Puzzelteile
Puzzelteile
Weiter geht’s.
Einen Tag früher aber morgen muss ich wieder arbeiten.
Ich denke mal das ist kein Problem, oder?
Heute erfährt man mehr über Lucius Malfoys Geheimnis.
Viel Spaß!
Danny blickte aus dem Fenster des alten, ungenutzten Klassenzimmers.
Im letzten Jahr war dies die Redaktion der „Cup News“ gewesen und heute war es ein guter Treffpunkt.
Seid sie beschlossen hatten Pansy Parkinson etwas im Auge zu behalten trafen sich hier alle die bei dieser Aktion mit auf dem Besen saßen.
Neben Rose, Al, Scorpius und Lily waren da natürlich Dannys Cousinen, Alex und Kara, Jenna Vega war ebenfalls mit an Bord genau wie James Potter. Ebenfalls mit dabei waren FJ Weasley und seine Schwester Roxane.
Da etwa die Hälfte der Gruppe den Raum der Wünsche nicht kannte wurde ein neutraler Treffpunkt gebraucht und die alte Redaktion der „Cup News“ war perfekt geeignet.
Gerade betrat James den Raum.
„Na dann sind wir ja bald komplett! Freute sich Rose.
„Bin nicht sicher ob Lily uns die Ehre gibt.“ meinte FJ. „Nachdem Jimmy sie am Elterntag im Quidditch geschlagen hat.“
Danny erinnerte sich. Der Elterntag war friedlich zu ende gegangen. Die Krönung war das Quidditch-Spiel zwischen Gryffindor und Slytherin gewesen.
Ein Erlebnis, besonders für das Ehepaar Dursley die den Zauberersport bisher nur durch die Briefe ihrer Tochter kannten.
Die beiden Häuser hatten sich ein episches Spiel geliefert. Eine der besten Partien die Danny je verfolgt hatte.
Das Spiel hatte über zwei Stunden gedauert und war schließlich durch einen Schnatzfang von James Potter beendet worden.
Es war knapp gewesen. Der Sieger hätte genau so gut Slytherin gewesen sein können.
Danny hatte durch seine Rolle als Ansager inzwischen genug Quidditch-Spiele gesehen um sagen zu können, dass Slytherin oder Gryffindor wohl Favoriten für den Pokal dieses Jahr waren.
Danny hatte das gegenüber Al nicht erwähnt. Sein Kumpel hatte selbst ein gutes Team für Hufflepuff zusammengestellt aber Danny musste einfach sagen: Gryffindor und Slytherin hatten die bessere Partie gespielt.
Reavenclaw sah Danny an letzter Stelle. Die Mannschaft der Adler war zu jung und musste sich erst finden.
„Bin auch nicht sicher ob mein Schwesterchen....“ hob James an doch er ließ den Satz unvollendet.
Lily schob sich gerade durch die Tür.
Etwas unsicher blickte James seine Schwester an.
Lily grinste schließlich.
„Keine Sorge James. Ich werde dir keinen Fluch aufhalsen.“
„Na da bin ich ja erleichtert.“ meinte der Älteste der Potters.
Es sollte ein Witz sein aber Danny entging nicht, dass James wohl wirklich erleichtert war.
„Ich hatte den Eindruck, dass du mir aus dem Weg gehst Lily.“ fügte er hinzu.
„Das ist doch nur so ein Schlangen-Ding.“ meinte die jüngste der Potters.
„Stimmt.“ bestätigte Scorpius. „Slytherin und Gryffindor.....da hat Konkurrenz eben Tradition. Wenn wir verlieren ist eben für ein paar Tage Sendepause mit den Löwen.“
„Und das Haus erwartet, dass alle da mitziehen.“ erklärte Lily. „Aber keine Sorge James. Ich bin dir nicht böse. Du warst einfach gut.“
„Du aber auch.“ meinte James erleichtert. „Diese Rolle die du um den Klatscher geflogen bist. Mum war richtig stolz auf dich.“
„Weiß ich.“ grinste Lily und lief leicht rot an.
„Freut mich auf jeden Fall, dass ihr euch nicht wirklich streitet.“ sagte Al.
„Du meinst so wie wir als du in der Zweiten warst Bruderherz.“ brummte James verlegen. „Nee, das will ich echt nicht normal. Wenn ich zurückdenke wie ich mich da benommen habe. Das war einfach Scheiße.“
„Das liegt hinter uns.“ versicherte Albus.
„Ich finde auch das du dich nicht schämen musst Lily.“ warf Jenna Vega in die Runde. „Als neutrale Beobachterin kann ich es mir wohl leisten zu sagen: Das Spiel hätte so oder so ausgehen können. Besonders eure letzte Jagd nach dem Schnatz....Das war ne echte Zitterpartie!“
„Stimmt.“ meinte James. „Für eine Sekunde dachte ich du hättest den Schnatz sicher Lily.“
„Dachte ich auch.“ räumte Lily etwas unsicher ein. „Ich will jetzt echt nicht so klingen als ob ich Ausreden erfinde aber....als wir in die Ostkurve gegangen sind und ich versucht hab den Schnatz zu greifen.....Naja.....Plötzlich hat die Sonne sich im Gold des Schnatz gespiegelt und das hat mich geblendet.“
Lily hob abwehrend die Arme.
„Ich weiß, ich weiß! Klingt wie die totale Ausrede! Die Sonne hat mich geblendet.“
„Ganz und gar nicht.“ unterbrach James. „Das ist eine bekannte Gefahr für Sucher. Man nennt das „Flashen“. 1859 hat es mal eine Initiative gegeben die Farbe des Schnatz zu ändern damit niemand mehr geblendet wird wenn der Schnatz plötzlich das Sonnenlicht einfängt.“
„Genau!“ meinte Albus. „Dass war nach dem Länderspiel USA gegen Spanien. Die Amerikaner haben das angestoßen weil sie verloren haben weil ihr Sucher „geflasht“ worden ist.“
„Wir Amerikaner verlieren nicht gern.“ räumte Alex zerknirscht ein. „Ist manchmal ein Problem.“
„In jedem Fall ist die Initiative gescheitert.“ erklärte James. „Die Internationale Quidditch-Liga hat argumentiert, dass das Risiko des „Flashens“ eben ein Risiko ist dem der Sucher ausgesetzt ist. Ein Tipp Lily: Gewöhn dir an immer zu wissen wo die Sonne gerade steht. Mit der Zeit hast du dann raus wann die Gefahr besteht das du „geflasht“ wirst.“
„Danke für den Tipp Bruderherz.“ grinste Lily. „Und nun mach dir keine Sorgen. Du hast verdient gewonnen und nach der Trauerphase der Schlangen ist alles wieder im Lot.“
„Wunderbar.“ freute sich nun Rose. „Aber jetzt lass doch mal hören Danny. Was ist eigentlich los? Du und Al habt es ja richtig spannend gemacht.“
Al und Danny nickten sich kurz zu, dann begannen sie zu berichten. Sie erzählten denen, die es noch nicht wussten von dem Einbruch bei Hagrid, den gestohlen Eierschalen des Hippogreif und schließlich steuerte Danny bei was er von Mr Potter aufgeschnappt hatte.
Scorpius Gesichtsausdruck verfinsterte sich sofort als der Name seines Großvaters fiel.
„Dann steckt er hinter dem Diebstahl!“ meinte er.
„Das wissen wir nicht sicher Scorbs.“ versuchte Rose zu beruhigen.
„Wir wissen das so sicher wie wir wissen, dass Zwei plus Zwei Vier ergibt.“ knurrte Scorpius. „Ich hab da auch einiges über ihn gehört. Meine Großmutter hat mit mir gesprochen. Sie wollte wissen ob Großvater in irgendeiner Form an mich herangetreten ist. Dabei hab ich erfahren, dass sie und ihre Schwester, also Professor Tonks, mit meinem Großvater gesprochen haben. Ist nicht gut gelaufen. Interessant ist aber, dass er nicht allein in diesem alten Hotel lebt. Bei ihm ist ein Mädchen. So zwischen zehn und Elf Jahre alt.“
„Ein Mädchen?“ wunderte sich Rose.
„Ja.“ bestätigte Scorpius. „Großmutter hat sie gesehen. Sah nicht gut aus. Sie schien verletzt zu sein. Und Großvater hat alles getan um sie abzuschirmen.“
„Das ist komisch.“ räumte Rose ein. „Wenn das Mädchen krank ist oder verletzt ist sollte dein Großvater mit ihr ins St. Mungo!“
„Vielleicht will er keine Aufmerksamkeit erregen.“ vermutete Scorpius düster. „Er hat was vor! So viel ist sicher.“
„Ok....“ unterbrach Danny. „ Gehen wir mal davon aus, dass du recht hast Scorps. Was könnte es sein?“
„Vielleicht will er was gegen deine Mum unternehmen Rose.“ flüsterte Scorpius und wagte es dabei kaum die junge Weasley anzusehen. „Es wäre nicht das erste mal, dass ein Malfoy was gegen einen muggelgeborenen Minister unternimmt. Es gibt da diese Geschichte über meinen Urgroßvater Abraxas und Nobby Leach den ersten muggelgeborenen Minister.“
„Ich kenne die Geschichte.“ unterbrach Rose. „Aber Scorbs....ich glaube du steigerst dich da jetzt in was rein. Die Aktion gegen Nobby Leach war eine Verschwörung verschiedener Kräfte die nicht bereit waren für einen Minister der von Muggeln abstammt. Die Zeiten haben sich geändert. Denkt mal nach: Als Voldemort zum ersten mal gefallen ist hat Lucius Malfoy das übernommen was von seiner Anhängerschaft übrig war und hat sie praktisch in eine Seilschaft verwandelt die im Hintergrund die Fäden zieht. Er hat keine offenen Angriffe gestartet!
Scorps, du hast leider recht, wenn du sagst, dass dein Großvater kein netter Kerl ist aber er tut was er taut weil er seinen Nutzen daraus ziehen will. Nobby Leach war von Anfang an umstritten. Mum ist zu beliebt und sie Welt hat sich verändert. Lucius Malfoy hat nichts zu gewinnen wenn er sie angreift.“
Scorpius dachte einen Moment darüber nach, dann nickte er.
„Hast recht Rose.“ räumte er ein und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Da ist wohl wirklich der Besen mit mir durchgegangen. Aber ich denke trotzdem, dass wir davon ausgehen sollten, dass mein Großvater die Eierschalen gestohlen hat.“
„Einverstanden.“ entschied Danny. „Und da er auch versucht hat Eierschalen vom Hippogreif zu kaufen können wir wohl davon ausgehen, dass er die Schalen selbst braucht und sie nicht zum Beispiel verkaufen will.“
„Und das bedeutet, dass er sie vermutlich als Zutat für einen Zaubertrank braucht!“ warf Kara in die Runde.
„Du bist unser Ass für Zaubertränke Scorps.“ meinte Albus. „Irgendeine Idee?“
Scorpius seufzte.
„Da gibt es viele Möglichkeiten.“
„Moment.“ übernahm Danny wider. „Steigen wir mal von der anderen Seite auf den Besen. Sicher gibt es viele Tränke bei denen die Eierschalen hilfreich wären....die dann schneller gebraut sind oder besser funktionieren. Aber Lucius Malfoy braucht die Eierschalen für seinen Trank. Sie sind unverzichtbar! Wenn er sie durch eine andere Zutat ersetzen könnte hätte er nicht erst versucht sie zu kaufen und dann sogar gestohlen. Scorps....in welchen Tränken sind Eierschalen vom Hippogreif völlig unverzichtbar?“
Scorpius lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und blies die Luft aus seinen Lungen durch die Lippen.
„Ok...“ meinte er. „Da ist die Auswahl nicht so groß. Soweit ich weiß gibt es nur eine Hand voll Heiltränke die absolut nicht ohne diese hochwertige Zutat auskommen.“
Er begann an den Fingern abzuzählen:
„Da wäre Merlins Fluchlöser.... der zweite Aufguss des Paracelsus zur Behandlung von schweren magischen Verletzungen.....ach ja! Der Wolfsbann-Trank kommt auch nicht ohne aus.“
„Wolfsbann-Trank?“ wunderte sich Lily. „Ist das nicht dieser Zaubertrank den Werwölfe einnehmen müssen?“
„Stimmt!“ erklärte Rose und sofort sprudelten die Fakten aus ihr heraus. „Der Wolfsbann-Trank wurde in den späten Neunzigern des letzten Jahrhunderts entwickelt. Ein echter Durchbruch in der Behandlung von Lykanthropie. Was Werwölfe so gefährlich macht ist, dass sie ihr menschliches Bewusstsein verlieren wenn sie sich verwandeln. Sie fallen alles und jeden an. Nimmt man den Wolfsbann-Trank muss ein Infizierter zwar immer noch die schmerzhafte Verwandlung durchstehen aber er behält sein Bewusstsein, verspürt nicht das Bedürfnis jemanden anzugreifen und kann sich einfach friedlich zurückziehen und auf die Rückverwandlung warten. Vor dem Wolfsbann-Trank war die einzige Möglichkeit für verantwortungsbewusste Infizierte sich in der Vollmondnacht einzusperren. Das schütze zwar alle anderen aber für einen Werwolf ist es die Hölle. Wenn die nämlich niemanden zum Jagen oder Beißen finden verletzen sie sich selbst. Das ist alles andere als schön.“
„Rose du bist großartig!“ erklärte Danny.
Während des Vertrags seiner Freundin waren alle Puzzelteile an ihren Platz gefallen.
Danny verließ seinen Platz und ging zu Rose herüber. Fragende Blicke begleiteten ihn.
„Rosie, wir haben doch heute Astronomie. Hast du deine Mondphasen-Tabelle dabei?“ fragte er als er neben seiner Freundin in die Hocke ging.
„Klar!“ meinte diese und kramte schnell in ihrer Schultasche herum.
„Scorps?“ fragte Danny indessen. „Wann genau war deine Oma bei deinem Großvater?“
„Das war vor dem Elterntag.“ gab der junge Malfoy zurück und nannte dann ein Datum.
Rose hatte Danny inzwischen die Mondphasen-Tabelle gegeben.
Mit dem Finger fuhr Danny die einzelnen Zeilen ab bis bei dem Datum war das Scorps genannt hatte.
Ein zufriedenes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Jetzt macht es Sinn!“ meinte er. „Scorps, ich denke du solltest deine Eule zu deinen Eltern schicken. Ich hab eine Theorie was hinter all dem steckt. Sie ist etwas wild aber ich denke ich weiß jetzt was vorgeht. Und wenn ich recht habe, dann ist das keine Gefahr für uns oder Hogwarts aber einen Familienangelegenheit.“
So, das war es für heute.
Die große Auflösung beginnt im nächsten Kap.
Bis dann!