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Erkenntnisse Teil 1

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Erkenntnisse Teil 1

Weiter geht’s.

Heute schon einen Tag früher da ich morgen arbeiten muss.

Ich gehe jetzt aber einfach mal davon aus, dass das keinen stört.

Viel Spaß!

Cleo Parkinson und ihre beste Freundin Tebetha Bruce gingen bepackt durch die Winkelgasse.

Sie hatten es geschafft! Der Mietvertrag für ihre gemeinsame Wohnung war unterschrieben. Ihrer Mädels-WG stand nichts mehr im Weg und nun mussten die beiden jungen Hexen sich nur noch einrichten.

Daher war ein kleiner Shopping-Ausflug in die Winkelgasse notwendig gewesen.

Zwar konnte man vieles von der Einrichtung magisch erschaffen aber das war eben mehr provisorisch. Ein paar Sachen kriegte Otto-Normalzauberer nicht selbst in. Da musste man schon in den Geldbeutel greifen.

„Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir die Wohnung fast nicht bekommen hätten Cleo! Nur weil du angst vor deiner Chefin hattest.“ meinte Tebetha lachend.

Cleo seufzte.

„Hast ja recht Taby.“ räumte sie ein. „Es kommt mir jetzt auch lächerlich vor. Mrs Potter ist eigentlich eine tolle Chefin aber meine Mutter hat mich da total Kopfscheu gemacht.

„Schon ok.“ grinste Tebetha. „Ich zieh dich ja nur auf Parkison. Es freut mich aber, dass es beruflich jetzt für dich läuft....Oh, kuck mal hier!“

Tebetha war vor einem Einrichtungsgeschäft stehen geblieben.

„Das Sofa wäre doch was oder was meinst du?“ fragte sie.

Cleo betrachtete das ausgestellte Sofa.

Es war schon nicht schlecht moderner Schnitt....die Farbe ging gar nicht aber ein Schild neben dem Sofa verkündete, dass man die Farbe nach dem Wunsch der Kunden anpassen konnte.

Bisher hatten Cleo und Tebetha nur ein altes Sofa vom Sperrmüll in ihrer Wohnung stehen. Sie hatten es zwar mit ihren Zauberstäben aufgepeppt aber es war einfach nicht so ganz das Wahre.

„Es wäre schon klasse.“ meinte Cleo zögerlich. „Aber kuck dir mal den Preis an Taby! Wenn wir das machen wäre unser Budget aufgebraucht. Dann kannst du die neuen Regale für die Küche vergessen.“

„Das wird schon Cleo!“ versicherte Tebetha.

Cleo Parkinson lachte in sich hinein.

Sie kannte den Blick mit dem Taby sie gerade musterte. Es war der „Will-haben-Blick“!

Von unzähligen Shopping-Ausflügen wusste Cleo, dass ihre Freundin sich verlieben konnte. Verlieben in eine bestimmte Sache. Und diese Sache ließ Tabetha Bruce dann nicht mehr los.

Entweder fand man einen Weg wie man diese Lust stillen konnte oder es war mindestens für drei Tage Kater-Stimmung bei Taby.

„Ich verspreche dir auch Cleo...“ hob Tebetha wieder an. „Ich setz mich noch heute hin und bring an allen Küchenschränken Runenkreise an damit die Verwandlung dauerhaft wird und wir da nicht ständig nachbessern müssen. Biiite!“

Cleo legte den Kopf in den Nacken. Tabys Dackelblick! Ihre tödliche Geheimwaffe. So bekam sie auch von ihrem Freund alles was sie wollte.

„Ok Taby, ok!“ meinte sie schließlich.

„YES!“Taby riss begeistert die Arme hoch, ergriff Cleos Hand und zog sie Richtung Ladentür.

„Aber die Farbe geht gar nicht!“ beharrte Cleo. „Marineblau nehmen wir Taby und nichts anderes!“

Eine halbe Stunde später verließen die beiden Freundinnen den Laden. Das Geschäft war perfekt und ein Hauself würde morgen das Sofa liefern.

Tebetha fragte gerade begeistert wohin es jetzt gehen sollte als es Cleo wie ein Schlag traf.

„Kleopatra!“

Cleo zuckte regelrecht zusammen.

Es gab nur eine Person auf der ganzen Welt die sie mit Kleopatra ansprach. Sie atmete tief durch und drehte sich um.

„Mutter, wie schön dich zu sehen.“ log sie als Pansy Parkinson auf sie zu kam.

Wie üblich trug ihre Mutter ein elegantes Kostüm.

Es erinnerte Cleo irgendwie an diesen Muggelfilm den Taby und Cleo kürzlich auf diesem Streaming-Dienst „Lunascope“ gesehen hatten: „Titanic“ hieß der.

War um ein Muggelschiff gegangen, das auf seiner ersten Reise gesunken war. Cleo hatte ihn gemocht. Romantisch, spannend und ein richtig schönes bittersüßes Ende das einfach zur Situation passte und nicht gestellt wirkte. Die weibliche Hauptfigur, Rose, hatte da auch so ein Kostüm getragen wie Cleos Mutter jetzt. Nur das der Filmfigur war weiß gewesen mit dunklen Akzenten.

Das Kostüm von Pansy Parkinson war schwarz und hatte silberne Akzente. Ihr Hut war ähnlich ausladend aber lief spitz zu und hatte eine Occamy-Feder als Schmuck.

Cleo entging nicht, dass ihre Mutter sie sorgfältig musterte. Ihr Blick glitt über Cleos Jeans, ihr weißes T-Shirts und die dunkle Weste.

Etwas mitleidiges trat auf Pansys Gesichtszüge.

Diesr Umstand brachte Cleo innerlich zum Kochen.

„Beim einkaufen wie ich sehe Liebes.“ meinte Pansy Parkinson scheinbar beiläufig.

„Wir müssen unsere neue Wohnung ja mit irgendwas einrichten Mutter.“ gab Cleo zurück und nickte in Tebethas Richtung.

Pansy Parkinsons blick glitt zu der anderen jungen Hexe.

„Tebetha Bruce.“ meinte sie und Cleo hatte den Eindruck, dass sie die Nase rümpfte. „Wie geht es denn ihrer Mutter meine Liebe. Muggelfrauen sind ja so zerbrechlich.“

Cleos innerer Druck wuchs noch.

Schon zu ihrer Schulzeit hatte sich ihre Mutter oft missbilligend über ihre Freundschaft zu Taby geäußert. Mr Bruce, Sohn einer alten Zaubererfamilie. hatte eine Muggelfrau geheiratet. Tabys Mutter.

Für Cleos Mutter war es absolut unverständlich wie Tebetha es nach Slytherin geschafft hatte und sie stand der Freundschaft zwischen ihrer Tochter und der jungen Hexe alles andere als wohlwollend gegenüber.

„Bestens Madame.“ gab Taby mit eiserner Höflichkeit zurück.

Pansy antwortete mit einem gekünstelten Lächeln und richtete den Blick dann wieder auf ihre Tochter.

„Bist du denn sicher, dass du dir all das leisten kannst Kelopatra?“ fragte sie spitz. „Dein Erbteil reicht nicht ewig und lange wirst du dich wohl nicht mehr vor dieser Blutsverräterin verstecken können die jetzt deine Abteilung leitet. Wenn die erst erfährt, das du meine Tochter bist hast du nichts mehr zu lachen. Ich hoffe du wirst dann nicht plötzlich wieder bei mir auf der Matte stehen.“

„Da mach dir mal keine Sorgen Mutter.“ lächelte Cleo hintergründig. „Ich habe mit Mrs Potter über dich gesprochen. Stell dir vor, sie hat mir erzählt, dass sie seid der Schulzeit kaum an dich gedacht hat.“

Cleos Laune besserte sich schlagartig. Diese Information schlug ein wie eine Bombe.

Es war deutlich zu sehen, dass Pansy Parkinson es als persönliche Beleidigung sah, dass ihre „Feindin“ aus Hogwarts-Tagen ihr keine Bedeutung beimaß.

„Schön!“ meinte Pansy Parkinson. „Du entschuldigst mich Liebes. Ich habe noch einen Termin.“

Mit diesen Worten schritt Cleos Mutter davon.

„Wir werden den tag auch ohne sie überleben Madame.“ zischte Tebetha der älteren Hexe nach.

Cleo gab ihrer Freundin im Stillen recht. Sie fand es jedoch wesentlich interessanter, dass ihre Mutter offenbar der Nocturn-Gasse zustrebte.

„Ich bin gleich wieder da.“ meinte Cleo an Taby gewandt und drückte der anderen Hexe schnell die Einkaufstüten in die Hand.

Vorsichtig schlich sie ihrer Mutter nach.

Ein eisiger Stein bildete sich in Cleos Magen als sie sah mit wem ihre Mutter da sprach.

Sorgsam merkte sich Cleo jedes Wort das sie aufschnappen konnte.

„Taby!“ meinte sie als sie zu ihrer Freundin zurückkehrte. Bevor wir nach Hause gehen muss ich im Ministerium vorbei.“

„Cleo, es ist doch dein freier Tag.“ meinte Taby überrascht.

„Weiß ich.“ sagte Cleo aufgeregt. „Aber ich muss mir Mrs Potter reden.“

Ginny Potter schritt durch die Gänge des Zaubereiministeriums.  Sie durchquerte einen Gang von dem aus man ins Atrium herunterblicken konnte.

Sie hatte ein sehr produktives Gespräch mit den Parkur-Flieger-Vereinen geführt.

Cleo Parkinsons Bericht hatte sich als sehr nützlich erwiesen. Die Japaner hatten wirklich ein brauchbares Konzept entwickelt wie man Parkur-Fliegen zu einem offiziellen Sport machen konnte.

Ginny hatte sich mit den Vereinen zusammengesetzt und die Angelegenheit besprochen.

Ihre Vorschläge waren durchaus auf Gegenliebe gestoßen.

Im wesentlichen erklärte man die Anwendung von Desilusionierung zur Pflicht und jeder Flieger musste entweder die Desilusionierung beherrschen oder einen guten Tarnumhang vorweisen.

Darüber hinaus beschränkten sich die Flieger auf abgelegene Regionen oder dafür entwickelte Sportanlagen (für den Bau solcher Anlagen würde es Zuschüsse vom Ministerium geben).

Es war ein gutes Gesprächsklima gewesen. Die Vereine sahen ein, dass gewisse Regeln nötig waren und waren begeistert, dass man ihren Antrag, offiziell als Sportart anerkannt zu werden überhaupt in Betracht zog.

„Das hätte es bei ihrem Vorgänger gar nicht gegeben Mrs Potter.“ hatte der Vereins-Chef einer Gruppe von Parkur-Fliegern aus Wales betont. „Und das wir uns an gewisse Vorgaben halten müssen ist ja wohl klar. Das ist in jedem Sport so.“

Man war überein gekommen auf der Basis der vorgeschlagenen Regeln eine Zusammenarbeit zu entwickeln.

Das war natürlich ein großes Projekt!

Es genügte nicht Regeln aufzustellen. Leider musste auch ein Strafenkatalog erstellet werden. Gebiete für das Parkur-Fliegen ausgewiesen werden. Dann musste eine Kontrollstelle eingerichtet werden die das ganze überwachte.

Es WAR ein großes Projekt.

Ginny überlegte kurz. Wem sollte sie das anvertrauen?

Sie ging in Gedanken die einzelnen Kandidaten durch.

Katie Bell war eine Option aber sie war beschäftigt. Die nächste Weltmeisterschaft im Quidditch stand an. Austragungsort war Kenya und Katie reiste im Grunde ständig zwischen der Hauptstadt Nairobi und London hin und her. So ein Event brauchte Monate der Vorbereitung!

Nein, Katie war eingespannt und die anstehende WM hielt im Grunde das ganze Büro in Atem.

Morgan Keller war noch eine Option aber Ginny kam schnell wieder davon ab.

Morgen war ein guter Mitarbeiter aber er war zu konservativ! Alles was über Zauberschach hinaus ging war für ihn im Grunde eine Gefährdung des Geheimhaltungsabkommens.

Ginny lehnte sich an das Geländer hinter dem sich das Atrium erstreckte.

Nein, Morgen würde die Regeln so eng fassen, dass jeder Spaß aus dem Sport verschwand.

Ginny musste lächeln als ihre Gedanken zu Cleo Parkinson wanderten.

Warum eigentlich nicht?

Sicher Cleo war neu in der Abteilung aber sie hatte sich bisher sehr bewährt und im Grunde war das Pakur-Fliegen ja ihr Baby. Sie hatte den Bericht verfasst der die Grundlage der Einigung mit den Vereinen war. Warum also nicht?

„Mrs Potter!“

Ginny blickte auf und sah, dass genau die Person, an die sie gerade gedacht hatte auf sie zugestürmt kam.

In Cleos Begleitung befand sich eine weitere junge Hexe.

„Cleo!“ grüßte Ginny. „Sind sie unter die Leglimentoren gegangen. Ich habe gerade an sie gedacht.“

„Oh?“ Cleo Parkinson wirkte überrascht. „Äh....darf...darf ich vorstellen? Meine beste Freundin und Mitbewohnerin Tebetha Bruce.“

Ginny reichte der anderen jungen Hexe die Hand und wandte sich dann wieder an Cleo Parkinson:

„Heute ist doch eigentlich ihr freier Tag, oder? Ich dachte ich müsste bis morgen warten um ihnen zu erzählen, dass wir uns mit den Pakur-Flieger-Vereinen geeinigt haben. Ich wollte ihnen anbieten ob sie das Projekt nun weiter betreuen wollen. Das erstellen des Regelkatalogs, die Organisation der Überwachungsmaßnahmen usw. Hätten sie Interesse?“

Ginny genoss wie sich bei Cleo Parkinson Überraschung in Begeisterung verwandelte. Es war ein großer Job den sie der jungen Hexe da anbot aber Ginny war der Meinung, dass Cleo die Chance verdient hatte. Es überraschte Ginny selbst aber sie mochte diese junge Hexe und es hatte sie sehr beeindruckt wie Cleo es geschafft hatte sich zu einer so eigenständigen Persönlichkeit zu entwickeln. Bei ihrer Mutter war das nicht selbstverständlich.

„Das wäre wundervoll Madame. Ich habe auf jeden Fall Interesse.“ strahlte Cleo.

„Dann kommen sie morgen mal bei mir im Büro vorbei.“ lächelte Ginny. „Dann besprechen wir alles Weitere. Aber nun verraten sie mir mal was sie an ihrem freien Tag zu mir führt?“

„Oh Ja!“

Die Aufregung über das neue Projekt schien Cleo abgelenkt zu haben.

„Mrs Potter, sie hatten mich doch gebeten mich etwas umzuhören warum meine Mutter auf einmal auf Hogwarts arbeitet. Ich weiß jetzt wer ihr diesen Job besorgt hat.“

Ginny hob die Hand.

„Bevor sie weitersprechen Cleo.“ meinte sie. „Ich möchte das nochmal sagen: Ich möchte sie nicht gegen ihre Mutter ausspielen.“

Sie legte Cleo Parkinson die Hand auf die Schulter.

„Sie müssen mir nichts sagen, dass sie nicht wollen. Wenn sie mir zum Beispiel sagen, dass der Unbekannte, der ihre Mutter unterstützt, keine Gefahr ist, reicht mir das.“

Cleo lächelte kurz wurde dann aber wieder ernst.

„Wenn es nur so wäre Mrs Potter.“ meinte sie. „Aber ich bin ja auch um Isis besorgt und was ich da entdeckt habe...... Mrs Potter es war Lucius Malfoy der meiner Mutter geholfen hat. Sie hat sich heute mit ihm in der Nocturn-Gasse getroffen und ich hab einiges von ihrem Gespräch mitbekommen. Was ich da gehört habe gefällt mir nicht.“

Ginny musste tief durchatmen als sie den Namen Lucius Malfoy gehört hatte.

Erinnerungen stiegen in ihr auf.

Kalte graue Augen die sie durch eine Maske musterten....der Kampf in der Mysteriums-Abteilung.

Nach dem Krieg, der Tod von Fred war noch ganz frisch, hatte es Ginny sehr wütend gemacht, dass die Familie Malfoy so billig davongekommen war.

Gut, Narzissa hatte Harry gewissermaßen beschützt aber trotzdem. Diese Familie hatte die Todesser unterstützt. Lucius war ein Todesser gewesen und die waren verantwortlich für den Tod von Fred!

Hermine hatte Ginny etwas mit ihrem Zorn geholfen. Während des Jahres in dem sie zusammen ihren Abschluss auf Hogwarts machten.

Ja, Minchen war eine große Hilfe gewesen.

Wirklich Frieden mit der Familie Malfoy hatte Ginny erst durch die Freundschaft von Albus und Scorpius geschlossen.

Der junge war ein feiner Kerl, Ginny verstand sich mit seiner Mutter und kam auch mit Scorpius Vater und Großmutter klar.

Lucius Malfoy stand aber auf einem anderen Blatt!

„Cleo.“ meinte sie daher. „Besprechen wir das nicht hier auf dem Flur. Gehen wir in mein Büro. Das möchte ich genauer wissen.“

Was Cleo da erfahren hat kommt nächste Woche.

Hoffe es hat euch gefallen und einen guten Start in die neue Woche.

Bis bald.