Vater und Tochter
Vater und Tochter
Weiter geht’s.
Vielleicht etwas kürzer aber ich hoffe es wird euch trotzdem gefallen.
Viel Spaß.
Als Danny und seine Gruppe nach Trever Hall zurückkehrten war die Entscheidung für die Familie Danvers gefallen.
Alex und Kara hatten sich in das neue Haus, welches ihre Eltern ins Auge gefasst hatten verliebt. Besonders positiv sahen die beiden Mädchen, dass man ja wirklich in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Danny blieb.
Dem konnte sich der Vierzehnjährige nur anschließen. Danny hatte seine Cousinen ins Herz geschlossen und auch er war erleichtert, dass die Beiden in der Nachbarschaft blieben.
Selbst wenn man auf Muggel-Beförderungsmittel angewiesen war hätten die Teenager kaum eine halbe Stunde gebraucht um das Haus des jeweils anderen zu erreichen.
Mit magischen Mitteln war es überhaupt kein Problem.
Ein kurzer Sprung durch die grünen Floh-Flammen und man war am Ziel.
Auf diesem Weg reiste die Gruppe auch zurück nach Trever Hall.
Eliza war sehr glücklich, dass ihren Mädchen das neue Haus gefiel. Während Alex, Kara und Jenna bereits im Kamin verschwanden bat sie Danny ob sie sich Speedy ausleihen könnte.
Eliza wollte sich direkt eine Zusage für das Haus sichern.
Danny war sich sicher, dass er seine treue Eule nicht lange würde bitten müssen.
Schließlich war Danny an der Reihe und einen rasanten Wirbel durch den Kamin später fand sich Danny in der Küche von Trever Hall wieder.
Kurz musste er grinsen als er an seine erste Reise mit Floh-Pulver dachte. Er hatte eine spektakuläre Bauchlandung im tropfenden Kessel hingelegt.
Heute war es ein alter Hut.
Zu Dannys Überraschung erwartete ihn nicht nur Taro sondern auch Ron Weasley saß am Küchentisch.
„Hallo Danny.“ grüßte Roses Vater freundlich und reichte Danny die Hand. „Deine Cousinen haben mir schon erzählt, dass das neue Haus wohl auf viel Gegenliebe gestoßen ist.
„Stimmt Sir.“ grinste Danny.
Erneut loderten grüne Flammen in der Feuerstelle von Trever Hall auf und Rose hüpfte in die Küche gefolgt von Eliza Danvers.
„Oh!“ meinte sie überrascht als sie ihren Vater erkannte. „Dad, was machst du denn hier?“
„Ich dachte ich hole dich ab meine Große.“ lächelte Ron Weasley.
Rose seufzte leise.
„Lieb von dir.“ sagte sie schließlich. „Aber bevor wir gehen, Danny, kann ich mir deine Ausgabe von „Verwandlung-Die Zwischenstufen“ ausleihen. Ich muss da was nachschlagen.“
„Klar!“ meinte Danny. „Liegt auf meinen Schreibtisch. Ich hole es dir eben.“
„Mach ich schon!“ sagte Rose schnell und verschwand in Richtung der Treppe.
„Meine kleine Rebellin.“ flüsterte Ron als seine Tochter verschwunden war.
„Was meinen sie Ron?“ erkundigte sich Eliza.
„Ich kenne meine Große.“ lächelte Ron. „Das sie selbst nach oben geht um das Buch zu holen ist ein kleiner Aufstand von ihr. Sie ist nicht wirklich froh über die Eltern-Eskorte und deshalb will sie mir signalisieren, dass sie ihren eigenen Kopf hat und verschwindet nochmal schnell. Hermine und ich nennen so was eine Mini-Revolte.“
Während Eliza wissend lächelte fuhr Ron Weasley fort:
„In diesem Fall ist mir ihr kleiner Aufstand aber ganz recht.“
Sein Blick richtete sich auf Danny.
Der Vierzehnjährige musste schlucken.
Ron Weasley lächelte verstehend.
„Machst dir Sorgen, dass ich dich in eine Situation bringe wo du dich entscheiden musst, was? Entweder mir helfen oder vertrauenswürdig gegenüber Rose sein, was?“
Danny grinste schief.
„Volltreffer Sir.“ meinte er.
Ron nickte.
„Keine Sorge.“ beschwichtigte er. „Ich will keine unfeinen Details. Es geht nur um folgendes: Ich habe den Eindruck, dass Rose etwas unter Spannung steht wegen der neuen Situation mit den Auroren. Ihr geplatztes Praktikum, die Aufmerksamkeit die unsere Familie nun bekommt, die ständige Überwachung…..“
Ron Weasley beugte sich über den Tisch und sah Danny direkt in die Augen.
„Sehe ich da Gespenster oder sollte ich mal mit meiner Großen reden?“
Danny vergewisserte sich mit einem schnellen Blick zur Küchentür, dass er gefahrlos antworten konnte, dann meinte er:
„Reden wäre denke ich ne gute Idee Mr Weasley.“
Ron Weasely zwinkerte Danny dankbar zu und gab sich mit dieser Antwort zufrieden.
Augenblicke später kehrte Rose in die Küche zurück und trat mit ihrem Vater die Rückreise zur Mühle an.
Rose lag in ihrem Zimmer auf dem Bett und starrte an die Decke.
Im Raum herrschte Zwielicht.
Das war ungewöhnlich für Rose und das wusste sie auch.
Normalerweise bevorzugte Rose ein gut beleuchtetes Zimmer! Das war besser zum Lesen und zum Arbeiten.
Das Halbdunkel war die Folge einer Sicherheitsmaßnahme die Rose ergriffen hatte.
sie hatte das Fenster ihres Zimmers mit einem Bettlacken abgehängt.
Sie hatte es einfach nicht mehr ausgehalten!
Jedes Mal, wenn sie aus dem Fenster blickte und draußen irgendein Tier erspähte hatte sie sich gefragt ob dass vielleicht wieder ein Auror war der die Familie in seiner animagischen Form überwachte!
Rose glaubte von sich, dass sie inzwischen recht gut darin war zu erkennen wann es wirklich ein Tier war und wann es sich um einen Animagus handelte.
Hugo fand, dass sie Gespenster sah aber Rose war sich sicher: Sie konnte das unterscheiden!
Vermutlich war das wieder dem „Superhirn“ geschuldet, dass sie von ihrer Mutter geerbt hatte.
Sie erkannte einfach, wenn ein Tier sich untypisch verhielt. ein Eichhörnchen zum Beispiel war immer in Bewegung! Immer husch, husch und in Eile. Es hockte nicht einfach auf einem Ast und starrte durchs Fenster.
Rose seufzte. Ein Animagus blieb eben trotz allem ein Mensch der nur so tat als ob er ein Tier wäre.
Ein Klopfen an der Zimmertür ließ sie aufblicken.
Rose rechnete spontan mit dem Schlimmsten.
Bestimmt hatte einer der Auroren sich bei ihrem Vater über das Bettlaken beklagt und nun würde man von ihr verlangen, dass sie das Fenster frei machte.
Da hatten sie sich aber geschnitten!
Rose schwor sich in dieser Sache hart zu bleiben!
Sie setzte sich auf und forderte den Unbekannten vor der Tür auf einzutreten.
Die Tür wurde geöffnet und ihr Vater trat ein. Mit einer Hand balancierte er ein Tablett auf den zwei dampfenden Tassen standen.
Kurz blickte sich Ron Weasley verwirrt um. Auch ihm war das Zwielicht aufgefallen.
Sein Blick wanderte zum Fenster und Verständnis breitete sich auf seinen Gesichtszügen aus.
„Zeit für etwas Privatsphäre?“ fragte er lächelnd.
„Ich nehme es nicht runter!“ meinte Rose entschieden.
„Friede!“ gebot Ron Weasley. „Ich werde dich nicht bitten es runter zu nehmen. Ehrlich gesagt finde ich das es eine clevere Idee ist.“
„Echt?“ Rose blinzelte überrascht.
„Echt!“ meinte Ron Weasley. „Rosie, du bist kein Baby mehr, sondern weit näher daran erwachsen zu sein als daran ein Kind zu sein. Das hier ist dein Zimmer! Ich würde mich auch nicht wohl dabei fühlen, wenn man mich ständig beobachten würde.“
„Ob das die Auroren genau so sehen?“ fragte Rose unglücklich.
Sie lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und zog die Knie an den Körper.
Ihr Bett war ein altes, schmiedeeisernes Gestell das von zwei großen Bücherregalen eingerahmt wurde. Beide reichten bis zur Decke und waren vollgestopft bis zum Anschlag.
An der gegenüberliegenden Wand war Roses Schreibtisch, ihr Impro Imvisiba sowie das Körbchen du der Kratzbaum ihrer Katze Schneeflocke.
Manchmal fragte sich Rose warum Schneeflocke überhaupt ein Körbchen hatte. Sie hatte der Nachfahrin des legendären Krumbein nie beibringen können darin zu schlafen.
Schneeflocke schlief grundsätzlich am Fußende von Roses Bett!
Dieser Umstand hatte dazu geführt, dass Rose zu einer sehr vorsichtigen Schläferin geworden war.
„Es ist mir offengesagt egal ob die Auroren das mögen oder nicht.“ meinte Ron Weasley entschlossen. „Ich werde nicht zulassen, dass relativ fremde Leute meine vierzehnjährige Tochter in jeder Lebenslage anstarren. Irgendwo muss auch mal Schluss sein. Das Haus ist so geschützt, dass keiner einfach rein-apparieren kann. sollen die da draußen die Eingänge überwachen, dass ist Sicherheit genug.“
Irgendwie tat es Rose in der Seele gut, dass ihr Vater sich hier auf ihre Seite stellte.
Ron Weasley schien die Erleichterung seiner Tochter bemerkt zu haben.
Mit einem wissenden Lächeln auf dem Gesicht verbeugte er sich wie ein Oberkellner und präsentierte Rose die beiden Tassen.
Sofort wusste die Vierzehnjährige Bescheid.
Auf dem Tablett standen zwei Tassen mit Kakao und in beiden schwamm ein Marshmallow.
„Hat Danny geplaudert?“ fragte Rose spitz.
„Nein hat er nicht.“ versicherte ihr Vater. „Ich bin von ganz allein drauf gekommen, dass dir was auf der Seele liegt und da dachte ich…..“
Ron Weasley nahm sich eine der Tassen und zog sich Roses Schreibtischstuhl heran.
„Ich dachte du brauchst einen kleinen Seelentröster.“ fuhr er fort. „Oder bist du dafür inzwischen zu alt? Ich meine, ich schaffe auch zwei Tassen.“
Beeindruckend schnell fischte Rose sich nun ihre Tasse von dem Tablett.
„Für mache Sachen ist man nie zu alt Dad.“ versicherte sie und pustete vorsichtig über den Rand der Tasse um das leckere Gebräu etwas abzukühlen.
Ron Weasley lächelte zufrieden und meinte dann:
„Dann lass mal hören meine Große. Was liegt dir auf der Seele.“
„Ach, einfach alles.“ erwiderte Rose kläglich und begann dann zu erzählen.
Sie sprach über das geplatzte Praktikum, die ständige Präsenz der Auroren und auch darüber, dass die Besatzung des fahrenden Ritters ein Foto mit ihrem Autogramm gewollt hatte.
„Na da kann der gute Stan ja froh sein, dass ich nicht dabei war.“ brummte Ron Weasley. „Will von meiner vierzehn Jahre alten Tochter ein Foto.“
„Das war aber im Grunde ganz harmlos Dad.“ versicherte Rose. „Die haben im fahrenden Ritter so eine Pinnwand mit Bildern von berühmten Fahrgästen. Du, Mum und Onkel Harry seid da auch drauf.“
„Ach wirklich?“ grinste Ron. „Bin ich wenigstens von meiner Schokoladenseite zu sehen?“
„Dad!“ knötterte Rose.
„War doch nur ein Witz!“ versicherte Ron seiner Tochter. „Ich kann verstehen, dass dir der ganze Trubel auf die Nerven geht. Im Grunde bin ich sogar froh, dass du das als eher lästig ansiehst. Ich hatte schon befürchtet, dass du und Hugo euch plötzlich aufführt wie VIPs.“
„Du meinst ich als verzogene kleine Prinzessin?“ fragte Rose mit schiefem Grinsen. „Nee, das bin nicht wirklich ich.“
Einen Augenblick dachte sie nach, dann sagte sie:
„Weißt du was mir wirklich Angst macht Dad?“
Ron Weasley lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl zurück und nickte seiner Tochter aufmunternd zu.
„Minister Shacklebolt! Dad, der war praktisch mein ganzes Leben lang Minister. Sogar noch Länger! Fast 20 Jahre! Stell dir mal vor Mum bleibt so lange im Amt! Dad, dann bin 34 und hab vielleicht eigene Kinder…..Dad!“
Rose grinste als ihr Vater bei dem Begriff „eigene Kinder“ zusammengezuckt war.
„Ich sagte, wenn ich 34 bin.“
„Erschrick deinen alten Vater nicht so Rose.“ hielt Ron Weasley dagegen wurde dann aber wieder Ernst. „Ich kann aber verstehen, dass dir das an die Nieren geht. Die Vorstellung, dass die Auroren so lange ständig um einen herumschleichen. Ich spüre den Druck ja auch. Es sind bei mir im Laden jetzt schon ein paar Mal Leute aufgetaucht. Leute mit dickem Geldbeutel die über mich an deine Mutter rankommen wollen. Wollen Einfluss gewinnen und vielleicht einen kleinen persönlichen Gefallen. Naja, da muss ich durch! Aber dich kann ich da beruhigen meine Große.
Sagen wir mal deine Mutter bleibt im Amt.
Sobald du 17 wirst bist du ja volljährig und deine Großeltern, Mum und ich und die übrige Familie haben für jeden Weasley der nächsten Generation etwas Geld zur Seite gelegt. Als Startkapital, wenn ihr ins Berufsleben eintretet. Mit deinen Noten wirst du keine Probleme haben einen Job zu finden und mit dem Geld kannst du dir was eigenes suchen.“
„Aber die Auroren….“ hob Rose an doch ihr Vater unterbrach sie.
„Die überwachen nur dieses Haus so streng und dich und Hugo nur so lange bis ihr volljährig seid. Wenn ihr euch etwas eigenes sucht fällt die ständige Überwachung weg.“
„Echt?!“ meinte Rose hoffnungsvoll.
Ihr Vater nickte.
„Ich hab mich da schlau gemacht.“ erklärte er. „Wenn ihr nicht mehr hier wohnt müsst ihr euch bei einem Besuch nur überprüfen lassen. Die Auroren glauben wohl, dass wenn ihr nicht ständig hier lebt ihr eurer Mutter nicht so einfach einen Fluch aufhalsen könnt.“
Ron beugte sich vor und Rose genoss es, dass er ihr tröstend die Hand auf die Schulter legte:
„Auf lange Sicht ist es dein Leben meine Große. Dran wird sich auch nichts ändern.“
„Lässt du auch gar nicht zu was?“ fragte Rose.
„Eher zünde ich das Ministerium an.“ grinste Ron Weasley.
Rose nahm jetzt einen Schluck von ihrem Kakao und war sich sicher, das warme Gefühl, dass sich in ihrem Magen ausbreitete hatte nicht nur mit dem leckeren Gebräu zu tun.
So, das war es für heute.
Einen schönen Sonntag wünsche ich und einen guten Start in die neuen Woche.