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Die Wirkung von Macht

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Die Wirkung von Macht

Auf ein neues.

Viele von euch wollten das Gespräch zwischen McGonagall und Mandy „hören“ und euer Wunsch ist mir Befehl.

Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich es leider etwas kurz halten muss. Ich habe dieses Wochenende  am Samstag 24 h Stunden Sicht, Sonntag frei und am Montag wieder 24 Stunden Bereitschaft.

Trotzdem wünsche ich euch viel Spaß.

Nachdenklich schritt Minerva McGonagall durch ihr Büro. Vor einem der Spitzbogenfenster blieb sie stehen und blickte über die Zinnen und Türme von Hogwarts.

Diese Schule war ihr zu Hause. Sie hatte ihre Berufung hier gefunden. Sie war Lehrerin mit Leib und Seele.

Sie hatte der Ausbildung junger Hexen und Zauberer ihr Leben gewidmet.

In gewisser Weise waren die Schüler wie ihre Kinder.

Minerva McGonagall hatte nie geheiratet.

Wie immer wenn sie über Dinge wie Kinder, Heirat und Familie nachdachte schweiften ihre Gedanken zu der stürmischen Beziehung die sie mit Dougal McGregor gehabt hatte. Einem gutaussehenden, intelligenten jungen Muggel.

Sie waren so jung gewesen. Sie hatten nichts zurück gehalten....So voller Leidenschaft.

Dann hatte er um ihre Hand angehalten und Minerva hatte ja gesagt.

Dann jedoch hatte die Realität sie eingeholt.

Eine Hexe konnte nicht einfach einen Muggel heiraten.

Sie hatte vor der Wahl gestanden: Ein Leben mit Dougel hätte bedeutet, dass sie die Magie aufgeben musste.

Das hatte sie einfach nicht gekonnt. Es war ihr nicht um Macht gegangen! Aber die Magie aufzugeben hätte bedeutet einen Teil von sich selbst zu opfern.

Es hatte Dougel das Herz gebrochen als sie ihm sagte, dass kein gemeinsames Leben vor ihnen lag und auch an Minerva war dies nicht spurlos vorbei gegangen.

Es hatte ihr das Herz gebrochen und wenn sie ehrlich war, dann war dies auch der Grund warum sie nie geheiratet hatte.

Sie hatte niemanden je wieder so nah an sich heran gelassen wie Dougel damals.

Minerva schob diese Gedanken zur Seite. Hogwarts hatte die Leere in ihrer Seele gefüllt. Diese Schule war ihr Leben und es war ein gutes Leben. Eines, dass ihr viele Freuden beschert hatte.

Leider kam dieses Leben, so wie jedes andere auch aber auch mit Pflichten von denen so manche nicht angenehm waren.

Ein Klopfen von der Tür her schreckte Minerva aus ihren Gedanken.

Nur Mühsam verbarg Minerva ein Lächeln als Professor Longbottom das Büro betrat.

Noch gut erinnerte sich Minerva an den schüchternen, etwas tollpatschigen Jungen Namens Neville der vor Jahren nach Hogwarts gekommen war.

So voller Selbstzweifel! Die Erwartungen seiner strengen Großmutter hatten den jungen Neville praktisch erdrückt und ihn blockiert.

Aber Neville hatte es überwunden. Er hatte sich selbst gefunden und nun?

Minerva war in beiden Kriegen gegen die Todesser an Albus Dumbledors Seite gewesen und hatte Frank und Alice Longbottom gekannt.

Wie alle war sie erschüttert gewesen vom Schicksal der Beiden.

Doch sie war sich sicher: Hätte die verwerfliche Attacke den Geist der Beiden nicht zerstört, sie wären sehr stolz auf ihren Sohn!

Einen Schüler erblühen zu sehen....zu sehen wie sich das unendliche Potential der Jugend entfaltete war die größte Freude für Minerva McGonagall.

„Ich habe Miss Entwhistle gebeten noch kurz draußen zu warten Frau Professor.“ erklärte Neville.

„Sehr gut.“ meinte McGonagall und nahm hinter ihrem Schreibtisch platz. „Da es um eine Schülerin aus ihrem Haus geht Neville schulde ich ihnen wohl eine Erklärung.“

„Ich denke ich weiß schon worum es geht Frau Professor.“ seufzte Neville und nahm vor dem Schreibtisch platz. „Ich bleibe gerne über mein Haus auf dem Laufenden. Huntington scheint sich als Vertrauensschüler recht gut zu machen. Wann immer ich ihn angesprochen habe bekam ich solide Antworten. Er kannte die Erstklässler und wusste um ihre Sorgen.“

Professor Longbottom seufzte.

„Anders sah es bei Miss Entwhistle aus. Die meisten Erstklässler schien sie höchstens vom Sehen her zu kennen. Dafür ist sie ganz schön aufgestiegen. Wussten sie, dass sie zur Präsidentin des Banshee-Fanklubs ernannt wurde?“

„Ist das nicht diese neue Musikgruppe?“ erkundigte sich McGonagall.

„Die Schwestern des Schicksals der Gegenwart.“ schmunzelte Neville Longbottom. „Miss Entwhistle ist schon seid einem Jahr Clubmitglied aber nun das sie Vertrauensschülerin ist wurde sie zur Präsidentin des Clubs. Sie ist auch im einem Club für Magwebber. Die erstellen da immer neue Präsentationen. Dort ist sie ebenfalls aufgestiegen. Und sie hat viele neue Freunde. Freunde die sich sehr bewusst sind, dass eine Vertrauensschülerin eine gewisse Machtposition hat.“

Minerva McGonagall nickte verstehend.

„Dagegen sind leider auch junge Hufflepuffs nicht gefeilt.“ fuhr Professor Longbottom fort. „Wir sind zwar das Haus mit den wenigsten schwarzen Magiern aber Kinder sind nun einmal Kinder. Ruhm und Einfluss können jungen Leuten leicht zu Kopf steigen. Ich denke genau das ist hier passiert. Miss Entwhistle hat sich etwas mitreißen lassen.“

„Ich sehe das ähnlich wie sie Neville und ich befürchte, ich muss ihrer Schülerin etwas ins Gewissen reden.“

„Ich habe schon damit gerechnet.“ nickte Neville. „Um diese Zeit im Jahr erkundigen sie sich immer nach den Leistungen neuer Vertrauensschüler.“

„Dann bitten sie Miss Entwhistle bitte herein.“ sagte Professor McGonagall.

Neville erhob sich und öffnete die Tür. Er winkte einer Person zu die McGonagall noch nicht sehen konnte.

Augenblicke später betrat Mandy Entwhistle das Büro.

Mit erfahrenem Blick bewertete McGonagall was sie sah. Es war unverkennbar, dass sich ein Wandel bei dem jungen Mädchen vollzogen hatte.

Das Mädchen, dem sie das Abzeichen gegeben hatte war zwar keine graue Maus gewesen aber die junge Dame die nun vor dem Schreibtisch platz nahm wirkte im Vergleich regelrecht aufgetakelt. Mandy Entwhistle trug deutlich mehr Makeup und ihre Frisur wirkte „aggressiver“.

McGonagall war klar, dass hier ein Wandel vor sich gegangen war.

Sofort entschied die Schulleiterin, dass sie diese Chance nutzen musste um mehr darüber zu erfahren wer da nun vor ihr saß.

Junge Leute, dass wusste Minerva nach all ihren Jahren auf Hogwarts, veränderten sich in dieser Phase ihres Lebens sehr schnell. Einige Wochen konnten genügen und ein Lehrer sah sich einem gänzlich verändertem Menschen gegenüber.

Minerva beschloss sich etwas zurück zu nehmen und Mandy Entwhistle aus der Reserve zu locken.

„Miss Entwhistle...“ hob McGonagall sachlich an. „Sie fragen sich sicher, warum ich sie hergebeten habe.“

Mandy hob die Schultern. Offenbar bemühte sie sich um ein cooles Auftreten. Es lag etwas herausforderndes in der Körperhaltung der Schülerin.

Hier bemerkte Minerva McGonagall die erste Veränderung. Die Mandy Entwhistle die sie aus dem Unterricht kannte war zwar nicht ungesellig aber doch von eher schüchternem Gemüt. Zurückhaltend und freundlich.

Diese neue Mand war aggressiver.

Darüber hinaus lag etwas Abwehrendes in Mandys Gehabe.

Daraus folgerte McGonagall: Miss Entwhistle wusste genau worum es hier ging.

„Nun, Miss Entwhistle, ich bin mit ihren Leistungen als Vertrauensschülerin unzufrieden. Das muss ich leider sagen.“ führte die Schulleiterin weiter aus.

„Hat Danny sich beklagt oder was?“ schnappte Mandy Entwhistle. „Warum denn? Nur weil ich hin und wieder mal einen Schüler zu ihm schicke? Das wird doch wohl mal erlaubt sein. Ich meine....“

„Zunächst einmal Miss Entwhistle....“ unterbrach McGonagall. „Hat sich Mr Huntington nicht über sie beschwert. Als Schulleiterin ist es meine Aufgabe über die Vorgänge auf Hogwarts auf dem Laufenden zu bleiben. Ich habe mit dem Schulsprecher gesprochen. Ihm ist aufgefallen, dass sie zu keinem der Treffen der Schülervertretung erschienen sind.“

„Ich hatte eben was anderes zu tun!“ schnappte Mandy Entwhistle.

„Darüber hinaus...“ fuhr McGonagall fort. „Ist dem Schulsprecher aufgefallen, dass sie nicht für ihre Mitschüler zur Verfügung stehen und alle Anfragen an Mr Huntington weiterleiten.“

„Na und? Danny kann doch auch was tun!“ beharrte Mandy.

„Das bestreitet Niemand.“ McGonagall verlieh ihrer Stimme nun eine wohldosierte Spur von Kälte. Mandy Entwhistles aufmüpfiges Verhalten entging der Schulleiterin nicht. Es war notwendig dieser jungen Dame bewusst zu machen, dass man der Schulleiterin Respekt entgegen zu bringen hatte.

„Natürlich muss auch Mr Huntington seinen Beitrag leisten aber er muss nicht ihren Beitrag leisten junge Dame.“ meinte McGonagall. „Darüber hinaus gibt es gute Gründe warum es einen Vertrauensschüler und eine Vertrauensschülerin gibt.

Nach meinem Gespräch mit Schulsprecher Underwood habe ich dann das Gespräch mit Mr Huntington gesucht.“

„Wusste ich es doch.“ knurrte Mandy und verschränkte die Arme vor der Brust.

Professor McGonagall ließ sich nicht beirren.

„Er hat mir berichtet, dass sie ihn mit einer schwierigen Situation allein gelassen haben.“

McGonagall fasste nun für Mandy und Professor Longbottom zusammen was ihr zugetragen worden war.

„Und was soll daran so schlimm sein?“ wetterte Mand Entwhistle. „Ich hatte ein Treffen mit dem Magweb-Club. Da bin ich im Vorstand. Wir wollten entscheiden welche neue Präsentation wir erstellen.“

„Also das geht wirklich nicht Miss Entwhistle.“ tadelte Professor Longbottom. „ Es ist ja sehr schön, dass sie sich in Clubs einbringen aber sie haben gewisse Pflichten übernommen als sie das Abzeichen angenommen haben. Denken sie doch mal an die Zeit als diese Vorgänge bei ihnen eingesetzt haben. Hätten sie das mit einem älteren Jungen besprechen wollen?“

Erneut hob Mandy Entwhistle die Schultern. Trotz lag in dieser Geste und nur kurz blitzte schlechtes Gewissen über Mandy Entwhistles Gesichtszüge.

„Ich muss sagen, dass mich ihre Reaktion einmal mehr enttäuscht.“ seufzte McGonagall. „Betrachten sie dieses Gespräch als Verwarnung Miss Entwhistle. Wenn sie ihren Aufgaben nicht gerecht werden können muss ich jemanden finden der das kann. Sie können gehen.“

„Von mir aus!“ maulte Mandy Entwhistle. Sie schnappte sich ihre Tasche und rauschte aus dem Raum.

McGonagall seufzte tief und schlug kurz die Augen nieder.

„Ich hatte auf mehr Einsicht gehofft.“ meinte sie an Professor Longbottom gewandt.

Neville nickte. Auch er wirkte enttäuscht.

„Vielleicht wollte sie sich nur keine Schwäche vor uns geben.“ meinte er hoffnungsvoll. „Warten wir ab ob ihre Worte noch Früchte tragen Professor.“

„Schrauben sie ihre Hoffnungen nicht zu hoch.“ meinte eine arrogante Stimme.

McGonagall wusste sofort, dass es das Gemälde von Phineas Nigellus Black war welches gesprochen hatte.

McGonagall blickte zu seinem Bild auf.

Lässig stand Black da. Scheinbar an den Rahmen gelehnt.

„Junge Leute....sie fühlen sich viel zu Wohl in der Rolle des armen, missverstandenen Opfers. In genau dieser Rolle sieht sich die da. Die denkt, sie wird ihrer Rolle gerecht weil sie sich von aller Welt bewundern lässt. Die wird nicht die Schuld bei sich suchen. Das wäre viel zu vernünftig und erwachsen. Sie wird sich einen Schuldigen für ihre missliche Lage suchen und ihre Wut an diesem Sündenbock auslassen. Dieser Huntington tut mir jetzt schon leid.“

„Warum sollte sich Miss Entwhistle Huntington als Sündenbock suchen?“ wunderte sich Longbottom.

„Weil er der Einzige ist der, anders als ein Lehrer oder der Schulsprecher, keine Autorität über sie hat.“ seufzte McGonagall.

So, das war es für heute.

Einen guten Start in die neue Woche und bis zum nächsten Mal.