Alte Geister Teil 1
Alte Geister Teil 1
Hallo aus Warstein.
Wieder komme ich zum Schreiben und wieder gibt es eine neues Kap.
Etwas kürzer aber manche Momente stehen auch am Besten für sich.
Viel Spaß!
Nachdenklich rührte Narzissa Malfoy in ihrer Teetasse. Sie saß an einem der Tische vor der Teestube von Angus McDougel.
Einer der besseren Adressen in der Winkelgasse.
Narzissa verachtete die einfacheren Anlaufpunkte wie den Eissalon nicht. Als ihr Sohn Draco noch jünger war hatte sie ihn dort regelmäßig etwas verwöhnt und auch mit ihrem Enkel war sie oft dort aber wenn sie die Wahl hatte zog sie die ruhigere Atmosphäre des Teehauses vor. Es hatte einfach eine gewisse Klasse.
Narzissa wartete auf ihre Schwester Andromeda.
Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie an Dromy dachte.
Narzissa konnte und wollte es nicht abstreiten. Sie genoss es, dass sie wieder mit ihrer Schwester sprach.
Sie hatten sich oft getroffen seid sie sich vor fast einem Jahr wieder versöhnt hatten. Damals, bei der Hochzeit von Dromys Enkel.
Er war ein netter Junge und seine Braut war wirklich außergewöhnlich hübsch gewesen. Dazu nicht auf den Kopf gefallen.
Doch, wieder lächelte Narzissa, eine gute Partie.
Sie musste leise lachen.
Es hatte eine Zeit gegeben, da hätte sie über eine Tochter der Familie Weasley nicht so gedacht.
Aber die Zeiten änderten sich und es war unbestreitbar: Die Weasleys hatten etwas aus sich gemacht.
Die Zeiten in denen diese Familie auf Umhänge aus zweiter Hand zurückgreifen musste waren vorbei und man fand ihre Namen nun in sehr einflussreichen Positionen.
Der Aufstieg der Familie hatte nach dem Fall des dunklen Lords begonnen.
Ihre Enge Freundschaft zu Harry Potter war ein Faktor gewesen aber, dass musste Narzissa anerkennen, bei weitem nicht der einzige.
Nein, die Weasleys hatten sich ihren Aufstieg verdient.
Da waren die geschäftlichen Erfolge durch diesen Scherzartikel-Laden der inzwischen eine internationale Kette war, dann der Durchbruch von Arthur Weasley mit seiner Einführung des Mag-Web und auch die sportlichen Erfolge der heutigen Mrs Potter.
Es war nicht zu leugnen: Die Weasleys waren erfolgreich und von Feindseelichkeiten war kein Gewinn zu erwarten.
Vor diesem Hintergrund konnte man die Freundschaft zwischen Scorpius und dieser Rose Wesley nur begrüßen.
Narzissa wusste, dass ihr Enkel es nicht darauf angelegt hatte aber Scorpius hatte seinen Teil dazu beigetragen, dass der Name Malfoy wieder Achtung in der magischen Gesellschaft genoss.
Narzissa lächelte warm.
Ja, ihr Enkel machte ihr viel Freude.
Nicht nur hatte er sehr gute Noten auf der Schule sondern er hatte auch einen sehr guten Geschmack wenn es um seine Freunde ging.
Natürlich war Narzissa, wie auch ihr Sohn und ihre Schwiegertochter, entsetzt gewesen über die haarsträubenden Abenteuer die Scorpius mit seinen Freunden erlebt hatte! Vor die Wahl gestellt hätte sich Narzissa ohne zu zögern dafür entschieden, ihren Enkel nicht in Gefahr zu bringen!
Zum Glück war den Kindern nichts geschehen!
Ganz besonders die Angelegenheit im letzten Jahr!
Es war jedoch nicht zu leugnen, dass Scorpius Beteiligung am Kampf gegen den Sohn des dunklen Lords ein ganz neues Licht auf die Malfoys geworfen hatte.
Es waren Dankschreiben für Scorpius im Herrenhaus eingegangen und Narzissa selbst hatte festgestellt, dass man ihrer Familie mit mehr Vertrauen und Respeckt begegnete.
In Merlins Namen, ihr Sohn und seine Frau waren unter den Ehrengästen bei der Einführung der neuen Ministerin gewesen!
Ein Schatten fiel über Narzissa Gesicht als sie an Herminge Granger dachte. Während Dracos Schulzeit war der Name dieses Mädchens ihr nicht unbekannt gewesen.
Für Lucius war sie ein rotes Tuch gewesen.
Wie hatte er sie mehr als einmal genannt?
Eine aufmüpfige Schlammblüterin.
Narzissas Mann hatte es als Schande empfunden, dass so jemand besser im Unterricht abschnitt als sein Sohn.
Es schmerzte Narzissa aber damals hatte sie Lucius recht gegeben.
Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und blickte zum Himmel auf.
Heute dachte sie anders. Hermine Granger war eine kluge und mächtige Hexe und Narzissa war selbst überrascht davon aber sie begrüßte ihre Berufung zur Ministerin. Die junge Mrs Granger war einfach kompetent!
Narzisa erinnerte sich das ihr Mann Lucius eine hohe Meinung von Cornelius Fudge gehabt hatte.
Allerdings weniger ob dessen Fähigkeiten als Minister.
Nein, Lucius hatte ihn als „bequem“ empfunden. Leicht zu beeinflussen und mit einer kleinen Spende hier und da hatte man alles von ihm bekommen können.
Mrs Granger und ihr Amtsvorgänger waren da anders. Unbestechlich und kompetent.
Narzissa konnte es nicht leugnen. Es hatte der magischen Gemeinschaft gut getan so jemandem am Steuer zu haben.
Draco hatte es wohl auf Mrs Grangers Muggelstämmigkeit geschoben, dass sie nicht an der Amtseinführung teilnehmen wollte.
Aber das war nicht der Grund gewesen.
Narzissa atmete tief durch.
Ihre Ablehnung von Muggelstämmigkeit war nie tief verwurzelt gewesen. Sie war mit dieser Einstellung aufgewachsen. Ihre Eltern hatte das von ihren Töchtern verlangt und Narzissa hatte schnell gelernt, dass man ganz besonders mit ihrem Vater nicht diskutieren konnte.
Für sie war es ein Spiel gewesen. Selbst zu einer Elite zu gehören und auf andere herabzusehen. Das hatte Spaß gemacht.
Dromy war klüger gewesen. Sie hatte das Spiel mitgespielt aber es nie genossen.
Aber da war noch Bella gewesen.
Für sie war es kein Spiel gewesen sondern blutiger Ernst. Das Reine Blut und dessen Überlegenheit war ihr ganzes Leben.
Narzissa schloss die Augen.
Erinnerungen stiegen in ihr auf die sie normalerweise sicher unter Verschluss hielt.
Wann immer sie an Hermine Granger dachte erinnerte sie sich wie man das Mädchen zusammen mit ihren Freunden nach Malfoy Manor gebracht hatte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Narzissa bereits nur noch ein Ziel verfolgt: Sie wollte ihre Familie schützen!
Das war alles was für sie zählte.
Ganz besonders Draco! Ihr Sohn!
Sie wollte in schützen.
Sie hatte längst begriffen, dass es kein Spiel mehr war.
Es ging nicht mehr darum sich selbst als Elite zu fühlen und die Muggelstämmigen etwas zu Piesacken.
Es ging um Leben und Tod und niemand war sicher.
Sie wollte den Wahnsinn von ihrem Heim fern halten doch der dunkle Lord hatte das nicht zugelassen. Er hatte sich bei ihnen einquartiert, seine Geiseln und Gefangenen auf Malfoy Manor festgehalten und sie gefoltert.
Er hatte Narzissa und ihre Familie gezwungen an seinen „Ratssitzungen“ teilzunehmen.
Nicht etwa weil er Lucius schätzte.
Nein, es war eine einzige Demütigung gewesen.
Ganz besonders furchtbar war es für Narzissa gewesen, das auch Draco teilnehmen musste.
Gnädiger Merlin! Voldemort hatte eine Hogwarts-Lehrerin vor den Augen ihres Jungen getötet und an diese schreckliche Schlange verfüttert!
Und dann war da Bella gewesen.
Wie immer wenn Narzissa an ihre Schwester dachte spürte sie die Narbe die Bellatrix ihr am Arm zugefügt hatte um so deutlicher.
Als Hermine Granger zu ihnen gebracht wurde war Bella geradezu entzückt gewesen.
Sicher, sie hatte Angst gehabt wegen des Schwertes das Harry Potters Gruppe bei sich hatte. Narzissa hatte das nie ganz verstanden aber vor allem war Bella begeistert gewesen, dass sie ein Schlammblut hatte, das sie quälen.
Sie war über das Mädchen hergefallen und hatte sie gefoltert. Ein Mädchen, welches genau so alt war wie Draco! Narzissa konnte die Schreie von damals einfach nicht vergessen! So sehr sie es auch versuchte!
Wenn sie heute zurückdachte war es für Narzissa klar: An diesem Tag hatte sie beschlossen das Siel nicht mehr mit zu spielen. Alles war für sie zählte war ihre Familie.
In diesem Moment legte Jemand die Hand auf Narzissas Schulter.
Narzissa blickte in das warm lächelnde Gesicht ihrer Schwester Andromeda.
„Du bist ja ganz weit weg Zissy.“ meinte diese als sie sich ebenfalls an den Tisch setzte.
„Nur ein paar schlechte Erinnerungen Dromy.“ meinte sie seufzend. „Danke das du gekommen bist.“
„Sicher doch.“ lächelte Andromeda. „Deine Eule klang sehr ernst. Ist etwas passiert?“
„Nichts gefährliches.“ beschwichtigte Narzissa. „Aber etwas das alte Geister geweckt hat. Deshalb brauche ich etwas Rückendeckung Dromy.“
Sie lächelte.
„Du hast es also geschafft deinen Kollegen Gravenstein zu überzeugen, dass er heute deine Klassen übernimmt?“
Andromeda legte den Kopf in den Nacken und lachte.
„Ja, Antonius war so nett.“ bestätigte sie.
„Antonius ist schon sehr nett oder?“ fragte Narzissa mit hintergründigem Lächeln.
„Zissy....“ lachte Andromeda.
„Was denn?“ fragte die Jüngere der Beiden.
„Versuchst du tatsächlich mich auf meine alten Tage noch zu verkuppeln?“ fragte Andromeda.
„Ach Dromy.“ meinte Narzissa. „Wir sind Hexen. Wir haben noch ein paar gute Jahre vor uns und sollten sie nicht allein verbringen.“
Narzissa langte über den Tisch und ergriff die Hand ihrer Schwester.
„Seid wir uns wieder versöhnt haben hast du mir viel von Ted erzählt. Ich weiß wie viel er dir bedeutet hat. Aber ich denke nicht, dass er sich für dich einen einsamen Lebensabend gewünscht hätte.“
„Nein,“ meinte Andromeda lächelnd. „Das hätte er sich sicher nicht gewünscht und meinem Enkel muss ich ja etwas Freiraum geben. Er hat jetzt eine Frau und wie heißt es so schön: Zweisamkeit liebt Einsamkeit.“
„Ganz besonders wenn du auf Urenkel hoffst.“ schmunzelte Narzissa,
Beide mussten lachen.
„Das stimmt Zissy und du hast recht.“ räumte Andromeda ein. „Wie gehören beide noch nicht zum alten Eisen. Als Hexen werden wir ja älter als die Muggel. Aber wir sind auch keine hormongeplagten Teenager mehr. Ich finden Antonius sehr sympathisch. Doch ich lasse es langsam angehen.“
Narzissa zwinkerte ihrer Schwester verschwörerisch zu. Überstürzen musste man wirklich nichts.
„So,...“ meinte Andromeda. „Nun aber zu dir Zissy. Was gibt es?“
Narzissa atmete tief durch. Der angenehme Teil der Unterhaltung war vorbei.
„Es geht um Lucius....“ hob sie an und fasste für ihre Schwester zusammen was sie von Mrs Potter erfahren hatte.
Schweigend hörte Andromeda zu.
Als Narztissa geendet hatte schwieg die Ältere der beiden Schwestern eine Weile, dann sagte sie:
„Das gefällt mir nicht Zissy. Hogwarts hat in den letzten Jahren viel durchgemacht. Barmherziger Merlin, ein Schüler wurde getötet! Hast du irgendeine Vorstellung was Lucius will?“
„Leider nicht Dromy.“ räumte Narzissa ein. „Aber das soll sich ändern. Er hat ja in der angrenzenden Nocturngasse dieses Haus gekauft und lebt dort. Ich bin heute hier um mit ihm zu reden aber.....“
Narzissa brach ab aber ihre Schwester verstand.
„Du wünschst dir etwas Rückendeckung?“
Narzissa nickte.
„Es ist nicht leicht für mich Dromy. Ich weiß er hat Fehler gemacht aber was Ted für dich war, war Lucius für mich. Es.....Es ist nicht leicht. Hilfst du mir?“
Andromeda musste nicht lange überlegen sondern nickte schlicht.
So, hier geht es (hoffentlich) nächste Woche weiter.
Ich hoffe es hat euch gefallen.
Eine gute neue Woche wünsche ich und bis bald.