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Menschliche Probleme

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Menschliche Probleme

Weiter geht’s.

Erst einmal sorry, dass ich letzte Woche nichts habe von mir hören lassen.

Die Arbeit kam dazwischen.

So, nun geht es aber weiter.

Im heutigen Kapitel wird deutlich, dass auch an einer Zauberschule menschliche Probleme auftreten können.

Viel Spaß.

Danny verließ das Bad der Vertauensschüler und ließ in einem Stoßseufzer die Luft aus seinen Lungen entweichen.

Eines hatte er in den letzten Wochen lernen müssen:

Vertauensschüler zu sein war nicht nur Spaß und Vergnügen. Es war harte Arbeit.

Man lief nicht nur einfach durch die Flure und hielt jedem sein Abzeichen unter die Nase. Der Schulsprecher verteilte organisatorische Aufgaben und natürlich musste man sich um die anderen Schüler kümmern. Besonders die Erstklässler hatten Danny auf Trap gehalten.

Wenigstens hatte der Schulsprecher ihnen diesmal nicht viel aufgebrummt. Nur die Listen für das erste Hogsmead-Wochenende sollte ans schwarze Brett gehängt werden.

Danny war fest entschlossen: Heute würde er sich einen schönen Nachmittag mit Rose machen.

Auch wollte er sich erkundigen wie Alex und Kara sich eingelebt hatten und er schien Glück zu haben.

Auf der großen Freitreppe kamen ihm Alex und Jenna entgegen. Letztere stach durch ihre blau/rote Schuluniform hervor.

„Hey!“ grüßte Danny die Beiden.

„Na wenn das nicht mein Dachs-Bro ist.“ lachte Alex. „Gibt es dich auch noch?“

„Sorry.“ gab Danny zurück. „ Ich wollte euch helfen euch hier einzuleben aber der neue Job.....“

„Versteh ich schon.“ grinste Alex und ergriff Jennas Hand. „Wir haben die Zeit gut genutzt.“

„Gibt hier ein paar sehr schöne Ecken wenn man allein sein will.“ lächelte Jenna. „Unsere alte Schule lag ja auf einem Berggipfel. Sie haben da echt das Beste aus dem Platz gemacht der zur Verfügung steht aber ihr habt hier schon mehr Platz.“

„Und der See ist der Wahnsinn!“ meinte Alex begeistert. „Wir haben da eine kleine Bucht gefunden....das ist jetzt unser Platz.

„Freut mich, dass es euch beiden gefällt.“ sagte Danny erleichtert. „Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr gerade auf dem Weg zu „eurem Platz“ seid.“

Vielsagend blickten Alex und Jenna sich an.

„Na dann will ich euch nicht aufhalten.“ meinte Danny und zwinkerte den beiden zu. „Ihr habt nicht zufällig Rose gesehen?“

„In der großen Halle.“ meinte Alex. „Zusammen mit meinem Schwesterherz.

Danny bedankte sich bei den Beiden und setzte seinen Weg fort.

In der großen Halle entdeckte Danny schnell die beiden Hexen die er suchte.

Rose und Kara saßen am Haustisch der Ravenclaws und hatten einiges an Büchern um sich ausgebreitet.

Zwischen den Mahlzeiten nutzten viele Schüler die große Halle um sich zum Lernen zu treffen. Gruppen bildeten sich und die Hauszugehörigkeit spielt nicht mehr wirklich eine Rolle.

„Hallo ihr Zwei!“ grüßte Danny seine Freundin und seine Cousine.

„Hallo Fremder.“ erwiderte Rose und Danny entging nicht die Spur von Kälte in ihrer Stimme.

„So schlimm?“ fragte er schuldbewusst.

Rose blickte ihn über den Rand ihres Buches an.

„Wenn ich Kara nicht gehabt hätte wäre ich ganz schön einsam gewesen.“ meinte sie. „Al ist beschäftigt sein Team zusammen zu stellen. Scorpius und du seid mit den Vertrauensschülern unterwegs und Lily versucht wohl mit Rani und Hugo ihre eigene Bande auf die Beine zu stellen. Wenn ich Kara nicht gehabt hätte....“

„Ich hab Rose geholfen und sie mir.“ meinte Dannys Cousine.

Das schlechte Gewissen regte sich nun wirklich bei Danny.

Vorsichtig zog er an dem Buch vor Roses Gesicht bis sie sich ansehen konnten.

„Es tut mir wirklich leid.“ versicherte er.

Rose atmete tief durch.

„Ich weiß ja, dass du viel zu tun hattest aber.....“ sie seufzte. „Es war schon etwas einsam. Manchmal hab ich gedacht, dass du vielleicht lieber Zeit mit Mandy verbringst.“

Danny spürte eine Welle heißer Wut in sich aufwallen.

„Hör mir bloß auf mit der!“ knurrte er und ließ sich auf einen Stuhl neben Rose und Kara fallen.

Die beiden Mädchen sahen sich unsicher an.

„Ich hab nur einen Witz gemacht.“ hob Rose an.

„Weiß ich doch.“ meinte Danny und zwang sich zu einem kurzen Lächeln. „Ich wollte dich auch nicht ankläffen aber Mandy? Im Ernst? Die ist doch der Grund warum ich überhaupt keine Zeit hatte!“

Rose legte ihr Buch zur Seite und blickte Danny fragend an.

„Mir ist schon aufgefallen, dass Scorpius mehr Zeit hatte als du.“ meinte sie. „Ich hab natürlich nicht wirklich geglaubt, dass du was mit Mandy angefangen hast aber was ist denn los?“

Danny hob resigniert die Schultern. Er mochte es nicht schlecht von anderen zu reden aber bei ihm brach sich nun der Frust seinen Weg.

„Mandy ist sehr glücklich, dass sie den Job als Vertauensschülerin hat.“ meinte er bissig. “Allen zeigt sie nur zu gerne ihr neues Abzeichen aber die Arbeit, die Arbeit die mit dem Abzeichen kommt, die überlässt sie mir.“

„Soll heißen?“ erkundigte sich Kara und auch Rose war interessiert.

Sie legte ein Stück Pergament als Lesezeichen in ihr Buch und blickte Danny erwartungsvoll an.

„Die ersten Wochen nach den Ferien sind immer hart für die Vertrauensschüler.“ erklärte Danny. „Da hat uns der Schulsprecher vor gewarnt und er hat recht. Die Erstklässler brauchen viel Aufmerksamkeit. Scorps hatte mehr Zeit weil er sich die Arbeit mit Isis teilt. Mandy läd alles bei mir ab. Wenn ein Schüler mit einem Problem zu ihr kommt heißt es: Frag da am besten Danny! Ein Erstklässler findet den Klassenraum nicht? Frag Danny! Ein Schüler hat kein Pergament mehr? Frag Danny! Zwei Schüler haben sich verkracht? Frag Danny! Alles bleibt bei mir hängen. Jedes noch so kleine Problem!

Gerade hatten wir wieder ein Treffen der Schülervertretung. Der Schulsprecher und wir Vertrauensschüler. Mandy ist mal wieder nicht zum Treffen erschienen. Sie war nur beim ersten Treffen da und dann nie wieder! Das ist dem Schulsprecher auch schon aufgefallen und wem hat er die Standpauke gehalten weil Hufflepuff nicht richtig mitzieht? Mir! Er war natürlich sauer auf Mandy aber wieder war ich der Blitzableiter! Damit bleiben auch alle organisatorischen Aufgaben an mir hängen und dabei hätte ich heute echt ein Hühnchen mit der guten Mandy zu rupfen gehabt.“

„Was war denn?“ wollte Rose wissen.

Interessiert hatte sie inzwischen die Hand aufs Kinn gestützt und hörte  zu.

Danny fühlte sich nun etwas unwohl in seiner Haut. Es war ein sehr privates Problem.

„Versprecht mir bitte, dass das unter uns bleibt.“ meinte er zu Rose und Kara. „Es geht um etwas sehr privates bei dem eine Schülerin meine Hilfe brauchte.“

„Versprochen.“ meinte Kara.

Auch Rose nickte zustimmend.

Danny holte tief Luft.

„Ich hab euch ja gerade gesagt, dass Mandy einfach alles zu mir schickt, ok?“

Die beiden Mädchen nickten.

„Nun...“ fuhr Danny fort. „Es gibt aber einen Grund warum es ein Vertauensschüler-Paar ist. Ein Junge und ein Mädchen. Es gibt einfach Probleme, die sich besser von Frau zu Frau besprechen lassen. Aber Mandy schickt auch diese Probleme zu mir. Erst gestern hatten wir so eine Situation. Sie hat eine Zweitklässlerin zu mir geschickt. In Merlins Namen war dem Mädchen das peinlich, dass sie mich um Hilfe bitten musste.“

„Was war denn los?“ wollte Kara wissen.

Danny rang etwas mit sich.

„Bei der betreffenden Schülerin hat ein gewisser biologischer Prozess begonnen der bei Frauen etwa einmal im Monat auftritt.“ sagte er schließlich.

Rose und Kara blickten sich kurz unsicher an, dann leuchtete Erkenntnis bei ihnen auf.

„Du meinst....?“ fragte die jüngere der Danvers-Schwestern.

„Genau!“ brummte Danny und spürte wie seine Ohren brannten.

„Da ist sie aber früh dran.“ meinte Rose.

„Bei manchen früher bei manchen später.“ seufzte Danny. „Aber du hast schon recht Rosie. Es ist früh. Deshalb war die Kurze auch ziemlich unvorbereitet. Ihre Mutter hatte sie zwar schon aufgeklärt aber sie brauchte jetzt ein gewisses Hygieneprodukt um das..... hinzukriegen.“

„Und du musstest ihr das besorgen.“ kicherte Kara.

„Das ist jetzt echt nicht witzig Danvers.“ tadelte Rose. „Bei Merlin! Wie peinlich muss es für die Kleine gewesen sein so was mit einem Jungen zu besprechen!“

Kara wurde mit einem Schlag wieder ernst.

„Sorry!“ meinte sie kleinlaut. „Gerade ich sollte da sensibler sein. Nach den Plänen die unser Großvater für mich und meine Schwester hatte. Wie hast du das geregelt Danny?“

„Es war nicht leicht.“ seufzte Danny. „Die Kleine hat mit echt leid getan. Sie hat sich so geschämt. Ich hab erst mal eine Viertelstunde gebraucht um aus der Kleinen raus zu kriegen worum es eigentlich geht. Ich hab das dann unter vier Augen mit ihr geklärt und bin mit ihr in den Krankenflügel hoch. Ich hab mir gedacht, dass es bestimmt nicht das erste Mal ist, dass eine Schülerin auf Hogwarts so ein Problem hat und Mr Watkins hatte zum Glück am Lager was die Kleine brauchte. Ich hab ihr dann noch geraten eine Eule an ihre Mutter zu schreiben damit sie auch für nächsten Monat vorbereitet ist.“

„Gut gemacht.“ lobte Rose.

Danny strich sich mit der Hand übers Gesicht.

„Ich denke auch, dass ich es ganz gut hinbekommen habe aber es ist einfach nicht ok! Es wäre für die Kleine so viel leichter gewesen das mit einem Mädchen zu besprechen. Deshalb gibt es ja nun einmal auch eine Vertauensschülerin! Aber Mandy lässt mich mit solchen Sachen total allein! Und mit dem ganzen Rest auch.“

„Mein armer Held.“ lächelte Rose.

Sie beugte sich zu Danny herüber und gab ihm einen Kuss.

„Dann bist du mir nicht mehr böse?“ fragte Danny hoffnungsvoll.

Rose zwinkerte und schüttelte den Kopf.

„Ich verspreche auch den Rest des Nachmittags mit meiner umwerfend süßen Freundin zu verbringen.“ versprach Danny.

„Jetzt bin ich wirklich besänftigt.“ grinste Rose. „Also, was wollen wir machen?“

„Ich unterbreche ihre Pläne nur ungern.“ eine herrschaftliche Stimme ließ Danny und Rose herumwirbeln.

Professor McGonagall stand  hinter ihnen.

„Miss Wesley, Miss Danvers.“ grüßte die Schulleiterin die beiden jungen Hexen und wandte sich dann an Danny.

„Huntington, ich will ihre Pläne nicht stören (vielsagend blickte McGonagall zu Rose) aber ich hätte eine Frage an sie: Sind sie mit den Leistungen ihres weiblichen Gegenstücks, Miss Entwhistle zufrieden?“

Überrascht blickten die Jugendlichen sich an.

„Genau über das Thema haben wir gerade geredet Frau Professor.“ warf Kara ein.

Danny verdrehte die Augen und warf Kara einen strafenden Blick zu. Nun gab es kein Zurück mehr.

„Danny, ich finde es ist wichtig, dass du mit der Schulleiterin darüber redest.“ beharrte Kara. “Besonders über diesen letzten Vorfall. Das ist echt nicht gut gewesen. Ich weiß ich hab erst darüber gelacht aber jetzt wo ich drüber nachgedacht habe....Es war nicht ok von Mandy dir das aufzudrücken.“

„Deine Cousine hat recht.“ meinte Rose.

„Ich stelle fest, das der Schulsprecher wohl nicht übertrieben hat.“ meinte Professor McGonagall. „Zu ihrer Information: Ich bitte den Schulsprecher nach den ersten Wochen immer mir seine Meinung über die Leistung der Vertauensschüler zu sagen. Besonders bei neuen Würdenträgern. Wir haben ja einige neue Gespanne dieses Jahr. Mit Mr Malfoy und Miss Parkinson ist er sehr zufrieden. Und es freut mich auch sagen zu können, dass der Schulsprecher auch mit ihnen sehr zufrieden ist Huntington aber was ihrer Partnerin angeht. Ich höre sie kommt nicht zu den wöchentlichen Treffen?“

„Stimmt leider.“ gestand Danny. „Und auch so lässt sie mich ziemlich allein mit den Pflichten. Alles landet bei mir.“

„Das deckt sich mit meinen Informationen.“ seufzte McGonagall. „Ihre Freundinnen hier sprachen noch von einer besonderen Sache? Worum ging es da Huntington?“

Danny seufzte. Die ehrenwerte Minerva McGonagall war im Grunde die Letzte mit der er über „so etwas“ reden wollte. Doch er hatte keine Wahl.

Möglichst sachlich fasste er den Vorfall für die Schulleiterin zusammen.

Das Ergebnis war unfreiwillig komisch. Deutlich zeigte sich eine gewisse Röte auf den Zügen der Schulleiterin. Sie schlug die Augen nieder und musste sich kurz sammeln.

„Gute Güte.“ meinte sie schließlich. „Nun, zum Glück sind wir uns ja im Klaren darüber, dass wir es an unserer Schule mit Heranwachsenden zu tun haben und sind dementsprechend ausgestattet. Ich muss auch sie loben Huntington. Sie haben sich dem Problem ihrer Mitschülerin sehr erwachsen angenommen. Ihr Verhalten beweist, dass ich mit ihrer Ernennung richtig entschieden habe. Mit Miss Entwihistle werde ich allerdings ein klärendes Gespräch über die Aufgaben der Vertrauensschüler reden müssen.“

Mit diesen Worten rauschte McGonagall davon.

Danny, Kara und Rose blickten sich an, dann mussten sie leise lachen.

„Da haben wir McGonagall aber kalt erwischt.“ gluckste Rose.

„Ja, aber ist vielleicht ganz gut das es raus ist.“ meinte Danny und griff Roses Hand. „Also, wo waren wir?“

„Na dann lass ich euch Turteltauben mal allein.“ grinste Kara.

Das war es für heute.

Hoffe das menschliche Kapitel hat euch gefallen und bis bald!

Guten Start in die neue Woche.