Bragbore Teil 2
Bragbore Teil 2
Weiter geht’s.
Ich sitze zwar als Schlafwandler am Rechner (24 h Schichten schlauchen ganz schön) aber ich will euch das Kapitel nicht schuldig bleiben.
Hoffe es wird euch gefallen.
Viel Spaß.
Mit gemischten Gefühlen betrat Harry Potter das Atrium des Zauberei-Ministeriums.
Er folgte der Tradition die sich zwischen ihm und Ginny etabliert hatte.
Die Mittagspause genoss das Ehepaar Potter zusammen in dem kleinen Café, welches für Mitarbeiter und Besucher im Atrium geöffnet hatte.
Harry freute sich darauf etwas Zeit mit Ginny zu verbringen. Auch nach all den Jahren schaffte sie es immer noch ihn wieder und wieder aufzumuntern.
Heute konnte er das gebrauchen.
Inzwischen hatte Harry das Café erreicht und ließ seinen Blick über die Tische schweifen.
Schnell hatte er Ginnys roten Weasley-Haarschof erspäht und bahnte sich einen Weg zwischen den Tischen hindurch.
Wie üblich herrschte hier um die Mittagszeit ein buntes Treiben.
Harry entdeckte ein Gesicht, dass es zumindest flüchtig kannte. Die Mutter von Jenna Vega saß mit zwei Abgesandten des MACUSA zusammen.
Harry konnte hören wie die beiden sich darüber beklagten, dass Amerika zur Zeit einen schweren Stand hatte.
Mrs Vega nickte verständnisvoll und meinte:
„Ich spüren den Druck leider auch. Unser derzeitiger Präsident ist eine echte Bürde.“
Einen Tisch weiter unterhielten sich zwei Kobolde von Gringotts über die neusten Wechselkurse und wieder einen Tisch weiter studierte ein Mann in schwarzer Robe mit breitem Schwarzen Hut und Sonnenbrille auf der Nase seines blassen Gesichts die Speisekarte.
Das kleine goldene Abzeichen an seinem dunklen Gewandt wies ihn als „Abgesandter der Vampiervereinigung der Kaparten“ aus.
Als Harry schließlich Ginnys Tisch erreichte erkannte er, dass noch eine weitere Person mit am Tisch saß.
„Hallo Arthur!“ grüßte Harry seinen Schwiegervater bervor er sich zu Ginny herunter beugte und ihr einen Kuss gab.
„Hallo Harry mein Junge.“ grüßte Arthur Weasley. „Ich hoffe ich störe euch nicht.“
Harry schüttelte den Kopf und Ginny versicherte: „Aber nicht doch Dad. Du wolltest mich doch was fragen, oder? Hattest du doch gerade gesagt.“
„Stimmt Ginny-Liebes“ lächelte Arthur. „Und keine Sorge, es ist nichts schlimmes. Molly und ich wollen nur wissen wie du dich hier eingelebt hast Schatz. Gefällt dir die Arbeit?“
Ginny wiegte den Kopf von einer Schulter auf die andere, dann sagte sie:
„Alles in allem gefällt mir die Arbeit sehr. Ich habe ein gutes Team und ich bereue es nicht Hermines Angebot angenommen zu haben. Sehr nützlich erweist sich, dass viele von den Leuten mit denen ich früher auf dem Feld gestanden habe jetzt in Verwaltungspositionen sind.“
„Macht die Zusammenarbeit sicher einfacher.“ vermutete Arthur.
„Ganz sicher.“ lächelte Ginny.
Harry kannte seine Frau gut genug. Ginnys Lächeln hatte eine wehmütige Note.
Daher fragte er: „Aber?“
„Naja...“ gestand Ginny. „Es erinnert mich aber auch daran wie lange ich jetzt schon nicht mehr auf dem Feld stehe.“
Ginny seufzte und blickte zwischen ihrem Vater und ihrem Mann hin und her.
„Ich glaube ich werde alt.“
Arthur lachte gütig auf und strich seiner Tochter über den Arm.
„Ach Ginny-Liebes!“ schmunzelte er. „Das steht uns allen bevor aber was soll ich denn bitte sagen?“
Harry legte den Arm um die Schultern seiner Frau und flüsterte ihr zu (gerade so laut, dass auch sein Schwiegervater es hören musste): „Ich denke, wenn wir heute Abend nach Hause kommen werde ich dir zeigen, dass wir beide noch nicht zum Alten Eisen gehören.“
Ginny blickte zu Harry auf und rieb ihre Nasenspitze an die von Harry.
„Sie wissen doch immer genau was sie sagen müssen Mr Potter.“ lächelte sie.
Ginny legte den Kopf schief und sah ihren Mann an.
„Dir scheint aber auch etwas über die Leber gelaufen zu sein Harry. Was ist los?“
„Es geht um die Sache in Hogwarts.“ räumte Harry schließlich ein.
Er bemühte sich nicht die Sache zu verstecken. Nicht vor Ginny.
Er wusste auch, dass Arthur im Bilde war.
Ginny hatte keine Geheimnisse vor ihren Eltern. Außerdem wusste der Potter/Weasley-Clan sowieso bescheid. Roxane, Georges und Angelinas Tochter, trat schließlich bei den Duellen an.
Ihre Eltern waren immer noch nicht sicher ob sie stolz auf ihre Tochter sein sollten oder wütend. In jedem Fall nahmen sie großen Anteil an dem was um ihr Mädchen herum geschah.
Harry brauchte die Situation also nicht lange erklären. Er fasste schnell zusammen was er von Taro erfahren hatte.
„Ich habe versucht das zu bestätigen was diese Morgana Selden da erzählt hat.“ sagte Harry abschließend. „Aber ich bin dabei auf Probleme gestoßen.“
„Was konntest du denn erfahren.“ wollte Ginny wissen.
„Nun, ein paar Dinge konnte ich feststellen.“ brummte Harry. „Zuerst einmal: Dieses Mädchen, Morgana Selden,...ich halte sie für eine vertrauenswürdige Quelle. Ihre Familie stand den Greengrass recht nahe. Während der Todesseraufstände haben sie sich rausgehalten und haben sogar Muggelgeborene dabei unterstützt das Land zu verlassen. Kurz vor Ende des Krieges ist das aufgeflogen. Die Familie wurde unter Hausarrest gestellt. Das wäre übel für sie ausgegangen aber dann kam die Schlacht um Hogwarts und schlimmeres blieb den Seldens erspart.“
„Ein Glück.“ murmelte Ginny und schüttelte den Kopf. „Ich schäme mich ein wenig. Als ich damals zur Schule ging war für mich klar: Die Slytherins sind der Feind! Nach der Schule wurde mir dann klar, dass die Welt nicht ganz so schwarz und weiß ist. Als Lily dann nach Slytherin kam und Albus und Rose Freunde in allen Häusern gefunden haben dachte ich mir: Slytherin hat sich verändert. Ich schätze mal auch das, war nicht ganz richtig. Slytherin war wohl schon immer vielschichtig.“
„Wohl wahr.“ brummte Harry. „Ich habe das auch nur erwähnt, weil ich klarstellen will, dass ich diese Morgana für eine zuverlässige Informationsquelle halte. Ich bin ihren Hinweisen also nachgegangen und habe herausgefunden, dass die letzte Schlacht von Ranroks Koboldaufstand fand tatsächlich in Hogwarts statt oder besser gesagt in den Höhlen unter der Schule.“
„Ich hätte wohl beim alten Professor Binns doch besser aufpassen sollen.“ murmelte Ginny. „Davon habe ich bisher nichts gehört.“
„Das ist nicht nur die Schuld vom alten Binns.“ räumte Harry ein. „Über diese Schlacht habe ich nur einige Zeitungsartikel gefunden. Nach den ersten Artikeln ändert sich aber die Lesart der Presse. Über die Schlacht findet man nichts mehr. ES wird über die allgemeine Erleichterung geschrieben, dass der Aufstand vorbei ist....wie sich die Wirtschaft dadurch entspannt, usw.“
„Aber nichts darüber worum es bei der Schlacht unter Hogwarts ging oder was die Kobolde eigentlich gesucht haben?“ erkundigte sich Ginny.
„Nichts in der Richtung.“ bestätigte Harry.
Ginny lächelte Bitter.
„Da hat man der Presse einen Knebel verpasst.“ stellte sie sachlich fest. „Ich war selbst lange genug Reporterin um zu verstehen wie das läuft.“
Ginny lehnte sich vor und legte die Unterarme auf dem Tisch ab.
„Offiziell haben wir die Pressefreiheit.“ erklärte sie sachlich. „Und die Regierung beschützt diese Freiheit. Zumindest offiziell. Aber dem Ministerium ist natürlich klar, dass Informationen zu kontrollieren Macht darstellt. Sie geben Statements ab die ihre Sicht der Dinge in den Vordergrund rücken und wenn sie wollen, dass etwas nicht an die Öffentlichkeit kommt....nun, sie weisen dann die Presse darauf hin, dass sie natürlich schreiben können was sie wollen aber wenn sie etwas schreiben, dass zum Nachteil des Ministeriums....oh Verzeihung (Ginnys Stimme war nun voller Ironie) etwas, dass gegen die öffentliche Sicherheit oder das allgemeine Wohl ist, dann sollten diese Zeitungen nicht erwarten, dass man sie weiterhin zu Pressekonferenzen des Ministeriums einlädt. Und das ist tödlich! Wenn man von dieser wichtigen Informationsquelle abgeschnitten wird kann jeder Reporter im Grunde einpacken. Also tut man der Regierung eben den Gefallen trotz Pressefreiheit.“
„Ich hab während meinem fünften Jahr auf Hogwarts erfahren wie das läuft.“ brummte Harry.
Ginny nickte.
„So ist das sicher auch damals gelaufen.“ war sie sich sicher. „Bei dieser Schlacht ist es um etwas gegangen, dass das Ministerium unbedingt Geheimhalten will. Deshalb haben sie dafür gesorgt, dass sich die Presse auf andere Dinge konzentriert.“
„Deshalb habe ich tiefer gegraben.“ erklärte Harry. „Alle Informationen über diese Schlacht damals wurden zur Geheimsache erklärt. Von der Mysteriumsabteilung.“
„Die Unsäglichen haben die Informationen versiegelt?“ erkundigte sich Arthur nachdem er sich fast an seinem Kaffee verschluckt hätte.
Harry nickte.
„Jede Akte, jeder Bericht wurde von der Mysteriumsabteilung versiegelt.“ bestätigte Harry. „Und nicht nur das. Auch Informationen über diesen Bragbore wurden versiegelt. Sicher konnte ich nur zwei Sachen herausfinden. Zum einen starb bei der Schlacht unter Hogwarts wohl einer der Lehrer damals. Ein Professor Eleazar Fig. Muss wohl ein Vorfahre der alten Mrs Fig sein die mich früher für Dumbledore im Auge behalten hat wenn ich bei meiner Familie war.
„Die Squip die damals bei der Sache mit den Dementoren für dich ausgesagt hat?“ fragte Ginny.
„Genau die.“ bestätigte Harry. „Leider kann ich die nicht mehr befragen. Sie ist vor zwei Jahren verstoben und hatte keine Kinder.“
„Schade.“ murmelte Ginny. „Was hast du noch herausgefunden.“
„Das betrifft diesen Bragbore.“ erklärte Harry. „Dieser Kobold hatte wohl geschäftliche Beziehungen mit einer Professorin von Hogwarts. Isidora Morganach. Aber ich habe nur den Namen! Alles andere über sie, ihre Familie einfach alles....Geheimsache auf Anordnung der Mysteriumsabteilung.“
Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und seufzte.
„Leider ist das eine der wenigen Anordnungen die auch der Leiter des Aurorenbüros nicht einfach überschreiben kann. Ich habe um einen Termin bei Hermine gebeten. Der Leiter der Mysteriumsabteilung wird auch da sein. Ich hoffe das ich so weiterkomme.“
Arthur räusperte sich.
„Da wirst du Geduld brauchen Harry.“ meinte er schließlich. „Ich bin ein alter Hase im Ministerium. Daher kann ich dir zwei Dinge sagen. Die Unsäglichen halten sich eigentlich ziemlich zurück wenn es darum geht sich einzumischen. Wenn sie es trotzdem tun dann ist es wichtig.“
„Das heißt wohl es geht Dannys Großvater nicht hinter irgendeinem Stück Kobold-Kunst her ist, oder?“ fragte Ginny.
„Nein Schatz.“ sagte Arthur und lächelte bitter. „Wenn es um so etwas banales ginge hätten sich die Unsäglichen nie eingemischt. Das sie es trotzdem getan haben bedeutet das es um etwas großes geht. Aber, und das ist die zweite Sache die ich dir sagen kann Harry: Du wirst Geduld brauchen. Die Unsäglichen bewegen sich langsam und lassen sich nicht hetzen.“
Harry atmete tief durch.
Genau das hatte er befürchtet.
Das war es für heute.
Eine schöne Woche wünsche ich euch.
Bis bald.