Ernstes Wort unter Freunden
Ernstes Wort unter Freunden
Weiter geht’s.
Etwas spät aber besser spät als nie.
Viel Spaß.
„Alles fertig?“ fragte Harry als er Ginny aus dem Wohnzimmer kommen sah.
„Aber sicher.“ lächelte sie. „Kreacher hat sich mal wieder selbst übertroffen. Freut mich, dass die Auroren Minchen aus ihren Fängen lassen.“
Harry schlang die Arme um die Hüften seiner Frau.
„Oh, selbst die übervorsichtige Lurfkin-Einheit hat Probleme damit der Ministerin einen Besuch beim Leiter des Auroren-Büros zu verweigern.“
Ginny lächelte.
„Wir sind viel zu lange nicht mehr dazu gekommen uns zusammen zu hocken.“ meinte sie. „Ich meine, sicher Harry, wir sehen uns jeden Tag bei der Arbeit und ich hatte da auch schon so manche Gelegenheit mich mit Minchen zusammen zu setzen aber das ist irgendwie nicht das selbe.“
„Ich weiß was du meinst.“ antwortete Harry. „Eben schnell in der Mittagspause einen Kaffee zusammen trinken, vielleicht noch ein trockenes Stück Kuchen knabbern. Du hast schon recht. Es ist mal wieder Zeit für einen richtig gemütlichen Abend.“
Gerade als Ginny zustimmend nickte klingelte es an der Tür.
Das Ehepaar Potter öffnete und konnte die ersten ihrer Gäste willkommen heißen. Molly und Arthur Weasley.
„Na, Ginny-Liebes?“ erkundigte sich Molly. „Hast du dich langsam im Ministerium eingewöhnt?“
„Ja, so langsam schon.“ bestätigte ihre Ginny als sie ihrer Mutter aus dem Mantel half. „ Erst war es etwas ungewohnt. Da ist auf einmal ein ganzes Büro voller Leute und alle wollen von mir wissen wie es weitergeht.“
„Und das ist ja nun wirklich Neuland für eure Tochter.“ neckte Harry.
„Nicht frech werden Mr Potter.“ schoss Ginny zurück.
„Seht ihr was ich meine?“ lachte Harry.
Erneut klopfte es an der Tür und Harry beschloss zu öffnen. Eine Entscheidung die ihn wohl vor einem kleinen Klapps auf den Hinterkopf rettete.
Vor der Tür erwarteten Harry Ron und Hermine.
Herzlich umarmte Harry seine beiden Jugendfreunde.
„Und, wo ist deine Eskorte?“ erkundigte sich Harry bei Hermine.
„Oh, siehst du die Katze dort auf der Mülltonne? Und die Taube da auf dem Ast? Das sind zwei Auroren.“ erklärte Hermine. „Die Lurfkin-Einheit kann sehr diskret sein.“
Harry nickte verstehend und bat seine Freunde herein. Ihm war nicht entgangen, dass Hermine etwas zurückhaltend gewirkt hatte.
Gerade umarmte sei Ginny nachdem Ron ihr aus dem Mantel geholfen hatte.
Harry fragte sich was wohl los sei. Hatte sie einen schweren Tag im Ministerium gehabt?
Der Job der Ministerin war ganz gewiss nicht einfach.
Harry hatte gehört, dass Hermine im Moment viel Ärger mit dem Präsidenten des MACUSA hatte. Er bekam auf seinem Posten so einiges mit. Ein schrecklicher Mensch sollte das sein. Ein selbstverliebter Trottel der sich für ein Genie hielt.
Nun, er hatte fest vor seine alte Freundin mit dem heutigen Abend für einiges zu entschädigen.
„Wollen wir dann?“ fragte er in die Runde. „Wir haben im Wohnzimmer für uns gedeckt und Ginny ist sich sicher, dass Kreacher in die Vollen gegangen ist.“
Während allgemeine Begeisterung die Runde machte blieb Hermine ernst.
„Harry.....“ hob sie an. „Bevor wir zum gemütlichen Teil übergehen müsste ich noch etwas mit dir besprechen.“
„Könnt ihr das nicht im Büro machen Minchen?“ fragte Ginny.
„Das möchte ich lieber nicht.“ meinte Hermine durch zusammengebissene Zähne hindurch. „Wenn wir im Büro reden wird es offiziell und ich will es erst mal in der Familie halten.“
Sie blickte zu Harry.
„Wir können auch unter vier Augen reden, wenn es dir lieber ist.“
Harry wurde etwas flau im Magen. Hermine war ganz klar unangenehm was sie hier ansprechen musste. War er in Schwierigkeiten.
„Also ich habe vor keinem hier Geheimnisse. „ meinte er. „Und wenn du es in der Familie halten willst Hermine....“
Er wies in die Runde.
Hermine nickte und holte tief Luft.
„Harry, mir ist da ein Vorgang aus deiner Abteilung zu Ohren gekommen.“ hob sie an. „Du hast da eine Aufenthaltsgenehmigung für ein junges Mädchen ausgestellt und den Vorgang zur Chefsache gemacht. Harry.....wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen, dass du da jemandem einen „kleinen Gefallen“ tust.“
Hermine verschränkte die Arme vor der Brust und fing an auf und ab zu gehen.
„Harry...du weißt ich hab nichts für Vetternwirtschaft im Ministerium übrig. Du weißt doch noch wie es damals war als wir gegen die Todesser gekämpft haben. Das ganze Ministerium war so zerfressen von Seilschaften und offener Korruption, dass die Todesser es problemlos übernommen haben. Am Ende mussten drei siebzehnjährige die magische Welt retten.“
„Und wir haben es gut hinbekommen.“ warf Ron ein und versuchte einen kleinen Scherz.
Hermine schluckte den Köder jedoch nicht.
„Das wäre aber nicht unsere Aufgabe gewesen Ron.“ erklärte sie. „Das Ministerium existiert um solche Krisen zu bewältigen. Kingsley und ich haben lange und hart gearbeitet um die ganzen alten Zöpfe abzuschneiden. Harry, wenn du jetzt.....“
„Hermine!“ Harry beschloss jetzt in die Offensive zu gehen. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich kleine Gefallen verteile um mir dafür ein paar persönliche Vorteile zu sichern? Ich weiß, dass die Welt anders aussieht je nachdem auf welcher Seite des Schreibtischs man sitzt und dein Schreibtisch ist verdammt groß aber verlier bitte nicht den Blick für deine Freunde.“
Hermine schlug kurz die Augen nieder, dann meinte sie:
„Natürlich nicht. Aber gerade das macht mir Sorge. Harry, dass passt so gar nicht zu dir.“
Harry nickte.
„Es muss unter uns bleiben Hermine.“ sagte er mit einem Blick in die Runde.
Hermine setzte zum Widerspruch an aber Harry unterbrach sie.
„Wenn du weißt worum es geht wirst du es verstehen.
Als Hermine zustimmend nickte berichtete Harry vom Schicksal von Lucius Malfoys geheimer Tochter.
„Deshalb habe ich diese Aufenthaltsgenehmigung ausgesprochen.“ schloss er schließlich.
Bevor Hermine etwas sagen konnte platzte Ron los. Er musste so heftig lachen, dass er sich auf den Treppenabsatz setzen musste.
„Lucius Malfoy hat eine Werwolf-Tochter!“ japste er. „Das ist köstlich!“
Auch Arthur Weasley schien mit unterdrücktem lachen zu kämpfen.
Ein Umstand der Ginny überhaupt nicht gefiel.
„Bruderherz, Vater...Darf ich euch daran erinnern, dass die Hauptperson hier nicht Lucius Malfoy ist? Es geht hier um das Schicksal eines gerade mal zehn Jahre alten Mädchens das seine Mutter verloren und auch sonst sehr viel durchgemacht hat!“
„Sehr richtig Ginny-Liebes.“ gab Molly Weasley ihrer Tochter recht. „Etwas mehr Mitgefühl wenn ich bitten darf.“
„Entschuldigung.“ nuschelte Ron und wurde wieder ernst.
„Sind denn die Lebensumstände für Werwölfe in Japan wirklich so schlimm?“ erkundigte sich Arthur Weasley.
„Ich habe mich damit beschäftigt Arthur.“ brummte Harry. „Sie sind wirklich furchtbar. Wenn die kleine Himari in einem dieser Lager landet wird man sie in einem Jahr kaum noch als Mensch erkennen.“
Harry atmete tief durch und wandte sich an Hermine.
„Hermine, ich kann sehr gut verstehen, dass du keine Seilschaften und Vetternwirtschaft im Ministerium willst aber in diesem Fall....“
Er hob hilflos die Schultern.
Hermine fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Harry, du hast mir gerade gesagt, dass ich nicht den Blick für meine Freunde verlieren soll. Jetzt verlier du diesen Blick aber bitte auch nicht. Ich bin doch kein Unmensch! Das es Werwölfen in Japan sehr schlecht geht weiß ich auch. Ich war ja lange für die auswärtigen Angelegenheiten verantwortlich.“
Nachdenklich tippte Hermine sich mit dem Finger ans Kinn.
„Ich erinnere mich noch an eine Konferenz zu dem Thema im Königreich Buthan. Der Abgesandte Japan hat sich über den Wolfsbann-Trank lustig gemacht. Hat die Herstellung dieses Tranks als Verschwendung von Zeit und Zutaten bezeichnet. So finster es in der Vergangenheit hier auch für Werwölfe war. Japan ist schlimmer. Dolores Umbridge hat sich von der dortigen Gesetzgebung für ihren eigenen Gesetzesentwurf inspirieren lassen.“
„Das sagt mir alles was ich wissen muss.“ meinte Ron.
„Ich befürchte Hermine-Liebes da kannst du Harry wirklich keinen Vorwurf machen.“ meinte Molly zu ihrer Schwiegertochter.
„Hatte ich auch nicht wirklich vor.“ lächelte diese. „Ich wollte es nur verstehen.“
Harry trat auf Hermine zu.
„Ich verspreche dir, Frau Ministerin, das mit den kleinen Gefallen wird nicht einreißen wird. Inzwischen hat sich Lucius Malfoy auch mit Himaris Onkel geeinigt. Er wird demnächst offiziell die Vaterschaft der Kleinen übernehmen....
„Das arme Kind. Sie hat doch schon so viel durchgemacht.“ warf Ron trocken ein.
„....und dann kann sie sowieso hier in England bleiben.“ fuhr Harry unbeirrt fort. „ Alles was ihre Familie braucht war etwas Zeit.“
Hermine lächelt und diesmal war es warm und ehrlich.
„Gut, das akzeptiere ich.“ meinte Harrys alte Freundin.
„Können wir dann jetzt zum gemütlichen Teil übergehen?“ fragte Ginny hoffnungsvoll.
„Eine letzte Frage Gin.“ hob Hermine nochmal an. „Wer weiß alles davon? Ich will mich nicht verplappern.“
„Mal sehen.“ brummte Harry. „ Da sind natürlich die Malfoys, Andromeda Tonks.....“
„Dann noch Cleo Parkinson aus meiner Abteilung.“ warf Ginny ein. „Sie hat mich ursprünglich darauf hingewiesen, dass Lucius Malfoy ihre Mutter nach Hogwarts gebracht hat und nun da wir den Hintergrund kennen wollte ich sie nicht im Dunkeln lassen.“
„Und natürlich unsere Hogwarts-Rumtreiber.“ vollendete Harry.
Hermine warf einen gequälten Blick zum Himmel.
„Was haben die damit zu tun?“ fragte sie.
„Wer glaubst du hat die Sache mit dem Werwolf aufgedeckt?“ fragte Harry mit schiefem Grinsen.
„Hoffnungslos.“ seufzte Hermine.
„Jup!“ meinte Ron. „Sie sind genau wie wir damals.“
So, das war es für heute.
Ich weiß, etwas kurz aber mehr ließ die Arbeit nicht zu.
Hoffe es hat euch gefallen und startet gut in die neue Woche.