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Zwiespalt

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Zwiespalt

Minerva schloss die Tür hinter sich, presste die Stirn gegen das kühle Holz und zwang ihre Hände, nicht zu zittern. Ihr Herz schlug ungehörig schnell, als sei sie eine Schülerin, die nach einer törichten Mutprobe ertappt worden war.

Was habe ich nur zugelassen…

Noch immer brannten ihre Lippen von Hermines Kuss. Ein einziger Augenblick, ein Augenblick der Schwäche und doch fühlte er sich an wie die Wahrheit, die sie seit Wochen mit eiserner Disziplin verleugnet hatte.

Sie liebte Hermine. Natürlich tat sie es. Wie hätte sie nicht? Diese junge Frau, die mit einer Mischung aus Feuer und Verstand jede ihrer Überzeugungen herausforderte, die das Schloss mit einem Glanz in den Augen durchstreifte, der Minerva an längst vergangene Zeiten erinnerte und genau darin lag das Verhängnis.

Sie war die Schulleiterin von Hogwarts. Eine Mentorin. Eine Autoritätsperson. Hermine war eine ehemalige Schülerin, nun kaum mehr als eine Referendarin, verletzlich in ihrer neuen Rolle. Was hätten die Kollegen gedacht, wenn… wenn sie gewusst hätten, was im Flur geschehen war?

Ein einziger Kuss und doch war es ein Verstoß gegen alles, wofür Minerva stand.

Ihre Hände verkrampften sich im Stoff ihres Umhangs. Schuld, so bleiern, dass sie kaum atmen konnte, mischte sich mit einer Sehnsucht, die sie erschreckte. Denn tief in sich wusste sie: Es war nicht nur Hermine gewesen, die diesen Kuss gewollt hatte. Sie selbst hatte sich genauso nach dieser Nähe gesehnt. Nur ein einziges Mal…

Minerva schloss die Augen. Bilder stiegen auf – Hermines entschlossener Blick, ihre Wärme, die Worte, die sie ausgesprochen hatte: dass sich ihre Gefühle nicht ändern würden. Und Minerva wusste, dass sie recht hatte. Auch ihre eigenen Gefühle würden nicht verschwinden. Kein Maß an Vernunft, keine Pflicht der Welt konnte sie auslöschen, aber wenn sie nachgab, würde sie Hermine nicht schützen, sondern ihr Leben komplizierter machen, ihr Ansehen gefährden, ihre Zukunft beschatten. Das durfte sie nicht zulassen.

„Es ist falsch“, murmelte sie heiser in den leeren Raum, als könnte die bloße Wiederholung sie überzeugen, doch die Worte klangen hohl, kaum mehr als ein Flüstern gegen die laute Wahrheit in ihrem Herzen:

Ich liebe sie. Ich liebe sie und genau darum darf ich sie nicht haben.

Minerva ließ sich in den Sessel vor dem Kamin sinken, rieb sich die Schläfen und starrte lange in die Flammen. Der Geschmack des Kusses blieb auf ihren Lippen, ein süßer, schmerzlicher Beweis ihrer Schwäche.

Sie wusste, dass sie Hermine am nächsten Tag wiedersehen würde. Professionell, distanziert, gefasst. Sie musste es und doch fürchtete sie, dass schon ein einziger Blick die Mauer, die sie gerade errichtet hatte, wieder zum Einsturz bringen könnte.

Zur selben Stunde saß Hermine in ihrer eigenen Wohnung, ein paar Korridore entfernt und hielt den Atem an, als könne sie so den Tumult in ihrem Inneren bändigen, doch sie wollte nichts bändigen. Nicht diesmal.

Sie zog die Knie an sich, schlang die Arme darum und lächelte trotz allem, ein leises, trotziges Lächeln. Der Kuss hing ihr nach wie ein Echo, das sich nicht vertreiben ließ. Er war nicht falsch. Er war die reinste Wahrheit, die sie seit langem gespürt hatte.

Minerva hatte sich zurückgezogen, die Worte gesprochen, die sie so gut kannte – „es ist falsch“ – und dennoch: Hermine hatte den Blick gesehen, die flackernde Unsicherheit in diesen sonst so standhaften Augen. Es war nicht Ablehnung gewesen. Es war Angst. Pflicht. Ein Schutzwall, der genauso sehr gegen Minerva selbst gerichtet war wie gegen sie.

„Es tut mir nicht leid“, flüsterte Hermine in die Stille ihres Zimmers und ihre Stimme klang fester, als sie erwartet hätte.

Nein, sie bereute nichts. Wie könnte sie? Sie hatte sich nie sicherer gefühlt als in dem Moment, in dem Minerva ihre Lippen berührt hatte und sie wusste – so klar wie sie wusste, dass Hogwarts ihr Zuhause war – dass Minerva sie ebenso liebte.

Die Frage war nicht ob, sondern wann Minerva es zulassen würde. Ein Anflug von Schmerz zog durch Hermine, als sie daran dachte, wie einsam Minerva gewirkt hatte, zurückgezogen in ihre selbst auferlegten Grenzen, aber Mitleid war nicht, was sie empfand. Es war Entschlossenheit. Sie würde Minerva nicht durch Furcht verlieren. Hermine atmete tief durch und legte sich schließlich ins Bett. Schlaf würde sie wohl kaum finden, doch der Gedanke an Minervas Nähe war ihr Trost. Sie würde Geduld haben. So viel wie nötig, denn manche Wahrheiten ließen sich nicht für immer verleugnen.

Die Nacht im Schloss lag still über den Türmen und doch fanden zwei Frauen keinen Schlaf.

Minerva lag reglos auf der Seite, die Hände gefaltet wie zum Gebet. Jeder Herzschlag hallte zu laut in ihren Ohren, ein ungebetener Taktstock, der ihr den Frieden raubte. Schlaf – wie sollte sie ihn finden, wenn sie das Gefühl von Hermines Lippen noch immer auf den ihren spürte?

Sie hatte Jahr für Jahr gelernt, Grenzen zu setzen, Vernunft über Sehnsucht zu stellen. Und jetzt – ein einziger Kuss und alles drohte einzustürzen.

Sie war die Schulleiterin. Das Bollwerk. Niemand durfte sehen, wie brüchig sie wirklich war und doch… wenn sie die Augen schloss, war es Hermines Blick, der sie verfolgte – unerschütterlich, sanft, voller Gewissheit.

„Ich darf nicht“, flüsterte Minerva in die Dunkelheit und das Echo ihrer eigenen Stimme klang bitter. Denn in Wahrheit meinte sie: Ich will zu sehr.

Ein paar Gänge weiter warf sich Hermine im Bett hin und her, die Decke nutzlos, der Kopf zu schwer vor Gedanken. Minervas Worte – Es ist falsch – brannten in ihr wie ein Stachel. Doch darunter lag der Kuss und er war stärker, heller, wahrer als jede Abwehr. Schuld? Nein. Das fühlte sie nicht. Es war Liebe. Und ein trotziges Versprechen an sich selbst: Sie würde nicht zulassen, dass Angst die Oberhand gewann. Minerva mochte sich einreden, dass es falsch war – aber Hermine hatte gespürt, wie ihre Hände gezittert hatten, wie ihre Zurückhaltung ein Atemzug lang geschmolzen war.

Sie zog die Decke fester um sich, als könne sie damit die Erinnerung festhalten. Ein Teil von ihr fürchtete, dass Minerva am Morgen nur noch distanzierter sein würde, doch ein anderer Teil wusste: Der Funke war übergesprungen und kein Zauber der Welt konnte ihn mehr auslöschen.

„Es wird nicht verschwinden“, murmelte sie und ein sanftes Lächeln schlich sich trotz allem auf ihre Lippen.

In derselben Nacht lagen sie beide wach, getrennt durch Stein und Pflichtgefühl, verbunden durch das, was sich nicht mehr leugnen ließ.

Der Morgen brach grau und kühl über das Schloss herein. Hermine hatte kaum geschlafen. Immer wieder war ihr der Kuss durch den Kopf gegangen – sanft, dringlich, voller aufgestauter Sehnsucht und dann Minervas abrupter Rückzug, die fast schon panische Entschlossenheit, die Lippen voneinander zu reißen, als wäre ein Schritt mehr ein Verrat an all ihren Prinzipien.

Hermine quälte sich aus dem Bett, um pünktlich beim Frühstück zu sein. In Rock und Bluse, beides in schwarz, ging Hermine in die große Halle. Der Duft von Tee und Toast hing in der Luft, das leise Klirren von Besteck vermischte sich mit Slughorns fröhlichem Plaudern. Hermine trat ein, noch etwas blasser als sonst, doch mit erhobenem Kopf, als wäre nichts geschehen.

Die Kollegen waren bereits versammelt. Alle, bis auf eine. Hermine ging seufzend zu ihrem Platz, setzte eine freundliche Miene auf und wünschte ihren Kollegen einen guten Morgen. Sie hatte gehofft, Minerva am Frühstückstisch zu sehen, doch der Platz in der Mitte blieb leer. Um Hermine herum führten die Professoren leichte Gespräche, lasen den Tagespropheten und genossen ihr Frühstück. Hermine rührte gedankenverloren in ihrer Tasse Tee.

„Wenn du so weiter machst, hast du die Tasse bald durchgerührt“, meinte Poppy neben ihr und Hermine schreckte auf.

„Was ist denn los Hermine?“, fragte sie beinahe mütterlich.

„Ich habe schlecht geschlafen“, antwortete Hermine, versuchte zu lächeln, doch die Heilerin schien ihr das nicht ganz zu glauben. „Ehrlich Poppy, mir geht es gut.“

„Wenn du das sagst, aber wenn du Probleme hast, egal welche…“

„Danke Poppy. Das ist wirklich lieb von dir.“

Die Heilerin lächelte und widmete sich wieder ihrem Porridge. Hermines Blick schweifte durch die Halle. Ihr Atem stockte. Da war sie, in voller Größe und Eleganz. Minerva.

Ein winziger Augenblick reichte. Ihre Blicke trafen aufeinander, als sie sich setzte und plötzlich war alles wieder da: das Feuer des Kusses, die Hitze, die sie beide in der Nacht wachgehalten hatte und das schmerzliche Bewusstsein, dass hier kein Raum für Sehnsucht war. Minerva hielt Hermines Blick einen Atemzug zu lange fest, bevor sie ihn mit der Routine einer Frau abwandte, die ein Leben lang gelernt hatte, Schwächen zu verbergen. Doch das Zittern ihrer Finger, als sie die Teekanne anhob, verriet sie mehr als Worte.

Slughorns Stimme holte Hermine zurück, als er ihr überschwänglich von ihren heutigen Aufgaben erzählte. Hermine reagierte ruhig und sie freute sich darauf, wieder aktiv am Unterricht beteiligt zu werden und doch spürte sie, wie jeder Satz von der unsichtbaren Spannung getragen wurde, die quer durch den Raum zwischen ihr und Minerva gespannt war. Jedes Mal, wenn sie unwillkürlich aufsah, fand sie Minervas Blick auf sich – ernst, unergründlich, und doch lodernd in einer Tiefe, die keiner der anderen im Raum bemerken konnte. Es war wie ein Blitz, der beide immer wieder traf. Ein Schlag aus Licht und Schmerz, aus Verlangen und Verbot. Ein Schlag, der ihnen zeigte, dass sie sich nicht mehr zurückziehen konnten, nicht wirklich.

Hermine zwang sich, die Hände im Schoß ruhig zu halten. Minerva zwang sich, ihren Tee zu trinken, als sei er das Einzige, was ihre Aufmerksamkeit verdiente.

Doch beide wussten: Der Morgen hatte nichts geklärt. Er hatte nur bewiesen, dass das, was in der Nacht begonnen hatte, nicht mehr zu verdrängen war.

Hermine folgte Horace zum Klassenzimmer für Zaubertränke, als er sein Frühstück beendet hatte.

„Du bist so ruhig“, meinte er und sah sie prüfend an. „Habe ich dich gestern überfordert?“

„Oh nein, sicher nicht. Es hat Spaß gemacht. Ich bin gespannt, ob sich die Slytherins und Gryffindors heute benehmen. Letzte Nacht habe ich zwei von den Gryffindors im Flur aufgegabelt – nach der Sperrstunde.“

Slughorn grinste.

„Das kommt mir bekannt vor“, meinte er und Hermine wusste genau, dass er auf sie und ihre Freunde anspielte.

Sie lächelte verlegen, konnte aber nichts mehr erwidern, denn die Zweitklässer strömten herein.

Die Stunden vergingen so schnell und Hermine beendete mit einem zufriedenen Gefühl die letzte Stunde am Nachmittag.

Sie packte ihre Sachen, Horace wartete an der Tür. Im Flur warteten auch Pomona und Poppy. Geschlossen gingen sie ins Lehrerzimmer, denn in der Mittagspause hatte Minerva verkündet, dass sie eine spontane Konferenz einberufen möchte.

Minuten später, traten sie ins Lehrerzimmer. Minerva war bereits da, stand am Fenster, die Sonne zeichnete scharfe Linien über ihr Gesicht. Aufrecht, wie immer, doch ihre Finger umklammerten die Kaffeetasse etwas zu fest.

„Hermine“, begrüßte sie sie mit einem kaum merklichen Nicken, die Stimme beherrscht, so glatt wie Glas.

Hermine spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Also doch Distanz.

„Hallo Minerva“, erwiderte sie genauso formal, presste ihre Tasche näher an sich und zwang sich, aufrecht zu bleiben.

Ein Moment Stille. Nur das leise Rascheln der Pergamente von Filius in der Ecke, Pomonas Husten, während sie sich Tee einschenkte. Minerva trat schließlich näher an den großen Tisch und alle setzten sich. Minerva legte einige Dokumente auf den Tisch neben Hermine. Ihre Stimme war sachlich.

„Ich habe Post des Zaubereiministeriums erhalten“, begann sie förmlich und sah Hermine direkt an.

„Ich musste deinen Stundenplan noch einmal überarbeitet.“

„Was? Warum?“

Hermine nahm die Pergamente entgegen, doch ihre Finger berührten Minervas – nur einen Hauch, aber genug, um beide innehalten zu lassen. Minerva zog die Hand blitzschnell zurück, als hätte sie sich verbrannt. Ihre Augen blitzten kurz auf, nicht streng, sondern voller innerer Unruhe. Dann senkte sie den Blick.

„Du wirst den Unterricht in Zaubertränke und Verwandlung im Wechsel begleiten müssen und nicht ein Fach pro Halbjahr.“

Hermine sah von Minerva zu dem Brief, den sie nun in den Händen hielt. Es war wahr. Das Schreiben war offiziell. Hermines Blick glitt zu Professor Featherstone. Die Abneigung stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.

„Oh Merlin“, flüsterte Hermine.

„Ich erwarte, dass Sie vorbereitet sind, Miss Granger. Oh Verzeihung, ich meinte natürlich Professor. Hogwarts verlässt sich auf Sie und Ihre… Fähigkeiten.“

Der Spott in seiner Stimme war nicht zu überhören. Hermines Blut kochte und sie umklammerte den Stift in ihrer Hand so fest, dass die Knöchel weiß wurden.

„Natürlich,“ presste Hermine hervor.

Ihr Blick glitt zu Minerva, doch sie wandte sich schon ab, griff nach einer weiteren Mappe und übergab sie an Pomona. Die Maske war vollkommen, als sei nichts geschehen. Hermine blieb zurück mit einem Kloß im Hals. Mit ihrem abweisenden Verhalten hatte sie gerechnet, aber es tat so weh, wie gleichgültig und kalt sie zu ihr war.

Was gesprochen wurde, ging völlig an Hermine vorbei. Sie hatte nur diese Nacht vor Augen. Der Kuss war real gewesen. Die Gefühle waren echt. Aber Minerva… Minerva tat so, als hätte er nie stattgefunden.

Die Lehrerkonferenz zog sich in die Länge. Slughorn schwärmte von neuen Zutatenlieferungen, Pomona diskutierte den Zustand der Gewächshäuser, Filius plante einen Wettbewerb für die Viertklässler. Hermine saß still, machte Notizen, doch ihre Gedanken schweiften immer wieder ab – zu dem Kuss, zu Minervas Lippen, zu dem Moment, in dem alles möglich gewesen war… und wieder zerbrach.

Als Minerva die Sitzung schließlich mit einem kurzen „Das wäre alles“ beendete, erhoben sich die Lehrkräfte nacheinander und verließen das Zimmer. Stimmen und Schritte verklangen im Flur. Hermine blieb sitzen. Sie tat so, als würde sie noch ihre Unterlagen ordnen, bis nur noch eine Gestalt im Raum war. Minerva. Die Schulleiterin sammelte die letzten Pergamente ein, legte sie sorgfältig in eine Mappe. Ihre Schultern waren angespannt, fast zu straff. Sie hatte den Raum fast verlassen, als Hermine sich erhob.

„Minerva?“ Hermines Stimme war leiser als beabsichtigt, aber fest genug, um Minerva innehalten zu lassen.

Langsam drehte sie sich um, die Mappe fest an die Brust gedrückt.

„Ja?“

Minerva wirkte auf Hermine so kalt wie Eis. Keine Regung war zu erkennen. Hermine trat näher, bis nur noch der große Tisch sie trennte.

„Wir können nicht so tun, als wäre letzte Nacht nicht passiert.“

Ein kurzes Aufflackern in Minervas Augen – Schreck, Sehnsucht, Schmerz. Dann wieder die Maske.

„Es war ein Fehler,“ sagte sie knapp. „Einer, der sich nicht wiederholen wird.“

Hermines Herz zog sich zusammen, doch sie wich nicht zurück.

„Ein Fehler fühlt sich nicht so an. Nicht so… richtig.“

„Du solltest dich nicht mehr damit beschäftigen. Denk lieber an deine Aufgabe. Es wird nicht leichter, wenn du zwei Fächer parallel begleitest“, sagte Minerva so sachlich, wie sie nur konnte.

„Das kriege ich schon hin, aber ich kann die Sache von letzter Nacht nicht vergessen.“

Minerva holte tief Luft, ihre Finger umklammerten das Leder der Mappe fest.

„Hermine… bitte.“

„Ich bitte dich nicht darum, Regeln zu brechen oder Verantwortung zu vergessen,“ flüsterte Hermine, nun näher als zuvor. „Ich bitte dich nur, ehrlich zu sein. Mit dir selbst. Mit mir.“

Ein Moment lang stand die Zeit still. Der Raum war still, nur das Ticken einer alten Uhr im Hintergrund. Minervas Lippen öffneten sich, als wolle sie etwas erwidern, doch sie schloss sie wieder, schüttelte kaum merklich den Kopf.

„Ich kann nicht,“ brachte sie schließlich hervor, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch.

Dann wandte sie sich ab, straffte die Schultern und verließ das Zimmer, ohne einen weiteren Blick zurück.

Hermine blieb zurück, das Herz schwer, aber nicht gebrochen, denn in Minervas Stimme, in ihrem Zögern, lag etwas, das ihr Hoffnung gab: Sie will. Sie wagt nur nicht.