Kapitel 15: Weihnachtstanz
Kapitel 15: Weihnachtstanz
Es sind einige Wochen seit der Entführung, Klärung und die Einschreibung meiner Geschwister in der Nightclass vergangen. In der Zeit verbrachten Takuma und ich viel mehr Zeit miteinander, vor allem verbrachten wir aber damit die Zeit dem jeweils anderen bei seinen Pflichten zu unterstützen. Wenn er seine Pflichten als Kanames Stellvertreter nachging half ich ihm bei der Bearbeitung der Dokumente oder lernte parallel für Tests. Danach begleitet mich Takuma auf meinen Rundgängen.
Bald würde ich auch mit ihm, Kaname und meinen Geschwistern einen Ball innerhalb der Vampirgesellschaft besuchen. Da wird Kaname verkünden, dass er mich und meine Liebsten unter seinen Schutz stellt.
Jedenfalls stand nun der lang ersehnte Weihnachtsball vor der Tür. Wir Schüler wurden in den Nachmittagsstunden dazu verdonnert alles aufzubauen. Zur Freude der Dayclass Schüler, musste auch die Nightclass mithelfen, welche sich jedoch viel Zeit ließen, sodass sie bei mir gedanklich in den Hintergrund rückten.
"Hast du eigentlich schon ein Kleid für heute Abend Hikari-chan?", fragte mich Sayori, als wir dabei waren Blumendekors auf den Tischen zu verteilen.
"Nein noch nicht. Ich wollte nach dem wir hier fertig sind schnell runter in die Stadt und schauen, ob sie noch das dunkelrote Kleid haben.", erklärte ich und lächelte leicht.
Als Takuma und ich vor 2 Wochen abends in der Stadt waren um einen potenziellen Level E ausfindig zu machen, kamen wir an einen Schaufenster vorbei, wo ein wunderschönes dunkelrotes Kleid mit feinen Stickereien stand. Meine Augen fingen sofort an zu funkeln, was Takuma lachen ließ.
"Nagisa-san ich brauche hier Hilfe ", rief der Klassensprecher quer durch die große Halle.
"Hai, komme schon ", rief ich, ließ die restlichen Blumendekore auf dem Tisch stehen und lief rüber zum Klassensprecher.
"Wo bei soll ich dir helfen?", fragte ich ruhig. "Du soll-... ", fing unser Klassensprecher an wurde aber von lauten Rufen der Mädchen unterbrochen.
"Ahhhhhhh!!! Aido-senpei!!! Kaname-senpei!!!", quietschte die Schülerinnen der Dayclass aufgeregt.
Da war ja was...
Der Klassensprecher räusperte sich, schob seine Brille hoch und fuhr fort: "Du sollst bitte das Band da oben fest machen." Ich schaute auf das Band und dann auf die Leiter - also ab nach oben.
Ich stand seit ein paar Minuten auf der Leiter und versuchte das Band zu fixieren. Da die Leiter leider nicht mehr die aller Neuste war, hatte ich zutun mein Gleichgewicht zu halten.
"Hikari-chan?", kam es von unten. Ich schielte runter und erblickte Takuma. Er schaute neugierig zu mir hoch. "Ahh! Hallo Ichijo-senpai!", rief ich runter. Wir hatten uns dazu entschieden, dass ich ihn weiter hin Ichijo-senpai nannte, wenn Schülerinnen der Dayclass in der Nähe hatten. Yuki und ich wurden sowieso schon gemieden, weil wir soviel mit der Nightclass zutun haben - wir wollten nicht noch Öl ins Feuer gießen.
"Was machst du da?", fragte er und grinste. Er wusste genau was ich tat, aber fand es einfach amüsant wie ich mit den Augen rollte.
"Naja, wie du siehst versuche ich das Band für heute Abend zu befestigen und irgendwie zeitgleich auf dieser in Rente gehörenden Leiter mein Gleichgewicht zu halten.", erklärte ich, während ich mich nach oben streckte.
"Brau-", setzte der blondhaarige Vampir an, wurde jedoch unterbrochen. Ein paar Mädchen aus meiner Klasse kamen zu uns gelaufen. "Äh Ichijo-senpei willst du vielleicht heute Abend mit mir tanzen? ", fragte eine Rothaarige nervös. "Nein, er soll mit mir tanzen ", zischte eine Mädchen mit blonden Haaren. "Nein, mit mir ", rief eine weitere.
"Haltet die Klappe!", rief ich genervt runter und hielt mich so gut es ging an der Leiter. Man diese Hormon-Gesteuerten-pubertären-3 Tonnen Make-up in Gesicht zu viel - Tussen.
"Ach sei doch leise Hikari!!!", riefen dich Mädchen hoch und wackelten an der Leiter. "STOP!!!", rief ich doch es war zu spät - die Leiter kippte um und ich viel Richtung Boden. Ich kniff die Augen vor Schreck zusammen und machte mich auf einen schmerzhaften Aufprall gefasst.
Nicht schon wieder Krankenstation...
BUUUUUMMM
Mit einen lauten Knall fiel die Leiter um und ich machte KEINE Bekanntschaft mit dem Boden, sondern mit zwei Armen die mich aufgefangen hatten. "Hi-chan?", fragte mich eine Stimme sachte. "...Du kannst deine Augen öffnen ", sagte die Stimme sanft. Ich blinzelte und schaute in die besorgen Augen von Takuma. Ich schauten ihn Angst erfüllt an und zitterte vor Schock am ganzen Körper.
"Bring sie bitte zum Krankenzimmer und kümmer dich um sie...", wies Kaname seinen Stellvertreter an. Er nickte und machte sich mit mir auf dem Arm zur alt bekannten Krankenzimmer.
Auf dem Weg dort hin sprachen wir kein Wort. Ich hatte mich mehr in Takumas Arme gekuschelt und genoss die Ruhe, welche er ausstrahlte.
Als wir am Zimmer ankamen, öffnete der Vampir geschickt die Tür und ging geradewegs zur Liege um mich dort vorsichtig abzulegen. Danach ging er nochmal zur Tür und schloss sie. Er ging zum Waschbecken und füllte ein Glas mit Wasser, welches er mir dann hin hielt. Ich nahm es mit zittriger Hand entgegen und nahm einen kleinen Schluck, danach war mein Blick stur auf meinen Schoß gerichtet.
Takuma nahm sich den kleinen Arzthocker auf Rollen und setzte sich vor mich hin. Er nahm mir behutsam das Glas wieder aus der Hand und stellte es auf dem kleinen Tisch neben der Liege. Dann nahm er vorsichtig meine Hände in seine und drückte diese leicht. Es war eine Aufforderung in anzuschauen. Ich hob meinen Blick und schaute in die wunderschönen Smaragd Augen die ich so sehr liebe.
"Alles ok? ", fragte er vorsichtig. Ich schaute ihn an und er legte seine weiche Hand sanft auf meine Wange. Ich schaute ihn etwas verwirrt an, bis ich merkte dass er mir die Tränen wegwischte.
Tränen der Angst bahnten sich einen Weg über meine Wangen. Immer und immer mehr Tränen liefen über meine Wangen. Er nahm mich in den Arm und ich weinte und weinte. Und dennoch hielt er mich in der Umarmung fest und strich mir beruhigend über den Rücken.
Nach einer Weile beruhigte ich mich und kuschelte mich wieder mehr in die Arme von Takuma. "Hast du dich beruhigt?", fragte er nochmal zur Sicherheit. Ich nickte stumm und zog den beruhigenden Duft von Takuma ein.
"Du solltest dich noch ein wenig ausruhen bis zum Ball Koihime...", meinte Takuma und streichelte mir über den Kopf. "Das geht nicht - ich muss noch ein Kleid für heute Abend kaufen...", nuschelte ich.
"Lass dass mal meine Sorge sein...", wisperte Takuma und fing an mir meinen Kopf zu kraulen. Durch das stetige sanfte Kraulen und die Wärme Takumas driftete ich langsam weg.
Irgendwann später wachte ich auf und bemerkte, dass ich in meinen Zimmer lag. Meine Bettdecke war über mir ausgebreitet und meine Schuhe standen fein säuberlich neben der Tür. Ich rieb mir müde die Augen und blickte aus dem Fenster. Es war bereits stockdunkel. Ich schaute auf mein Handy und lass die Uhrzeit 17:09 Uhr.
"Das werde ich doch nie zum Ball schaffen...", nuschelte ich leicht traurig vor mir her.
Der Ball fängt 18 Uhr an...ich würde es schaffen, wenn ich ein Kleid hätte...habe ich aber nicht...
Ich seufzte schwer. "Dann werde ich wohl meine Uniform anlassen...", nuschelte ich weiter vor mir her, während ich meine Beine aus dem Bett schwang. Ich ließ meinen Blick durchs Zimmer streifen und blieb bei meinem Schreibtisch hängen. Über meinen Stuhl war ein langer dunkler Beutel gelegt. Ich stand auf und ging neugierig hin. Auf dem Schreibtisch stand ein kleines Kärtchen. Ich nahm es und lass es:
Liebste Hi-chan,
Ich war so frei und habe dir ein Kleid besorgt, bei dem deine wundervollen Augen funkeln werden (und den passenden Bolero dazu - wir wollen ja nicht das du krank wirst ;)). Deine Schwester hat mir für dich den passenden Schmuck sowie Schuhe gegeben.
Bis später meine Liebste
Dein Takuma
Ich musste automatisch lächeln und sah jetzt erst das auf dem Tisch ein paar Ohrringe sowie eine wundervolle Kette aus Silber lag. Ich legte den Zettel daneben hin und fing an den Beutel aufzumachen. Zum Vorschein kam das Kleid, welches wir gesehen hatten und ich mir heute holen wollte. Ich verlor keine Zeit. Ich ging in Rekordzeit duschen und Haare föhnen. Danach zog ich das Kleid an, welches mir einwandfrei passte, steckte mir die Haare hoch, schminkte mich in dezent und legte den Schmuck an. Zum Schluss gleitet ich in einfache schwarze Tanzschuhe, zog den Bolero drüber und begutachtete mich im Spiegel.
"Was Kleidung alles aus einem machen kann...", hauchte ich und fand mich wunderschön.
Woher wusste Takuma eigentlich meine Kleidergröße? Das muss ich ihn unbedingt fragen...
Ich schaute nochmal kurz auf mein Handy wegen der Uhrzeit 17:58 Uhr. "Da komm ich wenigstens nicht ganz zu spät!", sagte ich erfreut und lief so schnell es mit den Schuhen ging und machte mich auf dem Weg zum Weihnachtsball.
Auf dem Ball angekommen staunte ich nicht schlecht. Es sah alles so wundervoll aus. Als ich meinen Blick von der Dekoration lösen konnte, fielen mir auf, dass mich alle an starrten. Eine verräterische Röte machte sich auf meinen Wangen breit. "Wow...ist sie schön!", flüsterten die ganzen Schüler und Schülerinnen.
Als ein gewisser Vampir auf mich zu Schritt und sich verbeugte wurde ich noch eine Spur röter. "Würden Sie mir die Ehre erweisen und mir einen Tanz schenken, Madame? ", fragte er höfflich, lächelte mich charmant an und hielt mir die Hand hin. Ein sanftes Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus. Ich deutet eine Verbeugung an, legte meine Hand in seine und sagte: "Aber natürlich...".
Takuma führte uns in die Mitte der Tanzfläche, legte seine rechte Hand auf mein linkes Schulterblatt, ich meine linke Hand auf seinen rechten Oberarm. Die anderen Hände verschränkten wir ineinander und winkelten leicht die Arme an. Es wurde als nächstes ein recht schnelles Lied angestimmt. Takuma führte mich und wirbelte mich übers Parkett.
Nach einer zwei Liedern kam ein sehr ruhiges Lied. Takuma kam mir noch näher, sodass wir eng aneinander stand und ich während des Tanzes meinen Kopf auf seine Brust legen konnte. Ich genoss die Wärme und Nähe zu Takuma, so wie ich es immer tat. Das Lied endete und Takuma zog mich sanft von der Tanzfläche zum Getränketisch. Dort nahm ich mir ein Glas mit Wasser und trank einen kleinen Schluck. "Wollen wir raus und frische Luft schnappen?", fragte Takuma und lächelte mich so süß wie immer an. Ich nickte, stellte das Glas und folgte ihn nach draußen.
Der Wintermond spendet uns genügend Licht, sodass wir uns dafür entschieden in den angrenzenden Rosengarten zu gehen. Die Steine unter unseren Sohlen knirschten und durchbrachen die Stille des Abends.
Wir setzten uns auf einer Bank nah neben einander, schauten hoch in den Himmel und beobachteten die Sterne. Takuma legte zusätzlich seinen Arm über meine Schulter. Dadurch hat ich die Möglichkeit mich an ihn zu schmiegen. "Du siehst wirklich wundervoll aus Hikari...", flüsterte der blondhaarige Vampire in die Dunkelheit. Die altbekannte Röte stiege wieder in meinen Wangen auf und ich war froh, dass Takuma durch die Dunkelheit hoffentlich nicht so gut sehen konnte.
"Weißt du Takuma...ich bin heute Abend richtig glücklich...wir können endlich normal zusammen sein und brauchen keine Angst haben...ich komme damit zurecht wer ich bin...das ich Geschwister habe...und ich komme damit klar wer ich irgendwann sein werde...und ich wollte dir noch etwas sagen...", wisperte ich und schielte ihn von der Seite an. Sein makelloses Gesicht sah so wundervoll im Mondlicht aus. Er drehte seinen Kopf zu mir und fragte lächelnd "Und was...?".
"Takuma...ich liebe dich...", flüsterte ich in die Stille der Nacht und schaute ihn schüchtern an. Sein Lächeln wurde noch sanfter und liebevoll. Er nahm meine mittlerweile kalten Hände in seine, zog mich noch etwas näher an sich heran, legte seine Stirn gegen meine und schaute mir in die Augen.
"Hikari...Ich liebe dich auch...und das schon seit letzten Jahr...ich hatte es am Anfang versucht zu verdrängen...aber als ich merkte das ich nur noch dein Blut wollte...nur noch dich wollte...wurde mir klar das du diese eine Person bist...diese eine dich ich beschützen will...die ich berühren will...die ich küssen will...die ich spüren will...die ich begehre und liebe...", flüsterte Takuma genau so wie ich und bekam rote Wangen. Er legte seine Hand auf meine Wange, überbrückte die wenigen Zentimeter die uns trennten und küsste mich.
Ich schloss instinktiv die Augen und spürte wie dieser Kuss ein Feuerwerk in mir entfachtet. Seine Lippen sind so weich und sein Kuss sanft, als würde er Angst haben das ich zerbreche.
Wir lösten uns nach ein paar Minuten zärtlichen Austauschs und schauten uns in die Augen.
"Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt und ich bin glücklich, dass wir wirklich sicher sind...", sagte Takuma mit geröteten Wangen "Ich dich auch, ich kann es immer noch nicht in Worte fassen...", erwiderte ich nur, mit ebenfalls geröteten Wangen. Takuma streichelte mir zärtlich übers Gesicht und gab mir noch einen flüchtigen Kuss, bevor er fragte: "Wollen wir zurück zum Ball gehen?". Ich nickte, noch immer mit einer Tomate konkurrierend und nahm die Hand, welche er mir Gentleman typisch reichte.
Wir verschränkten die Hände und ging gemeinsam zurück zum Ball.