Entwicklungen
Entwicklungen
Weiter geht’s.
Einen Tag früher aber morgen muss ich wieder arbeiten.
Heute geht es zurück zu den Rumtreibern.
Viel Spaß!
Danny wartete am Ausgang der großen Holzbrücke auf Rose.
Sie hatten sich zum Lernen verabredet und der Steinkreis am Ausgang der Holzbrücke gehörte zu den Lieblingsplätzchen der beiden.
In den warmen Monaten konnte man hier bequem sitzen und hatte seine Ruhe.
Ein Umstand der Danny und Rose besonders zusagte wenn sie mal eine Lernpause machten.
Zwar war der Herbst auf dem Vormarsch aber heute präsentierte sich der Oktober von seiner herrlichsten Seite!
Das musste man ausnutzen, fand Danny.
Es würde früh genug Winter werden und dann war der Steinkreis kein angenehmer Ort mehr.
Danny stieß sich vom Türrahmen des Zugangs zur Holzbrücke ab und wanderte um den Steinkreis herum. Vom äußeren Rand des kleinen Plateaus aus hatte man einen Ausblick auf Hagrids Hütte.
Danny musste schmunzeln als er das emsige Treiben sah welches dort herrschte.
Lily Potter, ihre Freundin Rani und Hugo Weasley halfen Hagrid dabei die diesjährigen Kürbisse für das große Halloween-Fest auszuhöhlen.
Danny erinnerte sich, wie er und seine Freunde dieser Pflicht in ihren ersten Jahren auf Hogwarts nachgekommen waren.
Nun hatte die nächste Generation übernommen.
Mit Overalls und Schutzbrillen ausgestattet kämpften Lily und ihre Freunde sich durch die Kürbisse die in diesem Jahr besonders groß geraten waren.
Danny konnte nicht verstehen, was die drei Zweitklässler sich zuriefen aber eines war klar: Lily hatte bei der Operation das Kommando.
Ein Umstand der Danny nicht überraschte.
„Was gibt es denn da zu sehen?“ fragte eine wohlbekannte Stimme.
„Sieh selbst Rosie.“ schmunzelte Danny als Rose neben ihn trat.
„Ah!“ meinte Rose als sie sich einen Überblick verschafft hatte. „Wir sind nicht mehr die Kleinen Danny.“
„Nein, sind wir nicht.“ seufzte Danny.
Der Gedanke hatte etwas bittersüßes. Sie waren jetzt Viertklässler. Das bedeutete, wenn dieses Schuljahr vorbei war hatten sie ganz offiziell mehr Zeit auf Hogwarts hinter sich als noch vor sich.
Danny liebte Hogwarts. Mit seiner Einschulung hier hatte ein völlig neuer Lebensabschnitt für ihn begonnen. Einer in dem er ein Zuhause hatte. Nicht nur ein Bett in einem Waisenhaus. Eine Familie....durch Taro und seine Freunde....Ein Leben in dem er sich sehr wohl fühlte.
Danny rief sich zur Ordnung.
Weder Taro, noch seine Freunde würden einfach aus seinem Leben verschwinden nur weil er mit der Schule irgendwann fertig war.
„Ist dir eigentlich aufgefallen, dass Lily nun etwas mehr Zeit mit Rani und Hugo verbringt als mit uns?“ erkundigte sich Rose.
Es stimmte. Auch Danny war das aufgefallen.
„Glaubst du, es ist wegen der Angelegenheit vom letzten Jahr?“ fragte Rose und Danny hörte eine gewisse Sorge in ihrer Stimme.
Danny konnte es ihr nicht verübeln. Lily war Roses Cousine und das letzte Jahr war alles andere als leicht zu verdauen gewesen.
Die Zeitreise der Freunde war einfach nur heftig gewesen.
Die furchtbare, verdrehte Gegenwart....der Mord an Severus Snape den die Freunde mit angesehen hatten und natürlich der Tod von Corvinus.
Auch an Danny war das nicht spurlos vorbei gegangen.
Er warf einen nachdenklichen Blick auf Lily und kam zu dem Schluss, dass die Tatsache, dass Lily sich etwas rar gemacht hatte einen anderen Hintergrund hatte.
„Ich denke nicht.“ sagte er daher zu Rose. „Weißt du was ich glaube?“
Neugierig blickte Rose Danny an. Eine stumme Aufforderung lag in ihrem Blick.
Danny legte den Arm um Roses Schultern und flüsterte ihr zu:
„Ich glaube unsere Potter-Prinzessin genießt es die Chefin zu sein.“
Er deute auf Lily die gerade Anweisungen an Rani und Hugo gab.
Rose lachte leise.
„Das kann sein!“ meinte sie glucksend.
„Naja und uns kann sie ja nicht rumkommandieren.“ fügte Danny hinzu.
„Nicht das sie es nicht versuchen würde.“ kicherte Rose. „Das ist eben Lily. Wollen wir loslegen?“
Rose klopfte auf ihre Büchertasche.
Danny seufzte und nickte. Gute Noten wollten eben verdient sein und Flitwick hatte noch vor dem Elterntag einen Test angekündigt.
Der Unterricht beim Hauslehrer der Ravenclaws machte zwar immer Spaß aber er verlangte auch Leistung.
Auch Professor Longbottom hatte eine Zwischenprüfung angekündigt. Das große Thema dieses Jahr war magische Schädlinge an magischen Nutzpflanzen.
„Fangen wir mit Kräuterkunde an.“ seufzte Danny. „Man bin ich froh wenn ich das Fach nach den ZAGs sausen lassen kann.“
„Eigentlich macht es bei Professor Longbottom doch Spaß!“ wunderte sich Rose als sie sich im Schatten einer der Steinsäulen niederließen.
„Stimmt schon.“ lenkte Danny ein. „Es geht weniger um das Fach an sich als mehr darum, dass ich mit Gartenarbeit nicht so viel anfangen kann.“
„Warum eigentlich?“ wollte Rose wissen. „Ich meine, es kann nicht darum gehen, dass wir draußen arbeiten. Ich meine in „Zucht und Pflege magischer Geschöpfe“ bist du einer der Besten.“
„Ich will es ja vielleicht sogar beruflich machen.“ bestätigte Danny. „Ich könnte mir vorstellen in die Fußstapfen von deinem Onkel zu treten Rose. Drachenwärter zu sein ist ein toller Job. Du bist an der frischen Luft und wenn eine Gruppe von Drachen wandert reist man sogar ins Ausland.“
„Aber Kräuterkunde ist nicht dein Ding?“ fragte Rose mit hochgezogener Augenbraue.
„Das liegt an meiner Kindheit im Waisenhaus.“ erklärte Danny. „Das St. Georg wurde von Ordensfrauen betrieben. Wenn einer was ausgefressen hatte gab es als Strafe immer Gartenarbeit. Um genau zu sein in den sehr ausgedehnten Gärten des Mutterhauses des Ordens.“
„Und hast du viel ausgefressen Mr Huntington?“ fragte Rose verspielt. „Warst du ein böser Junge.“
„Nicht wirklich.“ grinste Danny. „Ein- oder zweimal hab ich Ärger bekommen weil sich meine Magie gemeldet hat. Das konnte ich dann nicht erklären....ich wusste ja selber nicht was das vorgeht, aber das gab halt immer Strafe. Die anderen Male wenn ich verdonnert wurde hatte ich nichts getan. Das war immer unsere Heimleiterin.“
„Was meinst du?“ wollte Rose wissen,
„Naja, das lief immer so ab...“ erklärte Danny. „Einmal die Woche knisterte der Lautsprecher und unsere Heimleiterin rief etwa zwanzig Kinder zu sich in ihr Büro. Sie verkündete dann diesen Kindern, dass man mit ihrem „Benehmen insgesamt“ unzufrieden sei. Daher hätte man beschlossen,
eine Bestrafung zu verhängen. Dann ging es mit dem Bus zum Mutterhaus des Ordens und dann ging es rein in die Bete oder zum putzen. Im Winter war es dann immer nur putzen.“
„Mit dem Benehmen insgesamt unzufrieden....“ widerholte Rose. „Was soll das denn bitte heißen?“
Danny rückte etwas näher an seine Freundin heran und meinte:
„Es heißt, dass im Mutterhaus jemand gebraucht wurde der Unkraut rupft oder die Gänge putzt. Am Anfang, wenn ich verdonnert wurde hab ich mich noch gefragt was ich ausgefressen habe aber dann bin ich einmal verdonnert worden nachdem ich eine Woche mit Grippe im Bett gelegen habe. Da ist es mir klar geworden: Wir hatten überhaupt nichts verbrochen. Es ging nur darum Leute zusammen zu kriegen für die Gartenarbeit.“
„Das ist aber gemein.“ meinte Rose betreten. „Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit?“
„Auf der Strecke.“ brummte Danny. „Aber deshalb mag ich einfach keine Gartenarbeit mehr. Erinnert mich einfach an diese Ungerechtigkeit.“
„Kann ich verstehen.“ flüsterte Rose.
Bevor die beiden das Thema weiter besprechen konnten erschienen zwei bekannte Gesichter am Ausgang der Holzbrücke.
Danny musste etwas schlucken. Es waren Mandy Entwhistle und Susan Finch-Fletchley.
Kurz unterhielten sich die beiden Mädchen (wobei sie Danny immer wieder kurze Blicke zuwarfen), dann löste sich Mandy von Susan und kam langsam auf Danny und Rose zu.
Danny überflog Mandys Äußeres. Da hatte ein Wandel stattgefunden.
Während der letzten Wochen war Mandys Äußeres regelrecht aufgetakelt gewesen. Make-Up, die Frisur....ihr ganzes Auftreten.
Mandy hatte sich nun nicht gerade in eine graue Maus verwandelt aber sie wirkte wieder wie sie selbst. Nicht wie jemand der eine Rolle spielte.
Inzwischen hatte Mandy Rose und Danny erreicht und sich ein schüchternes „Hey“ abgerungen.
Danny hatte eine Ahnung, um nicht zu sagen eine Hoffnung worum es hier ging. Er war in der Versuchung Mandy etwas zappeln zu lassen aber er hatte den Streit mit ihr als sehr bedrückend empfunden und beschloss daher ihr eine Brücke zu bauen.
„Wieder alles im Lot mit dir und Susan?“ fragte er daher.
Ein erleichtertes Lächeln blitze über Mandys Gesicht.
„Ja,“ meinte sie. „Sue und ich haben uns ausgesprochen. Ich war ne echte Bitch in den letzten Wochen und darum bin ich auch hier.“
Sie holte tief Luft.
„Ich wollte mich entschuldigen Danny. Das ganze ist total außer Kontrolle geraten. Ich will das mit der Vertrauensschülerin in Zukunft besser machen und.....ich würde mir wünschen, dass wir jetzt auch zusammenarbeiten. So wie Gabe und Andrea. Die haben das echt gut gemacht.“
Danny dachte kurz nach. Wieder war da die Versuchung Mandy etwas zappeln zu lassen aber er erinnerte sich an das was er gerade mit Rose besprochen hatte.
Ungerechtigkeit war das Thema gewesen und auch hier ging es nun darum.
Mandy hatte die Bodenhaftung verloren weil sie auf falsche Freunde gehört hatte.
Danny hatte das schon bei anderer Gelegenheit erkannt: Es hätte auch ihm passieren können.
Zum Glück hatte er mit Albus, Rose und Scorpius Freunde gefunden die es ehrlich mit ihm meinten und, wie auch er selbst, beide Beine auf dem Boden hatten.
Es wäre einfach nicht fair Mandy jetzt zappeln zu lassen nur weil sie Pech gehabt hatte.
Daher sagte er:
„Fände auch ich cool. Dieser Streit war einfach nur ätzend. Beenden wir das jetzt.“
„Danke.“ meinte Mandy und wirkte sehr erleichtert. „War eine Bedingung von Sue, dass ich mich bei dir entschuldige. Nicht, dass ich das nicht auch so gewollt hätte....“
„Schon ok.“ meinte Danny. „Morgen treffen sich übrigens wieder die Vertrauensschüler. Bist du dabei?“
„Bin ich!“ versicherte Mandy.
Sie wollte sich gerade umdrehen und zu Susan zurückkehren als ihr noch etwas einfiel.
„Übrigens....“ sagte sie. „Euer Freund Scorpius sucht euch. Wir sind auf ihn getroffen, als wir dich suchten Danny.“
„Echt?“ fragte Danny. „Hat er gesagt worum es geht?“
Mandy schüttelte den Kopf.
„Er schien nur irgendwie nicht ganz gerade auf dem Besen zu sitzen.“ erklärte sie. „Richtig aufgewühlt war er. Er hat gemeint, wenn wir dich finden sollen wir dir sage, dass er euch gerne sprechen würde. Üblicher Ort. Mehr war nicht aus ihm raus zu kriegen.“
Rose und Danny blickten sich an als Mandy sich entfernte.
„Üblicher Ort“ konnte im Grunde nur bedeuten „Raum der Wünsche“.
„Was glaubst du ist Scorpius über die Leber gelaufen?“ fragte Rose.
„Keine Ahnung.“ gestand Danny. „Wir sollten nach ihm sehen.“
Rose nickte und schob ihre Bücher wieder in ihre Umhängetasche.
„Lernen verschoben!“ verkündete sie und ließ sich von Danny aufhelfen.
Wenig später betraten die beiden den Raum der Wünsche.
Sofort kam Scorpius auf die Beiden zu.
„Gut das ihr da seid!“ meinte er.
Danny konnte sehen, dass Mandy recht gehabt hatte. Scorpius wirkte sehr aufgebracht.
„Mandy und Susan haben uns bescheid gesagt.“ erklärte Rose. „Kommt Al auch?“
„Ihn will ich nicht stören.“ wehrte Scorpius ab. „Er hat ja bald sein erstes Spiel mit seinem Quidditch-Team.“
„Stimmt.“ bestätigte Danny. „Hufflepuff gegen Ravenclaw.“
„Wir spielen auch bald zum ersten Mal.“ brummte Scorpius wirkte aber irgendwie abwesend. „Am Elterntag gegen die Gryffindors.“
„Lilys erster Auftritt als Sucherin und dann gleich gegen ihren großen Bruder.“ schmunzelte Rose.
„Verspricht ein titanisches Duell zu werden.“ grinste Danny. „Aber jetzt erst mal zu dir Scorps. Ist ja ok, dass du Al nicht stören willst aber was ist denn nun los?“
Mit einem düsteren Ausdruck auf dem Gesicht lehnte sich Scorpius an den Arbeitstisch seiner Brauküche.
„Ich hab es von Isis erfahren.“ erklärte er. „Und die hat es von ihrer Schwester Cleo. Die hat nämlich rausgefunden wer ihrer Mutter den Job in der Bibliothek besorgt hat.“
„Ok...“meinte Rose. „Und wer steckt dahinter?“
Scorpius atmete tief durch.
„Mein Großvater Lucius.“
Nun machten Danny und Rose große Augen.
„Da ist was im Busch!“ war sich Scorpius sicher. „Cleo hat ihrer Schwester so einiges geschrieben. Offenbar beschafft ihre Mutter Informationen für meinen Großvater. Infos aus der Bibliothek. Sie haben sich heimlich in der Nocturn Gasse getroffen. Und da ist noch was....“
„Spann uns nicht auf die Folter.“ sagte Rose. „Was den noch.“
„Danny, du hast uns doch erzählt, dass deine Verwandten aus Amerika in einer Herberge abgestiegen sind die einem Kobold gehörte, oder?“
„Jau.“ meinte Danny. „Der hat ja auch versucht sie zu entführen und ist dann verhaftet worden.“
„Stimmt.“ meinte Scorpius bitter. „Und mein Opa hat seine alte Herberge gekauft und lebt jetzt da.“
„Lucius Malfoy betreibt ein Hotel?“ Rose konnte es nicht fassen.
„Das hab ich nicht gesagt.“ verbesserte Scorpius. „Er hat nur das Gebäude gekauft und lebt jetzt da.“
„Moment mal...“ unterbrach Danny. „Du hast uns doch erzählt, dass er deinen Vater um Geld angehauen hat! Und jetzt kauft er ein ganzes Haus?“
„Ich sage ja!“ meinte Scorpius. „Da ist was im Busch!“
„Wäre so schön mal ein ruhiges Schuljahr zu haben.“ seufzte Rose. „Aber ich denke du hast recht Scorps.“
„Die Probleme laufen uns nach.“ brummte Danny. „Aber wenn wir uns nicht darum kümmern überrollen sie uns. Ich denke wir sollten uns dafür interessieren.
Das war es wieder für heute.
Hoffe es hat euch gefallen und ich wünsche einen guten Start in die neue Woche.
Bis bald.