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Still und doch unverzichtbar

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Still und doch unverzichtbar

Weiter geht’s.

Letzte Woche durften wir Ron als Vater erleben, diesmal widme ich ihm und Hermine ein Kapitel.

Vielleicht etwas kürzer aber wie ich immer sage: Manche Momente stehen besser allein.

Masse ist nicht gleich Klasse.

In jedem Fall: Viel Spaß!

Zufrieden mit seiner Arbeit legte Ron den Deckel auf den Topf und regelte die Wärme des Herds etwas herunter.

Mit dem Zauberstab ging das zum Glück wesentlich präziser als mit diesen Drehknöpfen an einem Muggel-Herd.

Sein Eintopf war fertig. Nun ging es nur darum ihn warm zu halten bis Hermine nach Hause kam.

Ron blickte zur Küchenuhr.

Sie war ein Geschenk seiner Eltern zur Hochzeit gewesen.

Sie erinnerte Ron an die Uhr die in seiner Kindheit immer im Fuchsbau gehangen hatte.

An dieser Uhr, sie war eine Erfindung seiner Mutter gewesen, hatte man natürlich nicht nur die Zeit ablesen können.

Es hatte einen Zeiger für jeden Weasley gegeben und man hatte immer genau erkennen können wo jedes Familienmitglied gerade war.

Die Uhr, die nun einen Ehrenplatz in der Küche der Mühle hatte war im Grunde eine Weiterentwicklung.

Sie hatte ein Ziffernblatt auf dem man die Zeit ablesen konnte und darunter ein Feld auf dem die Namen aller Mitglieder von Rons Familie eingetragen waren. Da war er selbst, Hermine, Rose und Hugo. (Magisch kam jedes mal ein Schriftfeld dazu wenn die Familie wuchs.)

Neben den Namen waren kleine Anzeigen angebracht mit Buchstabentafeln.

Diese Täfelchen zeigten an in welcher Lage die Familienmitglieder gerade waren und was sie gerade taten.

Die Anzeige neben Rons Nahmen wechselte surrend und klickend gerade von „kocht“ zu „wartend“.

Neben den Namen von Rose und Hugo stand „schläft“.

Das war nur natürlich. Es ging schließlich auf Mitternacht zu.

Ron seufzte als er neben Hermines Namen das Wort „arbeitet“ las.

Ron Blickte zum Ziffernblatt der Uhr. Es war 23 Uhr 55.

Er schüttelte den Kopf. Der Job hielt Hermine wirklich ganz schön auf Trap.

Zum Glück begannen gerade in diesem Moment die Buchstabentafeln neben Hermines Namen herum zu wirbeln und wechselten surrend zu „auf dem Weg“.

Erleichtert ging Ron zur Haustür.

Er hob eine Augenbraue als er bereits im Flur Hermines Stimme von draußen hörte.

Normalerweise apparierte seine Frau so nach Hause, dass sie noch einen kurzen Fußmarsch bis zur Mühle hatte.

Auf diese weise entspannte Hermine. Sie löste sich vom Job und schaltete auf „Freizeit“ um. Außerdem liebte sie den Blick hinunter in die kleine Senke in der die Mühle lag.

Wenn sie praktisch direkt vor die Haustür apparierte war sie gestresst. Das kannte Ron von ihr.

Er spitzte die Ohren und versuchte zu erkennen was gesprochen wurde.

Gerade sprach eine Stimme deren Worte er zwar nicht verstand aber er erkannte den Klang. Es war Hildi Caster die persönliche Assistentin von Hermine.

Mrs Caster war schon die gute Seele von Hermines Büro gewesen als diese noch die erste Sekretärin des Ministers gewesen war und nun, da Hermine zur Ministerin aufgestiegen war, hatte es auch für Hildi eine Beförderung gegeben:

Senior-Assistentin der Zaubereiministerin.

Darauf konnte sich Hildi Caster etwas einbilden und Ron gönnte ihr den Job.

Hildi war gut in dem was sie tat und loyal gegenüber Hermine.

Es beruhigte Ron das seine Frau solche Leute um sich hatte. Er war lange genug selbst im Ministerium gewesen um zu wissen, dass da auch ganz andere Figuren unterwegs waren.

Trotzdem war Ron der Meinung, dass er Hildi nun einen kleinen Dämpfer verpassen musste.

Es ging auf Mitternacht, Hermine war noch nicht über die Türschwelle ihres Hauses und trotzdem wurde vermutlich über die Arbeit gesprochen! Das reichte jetzt!

Ron öffnete die Haustür und erkannte, dass Hildi nicht persönlich Anwesend war.

Hermine sprach mit ihr über ihr Mini-Floh.

Eine der neuesten Entwicklungen der magischen Welt!

Inspiriert waren die Mini-Flohs durch die Handys der Muggel.

Nach außen hin sahen sie aus wie gewöhnliche Gebrauchsgegenstände.

Entweder wie Puderdosen mit kleinem Schminkspiegel oder wie Zigarettenetuis.

Sie funktionierten aber alle gleich:

Man klappte sie auf, entfachte eine kleine, tragbare Floh-Flamme und konnte sie sprechen mit wem man wollte.

Die meisten Mini-Flohs hatten auch einen kleinen Schreibblock dabei so das man kurze Nachrichten durch das Floh-Feuer schicken konnte.

Das war schon praktisch! Besonders in Notfällen aber Ron mochte die Mini-Flohs trotzdem nicht.

Man war nun einfach überall erreichbar. Es gab kein Entkommen!

„....der MACUSA ist überzeugt, dass die Maßnahme notwendig ist.“ vollendete Hildi gerade ihren Satz. Ein kleines Abbild ihres Kopfes schwebte in den grünen Flammen des Mini-Flohs welches Hermine in der Hand hielt.

„Ich sehe das ähnlich Hildi“ gab Hermine gerade zurück. „Unglaublich, dass die Amerikaner diesen Kerl nochmal gewählt haben. So einen Fehler macht man einmal aber doch nicht zweimal!“

„Wem sagen sie das Ministerin Granger.“ seufzte Mrs Caster.

„Am besten spreche ich mal mit der neuen Präsidentin des MACUSA.“ murmelte Hermine.

„Wunderbare Idee!“ meinte Ron der nun den Zeitpunkt für gekommen hielt einzugreifen. „Hildi, meine Frau spricht dann gleich morgen als erstes mit der Präsidentin des MACUSA und nun bitte keine weiteren Störungen. Meine Frau ist ab sofort sehr beschäftigt. Schönen Abend noch Hildi.“

Mit diesen Worten pustete Ron die Flohflamme aus, klappte das Mini-Floh seiner Frau zu und nahm es an sich.

„Ron!“ hob Hermine an.

„Feierabend Schatz!“ legte Ron mit sanfter Strenge fest. „Ich verspreche dir: All die Probleme sind morgen auch noch da.“

Einen Augenblick schien Hermine darüber nachzudenken, dann schloss sie kurz die Augen und atmete tief durch.

„Du hast ja recht.“ seufzte sie schließlich.

Während sie ihr braunes Haar aus dem eleganten Knoten befreite legte Ron den Arm um Hermines Schultern und führte sie ins Haus.

„Worum ging es denn da gerade?“ fragte Ron als sie durch den Flur schritten.

Hermines Mini-Floh deponierte er an der Garderobe wo seine Frau auch gerade aus ihren Schuhen schlüpfte.

„Ich hab was von MACUSA mitbekommen.“ fragte Ron weiter. „Ich dachte du kämst mit dieser neuen Präsidentin gut aus. Der Vorgänger war ja nicht so das gelbe vom Ei.“

„Allerdings nicht.“ seufzte Hermine. „Ich bin diesem Kerl fast dankbar, dass er sich in diesen Skandal verwickelt hat! Die Tatsache, dass der MACUSA ihn aus dem Amt gejagt hat beweist, dass das System, zumindest im magischen Bereich der Regierung, in den USA funktioniert.“

Inzwischen hatten Ron und Hermine die Küche betreten.

Ron bedeutete Hermine platz zu nehmen während er das Abendessen servierte.

Hermine indes erzählte weiter.

„Das Problem ist im Muggelbereich der Regierung.“ erläuterte sie. „Die haben da jetzt zum zweiten Mal diesen furchtbaren Kerl zum Präsidenten gemacht.“

„Den der die Mauer bauen wollte?“ fragte Ron und schob seiner Frau einen gut gefüllten Teller zu.

„Genau der.“ stöhnte Hermine. „Einen Fehler wie den macht man einmal aber nicht zweimal!

Der MACUSA konnte schon in seiner ersten Amtszeit nicht richtig mit dem Mann arbeiten und brach den Kontakt zur nicht magischen Regierung ab. War ein ganz schöner Skandal damals.“

„Und das wollen sie jetzt wieder tun?“ erkundigte sich Ron und nahm ebenfalls am Küchentisch platz.

Hermine nickte.

„Aber es ist mehr als das Ron.“ seufzte sie. „Diesmal ist der Kerl schlimmer. Er greift wirklich die Grundfesten der Demokratie in den USA an. Der MACUSA befürchtet, dass es zu einer dauerhaften Trennung der magischen und nichtmagischen Gemeinschaft dort kommen könnte. Ron, das wäre ein politisches Erdbeben! Eine komplette Abspaltung der magischen und nichtmagischen Regierung hat es in der westlichen Welt zuletzt gegeben als in Spanien noch Franco an der Macht war! Ich muss darüber mit der MACUSA-Präsidentin reden. Wir müssen uns da abstimmen, falls es wirklich so weit kommt.“

Sicher eine gute Idee.“ meinte Ron.

Stille breitete sich nun aus aber es war keine drückende, unangenehme Stille.

Hermine aß und Ron konnte förmlich mit ansehen, wie die Anspannung von ihr abfiel.

Er lächelte in sich hinein. Ein gutes Essen heilte die Seele und Ron war froh seiner Frau was das betraf helfen zu können.

Der Job forderte Hermine so sehr!

Ron hatte sie schon während der gemeinsamen Schulzeit für ihre unerschöpfliche Energie bewundert aber das Ministerium führte Hermine schon bis an ihre Grenzen.

….Ich lass dich nicht im Stich Schatz.....dachte Ron bei sich und während er Hermine ansah kam er einmal mehr zu dem Schluss, dass er ein Glückpilz war.

„Wie geht es eigentlich Rose?“ erkundigte sich Hermine schließlich.

Ron war sofort klar: Nun war seine Frau wirklich zu Hause angekommen.

„Es geht so.“ meinte er.

Hermine verzog kurz den Mund.

„Sie war wütend auf mich wegen ihrem Praktikum, oder?“

„Sie war nicht wütend auf dich Schatz.“ widersprach Ron. „Sie war frustriert. Die Situation ist nicht leicht für die Kinder.“

„Habe ich gehört.“ murmelte Hermine. „Die Auroren haben mich darauf angesprochen, dass Rose ihr Fenster abgehängt hat.“

„Ach?“ erwiderte Ron.

„Ja.“ bestätigte Hermine. „Sie sagen es sei ja nicht gegen die Vorschrift aber meinten ob wir nicht doch mal mit Rose darüber.....“

„Nein, können wir nicht!“ unterbrach Ron sanft aber bestimmt. „Hermine, ich verstehe, dass an die Sicherheit gedacht werden muss aber Rose braucht auch ihren Freiraum! Und ganz ehrlich: Ich will nicht das ein Auror unserer vierzehn Jahre alten Tochter in allen Lebenslagen zusieht.“

Hermine blinzelte überrascht.

Ron erkannte, dass sie wohl bisher noch nicht in diese Richtung gedacht hatte.

Erschöpft fuhr sie sich mit der Hand übers Gesicht.

„Du hast Recht.“ räumte sie schließlich ein. „Rosie braucht ihre Privatsphäre. Und sie ist wirklich nicht wütend auf mich?“

Ros schüttelte den Kopf.

„Du kennst doch unsere Große.“ meinte Ron. „ Sie ist vernünftig genug um zu versehen, dass manche Dinge notwendig sind. Sie hat sich in erster Linie darum Sorgen gemacht, dass all die Aufmerksamkeit der Auroren jetzt für immer ein Teil ihres Lebens sein würde und sie ihr eigenes Leben nie würde gestallten können.

Ich hab ihr aber erklärt, dass dem nicht so ist. Den Rest hat mein Kakao dann ins Lot gebracht.“

„Ich werde auch nochmal mit ihr reden.“ meinte Hermine und machte Anstalten aufzustehen.

„Schaahatz“ flötete Ron und ergriff über den Tisch hinweg die Hand seiner Frau.

Bedeutungsvoll nickte er in Richtung der Küchenuhr. Auf dem Zifferblatt wurde nun 0 Uhr 35 angezeigt. Neben Roses Namen prangte das Wort: Schläft.

Hermine sank wieder auf ihren Stuhl und legte den Kopf in den Nacken.

Schließlich blickte sie Ron an.

„Morgen?“ fragte sie.

„Morgen!“ bestätigte Ron.

Liebevoll strich Hermine mit dem Daumen über Rons Handrücken.

„Was wäre ich nur ohne dich.“ meinte sie liebevoll.

„Bei dem Versuch die magische Welt zu retten hoffnungslos verloren.“ gab Ron Trocken zurück.

„Die magische Welt retten?“ erkundigte sich Hermine. „Ist das nicht mehr Harrys Ding?“

„Wir lassen ihn in den Glauben.“ zwinkerte Ron.

So, das war es für heute.

Ich wollte einfach mal zeigen, wie wichtig Ron ist. Er ist vielleicht nicht der Minister und auch nicht Leiter der Auroren aber er ist etwas viel wichtigeres: Ein Fels in der Brandung.

Guten Start in die neue Woche wünsche ich.