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Kapitel 10: Nächtliches Treffen

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Kapitel 10: Nächtliches Treffen

Ich verließ das Büro des Rektors und machte mich auf zum Rundgang. Es war sehr ruhig was ich nur als angenehm empfand. Auf einmal vibrierte mein Handy und ich holte es aus der Rocktasche heraus. Ich schaute auf das leuchtende Display - 1 neue Nachricht von Ta-kun

Treffen am Brunnen in 10 Minuten?

Ich lächelte erfreut und schrieb nur Ja, steckte mein Handy weg und machte mich auf dem Weg zum Brunnen. Nach ein paar Minuten kam ich an und von weiten konnte ich schon Takuma erkennen. Er winkte mir zu und ich beschleunigte meine Schritte etwas.

"Hast du lange gewartet?", fragte ich den blondhaarigen Vampire, als ich bei ihm ankam.

Er schüttelte lächelnd den Kopf "Nein. Alles gut Hi-chan.".

Er setzte sich auf dem Rand des Brunnens und klopfte neben sich.

"Und wie waren die ersten Nächte und Klassenwechsel für dich so? Wie ist deine Klasse? Kommst du im Stoff mit trotz Schlafmangel? ", fing er an mich zu fragen.

"Ähh Naja ich hätte nie gedacht das die Dayclass Schüler so laut sein können. Ich frage mich wie ihr das mit euren Gehör aushaltet? Die Nächte waren ja bisher ganz ruhig bis auf ein paar Schüler die von euch Fotos machen wollten. Ich denke meine Klasse ist ganz okay - Sayori, Yuki und Zero sind ja auch in meiner Klasse und mit denen habe ich ja auch am meisten zu tun. Und ja ich komme gut mit und so einen Schlafmangel habe ich eigentlich nicht. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir immer lange telefoniert und Anime geschaut haben. Man könnte sagen, dass hat mich gut ans wenig schlafen gewöhnt.", beantwortet ich seine Fragen und lachte am Ende.

"Das ist schön zu hören. Ich hatte mir nämlich Gedanken gemacht ob du nicht vielleicht damit Probleme haben könntest - so wie Yuki halt. Ach da fällt mir noch etwas ein.", sagte er plötzlich und kramte in seiner Jackentasche. Ich wurde leicht rot bei den Gedanken, dass er sich Sorgen macht, ob ich mit allem zurecht komme. Er hielt mir vier Fotos hin. Ich schaute sie verwundert an. Ich erkannte mich und Takuma auf der Party von Aido von vor ein paar Wochen.

"Wer hat den die Fotos gemacht?", fragte ich und schaute Takuma an.

"Senri. Schau sie dir ruhig an - er hat mir extra die vier Bilder doppelt gegeben damit du auch welche hast.", sagte er und mich dann auffordernd an.

Ich schaute mir die vier Bilder genauer an. Auf dem ersten Bild sah man wie Takuma mich unabsichtlich erschreckte. Ich lachte leicht.

Ich mache echt ein komisches Gesicht.

Auf dem zweiten sieht man wie wir uns anlächeln und uns unterhalten.

Sieht ja schon niedlich aus.

Auf dem dritten Foto wurde festgehalten wie Takuma mir auf die Wange küsste und ich rot wurde.

Oh Gott!!!

Auf dem letzten sah man wie wir uns beide rot anlächelten. Ich wurde rot bei den Erinnerungen und in meinen Bauch fing es leicht an zu kribbeln.

"Danke. Das sind schöne Erinnerungen...", sagte ich und schaute den Vampire neben mir mit roten Wangen an.

"Gerne...", sagte er mit ebenfalls geröteten Wangen und wir schwiegen eine Weile.

Ich legte die Fotos auf dem Brunnenrand und mein Handy drauf, damit die Fotos nicht aus versehen vom Wind weg geweht werden können. Ich lehnte mich leicht nach hinten um in den Nachthimmel schauen zu können. Ich hatte dafür meine Hände links und rechts von mir abgestützt. Auf einmal merkte ich wie sich vorsichtig eine kühle Hand auf meine linke Hand legte. Ich schielt rüber zu Takuma und sah, dass er ebenfalls in den Himmel schaute. Ich sagte nichts dazu, wurde noch röter im Gesicht, verschränkte jedoch leicht meine Hand mit seiner und genoss die Ruhe. Mir fiel plötzlich etwas ein.

" Sag mal Takuma. Habt ihr noch etwas von der Level E Gruppe gehört?", fragte ich ihn.

Ich merkte kurz wie er sich verspannte und antwortet dann "Nein. Leider nicht. Wir sind immer noch auf der Suche, kommen jedoch nicht weiter.".

"Okay...", sagte ich schlicht ließ es auf sich beruhen.

Wir saßen noch eine Weile dort und genossen die Ruhe sowie die Anwesenheit des anderen. Nach einer Zeit seufzte Takuma und ich schaute ihn fragend an.

"So gerne ich hier weiter sitzen möchte. Ich fürchte ich muss langsam zum Haus Mond und noch einige Dokumente für Kaname und den Rat fertig machen.", erklärte er mir und schaute mich wenig motiviert an. Ich lächelte ihn milde an.

"Du bekommst das schon hin - sowie immer.".

Er stand auf - ich tat es ihm gleich- nicht ohne vorher die Fotos und mein Handy einzustecken.

"Begleitest du mich bis zum Tor?", fragte er und schaute mich abwartend an.

"Gerne.", sagte ich und lächelte ihn an.

Unsere Hände waren noch immer verschränkt während wir zum Tor liefen. Es schien als wär es das normalste auf der Welt, dass wir Händchen haltend den Weg entlang liefen. In der Zeit erklärte er mir was sie gerade in ihrem Unterricht machten bzw. gemacht hatten. Sie hatten als Projekt Bluttabletten erfunden, eine Art Ersatz bzw. Übergangslösung zum richtigen Blut.

"Es ist schon gewöhnungsbedürftig und schmeckt recht fade, aber viele aus der Nightclass und auch andere gerade junge Vampire nehmen diese Tabletten um ein normales Leben in der Gesellschaft der Menschen führen zu können - ohne die Gefahr dauerhaft von Huntern gejagt zu werden.", meinte Takuma.

"Ich weiß zwar nicht wie Blut schmeckt, aber was das Thema Hunter angeht verstehe ich euch schon etwas. Ich meine eure bzw. unsere Generation ist jung, toleranter und man ist vielleicht auch mehr bereit dazu in Koexistenz zu leben und ich glaube es ist weder für euch Vampire noch für uns Menschen schön wenn wir uns gegenseitig jagen und umbringen. Es ist nur ein dauerhafter Kreislauf der Gewalt und Rache. Ich meine sowie du auch am Telefon erzählt hast gibt es ja auch Menschen, welche eingeweiht sind, die freiwillig Blutspenden - ich denke das ist auch eine gute Lösung - zumindest können so etwas die Todesfälle eingegrenzt werden.", erklärte ich dem Blondhaarigen neben mir.

"Weißt du. Du bist mit einer der wenigen Menschen die ich bisher getroffen habe die so denken. Ich finde das toll...", sagte er und lächelte mich von der Seite an. Wir waren mittlerweile am Tor zum Haus Mond angekommen. Takuma und ich standen uns etwas unschlüssig gegenüber.

"Also dann. Bis später meine holde Maid, ich wünsche euch eine angenehme Nachtruhe.", sagte Takuma altmodisch und lächelte mich belustigt, aber dennoch gar zärtlich an. Ich wurde rot und lächelte zurück.

"Ich wünsche euch ebenfalls zur späteren Stunde eine angenehme Nachtruhe, sowie eine rasche Abarbeitung Eurer Aufgaben.".

Takuma schien noch etwas erwidern zu wollen, aber lächelte mich nur weiter an, ließ meine Hand los und ging durchs Tor. Ich drehte mich um und wollte meinen Rundgang beenden als mich plötzlich jemand am Handgelenk packte. Ich wurde herum gewirbelt und in eine Umarmung gezogen.

"Ich habe noch etwas wichtiges vergessen...", wisperte der blonde Vampire und gab mir einen Kuss auf die Wange bevor er mich los ließ und sich schnellen Schrittes auf zum Haus Mond machte.

Schon wieder. Schon wieder hat er mich auf die Wange geküsst. Ich streichelte über Stelle wo er mich geküsst hatte und lief dezent abwesend übers Gelände. Zum Glück war es auch diese Nacht ruhig.

~

Am nächsten Tag stand ich wie gewohnt auf, machte mich fertig und aß mein Frühstück. Yuki, Sayori und ich schleppten uns von einem Unterricht zum anderen. Als wir schließlich im Japanisch Unterricht saßen sah ich wie neben und vor mir die Köpfe herunter gingen. Yuki und Zero waren wieder eingeschlafen.

Der Lehrer merkte dies nicht und rief Yuki auf "Kurosu! Kurosu!".

Als er Aufblicke schaute er verdutzt und murmelte "Wirklich nicht zu fassen...!".

"Gut, dann Kiryu!", rief er auf.

Ein Junge meldete sich und sagte "Sensei...Kiryu-kun schläft auch!".

"Wovon um Himmels Willen sind die beiden nur immerzu so erschöpft?", fragte sich der Lehrer.

"Nachsitzen! Alle beide! Nagisa, sag bitte es den beiden und bitte beantworte die Aufgabe!", wies er mich an. Ich nickte und fing an die Lösung für die genannten Aufgaben zu nennen. Nach dem die Klingel zum Stundenende geläutet hatte Wachtendonk die beiden Adoptivkinder des Rektors auf. Sayori und ich teilten ihnen mit das sie Nachsitzen mussten.

Yuki gähnte herzhaft und meinte müde darauf "Schon wieder Nachsitzen!...".

"Echt hart! Jede Nacht unterwegs und dann im Unterricht schlafen! Fast wie ein Vampir!", meinte Sayori und versetzte Yuki damit in Unruhe.

"Hä?!G...Glaubst du etwa...tatsächlich an Vampire?", fragte Yuki nervös.

Ich musste mir ein Lachen verkneifen.

"Natürlich gibt es keine Vampire! Das war ein Witz!", sagte Sayori und schaute die braunhaarige an.

"Klar...",meinte Yuki etwas erleichtert.

Ich stand von meinem Platz auf, nahm meine Schultasche und ging zu Sayori. Sie stand ebenfalss auf und wollte gerade ihre Schultasche nehmen, als Yuki sie am Arm festhielt und uns abwechselnd ansah.

"Hey! Lasst euch nächstes Mal doch auch Nachsitzen aufbrummen, Yori-chan, Hikari-chan! Mit dem da ganz alleine ist es so öde!", meinte Yuki und deutete mit ihrem Kopf Richtung Zero.

Ich lächelte sie entschuldigend an während Sayori meinte "Nichts da! Ist doch okay, ihr versteht euch doch gut!".

"Zero ist Erstens penibel, Zweitens aufbrausend und Drittens kleinkariert!", regte die Kurosu sich auf.

"Yuki...Ich kann dich hören.", sagte Zero gereizt.

Darauf hin drehte sich Yuki zu ihm um und sagte "Du solltest es ja auch hören!" und streckte ihn danach auch noch frech die Zunge heraus. Ich musste auf lachen.

"Manchmal könnte man denken, dass ihr Geschwister seid...", sagte ich lächelnd.

"Zero-kun ist schon ein bisschen unheimlich, er wirkt immer so gereizt. Hör lieber auf zu sticheln!", sagte Sayori zu Yuki, welche es kaum mitbekam was wir sagten.

Ich und Sayori waren dabei das Klassenzimmer zu verlassen, als Yuki rief "Äh...Yori-ch...Hikari-chan...!".

"Du und Hikari seid die Einzigen, die mit diesem Mensch klarkommen!", sagte Sayori und winkte zum Abschied.

"Hey und trödelt nicht, sonst ist bald schon wieder Abend! Ich brauche euch zum Klassenwechsel!", sagte ich noch und verließ mit Sayori zusammen das Klassenzimmer.

~

Takumas P.o.V. (gleicher Abend am Brunnen und folgender Tag)

Nachdem ich aus einem Impuls heraus Hikari wieder mal einen Kuss auf die Wange gegeben hatte, hatte ich versucht so gut wie es ging meine noch offenen Aufgaben zu erledigen bevor Kaname auf die Idee kam mir noch mehr Arbeit auf zu brummen. Senri kam in mein Zimmer, gefolgt von Rima, und machten es sich neben meinen Schreibtisch bequem.

"Mikado?", fragte Rima monoton und hielt mir ihre Packung hin.

"Nein Danke. Ich muss das hier noch fertig machen...", sagte ich leicht abwesend.

Warum habe ich so sehr das Bedürfnis bei ihr sein zu wollen und ihre Nähe zu spüren. Sie ist doch nur ein Mensch. Zudem war ihre Mutter eine Hunterin. Wenn sie wüsste wie nah ihre Tochter einen Vampire steht wäre ich schon längst tot.

"Und hast du deiner Hikari-chan die Fotos gegeben?", fragte Senri als ich mein letztes Blatt zur Seite gelegt hatte und mich genüsslich gestreckt hatte.

"Ja habe ich. Außerdem ist sie nicht meine Hikari-chan...", sagte ich und stand auf.

"Dafür das sie nicht deine Hikari-chan ist suchst du erstaunlich oft ihre Nähe. Und vor allem küsst du sie gerne Ichijo...", sagte Senri und schaute mich aus seinen blaugrauen Augen an.

Ich schaute ihn ertappt an.

"Ihr habt uns beobachtet...", schlussfolgerte ich.

Senri schaute mich weiter monoton wie immer an.

"Du weißt das sie nur ein Mensch ist...", sagte Rima und biss von einem Mikado ab.

"Ja, dass weiß ich, aber ich kann nichts dagegen machen. Wenn wir reden und auch wenn wir nicht reden, wenn sie in meiner Nähe ist kann ich wirklich ich sein...", versuchte ich meine Gefühle den beiden Eisklötzen vor mir zu erklären.

"Es ist doch nicht nur das...", meinte Senri und schaute mich forschend an.

Ich seufzte schwer und ließ mich auf mein Bett fallen.

"Als das letztes Jahr mit der Gruppe Level Es passiert ist. Sie hatte sich verletzt und ich konnte nicht wieder stehen ihr Blut abzulecken. Sie hatte keine Angst sogar im Gegenteil. Sie sagte das alles gut ist und ich ihr nie was böses tun würde. Und das habe ich auch nicht getan. Ich habe sie nicht gebissen oder so, nur ihr Blut abgeleckt. Und seit dem Tag begehre ich kein anderes Blut mehr...", erklärte ich weiter und schloss erschöpft die Augen.

"Dich hat es erwischt Ichijo-kun...", sagte Rima als wäre es das normalste auf der Welt.

"Ich befürchte es auch...", sagte ich schmerzlich und beließ es dabei.

Nach ein paar Minuten des Schweigens hörte ich die Schritte der beiden, dann wie meine Tür auf und wieder zu ging.

Endlich Ruhe..., waren mein letzter Gedanke bevor ich erschöpft einschlief.

~

Ich wachte am nächsten Abend auf und machte mich fertig für den Unterricht. Ich trank noch ein Glas mit einer aufgelösten Bluttablette bevor ich runter zu den anderen Schülern ging. Als geschlossene Klasse machten wir uns auf dem Weg zum Tor. Zum Klassenwechsel sah ich Hikari-chan wieder, welche mich freundlich wie immer anlächelte. Doch diesmal schlich sich ein offensichtlicher Rotschimmer auf ihre Wangen. Ich grinste nur noch mehr ohne darüber nach zu denken wie das für andere aussehen mag. Nach dem wir das Unterrichtsgebäude und unseren Klassenraum betreten hatten, setzte wir uns kreuz und quer hin und redeten über belangen lose Themen. Der Lehrer kam nach einiger Zeit rein und fing an über uns Projekt zu reden.

"Der Erfolg der von unserer Nightclass entwickelten Bluttabletten wird weltweit anerkannt. Ihr seid der Stolz unserer Schule und unserer ganzen nächtlichen Rasse.", sagte er mit Stolz in der Stimme.

"Eine kleine Gruppenarbeit, nichts weiter.", erwiderte ich nur darauf hin.

"Das war doch nichts besonderes...", meinte Ruka ebenfalls und schaute Richtung Kaname.

"Unser Umfeld hier, die Koexistenz mit Menschen hat uns bei der Entwicklung sehr geholfen, nicht wahr Kaname-sama?", fragte sie ihn und schaute ihn an.

"Richtig.", erwiderte der Reinblüter und schaute von seinem Buch auf.

"Ich bin dem Rektor sehr dankbar, dass wir in dieser Academy lernen können.", erklärte er und schaute raus in die Nacht und ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen.

Ich schaute ebenfalls aus dem Fenster raus und erblickte die Vertrauensschüler auf dem Dach.

Kiryu-kun stand mit dem Rücken zu uns während Yuki-chan und Hikari-chan in unsere Richtung schauten. Man merkte das Yuki Kurosu Kaname sehr am Herzen lag, schon als wir jünger waren und er sie regelmäßig besucht hatte, hatte sich dies gezeigt. Ich beobachtete eine gewisse Vertrauensschüler weiter und schenkte dem Lehrer vorne kaum Aufmerksamkeit.

Sie sieht auch noch so schön aus, ist verständnisvoll, stark, schlau, belesen und einfach nur toll.

Nach dem Unterricht konnte wir unsere Weg gehen. Manche gingen ins Wohnheim zurück andere wie Aido und Kain wollten noch eine Runde spazieren gehen. Ich folgte Kaname um mit ihm über die bearbeiten Aufgaben zu reden. Während des Gespräches nahmen wir beide irgendwann einen Blutgeruch wahr.

"Yuki...!", wisperte Kaname und lief los.

Ich roch in der Luft. Yukis als auch Hikaris Blutgeruch hingen in der Luft. Ich beeilte mich und rannte hinter Kaname her.