Flatternde Nerven
Flatternde Nerven
Wieder geht es weiter.
Vielleicht etwas kürzer aber ich hoffe es wird euch gefallen.
Viel Spaß.
Trever-Hall war an diesem Nachmittag im Ausnahmezustand.
Weihnachten stand vor der Tür.
Dies war jedoch nicht der Grund für die allgemeine Aufregung.
Heute war der heilige Abend.
Damit war der Tag des Weihnachtsballs des Zaubereiministeriums gekommen.
Der Ball sollte am frühen Abend beginnen und nun war auch Danny der Meinung, dass es an der Zeit war sich umzuziehen.
Seine Cousinen waren da völlig anderer Meinung gewesen.
Alex und Kara waren bereits seit den frühen Morgenstunden nicht mehr ansprechbar gewesen.
Danny hatte den Tag mit einer wissenschaftlichen Studie verbracht.
Er hatte am lebenden Objekt die psychologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen studieren können.
Zum Beispiel das Zeitempfinden:
Für den Mann (Danny sah sich selbst als das Versuchsobjekt) war noch jede Menge Zeit wenn man Morgens um acht Uhr aufstand und man erst gegen 18 Uhr auf dem Ball sein wollte.
Frauen sahen das offenbar anders.
Dannys Onkel Taro und Jerry Danvers waren sich dieser Tatsache offenbar bewusst. Sie hatten sich nach dem Frühstück mit der Begründung verabschiedet im Ministerium bei den Vorbereitungen helfen zu wollen. Ihre Festumhänge hatten die beiden Herren mitgenommen und so war Danny, seine Tante und seine Cousinen alleine zu Hause gewesen.
Bereits zwei Stunden nach dem Frühstück war Dany zu der Überzeugung gekommen, dass er seine Onkel besser begleitet hätte.
Zunächst schien das räumliche Empfinden von Frauen, in Vorbereitung eines festlichen Anlasses, einen radikalen Wandel zu durchlaufen.
Eigentlich, so war es Dannys Überzeugung, war Trever-Hall ein Gebäude das ausreichend Platz für jedermann bot.
Nicht heute!
Danny konnte machen was er wollte. Ganz gleich in welches Zimmer er sich zurückzog, er war irgendwie immer im Weg.
Entweder seiner Tante oder Alex und Kara.
Dazu kam, dass seine Cousinen zwar enormen Redebedarf hatten aber im Grunde nicht hören wollten was er zu sagen hatte.
Ganz besonders nicht, wenn es um die Auswahl ihrer Festumhänge ging.
Alex hatte kurz vor dem Mittagessen aufgrund einer Äußerung von Danny fast einen Nervenzusammenbruch bekommen du Danny hatte sich von seiner Tante einen Vortrag über den taktvollen Umgang mit Frauen anhören.
Nach der fast dreißigminütigen Lektion hatte Eliza sich schließlich erkundigt was ihr Neffe den eigentlich gesagt hätte.
Danny sagte wahrheitsgemäß, dass er nur gesagt hätte, dass der Umhang von Alex sehr nett aussah.
Eliza Danvers war entsetzt!
Sie war der Meinung, dass ihr Neffe viel zu allgemein geblieben. In einer solchen Situation musste man persönlich werden.
Danny hatte zu allem Ja und Amen gesagt auch wenn er absolut nicht verstehen konnte was seine Tante mit „persönlich“ meinte.
Hätte er ein Gedicht verfassen sollen.
Alex war seine Cousine!
Auf der anderen Seite konnte er bei ihr die Nervosität noch verstehen.
Für sie war der Abend etwas Besonderes. Ihr erstes echtes Date mit ihrer Freundin Jenna.
Kein Wunder das es ihr etwas bedeutete.
Danny versuchte sich vorzustellen wie es wohl wäre, wenn er sich ständig verstecken müsste um mit Rose zusammen zu sein.
Ziemlich bedrückend.
Aber warum war Kara auf 180?
Sie war mindestens ebenso hibbelig wie Alex.
Danny hatte nachgeforscht und schließlich hatte er aus seiner jüngeren Cousine eine befriedigende Antwort herausbekommen.
Kara war schließlich mit Al zusammen und es war ihr erster großer Ball.
Gut, das konnte Danny nachvollziehen. Es war eine Sache mit seinem Freund am schwarzen See etwas zu knutschen aber ein richtiger Ball? Das war schon etwas anderes.
Auch Danny war etwas nervös.
Es war schließlich ein offizieller Ball des Ministeriums.
Trotzdem ließ Danny sich nicht verrückt machen.
Natürlich wollte er Rose nicht blamieren und Danny hatte sich daher zum Anlass einen neuen Festumhang bestellt.
Er war ähnlich geschnitten wie der Umhang, den er zu Teddy Lupins Hochzeit getragen hatte.
Schwarze Hose und schwarze Stiefel dazu ein weinrotes Oberteil deren Ärmel allerdings am Unterarmgelenk endeten. Sie wurden zum Ende hin weiter und dunkelgrüne Ärmelteile bedeckten die Unterarme bis zu den Handgelenken.
Weinrot und dunkles Grün waren die Farben der Jahreszeit.
Auf einen Umhang verzichtete man diesmal.
Laut Schneider waren sie nicht mehr in Mode.
Man trug jetzt Hüte.
Völlig albern fand Danny.
Der Hut der zu seinem Umhang gehörte sah aus wie einer von diesen alten Dreispitzhüten.
Danny konnte sich mit dem Ding überhaupt nicht anfreunden und hatte den Fehler gemacht laut zu verkünden, dass er den Hut „vergessen“ würde.
Dies hatte seine Tante dazu veranlasst ihm zu drohen, das Ding an seinem Kopf mit einem Dauerklebefluch zu befestigen.
Auf der einen Seite war fand Danny das cool. Sein Verhältnis zu seiner Tante war nun so familiär, dass sie ihn derartig bedrohen konnte.
Auf der anderen Seite saß er nun mit diesem Blöden Hut da.
„Keine Sorge mein Junge.“ hatte das Bild von Dannys Großmutter gesagt als er deprimiert durchs Treppenhaus geschlichen war. „Den Hut gibst du an der Garderobe ab.“
Das hatte Danny dann doch etwas beruhigt.
Nach dem Mittagessen war das Thema dann nicht mehr Festumhänge gewesen, sondern Makeup.
Danny hatte die Hoffnung gehabt sich bei diesem Thema raushalten zu können. Er trug so etwas nicht.
Fast hätte das auch geklappt aber dann war eine bestimmte Sorte Lipgloss ausgegangen und das kam für die Damenwelt auf Trever-Hall einem Weltuntergang gleich.
Es war nur noch genug von dem Zeug da für eine der Danvers-Schwestern.
Kara hatte sich die Dose mit dem Lipgloss geschnappt und hatte die Flucht ergriffen.
Verfolgt wurde sie von Alex mit erhobenem Zauberstab.
Danny hatte die Hoffnung gehabt, dass die Mutter der beiden verhindern würde das die beiden sich in Stücke fluchten aber Eliza drehte sich zu Danny um und sagte, dass sie dafür jetzt keine Nerven hätte und er sich bitte um die Mädchen kümmern sollte.
Damit war das ganze sein Problem!
Stöhnend war Danny den beiden Mädchen hinterhergerannt.
In der Nähe des Pools hatte Danny die beiden eingeholt.
Wild hatten die beiden Schwestern um die Dose mit dem Lipgloss gerangelt, hatten des Gleichgewicht verloren und es war nur Dannys „Aresto Momentum“ zu verdanken, dass Alex und Kara nicht im Wasser landeten.
„Wenn ihr jetzt nicht aufhört euch aufzuführen als hätte euch ein Billywig gestochen wo es weh tut dann lasse ich euch in den Pool fallen!“ drohte Danny.
Nachdem die Beiden ihm Waffenstillstand zugesagt hatten brachte Danny die Mädchen in Sicherheit und löste das Problem mit dem Lipgloss indem er einen kleinen Vermehrungszauber auf die Dose anwandte.
„Oh Mann!“ jammerte Kara. „Den Zauber hab selbst ich schon drauf.“
„Ja, da hätten wir auch draufkommen können.“ meinte Alex zerknirscht.
„Dann hört ihr jetzt vielleicht endlich auf euch so albern zu benehmen.“ meinte Danny überzeugt und zog sich in sein Zimmer zurück.
Dort aktivierte er sein Impro Invisiba und rief eine Präsentation auf in der man Gesellschaftstanz lernen konnte.
Er hatte mit dieser Präsentation schon seid Anfang der Ferien etwas gearbeitet.
Nicht etwa, weil er nervös war oder so.
Das war er nämlich ganz und gar nicht.
Nervös werden war nicht sein Ding.
Es war aber eben ein Ball des Ministeriums und sicher würde man von ihm erwarten, dass er auch mit Rose tanzte.
Das hatte er ja schon bei der Hochzeit.
War ja ganz locker gegangen…..auch wenn James Potter ihn als schwerfälligen Tanzbären bezeichnet hatte.
Das Übern hatte gar nichts damit zu tun, dass Roses Mum die Ministerin war und deshalb sicher viele Augen auf ihn gerichtet sein würden. Nein, überhaupt nichts!
Danny wählte einen bestimmten Tanz in der Präsentation aus und das Impro Invisiba projizierte goldene Fußabdrücke auf den Boden die Danny die Tanzschritte aufzeigten.
Konzentriert schritt er die Fußabdrücke ab während leise Tanzmusik den Raum erfüllte.
Gerade war Danny der Meinung die Schrittfolge drauf zu haben als von der Tür her leises Kichern zu hören war.
Danny wünschte sich unter Als Tarnumhang verschwinden zu können den dort standen grinsend Ales und Kara.
Offensichtlich war Danny so in Gedanken gewesen, dass er nicht mitbekommen hatte, dass seine Cousinen ihn schon eine ganze Weile beobachteten.
„Wir wollten nur kurz danke sagen.“ meinte Alex kichernd.
„Und wir versprechen auch, dass wir uns nicht mehr kindisch aufführen werden.“
Kara konnte den Satz kaum beenden bevor die Schwestern laut loslachen mussten.
Gequält starrte Danny zur Decke während seine Wangen brannten.
Alex war die erste die sich wieder beruhigte.
„Machst dir Sorgen, dass du Rose blamierst, oder?“ fragte sie schelmisch grinsend.
Danny beschloss das leugnen sinnlos war und nickte.
„Keine Sorge.“ keuchte Kara. „Sah ganz gut aus.“
Auch Alex nickte.
„Danke.“ meinte Danny schüchtern.
„Kinder!“ tönte Elizas Stimme durchs Haus. „Zeit zum Umziehen! Wir müssen los!“
So, das war es für heute.
Hoffe der Wahnsinn vor der Party hat euch gefallen.
Habt einen guten Start in die neue Woche.