Bragbore Teil 3
Bragbore Teil 3
Einen Tag früher und etwas kurz.
Aber morgen ruft leider schon wieder die Pflicht.
Hoffe es gefüllt euch trotzdem.
Arthur verabschiedete sich kurze Zeit später.
Ginny und Harry saßen noch eine Weile zusammen.
„Hermine wird dir sicher helfen in dieser Angelegenheit.“ meinte Ginny.
Harry seufzte fast lautlos.
„Du siehst das anders?“ fragte Ginny vorsichtig.
Harry lächelte müde.
„Hermine wird alles tun um mir zu helfen aber Ministerin Granger könnte in den Weg kommen.“ erklärte Harry.
„Soll heißen?“ fragte Ginny.
Harry straffte sich und ergriff zärtlich Ginnys Hand.
„Es soll heißen, dass sich positive Entwicklungen unter bestimmten Umständen auch als hinderlich erweisen können.“
„Mehr Informationen bitte.“ bat Ginny.
Harry sammelte sich kurz, dann erklärte er:
„Als Kingsley hier übernommen hat war das Ministerium eine Schlangengrube. Seilschaften, Vetternwirtschaft und jeder konnte alles durch die Hintertür bekommen.“
„Man nennt es auch Korruption.“ brachte Ginny es auf den Punkt.
„Genau!“ bestätigte Harry. „Kingsley hat damit Schluss gemacht und Hermine war gewissermaßen der Besen mit dem er ausgekehrt hat und das war auch bitter nötig!“
„Du warst daran auch nicht unbeteiligt.“ fügte Ginny hinzu. „Du hast mit Kingsleys Rückendeckung das Auroren-Büro komplett erneuert und auch das war bitter nötig.“
„Das bestreite ich nicht.“ versicherte Harry. „Der Punkt ist folgender: Nun, da mit der Korruption aufgeräumt wurde ist es Hermine sehr wichtig, dass „das Haus sauber bleibt“. Deshalb ist sie sehr beschützend. Sie hasst es Leuten „Gefallen“ zu tun.“
Ginny nickte.
„Darüber haben wir geredet als ich hier angefangen habe. Minchen glaubt, dass es so anfängt. Ein kleiner gefallen hier, ein zweiter da..... Sie hat es schon kritisch gesehen, dass du Malfoy geholfen hast wenn es um die Reiseerlaubnis für seine Frau ging.“
Harry nickte.
„Sie hat das akzeptiert, weil sie Amos Diggorys Aktionen als eine Ungerechtigkeit empfunden hat mit der man aufräumen muss und weil sie anerkannt hat wie schwer es für Draco gewesen sein muss mich um Hilfe zu bitten.“
„Damals noch mehr wie heute.“ murmelte Ginny. „Ich meine, die Malfoys sind auch heute nicht unbedingt Freunde von uns aber....“
„Die Zeiten wo wir Feinde waren sind vorbei.“ vollendete Harry. „Der Punkt ist: Hermine wird sich meine Argumente anhören aber ich denke nicht, dass sie sich groß auf meine Seite stellen wird. Sie wird sich an die Regeln halten.“
„Ich verstehe warum dir das Sorgen macht Harry.“ meinte Ginny leise. „Wenn man bedenkt, was mein Vater über die Unsäglichen gesagt hat....“
„Da hast du den Klatscher genau getroffen Ginny.“ brummte Harry. „Und weißt du was mir daran die meisten Buschschmerzen macht?“
Ginny sah ihn abwartend an.
„Die Kinder stehen mal wieder im Mittelpunkt.“ erklärte Harry. „Sicher, James, Albus und Lily nehmen nicht selbst an den Duellen teil aber Roxy schon!“
„Und gute Freunde von ihnen.“ fügte Ginny hinzu. „Ich möchte nicht das Danny oder seiner Cousine etwas passiert. Danny ist Albus bester Freund und ich finde auch seine Cousinen sehr sympathisch. Vor allem haben die beiden Mädchen doch nun wirklich genug durchgemacht mit ihrem Großvater!
„Bin ich völlig deiner Meinung Schatz.“ bestätigte Harry. „ Aber es geht sogar noch weiter. Was immer dieser Mr Crowfield sucht ist unter Hogwarts versteckt und damit ist die Schule bedroht. Die Tatsache, dass unsere Sprösslinge nicht direkt bei den Duellen antreten schützt sie also nicht unbedingt.“
„Nicht sehr beruhigend Mr Potter.“ meinte Ginny und verzog den Mund.
„Würdest du es vorziehen wenn ich versuche dich vor der Wahrheit zu beschützen?“ fragte Harry.
„Untersteh dich Mr Potter!“ schoss Ginny streng zurück. „Erinnre Minchen daran, dass Rose und Hugo auch nach Hogwarts gehen.“ riet sie ihm. „Sie mag die Ministerin sein aber sie ist auch Mutter.“
Harry nickte und warf einen Blick auf seine Taschenuhr.
„Wird Zeit für mich. Hermine hat einen vollen Terminkalender und ich hatte Glück, dass sie mich noch reinquetschen konnte.“
„Dann viel Glück.“ sagte Ginny.
Harry lächelte dankbar und verabschiedete sich mit einem Kuss von seiner Frau.
Den Weg zu Hermines Büro, dem Büro des Ministers, kannte er in- und auswendig.
Schon bald hatte er sein Ziel erreicht.
Ein Hauself des Ministeriums öffnete ihm die Tür und kündigte ihn an.
Hermine empfing ihn mit der Herzlichkeit einer alten Freundin und bot ihm einen Platz am Konferenztisch an.
Dort erwartete sie bereits ein Zauberer der den dunkelblauen Umhang der Mysteriums-Abteilung trug.
Harry kannte ihn vom Sehen her.
„Darf ich vorstellen...“ sagte Hermine. „Eterius Fog, Leiter der Mysteriums-Abteilung. Oder kennt ihr euch?
„Vom sehen her.“ bestätigte Harry und schüttelte die Hand des anderen Zauberers.
Es überraschte ihn fast, dass er die ihm dargebotene Hand greifen konnte und das sie sich warm anfühlte.
Eterius Fog hatte silbergraues Haar und eine so blasse Haut das er fast wie ein Geist wirkte. Sein dunkelblauer Umhang verstärkte den Effekt noch. Seine hellen Haare fielen ihm bis auf die Schultern, er hatte einen spitzen Bart am Kinn und trug eine silberne Brille auf der Nase mit sechseckigen Gläsern.
„Meine Abteilung hat für gewöhnlich wenig mit dem Auroren-Büro zu tun.“ sagte Eterius Fog mit einer hohen, brüchigen Stimme. „Um so mehr überrascht es mich, dass ich zu dieser Unterredung gebeten wurde Mr Potter. Wie können wir dienlich sein?“
Harry atmete tief durch und begann die jüngsten Ereignisse zusammenzufassen. Er berichtete von den Erkenntnissen die er gewonnen hatte und welche Schlüsse er bisher gezogen hatte.
„Alles in allem müssen wir wohl davon ausgehen, dass dieser Mr Crowfield ein äußerst ungesundes Interesse an etwas entwickelt hat das unter Hogwarts verborgen ist. Was auch immer das sein mag. Wie ich ausgeführt habe steht es in Zusammenhang mit der früheren Hogwarts-Lehrerin Isidora Morganach, einem Koboldschmied namens Bragbore und dem Koboldaufstand von 1890. Leider konnte ich in diesem Zusammenhang nicht weiter ermitteln da alle Akten des Ministeriums von ihrer Abteilung versiegelt worden sind Mr Fog.“
„Aus gutem Grund.“ brummte der andere Zauberer.
„Daran zweifelt hier niemand Eterius.“ beschwichtigte Hermine. „Aber ich denke hier liegen besondere Umstände vor.“
„Da bin ich nicht sicher.“ widersprach Eterius Fog. „Zugegeben, die Hinweise die Mr Potter erhalten hat sind besorgniserregend aber nicht vollständig Schlüssig. Die Tagebücher dieses Koboldschmieds sind an sich schon eine wertvolle Antiquität. Vielleicht wollte dieser Mr Crowfield nur deshalb die Bücher erwerben.
Mr Potter, sie haben selbst erwähnt, dass dieser Mr Crowfield ein Sammler seltener magischer Objekte ist. Er hat versucht seinen Enkel, der ja wohl mit ihren Kindern befreundet und mit ihrer Tochter leiert ist Ministerin, versucht um sein Erbe zu prellen.“
„Die Cronis-Mühle.“ bestätigte Hermine.
„Eben diese.“ fuhr Eterius Fog fort. „Glücklicherweise hat dieser Mr Huntington eine Vereinbarung getroffen die uns befriedigt hat was den Verbleib dieses Artefakts betrifft. Hätte er darauf bestanden die Mühle selbst zu behalten hätte das wohl meine Abteilung auf den Plan gerufen. Ein Cronos-Mühle in den Händen einens Jugendlichen! Undenkbar.“
„Mr Fog!“ unterbrach Harry. „Ich würde nur zu gern glauben, dass Mr Crowfield nur hinter den Tagebüchern her ist um sie in eine Vitrine zu stellen. Aber sie ignorieren, dass wir klare Hinweise haben, dass er die Duell-Herausforderung an die Hogwarts-Schule nur ausgesprochen hat um Zugang zur Schule zu bekommen. Ginge es ihm nur um die Tagbücher dieses Koboldschmieds wäre diese Zurschaustellung nicht nötig.“
„Vielleicht geht es da nur um eine Vendetta mit seinem Enkel.“ hielt Eterius Fog dagegen. „Außerdem kommt die Information über die weiterführenden Absichten nur vom Hörensagen. Sie sagten zwei Schülerinnen der Hogwarts-Schule hätten ihnen das zugetragen.“
„Eterius, da muss ich widersprechen.“ mischte Hermine sich nun ein. „Zum einen stammen die meisten Informationen die Auroren und andere Ermittler von Zeugenaussagen und in diesem Fall halte ich die Aussage für Glaubwürdig.“
„Warum bitte?“ fragte Eterius spitz.
„Eine der Schülerinnen ist meine Tochter Rose.“ sagte Hermine
Eterius fog schlug kurz die Augen nieder.
„Es war nicht meine Absicht ihre Familie zu beleidigen Ministerin.“ versicherte er eilig.
„Das will ich ihnen auch nicht unterstellen Eterius.“ sagte Hermine versöhnlich. „Was ich aber klarstellen möchte ist: Meine Tochter ist nicht die Art von Mensch der wilde Gerüchte verbreitet. Wenn sie sagt, dass sie gehört hat, dass Mr Crowfield Interessen hat die über den Erwerb von Antiquitäten hinaus gehen, dann ist das so.“
Harry hielt seine Gesichtszüge eisern unter Kontrolle. Schadenfreude brachte in der Regel nichts. Sie verhärtete nur die Fronten. Aber Ginny hatte recht gehabt. Hermine war nicht nur die Ministerin. Sie war eben auch Mutter.
Inzwischen führ Hermine fort:
„Eterius, Ich bin lange genug im Ministerium tätig um zwischen den Zeilen lesen zu können. Der Umstand, dass sie Mr Potters Beweise so ablehnen kann für mich nur einen Grund haben. Sie beschützen etwas außerordentlich gefährliches. Das respektiere ich. Aber bitte vergessen sie nicht: Was immer sie beschützen ist unter einer Schule verborgen. Damit sind unsere Kinder in Gefahr wenn jemand die Hand danach ausstreckt und wir müssen davon ausgehen, dass Mr Crowfield genau das tut.“
Hermine legte die Unterarme auf dem Konferenztisch ab und beugte sich vor.
„Ich glaube nicht daran, dass man Probleme löst indem man sie ignoriert. Das ist es was Minister Fudge getan hat. Ein Jahr lang hat der Tim Riddles Rückkehr ignoriert und als er es schließlich nicht mehr konnte war alles so viel schlimmer als vor einem Jahr! Ich habe den ehemaligen Minister vor einem Jahr getroffen. Bedauern und Schuldgefühle sind seine ständigen Begleiter. Ich möchte nicht das sie die meinen werden.“
Durchdringend sah sie Eterius Fog an.
Dieser seufzte tief und sagte schließlich.
„Meine Abteilung erforscht die größten Geheimnisse der Magie. Die Kräfte die die Ordnung der Welt selbst zusammen halten oder eben diese gefährden. Was sie wissen wollen, Mr Potter, fällt ganz klar in die letzte Kategorie. Doch sie haben recht Ministerin. Bedrohungen verschwinden nicht weil man sie ignoriert. Ich werde mich bemühen ihnen Zugang zu den Informationen zu verschaffen Mr Potter aber das braucht Zeit. Ich kann es nicht allein entscheiden.
Das war es mal wieder für heute.
Ich wünsche noch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche.
Bis bald.