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Familienangelegenheiten Teil 2

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Familienangelegenheiten Teil 2

Wieder ist Sonntag wund wieder geht es weiter.

Heute treffen Danny und seine Tante aufeinander und man erfährt worum es geht.

Ein kleiner Hinweis: Rose würde es sicher auf die Palme bringen.

Aber nun: Viel Spaß.

Danny folgte Taro durch die Gänge des Zaubereiministeriums.

Mrs Grangers Assistentin hatte dem alten Japaner gesagt, dass sie gerade im Aufenthaltsbereich der Einreiseabteilung zu finden war. Sie füllte die nötigen Formulare aus.

Mehr Informationen brauchte Taro nicht. Er arbeitete schließlich im Ministerium.

Von Mrs Granger hatten sie sich in ihrem Büro verabschiedet.

Die Angelegenheit mit Dannys Tante war eine Familiensache und verlangte kaum die persönliche Anwesenheit der ersten Sekretärin.

Mrs Granger hatte aber versprochen Mr Ollivander eine Eule zu senden und die Angelegenheit mit Voldemorts Zauberstab zu regeln.

Danny hatte das Gefühl mit jedem Schritt den er machte nervöser zu werden. In seinem Innern kämpften die unterschiedlichsten Gefühle.

Auf der einen Seite war er aufgeregt und neugierig.

Die Frau die sie treffen würden war immerhin die Schwester von Dannys Vater. Sie war mit ihm aufgewachsen und kannte ihn wie vermutlich niemand sonst.

Auf der anderen Seite aber konnte und wollte Danny nicht vergessen, dass diese Frau ihn quasi im Stich gelassen hatte als seine Eltern getötet wurden.

Das versetzte dem Vierzehnjährigen schon einen kleinen Stich.

Gleichzeitig jedoch fiel dieser nicht so stark aus wie Danny es erwartet hätte.

Er kannte diese Eliza Danvers ja überhaupt nicht.

Wie konnte man wütend auf jemanden sein oder enttäuscht wenn man nicht mal das Gesicht dieser Frau kannte?

All das ging Danny durch den Kopf als sie schließlich ihr Ziel erreichten.

Taro öffnete betont leise die Zugangstür zu einem Aufenthaltsraum. Drei Runde Tische waren in dem schmucklosen Raum aufgestellt und an jedem standen fünf Stühle.

Nur an einem der Tische saß jemand.

Eine Frau die Danny auf etwa Mitte vierzig schätzte. Sie hatte blondes Haar, welches ihr bis zu den Schulterblättern reichte, war mittelgroß und schlank.

Bei genauem hinsehen wurde allerdings klar, was Mrs Caster gemeint hatte als sie sagte, dass Eliza Danvers wohl etwas „abgerissen“ wirkte.

Das Haar der Frau, die offenbar Dannys Tante war, wirkte als hätte man es in letzter Zeit zwar gewaschen aber ohne das Shampoo oder Seife zur Verfügung stand. E wirkte stumpf und etwas zerzaust.

Die Kleidung der Unbekannten bestand aus einem Flanell-Hemd und einer einfachen Jeans.

Kleidung die auch unter Muggeln nicht auffallen würde.

Allerdings zeigte sich auch hier bei näherem Hinsehen, dass es Eliza Danvers offenbart nicht gut ging. Ihr Hemd wirkte zerknittert. Ganz so als ob sie darin geschlafen hätte und an den Beinen ihrer Hose zeigten sich einige Schlammspritzer die wirkten als hätte man versucht die Kleidung zu reinigen ohne das man wirklich die Möglichkeiten dazu hatte.

Offenbar, folgerte Danny, war es Eliza Danvers durchaus bewusst, dass sie angegriffen wirkte und es war ihr nicht egal!

Sie hatte versucht einen gewissen Anschein zu waren aber ihr gingen offenbar die Möglichkeiten aus.

Noch hatte Dannys Tante die Neuankömmlinge nicht bemerkt.

Sie war vertieft in die Dokumente die sie gerade ausfüllte.

Taro bedeutete Danny stumm etwas Abstand zu halten und trat schließlich an den Tisch an dem Eliza Danvers saß.

Die amerikanische Hexe sah auf und nach wenigen Augenblicken erkannte sie wer da vor ihr stand.

„Taro...“ flüsterte sie.

„Es ist eine Weile her Eliza.“ gab Dannys Onkel mit neutraler Stimme zurück. „Ich war überrascht als man mir sagte, dass du dich hier nach Danny erkundigt hast.“

Während er sprach hatte Taro kurz mit dem Kopf in Dannys Richtung genickt.

Der Vierzehnjährige war etwas auf Abstand geblieben und lehnte an einem der benachbarten Tische.

Auf Taros Fingerzeig hin sah Eliza Danvers sich um und zum ersten Mal trafen sich die Blicke von Danny und seiner Tante.

Schon nach wenigen Augenblicken zeigte sich bei Eliza Danvers ein Wirbelsturm der Gefühle. Sie schlug die Hand vor den Mund und ihre Augen begannen feucht zu glänzen.

„Er sieht seinem Vater sehr ähnlich, nicht wahr?“ fragte Taro und Danny entging nicht die Härte in der Stimme seines Paten.

Eliza Danvers zuckte unter Taros worten regelrecht zusammen.

Ihr Blick flog nun zwischen dem alten Japaner und Danny hin und her.

„Ja, das tut er.“ brachte sie schließlich hervor. „Du hast dich doch um ihn gekümmert?“

Ein Schatten fiel über Taros Gesicht.

„Nicht so wie ich es gesollt hätte.“ räumte er ein. „Du weißt, welche Gefühle mich damals..... Ich glaubte eine Mitschuld an Wills Tod zu tragen. Ich dachte ich hätte kein Recht Danny aufzunehmen. Ich habe mir eine Anstellung in dem Waisenhaus gesucht in dem er aufgewachsen ist. Erst als er erfuhr, dass er ein Zauberer ist habe ich mich zu erkennen gegeben und Danny....“

Taro lächelte nun.

„Nun, sagen wir es ist ihm gelungen mir einen neuen Blickwinkel auf die dinge zu geben. Ich bin jetzt seid drei Jahren sein Vormund. Das bedeutet: Was immer du von ihm willst, du wirst mit mir reden müssen.“

Danny verfolgen wie Taros Blick über Eliza Danvers glitt.

Nun da der Vierzehnjährige das Gesicht seiner Tante sehen konnte verstärkte sich der Eindruck, dass es ihr nicht gutging noch.

Auffällig war, dass sie kein Make-Up trug. Dunkle Ringe lagen unter Eliza Danvers Augen und sie wirkte erschöpft.

„Du siehst nicht gut aus Eliza.“ brummte Trao der offenbar zu dem selben Schluss gekommen war wie Danny. „Ein Umstand, der mich zu einer Schlussfolgerung führt, die mir nicht gefällt. Du brauchst Hilfe, richtig?“

Eliza Danvers schien kurz mit sich zu ringen, dann nickte sie.

Taro legte den Kopf in den Nacken und atmete tief durch.

„Das habe ich befürchtet.“ seufzte der alte Japaner.

„Ich weiß, dass ich dazu kein Recht habe.....“ hob Eliza Danvers an aber Taro unterbrach sie.

„Da hast du recht.“

Danny erkannte wie angespannt sein Pate war. Für Taro war es ein Gebot der Höflichkeit, dass er sein Gegenüber ausreden ließ. Der Umstand, dass er Eliza unterbrach war für ihn mehr als ungewöhnlich.

„Seid über zehn Jahren Eliza hast du dich nicht um Danny gekümmert.“ fuhr Taro fort. „Und jetzt auf einmal stehst du hier. In Merlins Namen, ich weiß noch wie ich damals bei dir in den Staaten war und dich angefleht habe deiner Pflicht als Tante nachzukommen. Du hast mich abgewiesen! Und jetzt auf einmal?“

„Onkel Taro...“ hob Danny an. „Ich kann verstehen, dass du sauer bist und ich will dir auch nicht in den Rücken fallen aber sollten wir uns nicht das „Warum“ zumindest anhören?“

Ein dankbarer Blick blitzte von Eliza Danvers zu Danny herüber.

„Das hätte dein Vater wohl auch gesagt.“ murmelte Taro und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht bevor er wieder Eliza Danvers anblickte.

„Ich werde nicht zulassen, dass du Danny zu deinem Beschützer machst Eliza.“ sagte er schließlich bestimmt. „Ich weiß sehr wohl, dass dein Vater ein grausamer Mann ist und das du und deine Geschwister Überlebensstrategien finden musstet. Deine war immer dich beschützen zu lassen. Will war dein Beschützer. Ich lasse nicht zu, dass du diese Verantwortung nun seinem vierzehnjährigen Sohn aufbürdest.“

„Es geht ja gar nicht um mich.“ übernahm Eliza Danvers nun. „Es geht um meine Mädchen. Alex und Kara.“

„Gott sei Dank!“ warf Danny ein.

Die Spannung war für ihn unerträglich geworden. Nach allem was im letzten Jahr geschehen war hatte er erst mal genug von angespannten Situationen. Daher entschied er sich zu einem kleinen Witz als er sagte: „ Ich bin so erleichtert, dass es eine Kurzform für diese Namen gibt.“

Es dauerte einen Augenblick, dann verstand Eliza Danvers was er meinte und lachte leise.

„Meine Mädchen denken da ähnlich.“ meinte sie. „Mein Mann und ich haben ihre Namen so gewählt, dass sie zwar der Familientradition entsprechen aber sich gut abkürzen lassen.“

„Meine Cousinen sind sicher dankbar dafür.“ gab Danny zurück.

„Ich hoffe den Beiden geht es soweit gut?“ erkundigte sich Taro und bemühte etwas versöhnlich zu klingen. „Als wir uns das letzte mal gesehen haben war Alex gerade ein Jahr alt und du warst schwanger mit Kara.“

„Ja soweit schon.“ bestätigte Eliza Danvers. „Alex ist jetzt im selben Alter wie du Danny. Ich denke, sie kommt nach will. Auf Ilvermorny war sie ein Donnervogel wie Will. Kara auf der anderen Seite kommt nach ihrem Vater. Immer auf der Jagd nach Wissen. Sie war im Haus der gehörnten Schlange.“

„Das wird deinen Vater nicht gefreut haben.“ murmelte Taro. „Die Crowfields sollen doch ins Haus Wampus.“

„Nur die Männer.“ meinte Eliza Danvers düster. „Bei Frauen ist es ihm egal.“

„Mir fällt auf, dass sie gesagt haben „war“.“ warf Danny ein. „Sie sagten, dass ihre Tochter Alex im selben Alter IST wie ich aber im Haus Donnervogel „WAR“. Bei ihrer jüngeren Tochter genau so. Sie „WAR“ eine gehörnte Schlange. Sind sie es nicht mehr.“

Eliza Danvers sah Danny nun lange an.

„Du kommst wirklich nach deinem Vater.“ flüsterte sie mit glänzenden Augen. „Will hatte auch diesen Sinn für solche Details.“

Einen Moment rang Eliza Danvers mit sich. Es war offensichtlich, dass es ihr schwer fiel weiter zu sprechen. Ganz offensichtlich waren sie beim Kern der Sache angekommen.

„War ist leider die korrekte Ausdrucksweise.“ flüsterte Eliza Danvers schließlich.

Danny hatte sich fest vorgenommen neutral zu bleiben. Deshalb hielt er Abstand. Deshalb siezte er Mrs Danvers obwohl sie seine Tante war.

Nun jedoch kam Danny nicht umhin Mitleid mit der Schwester seines Vaters zu haben. Sie schien mit jedem Wort ringen zu müssen und zitterte am ganzen Körper.

„Mein Vater hat dafür gesorgt, dass meine Mädchen Ilvermorny nicht mehr besuchen dürfen.“

„Kann er das denn?“ wollte Danny wissen.

„Der Kodex.“ murmelte Taro.

Eliza Danvers nickte.

„Will hat mich damals gewarnt. Als er Jerry und mir das Haus seiner Tante geschenkt hat. Er hat mich gewarnt aber ich hatte nie den Mut mich vom Kodex loszusagen. Da ich das nicht getan habe untersteht meine Familie meinem Vater. Der Kodex ist tief verwurzelt in der amerikanischen Gesellschaft der Zauberer. Er hat dafür gesorgt, dass meine Mädchen die Schule verlassen mussten und damit nicht genug. Mein Vater hat seine Machtbefugnisse genutzt um das kleine Geschäft zu ruinieren, welches Jerry und ich uns aufgebaut hatten, er hat unsere Zauberstäbe beschlagnahmt....leider gelten auch die als Familieneigentum....“

„Damit könnt ihr euch keine neue Arbeit suchen.“ erkannte Taro.

Eliza nickte und fuhr fort:

„Er hat unser Vermögen bei Gringotts einfrieren lassen und.....und er hat uns das Haus weggenommen. Wir....stehen vor dem Nichts.“

„Aber warum denn?“ wollte Danny wissen und trat einen Schritt näher.

„Weil er Alex und Kara will“ flüsterte Eliza Danvers und Tränen liefen ihr über die Wangen. „Gemäß diesem verdammten Kodex muss das Oberhaupt der Familie Crowfield ein Zauberer sein. Keine Hexe. Aber weder ich, noch mein Bruder Tobias haben männliche Nachkommen. Ich habe Alex und Kara und Tobias hat  eine Tochter und da seine Ehe im Grunde nur eine Fassade ist und seine Frau kein wirkliches Interesse an Schwangerschaft hat ist von dieser Seite kein Erbe zu erwarten. „

Eliza Danvers sprach nun immer schneller. Es brach nun förmlich aus ihr heraus.

„Ich bin zwar, nach magischen Maßstäben, noch jung genug aber Jerry, mein Mann, leidet an einer magischen Krankheit. Sie nennt sich der Grib. Er hat sie sich eingefangen  als er noch als Fluchbrecher gearbeitet hat. Sie lässt sich sehr gut behandeln. Er muss nur regelmäßig Heiltränke einnehmen, etwa einmal pro Woche, dann verspürt er keine Symptome aber ab einem gewissen Alter besteht die Gefahr, dass ein Nachkomme von ihm auch krank sein wird und für ein Kind kann der Grib tödlich sein. Kinder vertragen die Heiltränke nicht. Paracelsus sei Dank: Alex und Kara sind beide gesund aber die Heiler sagen, dass wir von weiteren Kindern absehen sollen.

Vater will aber einen männlichen Erben! Er ist nicht bereit Tobias Tochter als Familienoberhaupt zu akzeptieren. Daher beruft er sich auf eine Regel im Kodex die zur Erhaltung der Familie erdacht wurde. Ich zitiere: Wenn kein männlicher Erbe auf natürlichem Weg geboren wird,  können unverheiratete Töchter in die Pflicht genommen werden.

Vater hat eine Absprache mit einem anderen alten Zauberer getroffen dessen Familie auch vom Aussterben bedroht ist. Dieser 56jährige alte Mann soll meine Mädchen schwängern. Sie wollen magisch sicherstellen, dass es Söhne werden. Karas Nachkomme soll an diesen Zauberer gehen und Alex soll ihren Sohn meinem Vater übergeben.“

„Das ist doch absolut krank!“ platzte es aus Danny heraus.

Auch Taro schüttelte fassungslos den Kopf.

„Es gibt doch nun wirklich keinen Mangel an brillanten Hexen in der Geschichte.....“

Er blickte Eliza an.

„Wie hast du reagiert?“

„Ich habe ihm das gesagt, was ich ihm schon vor langer Zeit hätte sagen sollen.“ erwiderte Eliza. „Ich hab ihm gesagt, dass er sich zum Teufel scheren kann. Ich werde nicht zulassen, dass irgendein alter Mann meine Mädchen vergewaltigt nur weil mein Vater meint einen männlichen Erben zu brauchen. Leider ist mein Vater nicht der Mann der ein „Nein“ akzeptiert.“

„Und weil du durch den Kodex völlig abhängig bist von ihm....“ erkannte Taro.

„....hat er uns ruiniert.“ räumte Eliza ein. „Wir sind völlig am Ende. Jerry konnte seid einem Monat seine Tränke nicht mehr nehmen. Er kann kaum noch aufrecht stehen! Er hat nur noch Schmerzen und Vater.....er hat jetzt eine Klage gegen uns eingereicht. Er will das Sorgerecht für meine Mädchen weil wir sie nicht richtig versorgen können und sie bei uns keine Perspektive haben!“

Eliza erhob sich, schritt durch den Raum und rang verzweifelt die Hände.

„Er benutzt die Not in die er uns gebracht hat um mir meine Kinder weg zu nehmen und er hat eine Chance damit durchzukommen. Und wenn er erst mal das Sorgerecht hat.....Wir haben alles war wir noch an Geld aufbringen konnten genutzt um herzukommen.“

Sie blickte zu Taro:

„Ich weiß, dass ich als Tante und als Schwester versagt habe und das ich kein Recht habe darum zu bitten.....“

Sie blickte nun zu Danny:

„Aber ich weiß nicht was ich sonst tun soll! Und deshalb....für meine Mädchen...brauche ich eure Hilfe!“

Ob sie sie bekommen wird?

Das erfahren wir nächste Woche.

Bis dann.

Habt eine gute Woche.