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Wahre Freunde

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Wahre Freunde

Weiter geht’s.

Heute wollen wir mal wieder in Hogwarts vorbei sehen.

In Anbetracht der Temperaturen draußen hoffe ich, dass ihr das Kapitel als angenehm ansehen werdet.

Viel Spaß.

Der Winter hatte auf Hogwarts einzug gehalten. Lächelnd blickte Danny vom Fenster der Eulerei aus über das verschneite Schloss und die in die weiße Pracht gehüllte Ländereien.

In der Ferne verschwand gerade Speedy mit dem Brief den Danny der kleinen Eule anvertraut hatte.

Zum Glück war das Wetter heute zwar klirrend kalt aber auch klar und es ging kein Wind.

Der Flug würde für Speedy keine Strapaze werden.

Neben Danny schmollte Rose vor sich hin.

Grinsend blickte der Vierzehnjährige seine Freundin an.

„Lass dass!“ fauchte Rose nach einer Weile.

„Was?“ erkundigte sich Danny unschuldig.

„Das du mich so angrinst!“ schoss Rose zurück.

Danny legte den Kopf von einer Seite auf die Andere und bemühte sich um eine Unschuldsmine.

Schließlich kapitulierte Rose und warf lachend den Kopf in den Nacken.

„Du hättest mir wenigstens einen kleinen Tipp geben können.“ meinte sie.

Danny legte den Arm um seine Freundin und küsste sie sanft.

„Dann wäre es aber keine Überraschung mehr gewesen, oder?“ meinte er. „Wenn ich dir jetzt verrate was ich dir als Weihnachtsgeschenk bestellt habe.“

„Du sollst es mir ja nicht verraten.“ bettelte Rose. „Nur einen kleinen Tipp.“

„Das du so neugierig bist.“ grinste Danny.

„Bin ich normalerweise nicht.“ gestand Rose. „Aber du hast so mit deinem Taschengeld gerechnet. Bei unserem letzten Besuch in Hogsmeade hast du allen Herausforderungen im Honigtopf widerstanden. Da bin ich schon neugierig.“

„Das hat vor allem damit zu tun, dass ich dieses Jahr für mehr Leute als je zuvor Geschenke besorgen muss.“ erklärte Danny. „Für dich, Albus, Scorps. Dann ne Kleinigkeit für James und Lily....Das Geschenk für deine Eltern und die Potters sowie die Malfoys übernimmt zum Glück Taro. Aber dann sind da noch meine Tante und mein Onkel....die ja noch bei uns wohnen....dann Alex und Kara und Jenna steht auch auf der Liste.“

Rose pfiff durch die Zähne.

„Das ist mal eine Liste.“

Sie richtete den Blick wieder auf Danny und klimperte übertrieben mit den Wimpern.

„Ein kleiner Tipp?“ bettelte sie erneut.

Danny kapitulierte.

„Ok. Es ist nichts zum Essen und nichts zum Anziehen und du brauchst es nicht für die Schule. Doch es wird dir in den nächsten Sommerferien viel Freude machen.“

Interessiert tippte sich Rose mit dem Finger ans Kinn.

„Das klingt interessant.“ meinte sie. „Du machst es aber spannend Mr Huntington.“

„Mehr verrate ich aber nicht.“ legte Danny fest.

„Schon ok.“ meinte Rose. „Ganz will ich mir den die Überraschung ja nicht verderben.“

Danny war zufrieden.

Er war sich sicher, dass sein Geschenk Rose gefallen würde.

Er hatte sogar an die Auroren der Lurfkin-Einheit geschrieben ob sein Geschenk ein Problem darstellen würde.

Das hatte sich als sehr vorteilhaft herausgestellt. Der zuständige Auror hatte sich für die frühe Ankündigung bedankt und gemeint, dass die Vorlaufzeit jedes Problem aus dem Weg räumen würde.

Danny war sich daher sicher, dass Rose sich sehr über das Geschenk freuen würde. Er hatte ihr für die Zeit der Sommerferien ein Abo für die beliebtesten Musicals in England geschenkt. Rose hatte eine Schwäche für diese Form von Musiktheater entwickelt. Von ihrem Opa Arthur hatte sie sich einen CD-Player besorgt und hatte inzwischen CDs von allen Musicals die zur Zeit im vereinigten Königreich gespielt wurden.

Sie über die Sommerferien auf der Bühne zu sehen wäre bestimmt eine tolle Sache für Rose und würde sie hoffentlich davon abhalten komplett in den Schulbüchern fürs nächste Jahr zu versinken.

Während Danny noch darüber nachdachte hörten sie Schritte auf der Treppe der Eulerei und Scorpius erschien.

„Morgen ihr zwei.“ grüßte er.

„Neuer Brief an dein Tantchen?“ fragte Danny und grinste als Scorpius die Augen verdrehte.

In den letzten Wochen war es zu einer freundschaftlichen Neckkerei geworden Scorpius auf die neue Schwester seines Vaters anzusprechen.

Besonders Lily Potter genoss es den jungen Malfoy daran zu erinnern, dass er nun eine Tante hatte die zwei Jahre jünger war als sie selbst.

Scorpius nahm die Sache sportlich. Für ihn war Himari weniger eine Tante sondern mehr eine kleine Schwester.

Er hatte Danny auch erklärt, dass es wegen der Langlebigkeit von Zauberern oft zu recht eigentümlichen Familienkonstellationen kam und man eben sehen musste wie man damit klar kam.

Das war nur verständlich und zwischen Scorpius und Himari hatte sich ein reger Briefverkehr entwickelt.

Die junge Hexe würde im nächsten Jahr nach Hogwarts kommen und hatte Scorpius zur Autorität erklärt wenn es um die Schule ging.

„Ja, so schnell werden meinem „Tantchen“ die Fragen wohl nicht ausgehen.“ bestätigte der junge Malfoy inzwischen und rief seine Adlereuele zu sich herunter.

„Worum ging es diesmal?“ wollte Rose wissen als Scorpius seinen Brief an seine Eule übergab.

„Besenfliegen.“ meinte Scorpius. „Himari wollte wissen wie der Unterricht bei uns abläuft. Sie ist ein großer Quidditch-Fan. Ihre Lieblingsmannschaft sind die Toyohashi Tengus.“

„Die sind die Mannschaft in Japan.“ erklärte Rose Danny.

„Ich hab diesmal ne besondere Überraschung in dem Brief.“ grinste Scorpius.

„Echt, was denn?“ wollte Danny wissen.

„Naja, ich hab vielleicht am Rande erwähnt, dass wir damals von Ginevra dem Geist im Besenflug ausgebildet worden sind.“ sagte Scorpius mit Unschuldsmine.

„Oh, darf ich also vermuten, dass mein Tantchen Ginny deiner neuen Verwandten keine Unbekannte ist?“ fragte Rose.

„Sie wird sterben wenn sie das erfährt.“ lachte Scorpius und entließ nun auch seine Eule in den Wintermorgen.

„Na dann: Zeit fürs Frühstück.“ meinte Danny in die Runde.

Dem schlossen sich die beiden anderen an und so machten sie sich auf den Weg zurück zum Schloss.

„Noch zwei Tage, dann sind erst mal Weihnachtsferien.“ freute sich Scorpius.

„Stimmt.“ meinte Danny. „Im Unterricht wird wohl nicht mehr viel laufen. Die meisten Fächer haben wir zum letzten Mal vor den Ferien. Da sind die Lehrer in der Regel entspannt.“

„In der Regel.“ seufzte Rose. „ Aber nicht McGonagall. Die wird ihren Stoff durchziehen bis zuletzt.“

„Leider wahr.“ räumte Danny ein.

Inzwischen hatten die drei Freunde den Vorplatz vor dem Schlosstor erreicht als ein Ruf zu ihnen herüber wehte.

„Da seid ihr ja!“

Alex Danvers kam vom Schlosstor her zu ihnen herüber.

„Gut das ich euch so schnell gefunden habe.“ meinte Alex. „Um genau zu sein dich Malfoy.“

„Was ist denn los?“ wunderte sich Scorpius.

„Es geht um deine Freundin Isis.“ erklärte Alex. „Sie ist total fertig. Kara und Lily versuchen gerade sie zu trösten.“

„Was hat sie denn?“ fragte Scorpius der zunehmend besorgt wirkte.

„Es geht um ihre Mutter.“ erklärte Alex. „Mrs Parkinson hat rausbekommen, dass ihre Töchter was damit zu tun hatten, dass aufgeflogen ist, dass sie für deinen Großvater gearbeitet hat als sie hier in Hogwarts war. Jetzt verliert sie ja diesen Job und ist wohl völlig außer sich.“

„Warum das denn ?“ wunderte sich Rose. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Job ihr besonders am Herzen liegt.“

Alex hob hilflos die Schultern.

Schnell kam die Gruppe überein, dass es nichts brachte herum zu stehen und Theorien aufzustellen. Sie folgten Alex lieber ins Innere des Schlosses.

Isis kauerte auf der großen Freitreppe und wirkte totunglücklich.

Kara und Lily versuchten sie zu trösten.

Die junge Potter räumte ihren Platz neben Isis als Scorpius sie erreichte.

Isis lehnte sich sofort an die Schulter ihres Freundes und weinte weiterhin leise vor sich hin.

„Was ist denn los?“ fragte Scorpius vorsichtig.

„Mum hat mich zuhause rausgeschmissen!“ wimmerte Isis. „Sie sagt ich soll sehen wo ich bleibe und will nichts mehr von mir und Cleo wissen.“

„Wie bitte?!“ platze es aus Rose heraus.

„Ich kann es auch nicht glauben.“ schniefte Isis. „Ich meine, sie war nie eine gute Mum aber sie ist doch meine Mutter. Cleo ist gerade bei ihr und versucht mit ihr zu reden.“

Wie aufs Stichwort erschien Cleo Parkinson am oberen Ende der Freitreppe.

Danny hätte sie fast nicht erkannt, jetzt wo sie keine Schuluniform mehr trug.

Was allerdings überdeutlich war, war die Tatsache, dass Cleo Parkinson vor Wut kochte.

Als sie auf der Freitreppe über eine der Trickstufen stolperte hieb sie vor Wut mit der Faust gegen eine Säule und fuhr sich dann verzweifelt mit der Hand übers Gesicht.

„Ist wohl nicht so gut gelaufen.“ flüsterte Isis.

Ihre Worte waren schwach doch so laut, dass Cleo sie hörte.

Sichtlich war die ältere der Parkinson-Schwestern nun bemüht ihre Fassung wieder zu gewinnen.

„Nein Isis, leider nicht.“ seufzte sie. „Mutter will nichts mehr mit dir zu tun haben und mit mir auch nicht.“

Leise schluchzend drückte Isis sich etwas fester an Scorpius.

„Ich verstehe das gar nicht.“ meldete sich Rose nun wieder. „Ich hätte nie gedacht, dass eure Mutter so an dem Job hier hängt.“

„An dem Job weniger Weasley.“ knurrte Cleo Parkinson. „Aber an dem Gehalt und an der Vergütung die Mr Lucius Malfoy ihr für weitere Hilfe in Aussicht gestellt hatte.“

Auch Cleo ließ sich nun auf eine der Stufen der großen Freitreppe sinken.

„Mutters finanzielle Lage ist weit schlimmer als wir wussten.“ erklärte sie. „Sie war in den letzten Monaten oft in einem Kobold-Casino.“

„Oh je!“ stöhnte Rose und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Mein Onkel Bill sagt immer: Wenn du mit Kobolden  zu tun hast pass auf deinen Geldbeutel auf. Und er arbeitet für Gringotts. Er muss es wissen.“

„Hast einen klugen Onkel Weasley.“ meinte Cleo bitter. „Vor allem in einem Kobold-Casino spielen.....da gewinnt die Bank wirklich immer.“

„Warum um alles in der Welt spielt man dann da?“ wunderte sich Danny.

„Das ist so eine verrückte Mode in den „besseren Kreisen“ zu denen meine Mutter so gerne gehört.“ erklärte Cleo. „Da gibt es Sachen, die musst du einfach mitmachen wenn du zum Club gehören willst. Einmal ist es, dass alle Schuhe aus Drachenleder tragen müssen oder alle ein Schmuckstück aus Koboldsilber. Zur Zeit „gehört“ es sich bei Kobolden zu spielen.“

„Damit auch alle wissen, dass man es sich leisten kann viel Gold zu verlieren.“ folgerte Lily scharfsinnig.

„Volltreffer Potter.“ brummte Cleo. „Und Mum will zum Club gehören. Das Problem ist, dass sie nicht annähernd so viel Gold auf der Bank hat wie ihr alter Name vermuten lässt. Das will sie aber nicht zugeben und weil sie auch noch ziemlich mies ist im Glücksspiel haben die sie im Casino ausgenommen und zwar total. Sie hätte auch einen Niffler in ihrem Verließ bei Gringotts aussetzen können. Der hätte das auch nicht gründlicher ausgeräumt. Aber mit dem Gehalt hier und dem Gold das Mr Malfoy ihr versprochen hat hätte sie sich über Wasser halten können. Jetzt ist sie den Job hier bald los und Mr Malfoy hat keine Verwendung mehr für sie.“

„Also kein Gold mehr.“ meinte Scorpius etwas kleinlaut.

Sein Tonfall war Cleo nicht entgangen. Aufmunternd lächelte sie Scorpius an.

„Musst gar nicht so schuldbewusst kucken Malfoy. Ich mach dir keinen Vorwurf. Meine Mutter hat genug Gold geerbt um ein angenehmes Leben zu führen. Sie ist damit in ein Kobold-Casino!“

„Und was wird jetzt aus mir?“ fragte Isis unsicher.

„Ach Schwesterherz...“lächelte Cleo. „Glaubst du ich lass dich im Stich? Ich hab schon mit Taby, meiner Mitbewohnerin gesprochen. Wir haben noch ein freies Zimmer. Das kannst du haben und mein Gehalt reicht schon das wir nicht verhungern.“

Isis Gesichtsausdruck hellte sich merklich auf.

„Echt?“ fragte sie.

Cloe zwinkerte ihrer kleinen Schwester verschwörerisch zu.

„Klar.“ meinte sie. „Das einzige Problem sind die Weihnachtsferien. So schnell kriegen wir das Zimmer nicht für dich eingerichtet und selbst wenn.... Ich bin über die Feiertage unterwegs. Mrs Potter hat mir dieses Projekt anvertraut. Parkur-Fliegen...“

„Du hast mir davon erzählt.“ meinte Cleo. „Ist ne große Sache, oder?“

„Für mich schon.“ meinte Cleo leicht verlegen. „Ich bin ja noch nicht so lange beim Ministerium und nun soll ich den von mir entworfenen Regelkatalog auf europäischer Eben vorstellen. Das ist schon was.“

„Bin stolz auf dich.“ lächelte Isis und ihre große Schwester strahlte zurück.

„Kannst du nicht über die Feiertage auf Hogwarts bleiben.“ schlug Alex nun vor.

Isis schüttelte den Kopf.

„Ich hab mich schon in die Liste der Schüler eingetragen die über die Ferien nach Hause fahren und so kurz vor Ferienbeginn.....“

Sie hob verzweifelt die Schultern.

„Neue Sicherheitsregeln.“ brummte Danny. „Nach allem was hier in den letzten Jahren los war.“

„Und Taby ist leider auch nicht da.“ sagte Cleo. „Sonst könnte sie ein Auge auf dich werfen Schwesterherz. Aber sie besucht ihre Großeltern in Kanada.“

„Dann rede ich mit meinen Eltern.“ meinte Scorpius entschlossen. „Es geht doch nur um ein paar Wochen. Dann kommst du eben zu uns Isis.“

„Und wenn das nicht klappt rede ich mit meinem Onkel.“ versprach Danny. „Irgendwie schaffen wir das schon.“

Dankbar blickte Cleo in die Runde.

„Da siehst du es Schwesterherz. Wahre Freunde findest du nicht an den Spieltischen im Kobold-Casino.“

So, das war es für heute.

Wieder einmal wünsche ich einen guten Start in die neue Woche und...

Bis bald!