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Alte Geister Teil 2

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Alte Geister Teil 2

Weiter geht’s.

Einen tag früher aber morgen ruft wieder die Pflicht.

Ich denke mal, das ist kein Problem für euch.

Viel Spaß!

„Zissy....“ hob Andromeda nach einigen Augenblicken wieder an. „Ich stehe dir zur Seite. Da müssen wir gar nicht drüber reden aber dir ist klar, dass Lucius nicht gut auf mich reagieren wird, oder?“

Narzissa atmete tief durch. Dieser Umstand war ihr bewusst. Lucius hatte ihr seid ihrer Schulzeit den Hof gemacht.

Andromeda war selbstverständlich auch Schülerin auf Hogwarts gewesen und sie und Lucius hatten sich nie besonders gut verstanden.

Andromeda war zwar auch im Haus Slytherin gewesen aber sie war immer etwas aus der Rolle gefallen.

Im Grunde, dass wurde Narzissa in diesem Moment klar, war ihre Schwester wie ihr Enkel Scorpius. Sie hatte Freunde, nicht nur unter den Slytherins, sondern in allen Häusern gehabt. So hatte sie schließlich Ted Tonks kennengelernt. Ihren späteren Mann.

Lucius hatte das Narzissa gegenüber immer als illoyal bezeichnet. Er war damals der Vertrauensschüler der Slytherins gewesen und hatte stets gepredigt, dass man die Reihen geschlossen halten müsste. Slytherins seihen die Elite von Hogwarts! Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Man machte sich nicht mit dem Pöbel gemein!

In seinen Augen war es genau das, was Andromeda tat. Sie war ihm ein Dorn im Auge gewesen.

Er hatte an ihre Eltern geschrieben und das ehrenwerte Haus der Blacks hatte mit einem Heuler geantwortet der sich gewaschen hatte.

Noch gut erinnerte sich Narzissa.

Ein Hauself hatte Andromeda den roten Umschlag überbracht.

Ihre Eltern hatten darauf bestanden, dass der Brief umgehend zugestellt wurde. Nicht erst beim Frühstück mit der normalen Post.

Narzissa erinnerte sich an Lucius selbstzufriedenes Gesicht. Er war sich sicher, dass die aufmüpfige  Black-Schwester nun zurechtgewiesen werden würde.

Zur allgemeinen Überraschung hatte Andromeda den Heuler im Gemeinschaftsraum der Slytherins geöffnet.

Wie hungrige Raubvögel waren die Stimmen ihrer Eltern über Narzissas Schwester hergefallen und hatten fast eine halbe Stunde gewütet.

Zur allgemeinen Überraschung war Andromeda die Ruhe selbst geblieben. Mit einem schiefen Grinsen auf dem Gesicht hatte sie die Tirade über sich ergehen lassen und als der Heuler schließlich geendet hatte war ihr Blick zu Lucius geglitten und sie hatte ihn einfach nur ausgelacht.

Kochend vor Wut hatte Lucius mit angesehen wie Andromeda ihre Tasche aufhob und den Gemeinschaftsraum verließ um sich mit ihren Freunden zu treffen.

Das war eine bittere Niederlage für Lucius gewesen.

Von diesem Zeitpunkt an hatte er sich darauf beschränkt stets zu betonen, dass Andromedas Umhang so dreckig sei. Sie sei eine Schlamm-Schlange. Wie könnte der Umhang auch sauber bleiben wenn man sich mit so viel Dreck umgab.

Andromeda hatte das würdevoll ignoriert.

„Er wird sicher nicht gut auf dich regieren Drommy.“ meinte Narzissa. „Aber das ist mir egal. Wir haben uns nach all den Jahren wieder versöhnt und damit wird Lucius leben müssen. Außerdem.....“

Narzissa seufzte erneut.

„Außerdem rechne ich ja nicht damit, dass Lucius und ich uns in die Arme fallen und uns versöhnen werden. Wir haben uns vor langer Zeit getrennt.“

„Aber er ist dir immer noch wichtig.“ stellte Andromeda fest.

Narzissa wusste, dass es keinen Sinn hatte zu lügen daher nickte sie schlicht.

Einen Augenblick schwiegen die Schwestern, dann fragte Andromeda:

„Wollen wir?“

Narzissa nahm den letzten Schluck von ihrem Tee, dann nickte sie.

Es brachte nichts die Sache noch weiter vor sich her zu schieben.

Wenig später schritten die beiden Hexen durch die Nocturn Gasse.

„Wirklich nicht die beste Nachbarschaft.“ stellte Andromeda fest als sie an zwei abgerissen aussehenden Hexen vorbei schritten die über einen Teller gebeugt waren auf dem etwas lag das an abgeschnittene Zehennägel erinnerte.

„Ganz sicher nicht.“ stimmte Narzissa ihrer Schwester zu. „Ich habe es immer vermieden Lucius zu begleiten wenn er seine Einkäufe hier machte. Hälst du mich jetzt für hochnäsig?“

„Ich würde sagen, dass du deine fünf Sinne besammen hast Zissy.“ brummte Andromeda. Ihr Blick war auf einen Kanaldeckel gerichtet. Eine Art Tentakel schlängelte sich gerade daraus hervor und fischte sich einen angebissenen Apfel aus einer überquellenden Mülltonne.

„Da wären wir wohl.“ meinte Narzissa.

Ihr blick wanderte über einen wenig einladend wirkenden Bau aus grauen Ziegeln. Verrostete Regenrinnen reckten sich an der Wand empor. Die zahlreichen Fenster waren mit Brettern vernagelt und neben der Treppe die zur Haustür hinauf führte waren einige Schilder gestapelt die wohl früher einmal an der Wand des Gebäudes befestigt gewesen waren. In Englisch und Koboldogak wiesen sie das Gebäude als Hotel aus. Ganz offensichtlich hatte man sie herunter gerissen und achtlos neben die Tür geworfen.

Noch einmal blickten die beiden Schwestern sich an, dann trat Narzissa auf die Haustür zu und klopfte an.

Es dauerte einen Moment, dann waren hinter der Tür Schritte zu hören. Schließlich erklang eine Stimme die Narzissa nur zu bekannt war:

„Dies ist nicht länger ein Hotel. Wer immer sie sind, sie werden sich anderswo ein Zimmer suchen müssen.“

„Ich suche kein Zimmer Lucius. Ich bin wegen dir hier.“ antwortete Narzissa.

Ein Augenblick der Stille folgte, dann wurde ein Schlüssel im Schloss herumgedreht und die Tür einen Spalt geöffnet.

Etwas in Narzissas Brust krampfte sich zusammen als Lucius Gesicht im Türspalt auftauchte.

„Narzissa.“ sagte er fast flüsternd.

Jemand der ihn nicht kannte hätte es überhört aber da war eine Zärtlichkeit in seiner Stimme. Eine Erinnerung an frühere Zeiten.

Lucius Blick wanderte zu Narzissas Begleitung.

„Andromeda.“

Diesmal zuckte Narzissa beim Klang von Lucius Stimme fast zusammen.

Kalt musterte Lucius Andromeda.

Sein Blick richtete sich wieder auf Narzissa.

„Du hast wieder Kontakt mit ihr?“

Es war weniger ein Frage sondern mehr eine Feststellung.

„Das habe ich.“ erklärte Narzissa. „Die Zeiten haben sich geändert Lucius.“

„Offensichtlich.“ knurrte Lucius. „Was kann ich für dich tun Narzissa?“

„Ich muss mit dir reden Lucius.“ sagte Narzissa entschieden.

Kurz schien ihr Ex-Mann nachzudenken, dann öffnete er die Tür.

„Ich habe nicht viel Zeit.“ erklärte er als er Narzissa eintreten ließ. Andromeda musterte er missbilligend als sie an ihm vorbeitrat.

„Keine Sorge. „meinte sie. „Meine Schuhe und mein Umhang sind sauber.“

„Ach wirklich?“ fragte Lucius mit einem  spöttischen Unterton in der Stimme.

Wenig später standen sie in der ehemaligen Empfangshalle des Hotels. Man konnte noch erkennen wo der Empfang gewesen war. Lucius lehnte sich an den ehemaligen Empfangstresen.

„Nun,“ fragt er. „Wie stehen die Dinge auf dem Bauernhof?“

Narzissa verzog leicht den Mund.

„Bauernhof“....so nannte Lucius stets die Einhornzucht die Draco aufgebaut hatte.

Es macht  Narzissa wütend.

„Draco hat einen der angesehensten Betriebe Europas aufgebaut.“ erklärte sie. „ Das hat uns wertvolle Kontakte eingebracht und dem Namen der Familie neues Ansehen gegeben. Unser Enkel hat auch seinen Beitrag dazu geleistet. Erst im letzten Jahr....“

„Ich habe davon gehört.“ unterbrach Lucius. „Nun, ich will nicht abstreiten, dass Dracos Sohn sich um die magische Gemeinschaft verdient gemacht hat.“

Er atmete tief durch.

Narzissa studierte das Gesicht ihres Mannes. Noch gut erinnerte sie sich wie gebrochen Lucius gewesen war nachdem er die Gunst Voldemorts verloren hatte. Der dunkle Lord hatte die Malfoys gequält. Anders konnte man das nicht beschreiben.

„Du weißt, ich habe gewisse Überzeugungen.“ ließ Lucius sich wieder vernehmen. „Aber hier hat unser Enkel uns wohl tatsächlich einen Dienst erwiesen. Was ER wollte war schlicht Wahnsinn. Ich wollte einen Dominanz des reinen Blutes. Ich wollte für jene, die sich Reinheit und Treue zu Prinzipien bewahrt haben, die Führungsrolle. ER wollte Massenmord.“

„Nun....“ hob Narzissa an. „Scorpius Verhalten und Dracos Erfolg haben der Familie wieder zu Ansehen verholfen. Erst kürzlich waren Draco und Astoria Ehrengäste bei der Amtseinführung der neuen Ministerin....“

„Ha!“es war ein spöttischer Laut den Lucius ausstieß. „Die neue Ministerin! Dieses  aufmüpfige Schlammblut! Wenn Draco noch etwas Würde und Stolz übrig hätte, dann hätte er sich an meinem Vater Abraxas ein Beispiel genommen. Damals sind die Reinblütigen aus Protest zurückgetreten als sie den muggelstämmigen Nobby Leach zum Minister ernannt haben und mein Vater hat ihn dann schließlich aus dem Amt „entfernt“. Und mein Sohn biedert sich nun bei dieser Granger an. Es ist....“

„Klug von ihm!“ unterbrach Narzissa. „Die Zeiten haben sich geändert Lucius. Aber ich bin nicht hier um über Reinblut-Fragen zu streiten.“

„Warum bist du dann hier?“ fragte Lucius.

„Du hast Pansy Parkinson zu einem Posten an der Hogwarts-Schule verholfen.“ legte Narzissa fest.

Lucius zuckte leicht zusammen.

„Woher....?“

„Kontakte.“ erklärte Narzissa schlicht. „Ich möchte wissen warum?“

Lucius atmete tief durch.

„Meine Liebe...“ antwortete er kalt. „Das geht dich nichts an!“

„Vielleicht nicht!“ mischte sich Andromeda nun ein. „Zissy fragt dich als deine Frau. Ich frage dich als Hauslehrerin von Slytherin und als Professorin der Hogwarts-Schule. Du hast von der Angelegenheit im letzten Jahr gehört. Hogwarts hat stürmische Zeiten hinter sich und leider ist sogar ein Schüler gestorben! Ich kann dir versichern Lucius: Direktorin McGonagall wird sich sehr für die Umstände interessieren unter denen Mrs Parkinson ihre Stellung bekommen hat und es wird sie interessieren, dass sie offenbar Informationen für dich beschafft.“

„Es handelte sich lediglich um einige Informationen im Bezug auf Zaubertränke. Nichts gefährliches.“ erklärte Lucius überraschend defensiv. „Ich habe nur einer alten Freundin der Familie geholfen.“

Andromeda schnaubte spöttisch und auch Narzissa fand, dass das eine dünne Ausrede war.

Gerade als sie Lucius weiter unter druck setzen wollten erschien eine kleine gestallt auf der Treppe die in die oberen Stockwerke führte.

Narzissa erkannte ein kleines Mädchen mit dunklen, langen Haaren. Sie hatte asiatische Züge und wirkte abgemagert und krank. Ein dicker Bluterguss zog sich über ihr Gesicht und sie hatte eine hässliche Schnittwunde an der linken Wange. Darüber hinaus humpelte das Mädchen.

Überrascht blickte das Kind durch die Eingangshalle. Ganz offensichtlich hatte sie nicht mit der Anwesenheit der beiden erwachsenen Hexen gerechnet.

Ihre Augen weiteten sich vor Schreck.

„Geh auf dein Zimmer!“ bellte Lucius noch bevor jemand etwas sagen konnte.

Er klang mehr ängstlich als wütend.

Das Mädchen gehorchte augenblicklich. Sie drehte sich um und stürmte die Treppe so schnell wieder herauf wie sie nur konnte.

Aus Lucius war nun nichts mehr heraus zu bekommen. Er bestand darauf, dass Narzissa und ihre Schwester sofort sein Haus verlassen sollten und Augenblicke später standen die beiden vor dem Gebäude in der Nocturn-Gasse.

„Was war das denn?“ fragte Andromeda.

Noch immer war sie fassungslos über die Entschlossenheit mit der Lucius sie auf die Straße gesetzt hatte.

„Wer war dieses Mädchen?“ wunderte sich Narzissa.

„Sie schien verletzt zu sein.“ murmelte Andromeda. „Du denkst doch nicht, dass Lucius.....“

„Nein Drommy!“ meinte Narzissa entschieden. Sie konnte ihrer Schwester den Verdacht nicht übel nehmen, war sich aber sicher, dass er unbegründet war. „Ich kenne Lucius. Er hat eine dunkle Seite aber ein Kind schlagen...? Nein! Gut, es gab den Kampf gegen Harry Potter und seine Freunde. Damals im Ministerium aber das war Krieg und sie waren allesamt Teenager. Die Kleine war doch höchstens 10 Jahre alt. Er würde nicht.....“

„Ich vertraue da deinem Gefühl Zissy.“ lenkte Andromeda ein. „Aber es bleibt die Frage: Wer war die Kleine?“

Das ist wohl die interessante Frage, oder?

Früher oder später wird es eine Antwort geben aber jetzt wünsch ich erst mal ein schönes Wochenende.