Zwei Freundinnen
Zwei Freundinnen
Obwohl ich vor Hitze fast vergehe:
Hier das neue Kapitel.
Viel Spaß.
„Das sieht klasse aus.“ bewertete Ginny Potter als sie den letzten Rest des Nagellacks bei Hermine auftrug.
Es war ein wirklich schöner Lack in einem Saphirblau mit unglaublicher Tiefe.
Hermines Zehennägel sahen aus wie geschliffene Edelsteine.
„Wo hast du den Lack gefunden Minchen?“ wollte Ginny wissen.
„In einem neuen, kleinen Laden in der Winkelgasse.“ erklärte Hermine Granger und nippte kurz an ihrem Glas Elfenwein. „Er heißt „Das stille Eckchen“ und hat alle möglichen Beauty-Produkte für sie und ihn. So richtig schön zum entspannen. Fleur hat mir den Laden empfohlen.“
„Ich nehme mal an, die Ladenbesitzer sind fast in Ohnmacht gefallen als du reingekommen bist.“ vermutete Ginny.
Nun da Hermines Nägel fertig lackiert waren lehnte auch sie sich mit einem Glas des guten Elfenweins zurück.
Hermine indes kicherte.
„Die haben mich erst gar nicht erkannt.“ erzählte sie. „Hinter dem Tresen stand eine ziemlich junge Hexe. Vermutlich hat die nach den ZAGs Hogwarts verlassen und in dem Laden eine Anstellung gefunden. War aber sehr freundlich und hat mich auch gut beraten. Die eigentliche Ladenbesitzerin, eine Madame Ivone, hat uns aus dem Hintergrund beobachte und schließlich ist sie zu uns rüber gekommen und hat gefragt: Meine Liebe, hat ihnen schon mal jemand gesagt, dass sie wie unsere Ministerin aussehen?“
„Und was hast du geantwortet?“ wollte Ginny mit verstohlenem Grinsen wissen.
„Das ich schon mal von einem oder zwei Leuten darauf angesprochen worden bin.“ gab Hermine unschuldig zurück.
„Und wie ging es weiter?“ fragte Ginny über den Rand ihres Glases hinweg.
„Naja, dann haben sie draußen meine Auroren-Eskorte stehen sehen und erkannt das ich es wirklich bin.“ erzählte Hermine. „Madame Ivone ist fast in Ohnmacht gefallen und das Mädchen hinter dem Tresen hat spontan einen üblen Schluckauf bekommen den sie nicht wieder los geworden ist bis ich den Laden verlassen habe.“
Ginny kicherte in ihr Weinglas.
„Lass mich raten....“ sagte sie. „Madame Ivone wollte ein Foto mit dir fürs Schaufenster?“
Hermine nickte verlegen.
„Ich hoffe es hilft ihr.“ meinte sie über den Rand ihres Glases hinweg. „Es ist ja noch ein relativ neuer Laden und.....“
„Der Geheimtipp der Ministerin?“ Ginny lachte. „Das dürfte sicher helfen. Vielleicht gehe ich in den nächsten Tagen auch mal da vorbei und frage ob sie den Nagellack auch in einem schönen Violett haben. Vielleicht erinnert sich die hicksende Verkaufshexe ja an Ginevra den Geist.“
Hermine lachte und meinte dann:
„In jedem Fall bin ich froh, dass wir unseren Mädelsabend in den Terminplan quetschen konnten.“
„Recht hast du Minchen.“ lachte Ginny und legte ihren Kopf auf die Schulter ihrer Freundin.
Auch Hermine rückte etwas näher an Ginny heran.
Der „Mädelsabend“ war eine Tradition der beiden hexen seit der Zeit der magischen WG.
Einmal im Monat Ich-Zeit für Hermine und Ginny!
Keine Männer zugelassen!
Eine gute Flasche Wein und dann pflegte Frau sich selbst.
Meist probierten die beiden irgendwelche Beauty-Produkte aus die sie entdeckt hatten.
Ginny erinnerte sich an einen Abend vor fünf Jahren wo sie ein Shampoo getestet hatten das einem für eine Woche, nach der Benutzung, erlaubte nach Belieben seine Haarfarbe zu ändern.
Ginny Potter bekam heute noch Seitenstechen als sie daran dachte wie sie gelacht hatten.
Hermine sah nämlich mit roten Haaren mindestens genau so furchtbar auch wie Ginny mit tief schwarzem Haar.
„Ich vermisse das!“ seufzte Hermine. „Sich einfach mal spontan was gönnen.“
Ginny spürte wie sich Hermine etwas an sie kuschelte.
„Ist nicht nur für deine Große nicht ganz einfach was Frau Ministerin.“ vermutete Ginny und legte den Arm um Hermine.
„Nein, ist es nicht.“ seufzte Hermine. „Ich kann Rosie gut verstehen.“
„Ich dich auch.“ versicherte Ginny. „Oder glaubst du es war leicht Harry Potters bessere Hälfte zu sein?“
Hermine hob den Kopf und blickte ihre Freundin an.
„War es nicht.“ versicherte Ginny. „Erst recht nicht nach dem Krieg. Harry war ein Held und ich seine Freundin. Die Presse war hinter uns her wie Dementoren hinter Glücksgefühlen. Alles war einen Artikel wert. Weißt du noch? Selbst der Tagesprophet hat doch einmal verkündet, dass demnächst bei Potters die Hochzeitsglocken klingeln würden. Das war zwei Jahre bevor Harry mir den Antrag gemacht hat! Und wenn es nach Rita Kimmkorns Berichterstattung gegangen wäre hätten Harry und ich heute nicht drei Kinder sondern mindestens zwei Dutzend.“
„So oft wie die verkündet hast das du schwanger bist.“ erinnerte sich Hermine. „Wie hast du das ausgehalten Gin? Ich meine, klar, auch Ron und ich standen ja im Focus nach Voldemoirts Tod. Wir haben Harry ja geholfen.“
„Und ihr habt es verdient.“ meinte Ginny. „Ohne euch hätte er es nicht geschafft.“
Hermine lächelte dankbar.
„Aber mal im Ernst Gin, wie hast du das ausgehalten?“
Ginny Potter dachte einen Moment nach. Sie drehte sich auf der Couch und legte ihren Kopf auf dem Schoß ihrer Freundin ab.
Schließlich sagte sie: „Einfach nicht zuhören Minchen. Das ist Schritt ein. Wenn du auf jede Halbwahrheit, jeden Hass-Brief reagieren willst wirst du verrückt und zweitens: Ich wollte mit Harry zusammen sein denn, und das verrätst du ihm bitte nicht, ich liebe ihn.“
„Ach echt?“ lachte Hermine.
Ginny blieb ernst und fing den Blick ihrer Freundin ein.
„Du schaffst das Minchen.“ sagte sie überzeugt.
Hermine lächelte dankbar.
„So, und nun genug von der Arbeit!“ kommandierte Ginny. „Deine Auroren-eskorte wird von Kreacher gut versorgt und wir haben noch diese Gesichtsmaske vor und die ich entdeckt habe.“
In diesem Moment klopfte es leise an der Tür.
„Wer wagt es?“ fragte Ginny salbungsvoll.
Die Tür öffnete sich einen spalt breit und Harry Potter schob seinen Kopf durch die Wohnzimmertür des Grimmault Platz 12 und präsentierte die erhobenen Hände.
„Entschuldigt bitte das ich störe.“ meinte er. „Ich bräuchte nur ein Buch aus dem Regal.“
„So wichtig, dass du dich in die Höhle der Löwinnen wagst Mr Potter.“ scherzte Ginny.
„Ich bin noch nicht sicher.“ antwortete Harry und trat an das Bücherregal.
„Er ist noch nicht sicher.“ flüsterte Ginny Hermine zu so das Harry es unmöglich überhören konnte. „Er will sein kleines Frauchen mal wieder beschützen.“
Harry Potter drehte sich lachend zu den beiden Hexen um.
„Als ob ich es je wagen würde dich mein kleines Frauchen zu nennen.“ sagte er.
„Gute Antwort.“ schoss Ginny zurück.
Inzwischen hatte Harry das Buch gefunden das er suchte. Er hatte auf der Couch gegenüber den beiden Freundinnen platz genommen.
„Das Problem ist, dass ich noch nicht weiß worum es eigentlich geht.“ murmelte er als er die Seiten durchblätterte.
„Das ist doch ein Register von Kobold-Clans, oder?“ fragte Hermine.
Stimmt.“ bestätigte Ginny und setzte sich auf. „Hat Bill uns mal geschenkt.“
„Ah!“ ließ Harry sich vernehmen. „Da haben wir es....Bragbore.“
„Bragbore?“ fragte Hermine. „Der Koboldschmied?“
„Du kennst ihn?“ wollte Harry von seiner alten Schulfreundin wissen.
„Harry, worum geht es hier?“ fragte Ginny.
Harry hob einen Zettel den er bisher in der Hand gehalten hatte.
„Den hat Taro Isurgie mir geschickt.“ erklärte er. „Rose und dieses Mädchen aus den USA, Jenna, haben etwas beobachtet.“
Ginny seufzt, ebenso Hermine.
„Ermitteln sie wieder?“ fragte Ginny.
Harry lächelte.
„Nein, Rosie hat nur etwas beobachtet und keine fünf Minuten später hat sie es Taro erzählt.“
Harry fasste die Beobachtung kurz zusammen die Hermines Tochter gemacht hatte.
„Er hat mir das Symbol geschickt. „erklärte Harry. „Ich habe es hier gefunden. Es ist das persönliche Siegel von Bragbore. Du kennst es Hermine.“
„Was man so kennen nennt.“ meinte diese. „Er lebte während der Tudor Ära und war ein berühmte Koboldschmied. Bekannt für seine hochwertigen Arbeiten und seine liberale Einstellung wenn es um Handel mit Zauberern geht. Es gab da aber, wenn ich mich richtig erinnere, einen ziemlich hässlichen Vorfall mit ihm.“
„Kennst du Einzelheiten?“ wollte Harry wissen.
Hermine hob die Schultern.
„Ich habe über die Geschichte der Kobold/Zauberer-Beziehungen gelesen. Dabei bin ich auf den Namen Bragbore gestoßen. Er war lange Zeit ein Beispiel für funktionierende Beziehungen zu Kobolden. Dann ist etwas geschehen. Jemand, aller Wahrscheinlichkeit nach ein Zauberer, hatte sein Gedächtnis gelöscht und war nicht zimperlich gewesen. Bragbore war ein einzigartiger Schmied. Berühmt für seine Arbeit. Ganz besonders mit Kobold-Silber. Nach dem angriff auf ihn war er nie mehr der Selbe. Er hatte einige seiner Fähigkeiten verloren. Die Kobolde waren mehr als nur wütend. Ein angesehener Schmied! Angegriffen und sein Gedächtnis zerstört. Geheimnisse der Schmiedekunst verloren. Das gab ordentlich Ärger! Die Kobolde haben mit Krieg gedroht und wollten eine Untersuchung.“
„Und?“ wollte Harry wissen.
„Man hat ermittelt.“ seufzte Hermine. „Soweit ich weiß ist aber alles im Sand verlaufen. Das hat die Beziehungen zu den Kobolden schwer belastet aber mehr weiß ich auch nicht. Es war ja schließlich vor Jahrhunderten.“
„Und Dannys Großvater interessiert sich nun für Bragbore?“ fragte Ginny.
„Und für Hogwarts.“ seufzte Harry.
Ginny fuhr sich mit den Händen übers Gesicht.
„Nur ein Schuljahr ohne Katastrophen.“ seufzte sie.
„Ginny, ich verstehe wie du dich fühlst aber wor können den Kindern hier keinen Vorwurf machen.“ Rose und diese Jenna haben etwas beobachtet und keine zehn Minuten später haben sie es Dannys Onkel berichtet. Sie verbergen nichts so wie....“
„Du damals?“ vollendete Ginny mit schiefem Grinsen.
Ihr Mann nickte stumm.
„Ich bin nicht wütend auf die Rasselbande Harry.“ meinte Ginny versöhnlich. „Ich bin mehr wütend auf uns.“
Sie holte tief Luft.
„Wir haben finde ich in den letzten Jahren keine gute Figur gemacht.“ sagte Ginny Potter schließlich. „Ja, die Kinder konnten immer zu uns kommen und bis auf wenige Ausnahmen haben sie uns ja auch immer eingeweiht. Trotzdem standen sie am Ende immer allein da und sind in Situationen gekommen....ich darf gar nicht dran denken. Im letzten Jahr sind sie in die Schlacht um Hogwarts geraten! Lily war dabei! Mit gerade mal elf Jahren in der Schlacht gegen die Todesser!“
Sie machte eine Pause.
„Diesmal nicht!“ entschied Ginny Potter. „Diesmal lasse ich nicht zu, dass sie sich dieser Sache allein stellen!“
„Einverstanden.“ meinte Harry Potter und auch Hermine nickte.
Das war es für heute.
Hoffe es hat euch gefallen.
Vergeht nicht vor Hitze und habt einen guten Start in die neue Woche.