Kapitel
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Eine elegante Kätzin mit hellbraun getigertem Fell lag in der Kinderstube des WunschClans. Sanft leckte sie ihren winzigen Jungen das Fell. "Du siehst wunderschön aus", flüsterte die Kätzin einem ihrer Jungen zu. Das hellbraune Junge zuckte mit einem seiner winzigen Ohren, wie als Bestätigung, dass es seine Mutter gehört hatte. "Dein Name wird Kieseljunges sein." Der Blick der Kätzin wanderte zu ihrem hellbraun getigertem Jungen. "Du siehst auch wunderschön aus. Dein Name wird Beerenjunges sein." Vorsichtig leckte sie das zierliche schildpattjunge, dann benannte sie ihr drittes Junge. Es war eine grau getigerte schilpattkätzin. "Und du... wirst Schlammjunges heissen." Liebevoll betrachtete sie ihre drei Jungen. Es war ein wunderschöner Moment. Ein friedlicher, seltener Moment. Die Kätzin schloss die Augen. Sie würde ein wenig rasten. Als sie davor noch kurz allen ihrer Jungen das Fell putzte, bemerkte sie, dass Beerenjunges sich plötzlich nicht mehr rührte. "Es ist eingeschlafen. Schlaf gut, Beerenjunges.", dachte sie. Einen Herzschlag später realisierte die Kätzin, dass sie keine regelmässigen Atemgereusche hörte wie es sich für einen normalen Schlaf gehörte. "Taubennase!", rief die Kätzin entsetzt. Sofort kam eine kurzhaarige Kätzin mit hellgrauem Fell in den Bau gestürmt. "Was ist los, Sandohr?", fragte sie. "Mein Junges!", rief Sandohr, "Es atmet nicht mehr!" Taubennase schoss zu ihr. Sandohr schob ihr junges vorsichtig zu Taubennase vor. "Wird es überleben? Bitte mach, dass es es schafft!", bettelte sie. Taubennase horchte das Junge ab. Dann leckte sie das Junge vorsichtig, aber fest gegen den Strich. "Wieso bist du nur so ruhig?!", flüsterte Sandohr, "Mein Junges stirbt gerade!" Taubennase antwortete nicht. Sie musste weiterlecken. Plötzlich kam eine honigfarben getigerte Kätzin in den Bau. "Ich habe dich schreien hören, Sandohr. Was ist los?" "Honigstern!", rief Sandohr, "Mein Junges! Beerenjunges! Es atmet nicht mehr!" Honigstern schaute bsorgt auf das regungslose Junge. "Taubennase tut ihr Bestes", versuchte Honigstern sie zu beruhigen, und gleichzeitig sich selbst auch. "Mehr kann sie nicht tun. Alles, was wir sonst noch tun können, ist zum SternenClan beten." Plötzlich sträubte Sandohr ihr Fell. "Natürlich, der SternenClan! Was sonst! Ich glaube, als nächstes sollen wir die Igel um Hilfe bitten!" Empört blickte Honigstern sie an, sagte aber nichts. Ihr fiel nichts ein, was ihr in diesem Moment helfen könnte. Sandohr zurechtweisen wollte sie auch nicht. Der Moment war sowieso schon schlimm genug für sie. Plötzlich erhellte sich Taubennases Gesichtsausdruck. Eifrig leckte sie weiter, bis Beerenjunges sich regte. "Beerenjunges!" Sandohr wollte aufspringen, doch ihre anderen zwei Junge, Kieseljunges und Schlammjunges, wollten nicht von ihr weg. Taubennase warf Sandohr einen strengen Blick zu, der bedeuten sollte, dass sie mit Beerenjunges noch nicht fertig war. Taubennase leckte weiter. Als sie sich sicher war, dass das Junge auch ohne weiteres Lecken vorläufig überleben würde, schaute Taubennase sich Beerenjunges genauer an. Nach einem kurzen Moment sah Taubennase Sandohr traurig an. "Es tut mir leid, Sandohr", erklärte Taubennase, "Aber Beerenjunges hat Atemgift. Das ist eine Krankheit, von der mir auf der großen Reise Mondblatt erzählt hat. Beerenjunges... wird wahrscheinlich bald zum SternenClan gehen. In sehr seltenen Fällen kann man überleben, aber..." Taubennase machte eine kurze Pause, um Beerenjunges gründlich zu Lecken. "Vorerst wirst du ihn nur Lecken können. Und keine Anstrengung. Das ist Gift für ihn." Sandohr riss ihre Augen weit auf. "Können wir wirklich nichts anderes tun?! Oh Beerenjunges, mein armes Beerenjunges..." Sandohr schob ihr krankes Junge zu sich und leckte ihn kräftig. Honigstern beobachtete die vier traurig. "Bitte, nimm ihn noch nicht zu dir", flüsterte sie, in der Hoffnung, die bis jetzt einzige Kätzin in ihren Himmeln würde sie erhören und Beerenjunges ein fröhliches Leben schenken.