Erkenntnisse Teil 2
Erkenntnisse Teil 2
Auf ein neues.
Es geht mit Ginny Potter weiter.
Mal sehen was Cleo Parkinson so erfahren hat.
Viel Spaß.
Wenig später betrat Ginny Potter mit den beiden jungen Hexen ihr Büro.
Sie bedeutete Cleo Parkinson und ihrer Freunden Tebetha sich zu setzen während sie ihre Sekretärin anwies, dass sie für die nächsten zehn Minuten nicht gestört werden wollte.
„Ich hoffe ich halte sie zwei nicht zu sehr auf.“ meinte Ginny zu ihren Gästen als sie sich hinter ihren Schreibtisch setzte.
„Nein Madame.“ versicherte Cleo sofort.
„Cleo meint sowieso sie sind eine coole Chefin.“ meinte Tebetha Bruce. „Da nimmt sie einiges in Kauf.“
„Tabby!“ meinte Cleo Parkinson entsetzt.
Ihr Kopf flog zu ihrer Freundin herum. Diese schnitt ihr eine Grimmasse während Cleo rot anlief.
„Nun das freut mich zu hören.“ lächelte Ginny und zwinkerte Cleo Parkinson aufmunternd zu.
„Nun aber mal wieder zum Thema.“ sagte sie schließlich und wurde wieder ernst. „Sie sind sicher, das Lucius Malfoy ihre Mutter quasi in Hogwarts platziert hat?“
„Ganz sicher!“ bestätigte Cleo. „Es war eindeutig rauszuhören. Alles hab ich von ihrem Gespräch nicht mitbekommen aber das kam klar rüber.“
Ginny beugte sich vor und legte ihre Unterarme auf ihrem Schreibtisch ab.
„Cleo, am besten erzählen sie mir mal genau was sie beobachtet haben.“
„Also...“ hob Cleo Parkinson an. „Tabby und ich waren in der Winkelgasse....“
„Wir haben eine WG aufgemacht.“ warf Tebetha Bruce ein. „Ich mache hier im St. Mungo meine Ausbildung, Cleo arbeitet hier im Ministerium....da bot es sich an und wir müssen uns noch einrichten.
„Ist schön etwas Rückhalt zu haben wenn man ins Berufsleben startet.“ meinte Ginny freundlich zu Cleos Freundin. „Ich erinnere mich noch wie es bei mir war. Mein Mann Harry und seine Freunde hatten auch eine magische WG hier in London aufgemacht und ich bin mit eingezogen. Aber nun mal weiter..“
„Naja, wir kamen gerade aus diesem Laden.....“ übernahm Cleo wieder. „Da sind wir auf meine Mutter getroffen. War im Grunde wie immer.....“
Ginny entging nicht der Schatten der über Cleo Parkinsons Züge fiel.
Die Hände der jungen Hexe ballten sich in ihrem Schoß zu Fäusten als sie berichtete:
„Erst mal ein schiefer Blick über mein Outfit. Ich donnere mich nicht gerne so auf wie meine Mutter. Dann eine Spitze an Tabby....“
„Mrs Parkinsons hasst es, dass Cleo und ich befreundet sind. Meine Mum ist eine Muggel.“ erklärte Tebetha Bruce.
Cleo hatte während ihre Freundin sprach den Kopf in den Nacken gelegt.
„Tabby und ich sind beste Freundinnen seit unserem ersten Jahr auf Hogwarts.“ erklärte sie schließlich. „Seit wir uns angefreundet haben liegt Mutter mir damit in den Ohren. Es ist so......“
Cleo Parkinson unterbrach sich kurz um sich zu sammeln.
Ginny konnte nicht anders. Die junge Hexe tat ihr leid.
„Der Höhepunkt war dann, dass Mutter der festen Überzeugung war, dass sie mich ja wohl bald rausschmeißen würden, Mrs Potter, wenn sie erfahren, dass ich ihre Tochter bin. Sie meinte dann noch, dass mein Erbteil ja nicht ewig reichen würde und ich, wenn ich dann bald auf der Straße stehe, nicht wieder bei ihr angekrochen kommen soll.“
Dieser Satz versetzte Ginny Potter doch einen Schlag. Wie konnte man so etwas denn bitte zu seinem Kind sagen?!
Um die Not von Cleo Parkinson nicht noch zu vergrößern schluckte sie ihren Ärger erst mal herunter und meinte nur ruhig:
„Ich hoffe sie haben der guten Pansy gesagt, dass eine Kündigung eher unwahrscheinlich ist?“
Zu Ginnys Erleichterung erschien wieder ein Lächeln auf Cleo Parkinsons Gesicht.
„Habe ich Madame.“ sagte sie. „Und ich befürchte es hat ihr den Tag verdorben.“
„Die arme Pansy.“ lächelte Ginny und fragte dann: „Und wie ging es dann weiter?“
Cleo schien nun den Schatten ab zu schütteln der von ihr Besitz ergriffen hatte und fuhr fort:
„Also, ich habe bemerkt, dass meine Mutter, nachdem sie uns hat stehen lassen, in die Nocturn Gasse gegangen ist.
Das ist eher ungewöhnlich für sie. Sie hält sich für was besseres und die Nocturn Gasse.....das ist eigentlich unter ihrer Würde.
Ich bin ihr auf jeden Fall nach und hab sie dann vor einem alten Gebäude stehen sehen. Das muss glaube ich mal eine Herberge oder so gewesen sein. Ich glaub Kobolde müssen die betrieben haben. Da waren Schilder...runtergerissen aber lehnten noch an der Hauswand. Die waren in unserer Sprache und auf Koboldogak.“
„War das schräg gegenüber von „Borgin & Burks“?“ erkundigte sich Ginny Potter.
„Ja genau!“ bestätigte Cleo. „Woher wissen sie?“
„Ich hab es nur vermutet.“ erklärte Ginny Potter. „Sie kennen Daniel Huntington?“
„Den Kumpel vom Freund meiner Schwester?“ bestätigte Cleo. „Ja. Netter Bursche. Fair und ehrlich. Typischer Hufflepuff eben.“
„Genau der.“ meinte Ginny. „Danny hat noch Verwandte in den USA. Die mussten unter ziemlich unglücklichen Umständen bei uns einreisen und sind in dieser Herberge für ein paar Tage untergekommen. Ein Familienstreit war der Hintergrund. Der Kobold der den Laden geführt hat, hat erkannt, dass eine schöne Summe zu holen ist wenn er die Cousinen von Danny in die Finger bekommt. Er hat versucht sie zu entführen. An den Ereignissen war ich beteiligt. Ich hatte die Mädchen zum Quidditch eingeladen. Die Entführung ist gescheitert und über meinen Mann habe ich dann mitbekommen, dass sie den Kobold verhaftet haben und die Herberge geschlossen wurde. Das letzte was ich gehört habe ist, dass sie zum Verkauf steht.“
„Heftig!“ meinte Tebetha Bruce.
„Nun, das Gebäude steht nicht mehr zum Verkauf Madame.“ warf Cleo ein. „Da ist noch ein Schild aber das ist durchgestrichen und als Mutter angeklopft hat, da hat Lucius Malfoy aufgemacht. Ich schätze das Gebäude gehört jetzt ihm.“
„Ach was?“ Ginny Potter war überrascht.
„Ich glaube aber nicht, dass er dort wieder ein Hotel aufmachen will.“ führte Cleo weiter aus. „Wie gesagt: Da sind keine Schilder mehr und alle Fenster sind vernagelt.“
„Es hätte mich auch gewundert wenn Lucius Malfoy unter die Gastwirte gegangen wäre und dann auch noch in der Nocturn Gasse.“ murmelte Ginny Potter. „Was ist dann passiert Cleo?“
„Mutter hat Mr Malfoy irgendwelche Papiere übergeben.“ erklärte die junge Hexe. „Mr Malfoy hat ihr daraufhin einen Geldbeutel zugesteckt. Das Mutter Geld braucht überrascht mich nicht. Ich hab darauf bestanden, dass sie mir meinen Erbteil auszahlt. Das ist bei ihr schon ganz schön ins Geld gegangen. Sie nagt nicht am Hungertuch aber sie muss kürzer treten. Das gefällt ihr nicht!
Mr Malfoy hat ihr dann noch ein Stück Pergament übergeben und Mutter hat gemeint, dass sie etwas braucht um das.....was auch immer „das“ ist abzuarbeiten. Die Informationen wären nicht leicht zu beschaffen und Hogwarts sei sehr vorsichtig geworden nach allem was in den letzten Jahren passiert ist.
Mr Malfoy hat dann gemeint, dass er die Informationen so schnell wie möglich braucht und Mutter hat sich dann noch darüber beklagt, dass diese „gewöhnliche“ Tätigkeit die sie da auf Hogwarts ausführen muss ihr so zuwider sei.
Daraufhin hat Mr Malfoy dann gesagt, dass es nicht anders ginge und das es ihn viel Mühe gekostet hätte Mutter auf Hogwarts unterzubringen. Er hat dann noch gemeint, wenn sie ihre Bezahlung bekommen will, dann solle sie weiter ihre Rolle spielen. Damit war das Gespräch dann beendet. Mr Malfoy ist in das Haus zurück und Mutter ist disappariert.“
Nachdenklich strich sich Ginny Potter übers Gesicht.
Das war beunruhigend!
Es war nun erwiesen, dass Pansy Parkinson nicht ohne Grund in Hogwarts aufgetaucht war.
Ginny Potter erhob sich und Cleo und ihre Freundin taten es ihr gleich.
Ginny ging um ihren Schreibtisch herum und legte Cleo Parkinson die Hände auf die Schultern.
„Danke, dass sie mir das erzählt haben Cleo.“ meinte sie freundlich. „Ich werde das mit meinem Mann besprechen aber ihren Namen soweit wie möglich aus der Sache raushalten. Tun sie mir den Gefallen und halten weiterhin Augen und Ohren offen?“
„Natürlich Madame.“ versprach Cleo Parkinson. „Allein schon wegen Isis.“
Ginny verlor keine Zeit.
Nachdem Cleo und ihre Freundin gegangen waren lenkte sie ihre Schritte sofort zum Aurorenbüro. Es war ganz praktisch, dass sie und Harry nun beide im Ministerium arbeiteten.
Als Ginny das Aurorenbüro betrat seufzte sie leise.
Ein Teil von ihr wünschte sich manchmal Harry hätte einen anderen Job. Einen bei dem er nicht ständig den dunkelsten Elementen der magischen Gesellschaft ausgesetzt war.
Aber in solchen Momenten kam ihr immer in den Sinn was ihre Mutter einmal zu ihr gesagt hatte.
Ginny hatte den Fuchsbau besucht und Mutter und Tochter hatten sich unterhalten.
Ginny hatte Molly erzählt, dass sie der Meinung war, dass sie und Harry inzwischen eine ernste Beziehung hatten. Es war nicht mehr nur „daten“ oder „Händchen halten“. Es war mehr.
Molly hatte gelächelt und gemeint, dass sie das auch so sehen würde.
Ginny hatte ihrer Mutter dann gestanden, dass Harrys Begeisterung für den Beruf des Aurors ihr zuweilen Sorge machte.
Molly Weasley war daraufhin sehr ernst geworden und hatte ihrer Tochter die Hände auf die Schultern gelegt. Ernst hatten Mutter und Tochter sich angeblickt und Molly hatte gesagt:
„Ginny-Liebes, weißt du was der Unterschied zwischen „daten“ und „in einer Beziehung sein“ ist? Wenn du eine ernste Beziehung mit Harry haben willst, dass musst du ihn so akzeptieren wie er ist. Beim Daten geht es nur darum Spaß zu haben und du kannst ignorieren was dich an seinem Charakter stört aber wenn ihr euch ein gemeinsames Leben aufbauen wollt, ja vielleicht sogar heiraten wollt, dann wirf einen schönen langen Blick auf ihn und nimm ihn an wie er ist! Bilde dir nicht ein, dass du ihn verändern kannst. Sicher, du kannst ein paar Regeln aufstellen und ein paar Ecken und kanten glätten. Doch den Kern seines Wesens kannst du nicht ändern. Warum glaubst du habe ich zugelassen, dass dein Vater über all die Jahre an seinem Muggelschrott herumspielt? Weil er eben mein Arthur ist und das gehört bei ihm dazu.
In Harry steckt dieser Wunsch für andere einzutreten und sie zu beschützen.
Das wirst du nicht ändern können!
Wirf einen schönen langen Blick auf ihn und wenn du ihn dann nicht annehmen kannst wie er ist....nun Ginny-Liebes.....dann sei ehrlich zu ihm und zu dir.“
Ginny hatte diesen Blick auf Harry geworfen und eine Entscheidung getroffen die sie bis heute nicht bereute.
Sie durchquerte das Großraumbüro und klopfte wenig später an Harrys Bürotür.
„Die Sonne meines Lebens beehrt mich.“ meinte Harry als er sah wer eintrat.
„Wie charmant sie doch sind Mr Potter.“ schmunzelte Ginny und lies sich von ihrem Mann, der hinter seinem Schreibtisch hervorgekommen war, in die Arme nehmen.
„Leider hab ich was erfahren, dass mir nicht so gut gefällt und darüber möchte ich mit dir reden.“ meinte sie, als sie sich voneinander lösten.
„Oh?“ meinte Harry. „Na, dann setz dich und lass hören.“
Ginny berichtete ihrem Mann was sie von Cleo Parkinson erfahren hatte. Den Namen der jungen Hexe hielt sie heraus. Sie erwähnte nicht woher sie die Informationen hatte sondern präsentierte nur die Fakten.
Sie hatte vor Harrys Schreibtisch platz genommen während ihr Mann vor ihr stand und sich an die Tischplatte gelehnt hatte.
Während Ginny zusammenfasste was sie erfahren hatte wurde Harrys Gesichtsausdruck immer ernster.
„Ich finde das einfach merkwürdig Harry.“ meinte Ginny schließlich. „Lucius Malfoy kauft ein altes Kobold-Hotel in der Nocturn Gasse und platziert Pansy Parkinson in Hogwarts?“
„Es passt nicht zusammen.“ murmelte Harry.
„Das meine ich auch.“ sagte Ginny.
Harry blickte auf. Er war tief in Gedanken gewesen.
„Entschuldige Schatz.“ sagte er. „Aber ich habe das so gar nicht gemeint. Sicher, was du mir da erzählt hast passt nicht zu Lucius Malfoy aber es kommt noch etwas hinzu.
Al hat uns doch vor einer Woche oder so eine Eule geschickt. Da hat er verkündet, dass Scorpius schlecht drauf sei. Bei den Malfoys hing der Haussegen schief weil sein Großvater, also Lucius, Draco angebettelt hat. Er hat von ihm Geld gefordert. Und zwar eine beträchtliche Summe! Selbst beträchtlich für die Malfoys.“
„Und?“ fragte Ginny.
„Naja, das ergibt doch auch keinen Sinn wenn du drüber nachdenkst.“ meinte Harry. „Auf der einen Seite bitten Lucius um Geld aber er hat offensichtlich genügend Mittel um eine komplette Herberge zu kaufen und Pansy Parkinson stattliche Summen zu zahlen? Und dann verwendet er auch noch, was von seinem Einfluss noch übrig ist, um sie auf Hogwarts unter zu bringen?“
„Du denkst also auch, dass da was faul ist?“ erkundigte sich Ginny.
Innerlich atmete sie auf. Es tat gut, dass Harry sie ernst nahm.
„Allerdings ist da was faul.“ bestätigte Harry. „Wir werden uns in Ruhe überlegen müssen wie wir da am Besten mit umgehen. Woher weißt du das eigentlich mit Lucius?“
Ginny seufzte.
„Versprich mir bitte, dass es erst mal unter uns bleibt.“ bat sie.
Harry nickte.
„Ich hab es von Cleo Parkinson. Pansys Tochter. Die arbeitet in meiner Abteilung.“ erklärte sie.
„Ach ja.“ erinnerte sich Harry. „Du hast sie ein paar mal erwähnt.“
Ginny nickte nachdenklich.
„Ich mag das Mädchen.“ räumte sie schließlich ein. „Und sie tut mir leid. Pansy war keine gute Mutter. Das habe ich heute erst wieder erfahren. Cleo musste so früh Verantwortung übernehmen. Nicht nur für sich sondern auch für ihre Schwester. Sie hatte kaum Zeit jung zu sein.“
„Und deshalb wirst du ein wenig auf sie aufpassen.“ schmunzelte Harry.
Ginny blickte ihren Mann an. Er kannte sie so gut.
„Ja.“ bestätigte sie daher. „Ein wenig.“
So, das war es für heute wieder.
Hoffe es hat euch gefallen.
Kommt gut in die neue Woche und bis bald.