwartet stand Dudley vor der Tür als Harry sie öffnete. Bei ihm war eine Frau die etwa im selben Alter war wie er. Sie hatte schulterlange schwarze Haare, trug ein hellgrünes Sommerkleid und ein freundliches und offenes Gesicht.
Harry vermutete, dass es sich um Dudleys Frau Tina handelte und er kam nicht umhin zu glauben, dass sein Vetter hier den sprichwörtlichen guten Fang gemacht hatte.
Zwischen den beiden entdeckte Harry ein elfjähriges Mädchen das etwas verängstigt wirkte. Sie hatte Dudleys naturblondes Haar aber das Gesicht ihrer Mutter.
„Hallo Dudley!“ grüßte Harry und reichte seinem Vatter die Hand.
„Danke nochmal für die Einladung.“ erwiderte dieser. „Das hier ist meine Frau Tina....“
Harry und seine neue Schwägerin begrüßten sich. Auch Dudleys Frau wirkte noch etwas unsicher aber das war verständlich. Wenn sie vorher keinen Kontakt mit der magischen Welt gehabt hatte, war alles etwas überwältigend.
„Und das hier ist unsere kleine Nikki.“ fuhr Dudley fort.
Er ging neben seiner Tochter in die Hocke und meinte zu ihr:
„Das ist dein Onkel Harry.“
Harry schmunzelte in sich hinein. Dank der ausgedehnten Weasley-Familie gab es nun wirklich Einige, die ihn „Onkel Harry“ nannten.
Das Dudley ihn seiner Tochter so vorstellte hatte aber trotzdem etwas besonderes. Es lag vieles in dieser offenen Geste von Dudley. Er zeigte damit, dass er wirklich bereit war in Harry Familie zu sehen. Nicht nur ein lästiges Anhängsel wie einen entzündeten Blinddarm.
Etwas eingeschüchtert blickte die kleine Nikki zu ihm auf.
Harry ging nun wie Dudley in die Hocke und meinte:
„Du bist also Nikki?“
Die kleine nickte.
„Im Augenblick wirkst du aber mehr wie eine Alice.“ meinte er.
„Warum denn das?“ fragte die Kleine.
Harry schmunzelte. Den Trick hatte er als Auror gelernt. Ganz besonders bei Kindern klappte er gut. Wenn man es mit verängstigten Personen zu tun hatte war es oft von Vorteil sie ein wenig abzulenken.
„Naja...“ meinte er daher. „Kennst du nicht die Geschichte von Alice die einem weißen Kaninchen gefolgt ist und im Wunderland gelandet ist? Im Augenblick wirkst du so als wärst du gerade den den Kaninchenbau herunter gepurzelt.“
Nikki kicherte jetzt leise und nickte.
„Alles etwas unheimlich, was?“ fragte er. „Mein Haus, dass einfach so auftaucht und das alles.“
Nikki nickte erleichtert und fragte:
„Und du bist echt ein Zauberer? Ein echter?“
„Ein ganz echter.“ versicherte Harry und meinte dann zu den Neuankömmlingen: „Aber jetzt kommt erst mal rein. Wir beißen nicht.“
Harry hatte es geschafft bei Nikki etwas das Eis zu brechen. Das kleine Mädchen wirkte noch immer etwas scheu aber die Kinder hatten hier genau die Wirkung auf die Harry gehofft hatte. Sie nahmen sich Dudleys Tochter an und besonders zu Lily schien die Elfjährige direkt einen Draht zu haben.
Das war wohl nur natürlich, da die beiden Mädchen sich vom Alter sehr nahe waren.
Lily überreichte ihrer neuen Cousine auch die Ausgabe von „Hogwarts-Eine Geschichte“.
Das Geschenk wurde nicht nur von Nikki begeistert aufgenommen. Auch Harrys Frau Tina schien sehr dankbar und versprach ihrer Tochter das Buch mit ihr zusammen zu lesen.
„Das ist wirklich wunderbar.“ meinte sie. „Das alles ist so neu für uns und es bedeutet mir viel etwas darüber zu erfahren wo Nikki zur Schule gehen wird. Es ist schon nicht leicht sein Kind für den Großteil des Jahres fort zu schicken aber wenn man sich so wenig unter der neuen Schule vorstellen kann.“
„Das kann ich sehr gut verstehen.“ versicherte Ginny. „Ich musste mich auch erst an die Ruhe im Haus gewöhnen als auch meine Jüngste nach Hogwarts kam. Ein Rat Mrs Dursley....“
„Tina bitte...“ unterbrach Dudleys Frau.
Ginny lächelte und fuhr fort:
„Wenn du anfängst die Wiederholungen im Muster der Tapete zu zählen und festzulegen wie oft sich das Muster pro Wand wiederholt....Spätestens dann weißt du, dass du dir ein neues Hobby suchen musst.“
Sowohl Ginny als auch Tina mussten lachen und Harry hatte das Gefühl, dass sich die beiden gut verstanden.
Vermutlich lag es daran, dass sie beide Mütter waren. Dadurch war die Sache mit der Magie egal.
Die Kinder hatten inzwischen Nikki eingeladen ihr den Dachgarten zu zeigen. Besonders der Umstand das dort ein echter Phoenix lebte versetzte die Elfjährige in Aufregung und nachdem sie sich den Segen von ihren Eltern geholt hatte verschwanden die Kinder auf der Treppe.
„Es freut mich, dass Nikki hier so warm aufgenommen wurde.“ meinte Dudley, klang aber etwas nachdenklich. „Besonders das mit dem Buch. Das war wirklich lieb von euch.“
„Gerne doch.“ lächelte Harry. „Aber etwas liegt dir doch auf der Seele Big-D. Hab ich was falsch gemacht.“
„Big-D?“ fragte Tina lächelnd.
Dudley richtete den Blick zur Decke und erklärte.
„Ein alter Spitzname von mir. Eigentlich einer mit keiner schönen Geschichte aber wenn Harry ihn benutzt....“
Dudley blickte seinen Vetter an.
„Damals, als wir uns verabschiedet haben....da hast du mich so genannt. Nach all dem was wir durch hatten....Ich glaube zwischen uns hat der Name.....“
„Eine ganz eigene Bedeutung.“ vollendete Harry. „Da hast du wohl recht aber mal zurück zu meiner Frage....“
„Du hast nichts falsch gemacht Harry. Ganz im Gegenteil.“ versicherte Dudley. „Aber als wir in eure Straße eingebogen sind kam uns ein Auto entgegen. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube das es der protzige Dienstwagen von meinem Vater war. Sag nicht das er.....“
„Doch!“ seufzte Harry. „Er und Tante Petunia.“
Dudley verspannte sich deutlich und auch Tina warf ihrem Mann einen besorgten Blick zu.
„Schlimm?“ Fragte Dudley ernst.
Harry sah keinen Sinn darin zu lügen daher nickte er.
Er hob die Hand und führte Zeigefinger und Daumen so dicht wie möglich zusammen.
„Ich war so kurz davor die beiden in Ochsenfrösche zu verwandeln und sie als Untermieter in unseren Gartenteich aufzunehmen.“
„Nicht in meinem Haus.“ scherzte Ginny. „Aber mein Mann hat schon recht. Dudley....ich sehe, dass dir das Kummer macht aber die beiden haben sich wirklich schlimm benommen.“
„Das habe ich nicht anders erwartet.“ meinte Dudley bitter.
Er hatte sich zur Wand gedreht und vermied es offenbar jemanden anzusehen. Kurz glitt sein Blick zur Treppe und als er sicher war, dass niemand lauschte fragte er:
„Hat mein Vater etwas verlauten lassen, dass er rechtliche Schritte einleiten will um uns Nikki wegzunehmen?“
Tina Dursley war alarmiert. Sie trat neben ihren Mann und fragte:
„Hat den Vater irgendetwas in der Richtung gesagt?“
Dudley blickte seine Frau an und nickte dann.
„Es war gestern eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter und wenn er die Drohung hier wiederholt hat.....“
„Hat er.“ unterbrach Harry und trat dann auf seinen Vetter und dessen Frau zu. „Aber, und das sage ich euch als Auror der sich mit den Gesetzten auskennt: Ich denke nicht, dass ihr euch Sorgen machen müsst.“
„Glaubst du?“ fragte Dudley hoffnungsvoll. „Ich habe mir nämlich Sorgen gemacht. Ich kenne meinen Vater. Das war keine leere Drohung. Normalerweise würde ich mit einen Anwalt nehmen aber wie soll ich argumentieren? Wenn Magie zur Sprache kommt? Dad muss das nur zur Sprache bringen und jeder Richter wird sich zumindest Sorgen machen ob Tina und ich verrückt sind.“
„Siehst du Dudley....“ meinte Harry lächelnd. „Deshalb ist es gut, dass du zu mir gekommen bist. Onkel Vernon und Tante Petunia haben einen Gedanken tief bei dir verankert: Magie sowie Hexen und Zauberer sind etwas unnatürliches und gehören nicht in diese Welt.“
Dudley wollte widersprechen aber Harry wehrte lächelnd ab.
„Kein Vorwurf Big-D und du hast deinen Teil getan das zu überwinden aber für den Rest brauchst du einfach Fakten. Hier sind ein paar: Die magische Gemeinschaft ist ein Teil dieser Welt auch wenn man sie nicht sieht. Da Nikki eine junge Hexe ist, sind für sie automatisch Gerichte zuständig bei denen das Thema Magie kein Problem ist.“
„Und als Eltern habt ihr euch doch nichts zu schulden kommen lassen.“ tröstete Ginny. „Im Gegenteil. Bei eurer Kleinen ist ein Talent erkannt worden und ihr fördert es auf die beste nur mögliche Weise. Und es stimmt was Harry gesagt hat. Die magische und nicht magische Welt arbeitet was Regierung betrifft zusammen und zwar nicht nur hier in England. Ihr habt die beiden Mädchen gesehen? Alex und Kara? Die sind vor kurzem aus den USA eingewandert! Auch da gibt es eine Zauberschule, eine Regierung.....“
„Ganz genau.“ meinte Harry.
Er zog seinen Zauberstab hervor, schwang ihn kurz und eine Visitenkarte erschien aus dem Nichts.
Er reichte sie Dudley.
„Das sind die Kontaktdaten des Büros für magisch/nicht magische Berührungspunkte. Ihr seid nicht die einzige Familie bei der es zu Problemen kommt wenn plötzlich Magie auftritt. Wartet einfach ab. Wenn Onkel Vernon sich wirklich einen Anwalt nimmt wendet euch an dieses Büro. Da kann man euch helfen und dafür sorgen, dass der Fall von Leuten bearbeitet wird die nicht die Augenbraue hochziehen wenn von Magie die Rede ist. Und natürlich kannst du dich bei mir melden wenn du einen Fremdenführer brauchst. Darüber hinaus mal ehrlich: Ohne den Faktor Magie....was hat dein Vater dann? Das es nicht nach seinem Kopf geht? Da ist etwas mehr nötig vor Gericht.“
Dudley wirkte sichtlich erleichtert und schob sich die Karte in die Brusttasche.
„Danke Harry.“ seufzte er und legte den Arm um seine Frau. „Ich denke es wird Zeit, dass wir beide unseren Horizont etwas erweitern.“
Tina nickte.
„Nun, Big-D....wir sind gerne behilflich.“ lächelte Harry. „Und jetzt sehen wir mal lieber nach was die Rasselbande treibt. Es ist verdächtig ruhig.“
So, das war es für heute.
Schönen „Back-to-Hogwarts-Day“
Bis bald.