Nachbeben
Nachbeben
Und wieder geht es weiter.
Leider bin ich über die Feiertage sehr eingespannt und auch heute ist meine Zeit knapp.
Mal wieder eine Krankmeldung auf der Arbeit und wir müssen sehen wie wir klarkommen.
Daher gilt mal wieder: Kurz aber (hoffentlich) gut.
Viel Spaß.
Nachdenklich ging Danny durch das Treppenhaus von Trever-Hall. Er hatte sich in der Bibliothek seiner Eltern etwas umgesehen um etwas über die Wächter der Mayflower herauszufinden.
Er sah die Herausforderung die Hogwarts erhalten hatte als etwas Persönliches.
Er lachte Bitter.
Vermutlich hatte sein Großvater genau darauf gehofft. Danny war fest entschlossen die Sache ernst zu nehmen aber sich nicht manipulieren zu lassen.
Über die Wächter der Mayflower hatte er in der Tat einiges herausgefunden.
Diese Duellgesellschaft war die Älteste auf dem Amerikanischen Kontinent und setzte sich ausschließlich aus Familien zusammen die, wie die Crowfields, über einen Familien-Kodex verfügten und sich gewissen „Grundregeln“ unterwarfen. Dazu gehörte natürlich, dass es ein Familienoberhaupt gab dem sich der Rest der Familie unterordnen musste.
Die Patriarchen der Familien bildeten den „Rat der Wächter“. Die Führungsspitze der Duellgesellschaft.
In der Zeit vor der Gründung des MACUSA hatte die Duellgesellschaft eine wichtige Rolle eingenommen. Im Grunde war sie eine Art Vorläufer der magischen Regierung auf dem Nordamerikanischen Kontinent gewesen.
Der Rat der Wächter hatte sich mit Problemen der einzelnen Zauberer-Familien befasst, hatte Geheimhaltung der Magie sichergestellt und die Verteidigung der magischen Gesellschaft organisiert.
Zu den größten Leistungen der Gesellschaft zählte der Schutz der magischen Bevölkerung während der Hexenprozesse von Salem. Diese begannen 1692 und stellten zunächst noch eine große Gefahr für die Hexen und Zauberer in Nordamerika da.
Der MACUSA existierte noch nicht und so fehlte der magischen Gemeinschaft die Organisation.
Danny hatte inzwischen genug Krisen mitgemacht um zu wissen, dass Organisation sehr Wichtig war.
Die Wächter der Mayflower hatte die Hexen und Zauberer beschützt und die Gründung des MACUSA vorangetrieben
1693 waren sie erfolgreich gewesen und hatten mit ihren Duell-Fähigkeiten der jungen amerikanischen, magischen Regierung Kraft verliehen.
Fast alle Auroren in den Gründungstagen des MACUSA kamen aus den Reihen der Wächter der Mayflower.
Kein Wunder, das diese Gesellschaft in Amerika in hohem Ansehen stand.
Die Gesellschaft selbst war nach Altersgruppen unterteilt. Diese wurden Decks genannt.
Danny hatte sich zunächst über diese Bezeichnung gewundert aber dann hatte er sich daran erinnert, dass die Mayflower ein Schiff gewesen war.
Vor diesem Hintergrund machte die Bezeichnung Sinn.
Es gab das Komandodeck.
Dies war die höchste Stufe innerhalb der Duellgesellschaft. Auf dieser Stufe stand der Rat der Wächter und die Adjutanten.
Die Adjutanten repräsentierten jeweils einen Bundesstaat der USA. Den Adjutanten unterstanden alle Mitglieder aus dem jeweiligen Staat und die Adjutanten selbst unterstanden dem Rat.
Die vollwertigen Mitglieder waren im sogenannten „Zwischendeck“ zusammengefasst. Hier handelte es sich um volljährige, ausgebildete Mitglieder der einflussreichen Zauberer-Familien.
Letztlich gab es dann noch das Unterdeck. Dieses Deck konnte man gewissermaßen als den Nachwuchs bezeichnen.
Um der Duellgesellschaft beitreten zu dürfen musste man mindestens zwölf Jahre alt sein.
Offenbar legte die Gesellschaft wert darauf, dass die Mitglieder zumindest das erste Jahr auf Ilvermorny hinter sich hatten und einen stabilen Zugang zu ihrer Magie.
Um Unterdeck waren also die Nachwuchs-Mitglieder versammelt.
Hexen und Zauberer im Alter von 12 bis 17 Jahren.
Gerade als Danny über all dies nachdachte hörte er das sirrende Geräusch eines Fluchs der abgeschossen wurde.
Alarmiert blickte er sich um und erkannte, dass das Geräusch aus dem Dojo kam. Dem Trainingsraum von Trever-Hall wo Danny oft mit Taro trainiert hatte.
Erneut sirrte es und ein rotes Licht schien unter dem Türspalt hindurch.
Vorsichtig näherte Danny sich der Tür und schob sie einen Spalt auf.
Im Innern des Dojos entdeckte Danny seine Cousine Alex.
Die ältere der Danvers Schwestern stand mit ihrem Zauberstab vor den Übungspuppen, zielte und feuerte mit „Stupor“ einen roten Lichtblitz auf eine der Puppen ab.
Leider verfehlte der Schocker sein Ziel und zerplatzte an der Wand.
Alex fluchte leise und Danny erkannte, wie angespannt seine Cousine war.
„Willst du einen Tipp?“ fragte Danny und schob sich durch die Tür.
Alex wirbelte herum.
Sie war so angespannt, dass Danny abwehrend die Hände hob.
„Ich komme in Frieden junge Löwin.“ meinte er scherzhaft.
Alex lachte kurz auf und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Sorry Dachs-Bro.“ meinte sie. „Bei Merlins Strumpfband! Ich hätte dir fast einen Fluch auf den Hals gehetzt.“
„Hoffentlich wenigstens einen Guten.“ gab Danny zurück.
„Oh, es wäre ein bescheidener Schockzauber gewesen.“ grinste Alex. „Auch wenn ich noch nicht ganz zielsicher bin.“
Frustriert deute Alex auf den Punkt an der Wand wo ihr Fluch zerschellt war.
„Du musst im Handgelenk locker bleiben.“ riet Danny. „Du verkrampfst dich zu sehr. Wenn du im Handgelenk steif bist versaut dir der Rückstoß des Fluchs das Ziel.“
„Ok…“ meinte Alex unsicher.
Erneut wandte sie sich den Übungspuppen zu.
Danny verfolgte wie Alex ihr Handgelenk lockerte, zielte und schließlich ihren Fluch abfeuerte.
Diesmal prallte der Fluch direkt gegen die Brust der Übungspuppe.
Triumphierend reckte Alex die Faust empor.
„Siehst du?“ grinste Danny. „Einfach locker bleiben. Sagst du mir jetzt, was dir quer sitzt?“
„So offensichtlich?“ fragte Alex.
„Ziemlich.“ bestätigte Danny.
„Kannst es dir sicher schon denken.“ brummte Alex.
„Opa?“ fragte Danny.
Alex antwortete nicht sondern feuerte mit verbissenem Gesichtsausdruck einen weiteren Fluch auf die Übungspuppen ab.
Alex fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Es hätte mein erstes richtiges Date mit Jenna werden sollen.“ räumte sie schließlich ein.
Danny verstand. Nach dem Auftritt ihres Großvaters war die Stimmung auf dem Ball einfach im Keller gewesen. Dannys Familie war früh gegangen. Es war einfach alles zu verkrampft gewesen.
„Warum kann er uns nicht einfach in Ruhe lassen!?“ fragte Alex frustriert „Ich meine, gerade läuft endlich wieder alles und genau da taucht er auf und für was? Einfach nur ein gewaltiges….“
Alex zog ordentlich vom Leder und machte eine ziemlich wüste Geste.
„Wenn deine Mutter das gesehen hätte, dürftest du spülen und abtrocknen bis wir zurück nach Hogwarts müssen.“ war Danny sich sicher.
„Wirst du mich verpetzen?“ fragte Alex.
„Sehe ich so aus?“ gab Danny mit schiefem Grinsen zurück.
Er trat auf Alex zu und legte ihr die Hand auf die Schulter.
„Ich bin auch sauer auf unseren Großvater.“ meinte er. „Aber lass dich von ihm nicht so fertig machen. Genau das will er doch. Sicher, er will auch Hogwarts demütigen aber er will bestimmt auch, dass wir alle uns so verwundbar fühlen.
„Hast vermutlich recht Dachs-Bro.“ räumte Alex ein.
Sie atmete erst einmal tief durch.
„Glaubst du das die Lehrer bei dieser Herausforderung antreten oder die Schüler?“
„Ich tippe auf die Schüler.“ meinte Danny und erzählte Alex was er über die Wächter der Mayflower herausgefunden hatte.
„So wie ich unseren Opa einschätze wird er sich nicht selbst die Hände schmutzig machen.“ folgerte Danny. „Der sieht sich selbst als General der seine Truppen in den Kampf schickt.“
„Ja,“ Alex grinste freudlos. „Das passt zu ihm.“
„Ich denke er wird dieses „Unterdeck“ gegen uns mobil machen.“ orakelte Danny. „Waren du und Kara eigentlich auch mal Mitglieder bei den Wächtern der Mayflower. Ihr habt ja in Amerika gewohnt und kommt aus einer alten Familie.“
Alex schüttelte den Kopf.
„Männliche Mitglieder der Familie werden automatisch für die Mitgliedschaft vorgemerkt.“ erklärte sie. „Damen müssen erst beim Patriarchen der Familie um Erlaubnis bitten.“
„Und die hätte Opa euch nicht gegeben?“ fragte Danny.
„Er hätte sie uns nicht unbedingt verweigert.“ brummte Alex und kratzte sich am Hinterkopf. „Soweit ich weiß durfte unsere Cousine Vivianca beitreten.“
„Du meinst die Tochter von Onkel Tobias aus seiner ersten Ehe?“ erkundigte sich Danny.
Alex nickte.
„Sie ist soweit ich weiß Mitglied.“ bestätigte sie. „Duellgesellschaften wie die Wächter der Mayflower sind nicht nur einfach Sportvereine. Die sind wichtig um sich Beziehungen zu sichern. Vielleicht sogar standesgemäße Ehepartner auszuspähen.“
„Kein Wunder, dass du kein besonderes Interesse an der Mitgliedschaft hattest.“ war sich Danny sicher.
„Nee…“ unglücklich schüttelte Alex den Kopf. „Das ist ein absolut konservativer Verein. Aber vor allem ging das von Mum aus. Sicher, die Pflichtübungen der Familie hat sie mitgemacht aber wo es ging ist sich auf Abstand zu unserem Großvater geblieben.“
„Warum wohl?“ fragte Danny sarkastisch.
Alex reagierte mit einem ironischen Grinsen.
Einen Augenblick schwiegen die beiden Jugendlichen.
„Ich werde mich nicht mehr von ihm herumschupsen lassen.“ flüsterte Alex schließlich. „Wenn Schüler kämpfen dürfen werde ich mich aufstellen lassen.“
Danny erkannte, dass sie den Griff um ihren Zauberstab so sehr gefestigt hatte, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten.
Danny begriff die Entschlossenheit seiner Cousine und traf eine Entscheidung.
„Dann kannst du doch sicher noch ein paar Tipps gebrauchen, oder?“
Alex blickte Danny an und lächelte. Bereits vor beginn des Schuljahrs hatte Danny Alex einiges beigebracht damit sie zu den anderen Schülern von Hogwarts aufschließen konnte.
„Meinst du das ernst?“ fragte Alex.
Grinsend legte Danny die Handflächen aneinander und meinte salbungsvoll.
„Die junge Löwin hat viel vom Dachs-Bro gelernt aber ich hab dir noch lange nicht alles beigebracht.“
So, das war es für heute.
Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und da ich nicht sicher bin was ich über die Feiertage noch geschafft kriege auch einen guten Rutsch.