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Kapitel 1 - Zufall mit Ansage

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Kapitel 1 - Zufall mit Ansage

Domino war an diesem Samstag wieder sehr lebendig. Menschen schoben sich durch die Strassen, Neonlichter flackerten schon am Nachmittag und irgendwo zwischen all dem Lärm stand Yami Atemu hinter einem Tresen seiner Bar und polierte ein Glas, das längst sauber war.

„Du bist schon wieder in deinen Gedanken versunken.“

Bakura hing wie immer halb über dem Tresen und grinste Yami schief an.

„Ich denke nur nach“, entgegnete Yami trocken, ohne aufzusehen.

„Nein, du langweilst dich!“ Bakura beugte sich vor. „Also kommst du jetzt mit mir.“

Yami hob eine Augenbraue. „Wohin?“

„Überraschung.“

Yami seufzte lautstark, innerlich bereits stumm zugestimmt, da er sowieso noch nicht öffnete und noch Zeit hatte.

„Klingt nach einer schlechten Idee, aber dann los.“

„Das ist es auch“, entgegnete Bakura nur lachend.

Yami grinste leicht. Genau deshalb stand er fünf Minuten später draussen, zog sich seine Jacke über und folgte Bakura durch die belebten Strassen von Domino.

Ein paar Viertel weiter änderte sich die Atmosphäre. Weniger Bars, weniger Lärm. Dafür kleinere Läden, vertrauter, fast… gemütlich.

„Hier?“, fragte Yami skeptisch. Das war bisher keine Gegend in der Yami sich besonders oft aufhielt.

Bakura blieb vor einem Laden stehen, dessen Schaufenster vollgestellt waren mit Konsolen, Spielen und Figuren. Man sollte wissen, dass Yami schon immer eine Schwäche für Spiele hatte.

Das wusste Bakura.

„Vertrau mir.“

Yami musterte das Schild, dann die Auslage. „Neueste Release. Limitierte Editionen. Das sind Sachen, die teilweise noch nicht mal offiziell draussen sein sollten.“, murmelte Yami leise vor sich hin.

„Okay… Das ist interessant.“

Bakura grinste nur auf diese Aussage und stiess zufrieden die Tür auf.

Drinnen roch es nach Plastik, Papier und diesem ganz eigenen Duft von Technik und Nostalgie.

Regale reihten sich dicht an dicht, voll mit Spielen aller Generationen. Klassiker neben Neuerscheinungen, limitierte Editionen neben älteren Konsolen.

Und alles wirkte…aktuell.  Zu aktuell…

Yamis Blick glitt über ein Spiel, das er erst vor ein paar Tagen in der Bar jemanden hatte erwähnen hören. Offiziell noch nicht mal draussen. Seine Augen verengten sich leicht.

„Okay…“, murmelte er leise. „Jetzt bin ich interessiert.“

Neben ihm zuckte Bakura mit den Schultern. „Hab ich doch gesagt.“

Sein Blick war weitergewandert. Zum Tresen und blieb dort hängen.

Yami blieb stehen.

Für einen Moment vergass er komplett, warum er überhaupt hier war.

Der Junge hinter dem Tresen war etwas kleiner als er. Schlank mit grossen, violetten Augen, die sofort aufblickten als die Türglocke klingelte. Ein freundliches Lächeln schlich sich in das Gesicht des Verkäufers.

Und genau da passierte es.

Diese Augen.

Scheisse.

Yami hatte schon viele Menschen gesehen, viele schöne Menschen. Er arbeitete in einer Bar, das gehörte quasi zum Job.

Aber das hier… war anders.

Warm. Wach. Und irgendwie… gefährlich charmant.

„Willkommen! Wie kann ich euch behilflich sein?“

Die Stimme passte perfekt dazu. Freundlich, warm und leicht verspielt. Yamis Blick wanderte auf das Namensschild. Yugi Muto.

Yami sagte nichts. Was ungewöhnlich war. Sehr ungewöhnlich.

Yugi bemerkte es sofort. Der Grössere stand einfach wie angewurzelt da, als hätte man ihm die Fähigkeit genommen sich zu bewegen oder gar etwas zu sagen. Seine Rot-Violetten Augen fixierten ihn auf eine Weise, die…auffiel.

Nicht unangenehm. Eher Intensiv.

Und ehrlich gesagt?

Ein kleines bisschen Schmeichelhaft.

Yugi lächelte und legte den Kopf etwas schief.

„Oder wollt ihr euch einfach nur umsehen? Das ist auch erlaubt.“

Jetzt reagierte der Fremde endlich. Ein kaum sichtbares Grinsen zuckte über seine Lippen.

„Vielleicht beides.“ Die Stimme, ruhig, tief und selbstbewusst.

Bakura lehnte sich zu Yami und murmelte: „Du sabberst gleich.“

„Halt die Klappe“, kam es sofort zurück, leise genug, dass es niemand sonst hörte.

Yugi tat so als hätte er nichts bemerkt.

Tat er aber.

Absolut.

„Neu hier?“

„In dem Laden? Ja.“

„In der Gegend?“, fügte Yugi schmunzelnd hinzu.

Yami zögerte einen Moment. „Nicht oft hier.“

„Dann solltest du öfter kommen“, sagte Yugi ganz selbstverständlich.

Und genau da traf es. Direkt. Ohne Umweg.

Yami blinzelte kurz, nicht weil er unsicher war. Sondern weil er überrascht war. Der Kleine war nicht nur freundlich. Er war frech.

Und das gefiel ihm.

Zu sehr.

„Sollte ich wohl.“

Für einen Moment hielten sie den Blickkontakt.

„Wenn ihr etwas Bestimmtes sucht, sagt einfach Bescheid“, meinte Yugi und stützte sich locker auf den Tresen. „Wir haben meistens… ein bisschen mehr als andere Läden.

„Das hab ich gesehen“, antwortete Yami, trat näher und liess seinen Blick kurz durch den Laden schweifen, bevor er wieder bei Yugi landete. „Ihr habt Sachen hier… die man sonst nicht so leicht bekommt“, fügte er hinzu.

„Kommt vor.“, sagte Yugi als wäre es Glück, doch dahinter verbarg sich mehr.

„Kommt vor klingt nach Ausrede“, kam es von Yami zurück.

Da war sie also - die Selbstsicherheit.

Yugi musste sich ein Schmunzeln verkneifen.

„Oder nach Erfahrung.“ Yugi machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu: „Mein Grossvater führt den Laden schon sehr lange.“

Wie auf Kommando raschelte es im hinteren Bereich.

„Und er hat ein verdammt gutes Gespür!“, erklang die selbstüberzeugte, ältere Stimme im Nebenraum. Yugi drehte leicht den Kopf.

„Perfektes Timing, Opa.“

Salomon Muto trat hinter dem Vorhang hervor, wische sich die Hände an einem Tuch ab und musterte die neue Kundschaft mit einem warmen, aber wachen Blick.

„Neue Gesichter sind immer willkommen“, sagte er freundlich. Dabei musterte er kurz Yami mit einem interessierten Blick und lächelte dann.

„Yugi kennt sich am besten mit den neuen Sachen aus.“

Yugi winkte leicht ab. „Ich beschäftige mich viel damit:“

Das war nicht gelogen. Aber auch nicht die ganze Wahrheit.

Yami verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Sieht eher so aus als würdet ihr vor allen anderen zuerst dran kommen.

Weniger eine Frage, eher eine Feststellung.

Yugi sah ihn direkt an.

Für einen kurzen Moment.

Wog ab.

Dann lächelte er wieder - dieses freundliche, leicht verspielte Lächeln. Und dann dieses leichte, freche Funkeln in den Augen.

„Manchmal hat man einfach Glück.“

Yami musterte ihn. Zu lange. Zu genau.

Er glaubte ihm das nicht ganz. Aber er hatte auch keinen Grund weiter nachzuhaken.

Nicht wirklich.

Und trotzdem-

„Glück, hm.“ Ein leises Schnauben. Mehr zu sich als zu den Anderen.

Yugi bemerkte es. Natürlich. Und innerlich musste er grinsen. Nicht überheblich. Eher… amüsiert.

Der Typ war neugierig. Hartnäckig, aber nicht aufdringlich.

Und er liess nicht sofort locker.

Das machte ihn interessanter als die meisten Kunden. Aber für Yugi blieb er genau das.

Ein Kunde.

Einer, der Hilfe brauchte.

„Sucht du etwas Bestimmtes?“, fragte Yugi schliesslich und richtete sich ein Stück auf.

Diesmal etwas direkter.

Yami brauchte einen Moment um zu antworten.

Was ungewöhnlich war.

Er liebte Spiele. Normalerweise wusste er genau, was er wollte.

Aber gerade… War das nicht der Fokus.

Nicht wirklich.

Sein Blick streifte wieder durch die Regale. Dann zurück zu Yugi.

„Ich… schau mich noch um.“

Yugi nickte einfach, während er ein neues Paket öffnete um die gelieferte Ware zu kontrollieren.

„Sag einfach, wenn du was brauchst.“

Yami drehte sich weg und ging ein paar Schritte tiefer in den Laden.

Er blieb vor einem Regal stehen und nahm ein Spiel in die Hand. Er starrte auf das Cover, ohne es wirklich zu sehen. Dann wanderte sein Blick wieder unbewusst zurück zum Tresen.

Yugi war beschäftigt mit einer Liste und sprach kurz mit seinem Grossvater.

Ganz bei der Sache, ruhig und konzentriert.

Yami atmete leise durch. „…Interessanter Laden“, murmelte er.

Bakula grinste breit. „Hab ich dir doch gesagt.“ Nach einer kurzen Pause und leiser: „Und ich meinte nicht nur die Spiele.“

Yami antwortete nicht. Aber diesmal… widersprach er auch nicht.

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Und? Wie hat euch das erste Kapitel gefallen?

Wie geht es wohl weiter mit den beiden?

Nach 10 Jahren habe ich mal wieder mich an den Laptop gesetzt und der Kreativität

Freien Lauf gegeben.

Hinterlasst gerne ein Review.