LNCrawler

Alte Magie Teil 2

Rumtreiberreien — www.fanfiktion.de · All chapters

Alte Magie Teil 2

Weiter geht’s.

Endlich habe ich wieder Zeit und daher will ich euch auch nicht warten lassen.

Viel Spaß!

Ellia Imaginato hatte darauf bestanden, dass sie das Gespräch in der Mysteriumsabteilung fortsetzten. Die Informationen die sie an Harry weitergeben wollte waren zu sensibel.

Harry Potter hatte dem zugestimmt weil es nötig war.

Nun stand er mit Ellia Imaginato in dem runden Saal der von blauen Fackeln erhellt wurde und an dessen Wänden Türen in die unterschiedlichen Bereiche der Mysteriumsabteilung führten.

Harry spürte wie sich seine Nackenhaare aufstellten.

Er war nicht gerne hier und hätte so ziemlich jeden anderen Ort für die Unterhaltung vorgezogen.

Er erinnerte sich wie er mit seinen Freunden diesen Raum betreten hatte. Fest entschlossen seinen Paten Sirius zu retten.

Nicht nur war er in eine Falle gelaufen und hatte seine Freunde in Gefahr gebracht, nein, er hatte damit genau das Ereignis ausgelöst, das er eigentlich verhindern wollte: Sirius Tod.

Inzwischen hatten sie die Mitte des Raums erreicht und Die Wände begannen sich zu drehen. Das Blaue Licht der Fackeln wurde zu einem glühenden Streifen während der Raum seinen swindelerregenden Tanz vollführte.

„Ich habe nie verstanden wie sie sich eigentlich hier zurecht finden Ellia.“ sagte Harry um sich etwas abzulenken.

„Oh, dass ist eigentlich ganz einfach.“ lächelte seine Begleiterin. „Man konzentriert sich einfach auf die Abteilung die man sucht und wenn der Raum aufhört sich zu drehen ist es die Tür die einem direkt gegenüber liegt. Da viele gar nicht wissen was wir Unsäglichen hier unten eigentlich machen ist das bereits ein ziemlich gutes Sicherheitssystem.“+

Harry brummte leise.

„So habe ich es nicht in Erinnerung.“ murmelte er und Bitterkeit schlicht sich in seine Stimme. „Als meine Freunde und ich damals hier waren, während meiner Schulzeit, schien es hier reiner Zufall zu sein wo man landet.“

Harry spürte wie Ellia Imaginato ihn von der Seite her ansah.

„Ich weiß, was sie damals hier her geführt hat Mr Potter und was sie verloren haben.“ sagte sie schließlich und es tut mir sehr leid.“

Die beiden sahen sich einen Moment an und Harry nickte schließlich dankbar.

„Um ihre Frage zu beantworten Harry.“ fuhr Ellia Imaginato fort. „Das sie ihren rechten Weg nicht finden konnten hat verschiedene Gründe. Zum einen kannten sie sich in der Mysteriumsabteilung nicht aus. Sie hatten, soweit ich informiert bin nur eine wage Vorstellung von einer großen Halle mit Glaskugeln in Regalen.“

„Das ist richtig.“ bestätigte Harry.

„Damit fängt es schon an.“ fuhr Ellia fort. „Sie wussten nicht wirklich wo sie hin wollten. Das hat den Zauber verwirrt. Dann war da noch die Sorge um ihren Paten. Dieser war aber gar nicht hier im Ministerium. Das hat den Orientierungszauber zusätzlich verwirrt. Sie suchten etwas das nicht existiert an einem Ort den sie nicht kennen.“

Harry verzog den Mund zu einem bitteren lächeln.

„Da haben sie wohl recht!“ meinte er.

Ellias Worte trafen Harry jedoch auf eine sehr persönliche Weise.

Offenbar war dieser Umstand auf seinem Gesicht abzulesen denn ellia sagte zu ihm:

„Ich wollte sie nicht kränken Harry.“

Schnell zwang sich Harry Potter zu einem Lächeln und erwiderte:

„Das haben sie nicht Ellia. Das sind einfach keine leichten Erinnerungen für mich und was sie da sagten: Das ich etwas gesucht habe das gar nicht hier war an einem Ort über den ich gar nichts wusste....Das fasst einfach gut zusammen wie dumm und Sinnlos mein Handeln damals war.“

Er lächelte bitter.

„Bedauern ist kein angenehmer Wegbegleiter“

„In der Tat.“ bestätigte Ellia Imaginato verständnisvoll.

Inzwischen hatte der runde Raum aufgehört sich zu drehen und Ellia Imaginato und Harry Potter traten durch die Tür direkt vor ihnen.

Harry war regelrecht erleichtert als er sah was hinter der Tür lag. Es war kein geheimnisvoller raum mit Instrumenten die er nicht verstand. Es war einfach nur ein Großraumbüro mit diversen Schreibtischen und an der Wand die der Zugangstür gegenüber lag konnte er Zugänge zu Einzelbüros erkennen. Vermutlich für die Abteilungsleiter.

„Die Verwaltung.“ lächelte Ellia Imaginato. „Ohne Bürokratie geht es auch bei uns nicht.“

Harry schmunzelte. Im Augenblick war er regelrecht dankbar für diesen Umstand.

Wenig später saßen die beiden in Ellia Imaginatos Büro.

Selbiges war überraschend funktional eingerichtet.

Wieder schien die Unsägliche Harrys Gedanken zu erraten als sie sagte:

„Meine Arbeit ist abstrakt genug Mr Potter. Etwas „Klare Linie“ ist ein guter Anker“

Während sie sprach hatte Ellia eine äußerst alt wirkende Akte herangezogen.

Sie öffnete die selbe, sammelte sich kurz und begann zu berichten:

„Ich habe sie um Geduld gebeten Harry und darum, dass wir die Unterhaltung hier führen. Aus Sicherheitsgründen. Unsere Büros sind auf einzigartige Weise abgeschirmt und die Informationen die ich ihnen nun geben werde sind äußerst sensibel.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Isidora Morganach schloss ihre Ausbildung auf Hogwarts mit glänzenden Noten ab und begann wie es damals üblich war eine Reise um die Welt um weitere Erfahrungen zu sammeln. Bei ihrer Rückkehr übernahm sie die Stelle des Lehrers für Verteidigung gegen dunkle Künste auf Hogwarts. Die übrigen Hüter der alten Magie begrüßten dies. So blieben alle Mitglieder des Zirkels vereint. Leider werte die Freude über Isidoras Rückkehr nicht lange.

Es stellte sich heraus, dass sie nicht von ihrer Idee, emotionalen Schmerz zu nehmen, abgelassen hatte. Sie demonstrierte die Technik die sie entwickelt hatte ihren Kollegen. Sie müssen wissen Harry, Isidoreas Vater hatte den Verlust seines Sohnes nie verwunden. Er hatte aufgehört zu sprechen und starrte nur noch vor sich hin.

Isidore nahm ihm den Schmerz und verstaute die emotionale Energie in einem mit Koboldsilber verstärkten Gefäß.“

„So wurde dann wohl der Koboldschmied Bragbore in die Sache verwickelt.“ vermutete Harry.

„So ist es.“ bestätigte Ellia. „Zunächst schien es ein Durchbruch zu sein. Isidoras Vater erholte sich, er fand ins Leben zurück. Isidoras Mentor, Percival Rackham, warnte seine Schülerin aber eindringlich! Was sie da getan hatte war völliges Neuland und es war unmöglich zu sagen welche Auswirkungen diese Anwendung der Magie haben würde.

Isidore hörte nicht auf ihn und experimentierte an geheimen Orten weiter. Sie entdeckte, dass wenn man die entnommene emotionale Energie in sich aufnahm, man damit die eigene Zauberkraft stärken konnte. Können sie sich vorstellen wieso, Harry?

„Ich denke schon.“ murmelte Harry Potter. „Emotionen sind einer der Hauptschlüssel zur Magie. Junge Hexen und Zauberer entdecken ihre Kraft häufig wenn sie intensive Gefühle durchlaufen. Angst, Wut oder ähnliches. Oftmals sind sie dann auch in der Lage Dinge zu tun die sie unter normalen Umständen gar nicht bewerkstelligen könnten. Ich habe im Zorn einmal meine Tante aufgeblasen. Mit dem Zauberstab hätte ich das damals nicht gekonnt. Ich nehme mal an fremde Gefühle, vereint mit den Eigenen bedeuten mehr Kraft! Dazu kommen zum Beispiel die unverzeihlichen Flüche. Wer den Todesfluch einsetzen will muss töten wollen. Das ist eine Geisteshaltung die nicht jeder hat....Glücklicherweise.... aber erfüllt von fremdem Schmerz.....“

Ellia Imaginato nickte zufrieden.

„Sie haben es erkannt Mr Potter.“ sagte sie. „Nun kommt aber noch ein weiterer Punkt hinzu. Einer der Isidora endgültig zum Verhängnis wurde. Diese emotionale Energie in sich aufzunehmen kann einen süchtig nach dieser Energie machen.“

„Süchtig?“ erkundigte sich Harry. „Wie nach einer Droge?“

„Genau so.“ bestätigte Ellia. „Wir reden hier von sehr intensiven Gefühlen Mr Potter. Angst, Wut und Schmerz. Das sind natürlich keine angenehmen Gefühle aber es sind ja nicht die eigenen! Man kann die ganze Wucht der Gefühle erleben ohne das sie wirklich eine Bedeutung für einen selbst haben. Unsere Forschung in diesem Bereich hat ergeben, dass die Erfahrung intensiv und äußerst süchtig machend ist!

Dazu kommt der Rausch der unnatürlichen Macht die man erhält.“

Harry brummte zustimmend und fragte:

„Und Isidora?“

„Erlag nach allem was wir wissen ganz und gar ihrer Sucht.“ antwortete Ellia Imaginato mit tiefer Trauer in der Stimme. „Sie ließ sich vom Koboldschmied Bragbore riesige Behälter bauen. Den größten versteckte sie unter Hogwarts. Im ausgehenden  19. Jahrhundert versuchte ein Koboldfürst die Behälter an sich zu bringen. Er griff Hogwarts an. Er und seine Anhänger wurden in einer großen Schlacht geschlagen und das Behältnis gesichert. Ein Schüler der Schule spielte eine bedeutende Rolle. Auch er beherrschte die „alte Magie“ und berichtete dem Ministerium von dem Behältnis welches bis heute unter Hogwarts ruht. Die Abteilung der ich heute vorstehe begann daraufhin eine Untersuchung. Wir untersuchten sowohl die Rolle des Koboldfürsten Ranrok als auch die Aktivitäten von Isidora Morganach.

Unsere Untersuchung ergab, dass sie völlig die Kontrolle verlor und, wie jeder Süchtige, alles Tat um ihre Sucht zu befriedigen. Sie apparierte in umliegende Dörfer und stahl emotionale Energie. Dies wissen wir aus Berichten, dass sich psychische Zusammenbrüche und geistige Leiden explosionsartig vermehrten. Natürlich hat man diese Leiden damals nicht als psychische Krankheiten wahrgenommen sondern die Muggel glaubten naja, das Übliche eben. Böse Geister, vom Teufel besessen....sie kennen das ja.“

Harry nickte.

„Es hat wohl auch nicht geholfen, dass es damals noch kein Ministerium gab. Das wurde ja erst im 17. Jahrhundert gegründet. Zu Isidoras Zeiten herrschte der Rat der Zauberer.“

„Richtig und der war leider nicht gut organisiert.“ bestätigte Ellia. „Der Rat wählte eines seiner Mitglieder, welches Nachforschungen anstellen sollte. Der betreffende Zauberer war gut mit einem der Hüter der alten Magie befreundet. Einem Mann mit Namen San Bakar. Die beiden Tauschten sich über die Ermittlungen aus und eines Tages verschwand der Magier des Rates. Bakar fand ihn. Er war emotional völlig ausgesaugt worden. Sein Geist völlig zerstört. Bakar verdächtigte sofort Isidora und suchte ihr Haus auf. Es lag unweit von Hogwarts. Dort fand er nur ihren Vater. Den Man den Isidora eigentlich hatte retten wollen. Auch er war völlig ausgesaugt!

Bakar eilte nach Hogwarts und beriet sich Percival Rackham. Dieser hatte inzwischen festgestellt, das Isidora begonnen hatte an Schülern der Schule zu experimentieren.“

Unwillkürlich krallte Harry sich an der Lehne seines Stuhls fest.

„Das ist unverzeihlich!“ hauchte er. „Es ist schlimm genug was sie Erwachsenen angetan hat aber Kindern? Kinder sind emotional noch nicht so gefestigt. Sie entwickeln sich noch. Es muss um ein vielfaches gefährlicher gewesen sein ihnen emotionale Energie zu entziehen! Es... es klingst fast so als ob diese Frau ein menschlicher Dementor geworden wäre.“

„Sie haben völlig recht Harry.“ bestätigte Ellia. „ Der Vergleich mit einem Dementor ist durchaus berechtigt. Auch diese Kreaturen leben von Emotionen und können einen Geist zerstören wenn sie sich zu lange an ihm nähren. Die Hüter kamen zu dem Schluss, das Isidora Einhalt geboten werden musste. Mit allen Mitteln! In dem folgenden Kampf wurde Isidora Morganach getötet. Die Hüter sicherten das Gefäß des Schmerzes unter Hogwarts und es blieb dort sicher bis Ranrok danach suchte. Glücklicherweise konnte der Koboldfürst abgewehrt werden und der Schüler dem dies gelang schloss sich der Mysteriumsabteilung an. Er wurde hauptverantwortlich für die Sicherung des Gefäßes welches bis heute unter Hogwarts ruht.“

In Harrys Gehirn überschlugen sich die Informationen. Er erhob sich und ging durch Ellia Imgaginatos Büro.

Die Bewegung half ihm seine Gedanken zu ordnen.

Schließlich sagte er:

„Ellia, ich danke ihnen für diese Informationen. Ich versichere ihnen, dass ich äußerst vorsichtig damit umgehen werde. Eine Frage habe ich aber noch: Warum, in Merlins Namen, ist dieses Gefäß noch immer unter Hogwarts! Hogwarts ist eine Schule! Warum setzt man unsere Kinder dieser Gefahr aus!“

„Nicht freiwillig, dass versichere ich ihnen Harry.“ antwortete Ellia mit tiefem Ernst. „Leider haben wir keine andere Wahl. Sehen sie Harry, das Koboldsilber ist nur ein Teil der Gleichung wenn es um die Eindämmung der emotionalen Energie geht. Das Metall muss mit magischer Kraft aufgeladen werden damit es die Energie hält.  Isidora versteckte das Gefäß unter Hogwarts weil dort viel freie Magie umgeht die sie anzapfen konnte um das Gefäß zu stabilisieren.“

„Aber ist das nicht auch hier im Ministerium der Fall?“ erkundigte sich Harry. „Hier arbeiten tausende von Hexen und Zauberern.“

„Da haben sie recht Harry aber es gibt einen Unterschied.“ beharrte Ellia Imaginato. „Auf Hogwarts ist die Magie freier und weniger zielgerichtet. Das liegt daran, dass die Schüler dort noch keine perfekte Kontrolle haben. Zauber gehen schief, es wird zu viel Energie eingesetzt. Hier bei uns im Ministerium ist die Energie in feste Bahnen gelenkt und daher nicht so einfach anzuzapfen. Man müsste den Leuten sagen wofür die Energie gebraucht wird.“

„Und das würde die Geheimhaltung kompromittieren.“ erkannte Harry.

Frustriert fuhr er sich übers Gesicht. Er verstand die Gründe aber es gefiel ihm gar nicht, dass (nicht zuletzt seine) Kinder auf einer emotionalen Bombe saßen.

„Und nun interessiert sich wieder jemand für das Gefäß.“ murmelte er.

„Keine angenehme Aussicht.“ bewertete Ellia Imaginato. „Wann immer sich jemand für dieses Gefäß interessiert hat gab es Tote.“

Das war es für heute.

Einen guten Start in die neue Woche und....

Bis bald!