Zurück nach Hogwarts Teil 2
Zurück nach Hogwarts Teil 2
Wieder mal auf ein Neues.
Wieder etwas kürzer, da das heutige Kapitel eigentlich zum letzten gehört aber ich denke....gehaltvoll.
Hoffe es gefällt euch und viel Spaß.
Kreacher hielt die Tür auf als die Erwachsenen die kleine Herde Kinder auf die Straße scheuchten und verabschiedete die Herrschaft.
Dudley und seine Frau hatten sich inzwischen an den alten Hauselfen gewöhnt.
„Wir haben schließlich auch eine Putzfrau“ hatte Tina erklärt.
„Manche Dinge bei euch Zauberern muss man wohl einfach akzeptieren.“ war Dudleys Meinung gewesen.
Vor Haus Nr. 12 parkten bereits die Autos die die Gruppe zum Bahnhof Kings Cross bringen würde.
Zum einen war da der Mini der Familie Potter.
Das Fahrzeug hatte von Ginny den Namen Adolfus erhalten. ( Zu diesem Zeitpunkt hatte Harry beschlossen darauf zu bestehen, dass er die Namen für, zu diesem Zeitpunkt noch theoretische, zukünftige Kinder auswählte.)
Harry und Ginny hatten sich diesen Wagen vor einigen Jahren zugelegt.
Ginny hatte Harry überhaupt darauf gebracht.
Ginny spielte damals noch Quidditch für ihr Team und sie und Harry waren gerade im ersten Jahr ihrer Ehe.
Eines Morgens hatte sie ihren Mann mit dem Vorsatz überrascht den Führerschein machen zu wollen.
Harry hatte verwundert gefragt warum sie das wollen würde. Er hatte nichts dagegen aber in der magischen Welt gab es doch viele Möglichkeiten schnell von A nach B zu kommen. Die meisten waren sogar schneller als ein Auto.
„Ich möchte meinen Horizont erweitern Schatz.“ hatte Ginny gesagt. „Ich will nicht irgendwann werden wie einer dieser Zauberer die sich nicht mal anziehen können wie ein Muggel.
Sie hatte sich auf Harrys Schoß gesetzt, die Arme um seinen Hals gelegt und gesagt: Wir und die Muggel leben in der selben Welt und unser Blut hat die gleiche Farbe. Wir sollten uns verstehen. Dazu braucht es gar nicht viel. Es sind diese kleinen Dinge die Verständnis fördern.“
„Das hast du von Arthur.“ hatte Harry lächelnd geantwortet.
Ginny hatte dann begeistert vorgeschlagen, dass sie den Führerschein doch zusammen machen könnten.
Erst hatte Harry sich etwas gesträubt aber Ginny hatte ihn festgenagelt.
„Ich denke es würde dir guttun Mr Potter.“ hatte sie gesagt und Harry dabei direkt in die Augen gesehen.
Harry hatte nicht anders gekonnt als zu fragen warum.
Ginny war daraufhin ernst geworden und hatte gesagt:
„Ich kenne dich nun schon eine ganze Weile Harry Potter und ich liebe dich. Aber es gibt etwas an dir das mir eine Weile Sorgen macht. Seid du nicht mehr in die Muggelwelt zurückkehren musst tust du es auch nicht mehr. Im Gegenteil. Ich habe manchmal regelrecht das Gefühl, dass du allem was mit Muggeln zu tun hat aus dem Weg gehst.“
Harry hatte widersprechen wollen aber Ginny hatte ihm den Zeigefinger auf die Lippen gelegt und erklärt:
„Ich werfe dir nicht vor ein Muggel-Hasser zu sein. Ich verstehe sogar, dass du dich unbewusst so verhältst. Als wir noch nach Hogwarts gegangen sind bedeutete eine Rückkehr in die Muggelwelt, dass du zu deinen schrecklichen Verwandten zurück musstest. Die magische Welt war die Welt in der du dich wohlgefühlt hast die der Muggel....Naja.... Aber Harry, die Muggelwelt, das sind nicht nur deine Tante und dein Onkel! Und ich fände es schade wenn du anfangen würdest so zu denken. Es gibt so viel was Spaß machen kann und frag dich mal selbst Mr Potter: Der Führerschein wäre das Ding für dich wenn du nicht in der magischen Welt leben würdest. Warum lässt du zu, dass dir deine Muggel-Verwandten etwas tolles wegnehmen selbst jetzt, wo du nicht mehr bei ihnen lebst? “
Dieses Argument hatte Harry erst einmal sprachlos gemacht.
Schließlich jedoch hatte er zugeben müssen, dass sie recht hatte! Warum ließ er sich entgehen was die Muggelwelt zu bieten hatte?
Es gefiel Harry überhaupt nicht, dass seine Zeit bei den Dursleys ihn immer noch beeinflusste!
So hatte er schließlich zugestimmt und war mit Ginny gemeinsam zur Fahrschule gegangen. Gemeinsam hatten sie den Führerschein gemacht und sich anschließend nach eine „Familienkutsche“ umgesehen.
Ginny hatte sich in den Minni verliebt. Sie fand das kleine Auto so schräg und niedlich.
Vom Ministerium hatten die Potters sich die Genehmigung geholt ein paar Veränderungen vorzunehmen und so war Adolfus zu einem festen Mitglied der Familie geworden.
Harry hatte Dudley bereits die kleinen Extras seines Wagens vorgeführt und sein Vetter war beeindruckt gewesen.
Dudley musste sich mit seinem Wagen aber auch nicht verstecken. Es war ein elektrischer Wagen der neusten Baureihe aus den USA.
Ginny hatte mit Erlaubnis ihres Schwagers eine Probefahrt gemacht und fand den alternativen Antrieb sehr interessant.
Damit war sie nicht die einzige.
Zur allgemeinen Überraschung hatten Lilly und Kara sich gemeldet und darum gebeten bei den Dursleys mitfahren zu dürfen.
Lily hatte ihre neue Cousine sehr lieb gewonnen und wollte ihre flatternden Nerven etwas beruhigen.
Harry konnte verstehen, dass Nikki etwas ängstlich war. Im Grunde ging es der kleinen ähnlich wie Harry damals. Nicht nur würde sie nun auf ein Internat gehen sondern auch noch auf eine Schule für Magier.
Harry hatte sich damals begeistert in das Abenteuer gestürzt. Hagrid hatte ihm Vertrauen zur magischen Welt gegeben und alles konnte nur besser sein als das Leben bei seinem Onkel und seiner Tante.
Für Nikki lagen die Dinge etwas anders. Sie liebte ihre Eltern und keinem Kind fiel es leicht so weit von ihnen weg zu sein. Auf der anderen Seite war sie natürlich gespannt auf die magische Welt und Lily war ihr eine große Hilfe.
Harry hatte auch den Eindruck, dass Lily es genoss mal die „Große“ zu sein.
Kara wollte in dem Muggelauto mitfahren weil sie auf Hoigwarts Muggelkunde besuchen würde. Offenbar hoffte sie auf ein paar Eindrücke die Hauspunkte wert waren.
„Du gehörst echt nach Ravenclaw!“ rief ihre Schwester Alex ihr zu.
Schnell waren nun Koffer und Kinder verladen und die beiden Wagen machten sich auf den Weg.
Vor Kings Cross wartete das Ehepaar Danvers und Taro Isurgie.
Sowohl die Danvers als auch Taro wollten es sich nicht nehmen lassen ihre jeweiligen Schützlinge zu verabschieden.
Damit standen genug Erwachsene zur Verfügung um die kleine Scharr von Kindern auf Kurs zu halten.
Ein Abenteuer war für Nikki natürlich der Durchgang zum Bahnsteig 9 ¾ genau sah sie den älteren Kindern zu als sie die magische Barriere durchschritten und als sie an der Reihe war beanspruchte sie die Hilfe von ihrer Mum und ihrer neuen Tante Ginny.
Reibungslos verschwanden die beiden Frauen und die Elfjährige in der Absperrung.
Gerade als Harry und sein Vetter ihnen folgen wollten erklang eine Stimme hinter ihnen.
„Dudley.“
Die beiden wirbelten herum und erkannten, dass Petunia Dursley hinter ihnen stand.
Harry konnte nicht anders als angespannt zu reagieren.
Es war schwer einzuschätzen was nun geschehen würde.
„Mum.“ meinte Dudley und klang distanziert.
„Bitte jetzt keine Szene!“ forderte Harrys Vetter von seiner Mutter. „Für Nikki ist heute ein wichtiger Tag und sie hat mit dir und Dad einiges mitgemacht in den letzten Wochen.“
„Das kann ich mir vorstellen.“ räumte Petunia ein.
„Kannst du das?“
Wut schlich sich nun in Dudleys Stimme. Nur Mühsam hielt er sie unter Kontrolle.
„Weißt du was für ein Gefühl es ist wenn deine Tochter zu dir und deiner Frau ins Bett krabbelt weil sie Angst hat das Opa und Oma sie zwingen ihre Eltern zu verlassen? Es war nicht schön!“
„Das tut mir so leid.“ meinte Petunia Dursley und ihre Augen glänzten feucht. „Ich war von Anfang an nicht glücklich....damit aber Vernon war fest entschlossen und du kennst doch deinen Vater.“
Dudley lachte bitte.
„Ja, ich kenne ihn.“
„Ich hab ihn überzeugt, dass es die Sache jetzt ruhen lässt.“ versicherte Petunia ihrem Sohn. „Ihr werdet keine Briefe von Anwälten oder so mehr bekommen.“
„Warum hast du diese Aktion überhaupt mitgemacht Mum?“ fragte Dudley und tiefe Enttäuschung lag in seiner Stimme. „Sicher, du hattest schon immer deine Vorbehalte gegen Tina aber mein Gott Mum! Ihr habt versucht uns unser Kind wegzunehmen!“
„Dudley, es tut mir so leid!“ hob Petunia mit erstickter Stimme an. „Du verstehst nicht wie schwierig das für mich war!“
„Für dich?!“ Dudley stand kurz davor die Fassung zu verlieren. „Was glaubst du wie es für Tina und für mich war?.....“
Es war klar, das die Lage kurz davor war zu eskalieren und daher tat Harry Potter nun etwas, was er nie von sich erwartet hätte und doch entsprach es ihm.
„Dudley!“ hob er an und spürte sofort wie der Blick seiner Tante zu ihm wanderte. Vieles lag in diesem Blick. Alte Wut, Verunsicherung, Sorge.... Harry ignorierte den Blick und sprach weiter.
„Dudley, ich will dir hier nicht in den Rücken fallen aber versuch dich einmal kurz in die Lage deiner Mum zu versetzen.
Überraschung trat nun auf Petunia Dursleys Gesicht ebenso auf das von ihrem Sohn.
„Deine Mutter liebt dich Big-D.“ fuhr Harry fort. „Sie hat ihre Fehler aber wer von uns hat das nicht. Hast du je bezweifelt, dass sie dich liebt?“
„Nein.“ gestand Dudley. „Das wohl nicht. Deshalb hab ich ja auch immer noch versucht Kontakt zu ihr ( er blickte nun zu seiner Mutter) ich meine zu dir zu halten als mit Dad längst Funkstille war.“
„Siehst du!“ meinte Harry und erklärte weiter. „Das Problem ist nur, dass es in....(auch er drehte sich nun zu Petunia und blickte sie an.) ...das es in deinem Leben zwei Männer gibt die du liebst. Dich Dudley und Onkel Vernon. Was ich persönlich über Vernon denke ist egal für deine Mum Big-D war er immer da. Zwischen den beiden wichtigsten Menschen für einen zu stehen während die sich bekriegen ist nicht leicht Dudley. Im Grunde kann man da nicht gewinnen.“
Harry konnte sehen wie Dudley darüber nachdachte und ruhiger wurde.
Petunia sah ihren Neffen einfach nur an.
Eine Gänsehaut kroch über Harrys Rücken. Er hatte diesen Blick bisher nur einmal vorher bei seiner Tante gesehen. Dieser Blick der Harry daran erinnerte, dass sie die Schwester seiner Mutter war.
Schließlich blickte Petunia wieder zu ihrem Sohn.
„Ich bin nicht hier um eine Szene zu machen Dudley. Es ist, wie du gesagt hast, ein großer Tag für deine Tochter und ich würde sie gerne mit dir und Tina zusammen verabschieden.“
Sie schlug die Augen nieder und blickte auf ihre Füße als sie fast flüsternd sagte: „Ich will dich nicht verlieren Dudley.“
„Das will ich im Grunde auch nicht.“ räumte Dudley ein. „Aber es gibt da etwas das du verstehen musst Mum. Das es jetzt diese Distanz zwischen uns gibt Mum liegt nicht an der Magie. Versuch nicht der Magie die Schuld zu geben. Harry hatte keinen Grund mir beizustehen als ich ihn vor einigen Wochen wieder getroffen habe. Wir haben es ihm nicht leicht gemacht in seiner Kindheit. Aber er ist über seinen Schatten gesprungen. Mum, wenn du Kontakt zu mir willst, dann musst du Nikki so akzeptieren wie sie ist. Versuch nicht sie in eine Form zu quetschen.“
Dudley trat auf seine Mutter zu und fragte: „Hat dich das nicht schon genug gekostet.“
Dudley blickte zu Harry und Petunia folgte seinem Blick.
Eine Weile blickten Neffe und Tante sich an.
„Danke für das was du da gerade gesagt hast Harry.“ meinte Petunia schließlich.
Harry wusste nicht genau was er antworten sollte daher nickte er schlicht.
„Ich glaube....“ hob Petunia an und Harry hatte den Eindruck das sie zwar um jedes Wort kämpfte aber meinte was sie sagte. „Ich glaube Lily hätte sich genau so verhalten. Sie hatte diese Art. Sie wollte immer für andere Menschen da sein.“
Diese Worte trafen Harry doch tief. Nur einmal vorher hatte Petunia Dursely über ihre Schwester gesprochen. Damals in der kleinen Hütte an Harrys elften Geburtstag. Damals war sie voller Wut gewesen. Diesmal nicht!
„Ist doch irgendwie schön, dass nicht alles von deiner Schwester von der Welt verschwunden ist, oder?“
Petunia Dursley öffnete den Mund beließ es aber dann bei einem schlichten Nicken.
Dudley reichte es aber offenbar.
„Vielleicht tut es Nikki ja sogar gut.“ meinte er. „Dann sieht sie das.....diese Sache hinter uns liegt.“
„Dann gehe ich mal kurz vor und warne die Familie vor.“ meinte Harry. „Wir haben ja noch Zeit. Ich sage kurz bescheid und helfe euch dann durch die Barriere.“
Wenig später winkte Harry Potter zusammen mit anderen Eltern dem Hogwarts-Express nach als er aus dem Bahnhof dampfte.
Sein Blick glitt von dem Strauß Kinder der aus einem der Zugfenster hing zu seinem Vetter und dessen Mutter. Beide winkten ebenfalls dem Zug nach.
….Sicher ist da noch einiges zu klären.... dachte Harry Potter bei sich......Aber das war doch schon mal ein erster Schritt.
So, das war es wieder für heute.
Habt eine schöne Woche und bis zum nächsten Mal.
Bis dann.